Action-RPG mit wenig Rolle

Sacred 3 Preview

Fünf Jahre nach der ersten Ankündigung ist es nun fast soweit, Sacred 3 erscheint demnächst. Während die beiden Vorgänger noch recht klassische Vertreter der Action-Rollenspiel-Zunft waren, geht der dritte Teil einen etwas anderen Weg. Ob sich dieser lohnt und wieso das Spiel Parallelen zu Devil May Cry aufweist, klärt diese Preview.
Nico Carvalho 28. Juni 2014 - 9:15 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Nach fast sechs Jahren Abstinenz kehrt die deutsche Rollenspiel-Serie Sacred wieder zurück auf das große Parkett der Videospielindustrie. Nach der Insolvenz des ursprünglichen Entwicklers Ascaron im Jahr 2009 und der Übernahme der Rechte durch Koch Media arbeiten nun die Frankfurter von Keen Games an Sacred 3. Doch anstatt sich auf die alten Tugenden zu beschränken, krempeln sie die Reihe mächtig um: Keine offene Welt mehr, keine Städte für Quests, dafür leicht zugängliche Action-Kost aus der Iso-Perspektive, mit dezentem RPG-Einschlag. Wir haben uns für euch viele Stunden mit einer weit fortgeschrittenen PC-Version des Titels beschäftigt.

Action sattIhr müsst einmal mehr im Fantasy-Schauplatz Ancaria für Frieden sorgen. Dieses Mal hat sich das Ashen-Imperium unter der Führung des Bösewichts Zane aufgeschwungen, die Welt zu unterjochen. Zu Beginn stehlen dessen Schergen das Herz von Ancaria, ein mächtiges Artefakt der Magie. Ihr schließt euch (allein oder im Koop-Modus maximal zu viert) den Kräften des Guten an und sollt nicht nur das Imperium zurückschlagen, sondern auch das Herz zurückerlangen.

Ihr müsst euch in Sacred 3 nicht mehr nach Questgebern umschauen, Keen Games schickt euch in missionsbasierte Schlauchlevels, die ihr stets einzeln vor einer Partie anwählt. Dann konzentriert ihr euch auf das Ablaufen des jeweiligen, linear aufgebauten Gebiets (also etwa ein Hafen, eine Stadt oder ein Dungeon) und natürlich auf die Gefechte gegen die Bösewichte.

Dieser Gegner setzt Bomben ein, die er zuerst in einem kleinen Umkreis um sich, und danach darüber hinaus wirft.
Das erledigt ihr in typischer Diablo-Manier, wobei euch neben einem Standardangriff, einer Ausweichrolle und einem Konterangriff zwei "Kampfkünste" zur Verfügung stehen, die von der gewählten Klasse abhängen. Mit dem Konterangriff unterbrecht ihr bestimmte Aktionen der Feinde (wie das Sprechen eines Zauberspruchs). Kleine Gegner lassen sich sogar als Wurfgeschosse einsetzen – bei dem teils großen Feindaufkommen sind solche Tricks äußert nützlich. Am Boden liegende Bösewichter lassen sich außerdem mit einer Exekution sofort erledigen, indem eure Figur einfach auf sie springt.

Spaßige KämpfeDie unterschiedlichen Feindtypen verlangen euch taktische Überlegungen ab; Schildträger etwa müsst ihr generell zunächst mit dem Konterangriff abfertigen. Ein Gegnertyp legt in zwei Wellen Bombenteppiche um sich herum, und mancher Bossgegner erfordert einen exzessiven Einsatz eurer Ausweichrolle. Die Bosse warten, Überraschung, stets am Ende einer großen Story-Mission. Der beeindruckendste Kampf in den ersten Spielstunden findet gegen ein Schiff statt, das euch mit seinen Breitseiten zusetzt, aber auch Bombenträger auf euch hetzt. Ratet mal, welche Verwendung ihr für letztere findet...

Fertigkeiten und Ausrüstung lassen sich gegen Geld erwerben und upgraden.
Im Gegensatz zu einem handelsüblichen Action-RPG werdet ihr nicht von einer Item-Flut an Schwertern, Rüstungen oder ähnlichem erschlagen, stattdessen findet ihr nur noch vereinzelt und teilweise zufällig Gegenstände. Diese legt ihr auch nicht in einer Partie an, sondern vor dem nächsten Level in der Lobby.

Hack-and-Sla
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y-Entwicklung
Die prinzipiell linearen Maps werden hier und da durch eine kurze Alternativroute aufgelockert. Was es reichlich gibt, sind Schatzkisten mit wertvollem Gold, auch Gegner lassen immer einige Taler fallen. Eure Barschaft benötigt ihr, um euch neue Fähigkeiten anzueignen, Waffen zu pimpen oder eure Rüstung magisch nachzubessern. Level-Aufstiege verschaffen euch den Zugang zu den jeweiligen Upgrades.

Sacred 3 erinnert in seiner Missionen- und Lobby-Struktur eher an ein Hack-and-Slay wie Devil May Cry als an ein traditionelles Action-Rollenspiel, inklusive Auflistung der erhaltenen Punkte nach jedem Level-Abschluss. Auch bezahlt ihr ähnlich wie im Dante-Abenteuer eure Heiltränke mit demselben Geld-Fundus wie eure neuen Fähigkeiten. Wohlgemerkt: Wir halten dieses System keinesfalls für schlecht, so müssen wir beispielsweise abwägen, ob sich die zusätzliche Heilung eher lohnt als die verbesserte Reichweite für unseren Spezialangriff. Allerdings ist zumindest am Anfang Geld im Übermaß vorhanden und wir erhalten ohnehin nur langsam Zugang zu weiteren Fähigkeiten, weshalb sich diese Frage uns bislang nur selten gestellt hat.
In etwas kürzeren Missionen gibt es auch solche Gegnerwellen-Verteidigungen, die besonders effektvoll ausfallen.

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