Humorvolles Kleinod

The Inner World Preview

Benjamin Braun 25. Juni 2013 - 15:56 — vor 6 Jahren aktualisiert
The Inner World erfindet das Adventure-Rad spielerisch zwar nicht neu, bietet aber viele schöne und vor allem logische Rätsel. Die Aufgabe hier, bei der wir per Bühnenbild einen Mechanismus auslösen müssen, hat uns besonders gut gefallen.
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Schöne Rätsel mit zu viel TouchThe Inner World erscheint neben PC und Mac auch für Apples iPad, iPhone und iPod Touch. Kein Wunder also, dass es auch eine Touchbedienung für das Adventure gibt. Wobei "auch" eigentlich nicht stimmt. Viel mehr gibt es in der PC-Fassung teilweise klassisches Point-and-Click als Ergänzung zum ansonsten sehr touchaffinen Steuerungssystem. Objekte innerhalb des Inventars können nämlich wie im Genre üblich per Point-and-Click miteinander benutzt werden. Um Inventarobjekte aber auf die Umgebung anzuwenden, müssen sie wie auf dem iPad per Drag-and-Drop angewendet werden. Sämtliche Hotspots wiederum erlauben zwei Funktionen, die nach einem Klick respektive einer Berührung als weiterführende Optionen angezeigt werden. An sich würde uns das nicht groß stören, wenn sich der Mauszeiger nicht manchmal etwas schwammig anfühlen würde. Zwar gewöhnt man sich ja bekanntlich ohnehin an alles, doch hätten wir es schöner gefunden, wenn die Entwickler für den PC eine gänzlich klassische Point-and-Click-Steuerung angeboten hätten. Nach Pendulos Der Fall John Yesterday (GG-Test) hätte man schließlich auch wissen können, dass Adventure-Spieler es gerne so haben, wie sie es kennen.

Aber wir wollen auch nicht auf den minimalen Macken einer ansonsten gut funktionierenden Steuerung rumhacken. Stattdessen sollten wir die Rätsel loben, die zumindest in den ersten Spielstunden richtig viel Laune machen. Wie üblich gibt es viele Inventar- und Kombinationsrätsel, wobei Robert auch mal einen zuvor besäuselten Wurm mit einer Astgabel zu einer Steinschleuder kombiniert. Besonders gut haben uns aber die Puzzles gefallen, bei denen es sich gegebenenfalls auch mal lohnt, Papier und Bleistift bereitzuhalten.

An einer Stelle müssen wir etwa die Tür zu einem Versteck öffnen. Das geht aber nur, wenn wir ein ganz bestimmtes Bühnenbild in einem Theater erstellen. Nicht, dass diese Aufgabe besonders schwierig wäre, aber anders als bei ähnlichen Aufgaben in vielen anderen Spielen wirkt dieses Rätsel in The Inner World nicht aufgesetzt. Und damit steht es nicht alleine da! Auch die Struktur im Allgemeinen ist gut: Ähnlich wie in The Secret of Monkey Island gibt es häufiger mehrteilige Aufgaben, die wir in vielen Fällen in beliebiger Reihenfolge erfüllen dürfen. So schnell kommt es in The Inner World also nicht vor, dass ein Hänger unsererseits in absolutem Leerlauf mündet.

Du bist nicht alleinSehr gut gefallen hat uns auch, dass viele "unvollständige" Aktionen möglich sind und dem Spieler dadurch sehr gut vermittelt wird, was noch fehlt. Wer beispielsweise bereits auf die Idee gekommen ist, einen selbstgebastelten Kescher zu verwenden, um etwas zu fangen, darf ihn einsetzen und erkennt sofort, dass der Kescher erst noch irgendwie befestigt werden muss. Andere Spiele lassen an solchen Stellen Aktionen gar nicht erst zu, wodurch oft auch Anhaltspunkte fehlen, die zur richtigen Lösung führen.

Wer dennoch nicht auf die Lösung kommt, darf sich von der spielinternen Hilfsfunktion unter die Arme greifen lassen. Dafür klickt ihr einfach auf ein Interfacesymbol, woraufhin eine Liste mit Zielen erscheint, zum Beispiel: "Finde Stricknadeln für den Schneider." Zu diesen allgemeinen Zielen könnt ihr dann mit einem Mausklick weitere Tipps freischalten, die euch Stück für Stück an die richtige Lösung bringen. Das heißt, ihr bekommt nicht gleich die Lösung auf dem Präsentierteller serviert beziehungsweise werdet heftig gespoilert. Stattdessen könnt ihr euch damit auch einfach nur in die richtige Richtung stoßen lassen und dann zunächst selbst weiterprobieren. Wer Rätsel nicht so gerne mag und lieber die Story erleben möchte, kann sich mit dieser Hilfsfunktion aber auch durch das komplette Spiel lotsen lassen. Wartezeiten auf den nächsten Tipp oder ähnliches gibt es keine.
 
Ausblick: Schönes DingThe Inner World hat uns richtig gut gefallen. Es wäre sicherlich vermessen, der Comicgrafik und den Animationen Disney-Qualität zuzusprechen. Aber der Stil ist sehr schön und wir merkten dem Spiel an allen Ecken und Enden an, wie viel Herzblut die Entwickler hineingesteckt haben. Richtig klasse finden wir auch die Dialoge. Nicht nur, weil Headup Games sehr gute Sprecher engagiert hat, sondern auch, weil die Texte voller feinsinnigem Humor stecken, der gleichsam unterhaltsam wie unaufdringlich ist. Auch beim Rätseldesign haben wir bis jetzt nicht viel zu meckern. The Inner World erfindet diesbezüglich das Rad zwar nicht neu, speist uns aber auch nicht bloß mit irgendwelchem Standardkram ab. Wenn am Ende auch die Spielzeit passt und der eine oder andere noch vorhandene technische Mangel, etwa bei der Steuerung, bis zum Release ausgemerzt wird, steht uns nicht weniger als ein echtes Genre-Highlight ins Haus.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)

The Inner World
Vorläufiges Pro & Contra
  • Vielversprechende Story
  • Sehr gute, humorvolle Dialoge
  • Klasse Sprecher
  • Schöne Rätsel
  • Komfortable (optionale) Hilfsfunktion
  • Touch-affine Steuerung auch auf PC
  • Steuerung noch etwas hakelig
Aktueller Zustand:
Aktuelle Beta
Aktuelle Einschätzung:
Wenn Studio Fizbin die kleineren Unzulänglichkeiten bei Technik und Steuerung noch in den Griff bekommt, steht uns mit The Inner World ein sehr gutes Adventure ins Haus, das wohl nicht nur mit humorvollen Dialogen, hübscher Grafik, tollen Sprechern und schönen Rätseln punkten kann.
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12
Studio Fizbin
Headup Games
18.07.2013
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Benjamin Braun 25. Juni 2013 - 15:56 — vor 6 Jahren aktualisiert
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