Scarlet Nexus Preview+

4K-Preview zum "Brainpunk"-JRPG

Hagen Gehritz / 28. August 2020 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5XOneXbox X
Action-RPG
16
25.06.2021
Link
Amazon (€): 43,95 (PlayStation 4), 43,00 (PlayStation 5), 49,99 (Xbox Series X), 69,99 ()

Teaser

Schon vor der Gamescom 2020 erhielten wir Einblicke in das japanische Action-RPG mit psychokinetischen Helden und grotesken Monstern von ehemaligen kreativen Köpfen hinter der Tales-Reihe.
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Scarlet Nexus ab 43,00 € bei Amazon.de kaufen.
Vor einigen Wochen enthüllte Bandai Namco mit Scarlet Nexus ein neues JRPG mit Action-Kämpfen und Anime-Look, dass sowohl für PC, die PS4 und Xbox One als auch die Next-Gen Konsolen erscheinen wird. Schon damals fiel direkt das groteske Monster-Design des brandneuen Spiel-Universums auf. Auf der Gamescom 2020 präsentiert der Entwickler nun neue Eindrücke zur Spielwelt und dem Kampfsystem. Ich konnte mir bereits im Vorfeld in einer Präsentation mit aufgezeichnetem Gameplay einen Eindruck verschaffen.

Das Team hinter dem Titel besteht unter anderem aus ehemaligen Mitarbeitern an Bandai Namcos Tales-Rollenspielen. So fungiert Kenji Anabuki als Game Director, der an Tales of Vesperia und weiteren Serienteilen mitwirkte. Gemeinsam mit Producer Keita Iiuka (Code Vein) und Art Director Kouta Ochiai (God Eater 2) sprach er ausführlich über die Gestaltung der Other, das "Brainpunk"-Setting, den Helden und die Kämpfe.
Der Held Yuito ist ein fest vorgegebener Charakter, dem eigentlich nicht die Laufbahn als OSF-Kämpfer vorbestimmt war.


Brainpunk

Laut Anabuki und Co. war zu Beginn des Entwicklungsprozesses vor fünf Jahren das Ziel, ein Spiel zu schaffen, das sich frisch und unverbraucht anfühlt. So ist das Setting an das Japan der 90er-Jahre angelehnt, doch die bekannten Elemente treffen auf Verfremdetes. Denn in der alternativen Zeitlinie von Scarlet Nexus hat die Menschheit eine Technologie entwickelt, dank der sie alles direkt per Hirn steuert. Das hat auch zur Folge, dass alle Menschen miteinander verbunden sind. Der Titel Scarlet Nexus bezeichnet unter anderem das Bild des roten Bandes, durch das auch Protagonist Yuito und seine Mitstreiter verbunden sind.

Das Setting soll dabei verschiedene Motive aufgreifen, wie die Frage, ob Einsamkeit in so einer Gesellschaft noch existieren kann. Wegen einigen Anleihen aus dem Cyberpunk, aber auch weil das Hirn als zentrales Motiv ernst genommen wird, nennen die Entwickler Scarlet Nexus ein Brainpunk-Spiel.

Der Held Yuito ist kein unbeschriebenes Blatt als Spieler-Avatar, sondern ein vorgegebener Charakter. Als Nachkomme des Gründers der Megacity New Himuka war Yuito eigentlich für eine politische Laufbahn bestimmt, doch weil ihm als Kind ein Mitglied der Other Supression Force das Leben rettete, schließt er sich zu Spielbeginn der Einheit an. Yuito wirkt erst unscheinbar, ihr sollt ihn aber im Laufe der Story von ganz anderen Seiten kennenlernen.
Ein Korsett-Blumenstrauß mit Frauenbeinen und ein fliegendes Stummelding mit Zähnen. Die Other spotten jeder Beschreibung.


Der Feind gleicht einer Naturkatastrophe

Die OSF dient dem Kampf gegen die mysteriösen Other. Wenig ist über den Feind bekannt, der mit aufziehendem Nebel plötzlich auftaucht und Hirne jagt. Teile der Bevölkerung haben schon resigniert und nehmen die Other als eine Art Naturkatastrophe hin, gegen die sie nichts ausrichten können.

In puncto Originalität unterstreicht das Dreiergespann das Design der Other im gleichen Maße wie das Brainpunk-Setting. Art Director Ochiai hat früh den Künstler Yamashiro engagiert. Von ihm stammen die Monsterentwürfe, in denen organische und anorganische Teile sich zu grotesken Gebilden vereinen. Vertraute Objekte im Design werden durch die surreale Vermischung unheimlich. Die drei geben zu, dass die auffällige Andersartigkeit der Feinde Neugier wecken soll. Aber es soll auch mehr dahinter stecken. Damit die Other ihre Wirkung entfalten, kommt in ihnen Schönes mit Abstoßendem, Gefährliches und Trauriges zusammen. Zudem sollen die Monster gewisse Botschaften in ihrer Gestaltung verbergen, was mich als großen Freund der psychologischen Monster-Designs der frühen Silent Hill-Titel aufhorchen lässt.
Fahrräder, Ölfässer, Getränkeautomaten: Kein Müll am Straßenrand, sondern eure Waffen!


Dynamische Psycho-Action

Abseits der Action-Kämpfe ließen sich die Entwickler in Sachen Gameplay kaum in die Karten blicken. Die Kämpfe selbst setzen neben Angriffs-Kombos mit dem Schwert vor allem auf die Psychokinese-Kräfte des Protagonisten. Per Knopfdruck fliegen hervorgehobene Objekte dynamisch im Kampf durch die Luft und werden automatisch den Others vor den Latz geknallt. Das System schien dabei nicht zwingend auf das Anvisieren bestimmter Objekte zu setzen. Allerdings schien etwa der Angriff mit einem Ölfass die Gegner auch in Öl zu tränken. Das könnte die Anfälligkeit für Feuer erhöhen.

Yuito zur Seite stand im Spielabschnitt eine Begleiterin, die sich KI-gesteuert allein zu wehren wusste. Da die beiden aber durch rote Röhren eine stärkere Bindung eingehen könnnen, stehen Yuito auf Knopfdruck die Kräfte der Mitstreiterin zur Verfügung. Und da kam Feuer ins Spiel: Yuitos Schwert stand in Flammen und er schoss Feuerwalzen los. Das Gezeigte machte Lust, selbst Hand anzulegen. Ein Menü zeigte zudem, dass ihr "Bond Episodes" mit Mitstreitern erspielen könnt. 

Die gezeigten Abschnitte waren jedoch linear und reihten Kampf an Kampf. Auch wenn die Psychokinese einen eigenen Twist in die Kämpfe bringt, wirkte das Gameplay hier im Kontrast zur Originalitäts-Devise recht konventionell.
Bei diesem Boss waren Psycho-Kinese-Angriffe auf die Schwachstelle am Rücken und der Einsatz der Partnerfähigkeiten der Schlüssel zum Sieg.


Technisch mäßig

Auf Playstation 4 und Xbox One soll Scarlet Nexus in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde laufen. Für die kommende Generation wird eine 4K-Auflösung bei 60 Bildern angestrebt, auf dem PC sind 4K/60 gesetzt. So schön flüssige 60 Bilder für Action-Fans sind, in Verzückung versetzte mich die Grafikqualität mit ihren nicht übermäßig detaillierten Kulissen keine Sekunde. Besonders das eingestreute  Geröll sticht aus den platten Bodentexturen unschön hervor. Technisch brillieren auch die Modelle der Other bei allem Design-Schauwert nicht wirklich.

In den Spielszenen im Video sind die Helden der OSF noch stumm. Ich konnte aber schon Teilen der Synchro lauschen. Neben den japanischen Stimmen waren einige Szenen bereits mit englischen Sprechern vertont und beide Sprachfassungen hinterließen einen wertigen Eindruck.

Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)
 
Anzeige

Meinung: Hagen Gehritz

Das Auffälligste an Scarlet Nexus sind die Other mit ihrem surrealen Design. Das macht Lust, mehr von der Welt zu erfahren. Der Gewichtung der Präsentation nach zu urteilen, nehmen das Setting mit seinen Motiven und die Story einen hohen Stellenwert in der Gesamterfahrung von Scarlet Nexus ein – das klingt vielversprechend für mich.

Aber auch wenn ich das Design der Spielwelt ansprechend finde, die Grafikqualität beeindruckt mich kein Stück. Außerdem sind noch so einige Fragen zum japanischen Action-Rollenspiel offen: Wird sich etwa das vielfältige Design der Other auch in verschiedenen Kampftaktiken niederschlagen? Wie halten die Entwickler das Gebalge motivierend? Und wie fällt das Gameplay abseits der Psycho-Haue aus? Nach der Präsentation habe ich aber Lust bekommen, einmal selbst mit Schwert und Para-Kräften die Other rund zu machen.
 
SCARLET NEXUS
Vorläufiges Pro & Contra
  • Psychokinese-Kräfte nutzen Objekte aus der Spielwelt für den Kampf
  • Ungewöhnliches Setting
  • Groteskes Monster-Design
  • Grafikqualität wenig beeindruckend
  • Kaum Informationen zum Gameplay abseits der Kämpfe
Aktuelle Einschätzung
Das ungewöhnliche Setting, die surrealen Monster und die flotten Kämpfe hinterlassen nach der Präsentation einen guten Eindruck, der Lust auf mehr macht. Technisch allerdings zeigt sich der Titel für Current- und Next-Gen wenig beeindruckend.
Gut
Aktueller Stand
  • Hands-off Präsentation
Partner-Angebote
Amazon.de Aktuelle Preise (€): 43,95 (PlayStation 4), 43,00 (PlayStation 5), 49,99 (Xbox Series X), 69,99 ()
Hagen Gehritz 28. August 2020 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 71588 - 28. August 2020 - 15:01 #

Viel Spaß mit der Preview! Youtube lässt sich gerade wieder Zeit mit dem Verarbeiten der 4K-Fassung.

Olphas 24 Trolljäger - - 61666 - 28. August 2020 - 15:14 #

Bin durchaus interessiert, aber so richtig wie der große Knaller sieht das bisher nicht aus.

SupArai 24 Trolljäger - P - 46503 - 29. August 2020 - 15:35 #

Gefällt mir optisch gut, könnte ein recht launiger Prügler werden. Aber irgendwas besonderes abseits des Aussehens der Gegner sollte der Titel schon bieten, ansonsten wird er mir eher nicht im Gedächtnis bleiben...

TheRaffer 21 Motivator - - 30266 - 7. September 2020 - 13:06 #

Die Gegner sind in der Tat ein Hingucker. Der Rest wirkt mir aber "typisch JRPG" zu hektisch...