The Elder Scrolls Online: High Isle

The Elder Scrolls Online: High Isle Preview

Mit Sammelkarten zu alter Stärke?

Benjamin Braun / 14. April 2022 - 22:30 — vor 12 Wochen aktualisiert

Teaser

Im Juni erscheint das inzwischen sechste Kapitel für The Elder Scrolls Online für PC und Konsolen. Schon jetzt konnte Benjamin es auf PC ausführlich für euch antesten und ist nur bedingt angefixt.
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Seit dem Launch 2014 vergeht kein Jahr in The Elder Scrolls Online ohne neues Storykapitel oder sonstige frische Inhalte. Nicht einmal die Corona-Pandemie konnte die Zenimax Online Studios von diesen Kurs abbringen. Gerade mal zwei Wochen länger als geplant dauerte die Fertigstellung des 2021 veröffentlichten fünften Kapitels Blackwood, trotz flächendeckender Umstellung auf Homeoffice. Aber daran haben sich die Entwickler inzwischen offenbar vollständig gewöhnt. Daher war es wohl nicht nur für mich normal, Anfang April einer Online-Präsentation vom Creative Director Chris Lambert beizuwohnen. Aus seinem privaten Arbeitszimmer heraus, mit Hund im Hintergrund und High Isle als Thema. Dem kommenden neuen Kapitel für Elder Scrolls Online.

In der Vorstellung ging es natürlich nicht nur um die Story von High Isle, Lambert erklärte auch die Regeln des "Ruhmesgeschichten" getauften neuen Ingame-Kartenspiels und berichtete vom Erreichen eines Meilensteins. Denn Anfang dieses Jahres habe Elder Scrolls Online die Marke von 20 Millionen Spielern überschritten. Doch irgendwie hatte ich den Eindruck, dass Lambert nicht ganz so enthusiastisch war wie in früheren Präsentationen. Ist das sechste Kapitel vielleicht nicht ganz so stark wie Morrowind (2017), Summerset (2018), Elsweyr (2019), Greymoor (2020) oder Blackwood im vergangenen Jahr? Oder war er einfach nur müde? Ich konnte High Isle ausführlich anspielen und bin immer noch etwas unschlüssig in dieser Frage.
 

Auf zum Systren-Archipel!

Am grundsätzlichen Konzept von Elder Scrolls Online ändert sich mit dem High-Isle-Kapitel zunächst einmal nichts. Ihr braucht also keinen fortgeschrittenen Charakter oder irgendwelche Storyvorkenntnisse, um euch auf der namensgebenden Hochinsel oder dem Gefängnis-Eiland Amenos zurechtzufinden. Natürlich schadet Vorwissen über die Bretonen und deren Geschichte und Kultur aber auch nichts. Da die Inselgruppe bislang jedoch in noch keinem Elder-Scrolls-Videospiel aufgetaucht ist, betreten selbst Serienveteranen sozusagen Neuland. High Isle ist dabei weniger düster und unterscheidet sich damit deutlich vom letzten Kapitel. Ich persönlich finde es architektonisch trotz mancher Besonderheit wie ausladenden Burganlagen und typisch mittelalterlich anmutenden Dörfern aber etwas weniger reizvoll als Elsweyr.
Nicht alle Ritter auf High Isle sind rechtschaffen, manche torpedieren auch den Frieden.


Zu Beginn eurer Reise erwartet euch ein Tutorial, in dem ihr die Grundlagen des entfernt an das von Skyrim erinnernden Kampfsystems erlernt. Die Einführung findet im Direnni-Turm auf der Insel Balfiera statt. Da jeder, der High Isle kauft, automatisch Zugriff auf alle bislang veröffentlichten Inhalte erhält, könnt ihr am Ende des Tutorials jede Story, respektive jedes Kapitel direkt über ein Portal anspringen. Auch jede Klasse und Rasse dürft ihr frei wählen – neu hinzu kommt in diesem Bereich nichts. Das Archipel mag der Lore nach zwar etwas kleiner ausfallen als die bisherigen Gebiete, aber keine Sorge: Die Dimensionen sind ähnlich zu denen, die ihr auf dem Festland Tamriels besuchen konntet. Die Mainquest von High Isle soll euch laut den Entwicklern grob 30 Stunden beschäftigen.
 

Spannende Story trifft auf Ermüdungserscheinungen

Die Geschichte selbst dreht sich im Hintergrund um den Allianzkrieg beziehungsweise Three Banner War. Eigentlich soll eine Friedenskonferenz den Jahre andauernden Krieg beenden. Allerdings versucht ein geheimer Ritterorden die Friedensgespräche zu verhindern, wo natürlich ihr ins Spiel kommt. Umgehauen hat mich der bislang gespielte Teil der Story zwar nicht. Aber so ähnlich wie die vielen kleinen und größeren Intrigen in Oblivion oder Skyrim, hatte ich meinen Spaß dabei, die Hintergründe aufzudecken. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wie üblich sämtliche Dialoge voll vertont sind. In die deutsche Fassung konnte ich allerdings noch nicht hinein hören. Aber wenn die das Niveau der vorherigen Erweiterungen hält, muss man sich diesbezüglich keine großen Sorgen machen.

Was sich bei mir allerdings beim Anspielen bemerkbar macht, ist ein Gefühl des Überdrusses oder viel mehr der Sehnsucht nach einem "echten" Elder Scrolls. Für mich persönlich war Elder Scrolls Online immer nur eine Art Übergangslösung, ein Trostpflaster bis endlich The Elder Scrolls 6 erscheint. Und inzwischen ist es mir trotz der guten Qualität einfach zu wenig, das MMO weitestgehend wie ein Soloabenteuer zu spielen. Wer anders als ich mehr Wert auf die MMO-Strukturen und gemeinsame PvE-, beziehungsweise PvP-Erlebnisse legt, dem mag das anders gehen. Die dürften auch schon jetzt große Lust auf den neuen 12-Spieler-Trial verspüren. Darin müsst ihr euch mit Piraten anlegen, die auch in der Story eine Rolle spielen. Das erklärt wohl auch weshalb eines der neuen Musikstücke in Teilen wie ein Plagiat von Klaus BadeltHe's a pirate aus dem Fluch der Karibik-Soundtrack klingt. Allerdings stimmt mich ein neues PvP-System noch viel skeptischer als die Story oder mein Solo-Wunsch.
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Die Landschaft ist vielfältig. Wäre super, wenn das auf einem normalen PC auch wirklich exakt so im Spiel aussähe.
Dennis Hilla Redakteur - P - 169145 - 14. April 2022 - 18:21 #

Viel Spaß beim Lesen!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 152115 - 15. April 2022 - 8:19 #

Hab die Woche die Prolog-Quest gespielt und fange heute mit Blackwood an. Es ist im Grunde immer dasselbe, aber für zirka einen Monat im Jahr spiele ich das sehr gerne. High Isle werde ich deshalb auch erst frühestens angehen wenn die Jahresgeschichte mit dem vierten DLC abgeschlossen ist.
Diese Ingame-Spiele nerven mich auch, aber irgendwie "muss" das wohl mittlerweile jedes Spiel mitbringen, Valhalla hatte das ja auch. Bisher hat mich aber kein einziges überzeugt und bin jedesmal froh, wenn das rein optional ist.
Danke für die Preview, hat mir die nächtliche Session erspart. :)

Shake_s_beer 17 Shapeshifter - - 7180 - 15. April 2022 - 8:51 #

Ich kann mich für das Online-Gedöns einfach nicht wirklich erwärmen. Ich warte einfach weiter auf Elder Scrolls 6. Dennoch Danke für die informative Preview.

Altior 17 Shapeshifter - - 6067 - 15. April 2022 - 19:30 #

Hat die Figur im Titelbild einen Germknödel/Semmelknödel/Kartoffelkloß halb und halb in der Backe, wie sieht das denn aus?
Wir warten auf Nummer 6 der grandiosen Serie.

Goremageddon 15 Kenner - 3836 - 15. April 2022 - 21:13 #

Hamstern ist bei vielen gerade in Mode. ;)

Desotho 17 Shapeshifter - 7712 - 15. April 2022 - 22:04 #

Befriedigend wäre wohl nur erstrebenswert für ein neues Larry

-Stephan- 14 Komm-Experte - 2076 - 16. April 2022 - 8:01 #

Also auf das Kartenspiel freue ich ich als Gwent Liebhaber tatsächlich.

Auf das Add On eigentlich auch. Mir geht's da bei ESO aber wie Benjamin, so richtig springt der Funke nicht rüber. Warum, weiß ich eigentlich gar nicht. Im Gegensatz zu Fallout 76 bietet ESO mehr als genug Gebiete und abwechslungsreiches. Und man kann es ja auch sehr gut allein spielen.

Aber die Magie eines Skyrim erreicht es bei mir einfach nicht. Da wird auch High Isle nichts dran ändern. Dennoch, mit Sicherheit werde ich da mal ein paar Stunden reinschauen.

Saphirweapon 17 Shapeshifter - P - 7121 - 16. April 2022 - 9:10 #

"Und man kann es ja auch sehr gut allein spielen"

Das ist genau das woran aus meiner Sicht alle "modernen" MMORPGS kranken. Dadurch dass die Spiele sich an die größere Zielgruppe anbiedernd so konzipiert werden, dass jeder alles auch alleine machen kann, verliert ein Genre welches eigentlich auf Online mit anderen ausgelegt ist seine eigenen Werte. Die Unterschiede zwischen Offline-RPG und MMORPG verschwammen immer mehr. Nun kann grundsätzlich natürlich jeder Spaß haben mit wasauchimmer ihm zusagt. Das traurige ist daran nur, dass es die ursprüngliche MMORPG-Erfahrung eben heutzutage nicht mehr gibt, was für Menschen die sowas mögen sehr schade ist, eben weil das Genre inzwischen völlig verweichlicht und Mainstream-Komfortabel ist.

Für mich ist das der Hauptgrund, warum ich seit Jahren FFXI auf einem privaten Server spiele, bei welchem das Spiel auf Stand 2005 gehalten wird, ehe auch dieses großartige MMORPG begann sich an den Mainstream anzubiedern.

Player One 16 Übertalent - P - 4428 - 17. April 2022 - 16:34 #

Bei mir liegt das an den Mitspielern die bei Questgebern Schlange stehen oder um einen herum hüpfen.

Berthold 22 Motivator - - 31040 - 16. April 2022 - 8:05 #

Ich bin schon länger aus TESO raus, ich habe ebenfalls wie Benjamin die meiste Zeit Solo gespielt, irgendwann war die Luft aber raus und mehrere andere Spiele verhinderten einen Wiedereinstieg. Mal sehen, ob ich wieder reinschaue.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 840092 - 21. April 2022 - 8:27 #

TESO spiel(t)e ich seit dem Kauf auf Steam (zuerst Basegame+Morrowind, Greymoor noch dazugekauft) nur recht sporadisch, hatte aber bisher doch meinen Spaß damit. So überbrücke ich etwas die Wartezeit auf ES 6 und in Greymoor kommt schon Skyrim-Stimmung auf, auch wenn sie sich natürlich nicht mit dem echten ES-Teil vergleichen lässt. ;-)

Berndor 18 Doppel-Voter - - 9079 - 22. April 2022 - 9:00 #

Der Titel hat eben genau das Problem, dass jeder die Wartezeit bis TES6 überbrücken will, aber die stupide MMO-Grindmechanik kann dann eben nur Enttäuschung hervorrufen, genauso wie die oben genannten infantilen Mitspieler, die einen mit Rumgehopse und dummen Spielernamen aus der Rollenspielwelt reißen.