Benjamin Braun 10. Februar 2014 - 12:58 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Fans des Action-Rollenspiels Of Orcs and Men (GG-Test: 7.0) dürften sich noch gut an den Goblin Styx erinnern, der im Spiel mit dem Ork Arkail den Kaiser vom Thron stoßen will. Entwickler Cyanide hat Gefallen an Styx gefunden und schickt ihn im dritten Quartal dieses Jahres in ein weiteres Abenteuer. Styx - Master of Shadows ist allerdings kein Action-RPG, sondern ein reinrassiges Schleichspiel, das die Entwickler besonders jenen empfehlen, denen die Schleich-Action eines Dishonored - Die Maske des Zorns (GG-Test: 8.5) zu leicht war oder die nicht wie in Sam Fishers letztem Abenteuer Splinter Cell Blacklist (GG-Test: 8.5) an vielen Stellen zur Bleipuste greifen wollen.

Prügeln verbotenDie Handlung von Styx - Master of Shadows ist zeitlich vor der aus Of Orcs and Men angesiedelt. Der kleine Goblin befindet sich auf dem Weg in eine große Festung, um dort einen Verbündeten zu befreien. Dort gibt es vor allem Menschen, von einfachen Soldaten bis hin zu magisch begabten Tempelrittern, aber auch Elfen und Orks, auf die Styx vor seinem Abenteuer mit Arkail bekanntlich nicht so gut zu sprechen war. Die Festung ist der einzige Schauplatz des Spiels, das in acht Missionen aufgeteilt ist. Allerdings sollen die Gebiete mit den äußeren Burgmauern, den Kanälen im Untergrund oder einem großen Gefängnisbereich dennoch einige Abwechslung bieten.

Styx muss aus dem Verborgenen heraus agieren. Im offenen Konflikt ist er quasi chancenlos.
Styx ist sehr agil und klettert mühelos von einer Ebene auf die nächste, sofern es denn entsprechende Vorrichtungen gibt, an denen er sich festklammern kann. Das Erklettern höher gelegener Punkte ist aber nicht nur wichtig, um über Deckenbalken unbemerkt an Wachen vorbei zu schleichen. Stattdessen sollen die (wie die Entwickler das nennen) "vertikalen" Gebiete den Spielern generell möglichst viel Freiraum einräumen, Feinde zu umgehen oder sich zumindest in eine bessere Position zu bringen. Entdecken euch die Gegner nämlich, wird's eng, denn bereits wenige Treffer bringen den Tod. Ein paar wenige Feindtypen kann er zwar auch bekämpfen, aber selbst bei diesen Auseinandersetzungen soll Styx' Rolle eher passiv geprägt sein. Stattdessen solltet ihr euch schnell in Sicherheit bringen, was bei bereits alarmierten Feinden aber oft gar nicht mehr möglich ist.

Hinterrücks umbringen könnt ihr die Gegner, mit Ausnahme ein paar besonders gut gepanzerter Templer, aber fast alle. Dafür müsst ihr deren Laufwege gut abpassen oder lockt sie hinter der Ecke eines Schreibtischs oder einer Wand vorbeilinsend per Pfiff auf eine andere Fährte. Liegen lassen solltet ihr die gemeuchelten Gegner dann allerdings nicht, da meist mehrere Wachen im selben Gebiet patrouillieren oder nach bestimmten Missionsfortschritten auch mal neue Wachen durch ein geöffnetes Tor nachrücken. Styx kann sie aber in verschiedenen Objekten wie Schränken und Truhen verstecken – oder auch sich selbst. Die Blutlachen auf dem Boden (lediglich betäuben könnt ihr die Gegner nicht) sehen die Feinde aktuell noch nicht. Das soll im fertigen Spiel anders sein und eventuell auch um die Möglichkeit erweitert werden, dass Styx solche Spuren entfernen kann.

Fähigkeiten mit begrenzten RessourcenStyx - Master of Shadows legt viel Wert darauf, ein anspruchsvolles Schleichspiel zu sein. Die Gegner sind vergleichsweise aufmerksam und hören einen Sprung aus der Höhe auch aus größerer Entfernung. Insbesondere ein tödlicher Angriff von oben macht einigen Lärm – alles Grundregeln, die Thief-Freunden vertraut vorkommen dürften. Auf Komfortfunktionen verzichten die Entwickler dennoch nicht. Befindet sich Styx im Schatten, leuchtet ein Teil seiner Rüstung, damit der Spieler weiß, dass er aktuell kaum zu sehen ist.

Das Fähigkeitensystem teilt sich in drei Bereiche auf. Da wäre zum Beispiel Styx' magisches Talent, einen Klon von sich zu erschaffen. Auf den könnt ihr dann wechseln, um ihn sozusagen für einen Doppelkill einzusetzen. Ihr könnt damit auch einfach Wachen ablenken, wie wir selbst erleben: Styx hat sich in einem Raum, in dem sich zwei Wächter befinden, unter einem Tisch versteckt. Eine Tür ver
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sperrt uns den Weg, die wir unmöglich schnell genug knacken können. Verwickeln wir unseren Klon nun einfach in einen Kampf mit den Wachen, öffnet eine dritte Person besagte Tür für uns, was uns Gelegenheit gibt, schnell hindurchzuschlüpfen. Den Klon könnt ihr später noch verbessern und ihn so auf Knopfdruck mit der Wirkung einer Rauchbombe explodieren lassen. Natürlich dürft ihr solche Funktionen nicht unbegrenzt einsetzen. Stattdessen benötigt ihr Manatränke, die es nur in stark begrenzter Zahl gibt. Und zwar findet ihr sie bei bestimmten Wachen, denen ihr sie per Diebstahl entreißen müsst. Bei einem heimlichen Kill von hinten zerbricht die Flasche!

Ebenfalls durch die Anzahl der Tränke begrenzt sind andere Skills von Styx. Dazu zählen eine quasi unsichtbare Bewegung über geringe Distanz oder auch eine Art Adlerblick, mit dem Gegner und Objekte hervorgehoben werden. Verbessert werden die Fähigkeiten so, dass ihr Gegner auch durch Wände hindurch sehen könnt. Stark begrenzt sein soll die Verfügbarkeit von Wurfmessern, mit denen ihr aus der Entfernung einzelne Gegner sicher ausschalten könnt – sofern euch niemand dabei sieht, versteht sich.
Die Levels gehen oft stark in die Vertikale, was euch größere Freiräume beim Erkunden und Säubern der Umgebung gibt.

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