Xcom trifft Taktikshooter

The Bureau - Xcom Declassified Preview

Unter PC-Spielern genießt die Xcom-Serie seit langem Kultstatus. Auch der neueste Ableger konnte trotz diverser Simplifizierungen viele Rundentaktiker begeistern. Doch lässt sich das Spielgefühl auch auf einen Shooter übertragen? Wir haben uns im Dienste einer mysteriösen Behörde mit einem Drei-Mann-Team solo auf Alienjagd begeben.
Christoph Vent 13. Mai 2013 - 15:11 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Eines müssen wir den Entwicklern von 2K Marin zugestehen: Mut. Mit The Bureau – Xcom Declassified mischen sie das klassische Rundentaktik-Konzept des Xcom-Universums mit einem Shooter. Dabei ist die Gefahr natürlich groß,  sowohl Fans der ursprünglichen Serie als auch Actionspieler zu verschrecken – erstere, weil es ihnen zu wild zur Sache gehen, letztere, weil es ihnen zu taktisch ausfallen könnte. Nach einer ausführlichen Probepartie mit dem Spiel können wir auf jeden Fall Folgendes festhalten: The Bureau spielt sich für einen Shooter überraschend komplex.

Wir schreiben das Jahr 1962, die Welt befindet sich im Kalten Krieg. Als Vorsichtsmaßnahme vor unvorhergesehenen Angriffen lässt John F. Kennedy eine neue geheime Einrichtung – The Bureau – gründen. Dass deren erste Bewährungsprobe dann ausgerechnet Attacken extraterrestrischen Ursprungs sein würden, hätte sich der US-Präsident nicht träumen lassen. Als in mehreren Städten der USA mysteriöse Türme aus dem Boden sprießen und Aliens die Kontrolle übernehmen, wird The Bureau zur Speerspitze der Abwehr von außerirdischen Angriffen umgemodelt – die legendäre Xcom ist geboren, und wir sind mittendrin. The Bureau – Xcom Declassified spielt also nicht wie Xcom – Enemy Unknown (GG-Test: 8.5) und dessen Vorgänger in der nahen Zukunft, stattdessen erlebt ihr die Anfänge der Einrichtung.

Klassenwahl
Der Kommandoraum dient als Anlaufstelle für Missionen.
Das titelgebende Büro dient als Hublevel, zu dem wir zwischen den Missionen immer wieder zurückkehren. Im Kommandoraum wählen wir auf einer USA-Karte unsere nächste Mission aus. Neben Hauptmissionen stehen auch mehrere optionale Nebenaufträge zur Verfügung, durch die wir nützliche Zusatzinformationen erhalten sollen. Unsere Demo-Mission zeigt uns jedoch einen der Haupteinsätze und führt uns nach Pima in New Mexico, wo wir den gestrandeten Agenten DaSilva ausfindig machen sollen. Bevor es aber losgeht, entscheiden wir uns noch schnell für zwei weitere Agenten. Neben dem von uns aktiv gespielten Anführer werden wir nämlich von zusätzlichen Soldaten begleitet, die sich in die Klassen Ingenieur, Aufklärer, Unterstützer und Kommando aufteilen. Jeder von ihnen besitzt spezielle Eigenschaften und Fähigkeiten und wird von uns mit Waffen bestückt. Soweit, so Xcom.

Zusammen mit einem Ingenieur und einem Kommando machen wir uns auf ins erste Gefecht. Doch bevor wir unsere Ballermänner zücken, heißt es die Umgebung zu erkunden und nach Spuren unseres vermissten Kollegen zu suchen. Dass in dem kleinen Städtchen nicht alles mit rechten Dingen zugeht, lässt sich kaum übersehen. Der mit viel Flair eingefangene Straßenzug aus den Sechzigern gleicht einem Trümmerfeld. Erste Hinweise auf DaSilvas Verbleib sind schnell gefunden, und auch einen der mysteriösen Alientürme machen wir in der Ferne aus. Als wir gerade über die Ladefläche eines havarierten Lastwagens hüpfen, kreuzen plötzlich die ersten Außerirdischen die Straße. Glücklicherweise haben sie uns noch nicht bemerkt, wir können die Situation also für einen Überraschungsangriff nutzen.

Komplexer Fokusmodus
Im Fokusmenü schaltet das Spiel in eine spezielle Ansicht, in der ihr euren Kameraden Ziele zuweist.
Mussten wir uns bisher noch nicht um unsere Kollegen kümmern, wird es nun erstmals Zeit, ihnen Anweisungen zu geben. Mit der B-Taste des Xbox-Controllers rufen wir den Fokusmodus beziehungsweise dessen übersichtliches Kreismenü auf, über das wir den Agenten Befehle erteilen. Gleichzeitig sehen wir den Levelbereich aus einer übersichtlichen, erhöhten Perspektive, und können frei darin herumfahren. Über die Bewegen-Aktion schicken wir zunächst unseren Ingenieur hinter eine Straßenbarrikade, während wir den Kommando weiter rechts hinter einem ausgebrannten Auto platzieren. Wir können auch Punkte anvisieren, die nicht in unserem Ego-Sichtfeld liegen. Ein farbiges Symbol zeigt an, ob die vorgesehene Deckung „sicher“ ist, ob wir unseren Kameraden also nicht sofort in den Tod schicken. Es wird übrigens nicht nur die Endposition, sondern auch der Laufweg mit einbezogen: Würde der Soldat also das Schussfeld des Gegners kreuzen, wird uns das anhand einer roten Markierung deutlich gemacht. Im Fokusmodus schaltet das Spiel in eine sehr langsame Zeitlupe um – so haben wir genügend Zeit, unsere nächste Aktion zu planen.

Nun wollen wir das Überraschungsmoment zu unserem Vorteil nutzen! Jedem der beiden Begleiter weisen wir einen anderen Gegner zu, und schon kann die Attacke beginnen. Wie in einem typischen Deckungsshooter lugen wir auf Knopfdruck hinter dem von uns gewählten Sicherungskasten hervor und nehmen unsere Gegner aufs Korn. Werden wir getroffen, regeneriert sich unsere Gesundheit nicht von allein – stattdessen setzen wir eine der Spezialfähigkeiten unserer Spielfigur ein, mit der wir uns und unsere Kollegen teilweise heilen dürfen. Allerdings geht das nicht unbegrenzt, da die Abklingzeit nach erfolgreichem Einsatz eine Minute beträgt. Von der Aktion sollte man übrigens regelmäßig Gebrauch machen, wie wir schon kurze Zeit später schmerzhaft erfahren werden.

Permadeath der Kameraden
Wie in der
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Rundenstrategie-Serie sind Verluste in unseren Reihen endgültig. Geht einem unserer Kameraden die Lebensenergie aus, etwa weil wir ihn zu vorschnell auf die Aliens hetzen, haben wir nur begrenzt Zeit, ihn wiederzubeleben. Schaffen wir das nicht, stirbt er endgültig. Die Rettung vor dem Tode klingt überdies leichter, als sie ist: Da sich taktisch oft die Aufsplittung des Dreierteams über eine breite Front empfiehlt, gelingt es nicht immer, rechtzeitig zur Hilfe herbeizueilen. Ist euch der entsprechende Agent in den letzten Aufträgen zu sehr ans Herz gewachsen, hilft nur noch ein Neuladen des letzten Checkpoints.

Auch an anderen Stellen gibt es Gemeinsamkeiten mit den Xcom-Spielen. So treffen wir bereits in unserer Demo-Mission auf bekannte Gegnertypen wie den Muton, einen besonders dicken Brocken. Und auch mit dem Cult of Sirius und seinem schwarzen Schleim bekommen wir es zu tun. Selbstverständlich stehen uns im Spielverlauf auch immer mehr Alientechnologien zur Verfügung. Ballern wir anfangs noch mit handelsüblichen Patronen um uns, tauschen wir unsere Gewehre schon bald gegen Laser- und später auch Plasmaknarren.
Liegt einer unserer Kameraden am Boden, sollten wir ihm schnell zu Hilfe eilen. Ansonsten ist er dauerhaft aus dem Spiel.

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