Endlich selbst gespielt

Rome 2 Preview

Rome 2 bekamen wir (und alle anderen Spielejournalisten) bislang immer nur vorgespielt, und die Kampagnenkarte verbarg Creative Assembly furchtsam. Auf der E3 war es nun soweit: Letztere bekamen wir ausführlich zu Gesicht, und danach durften wir erstmals selbst an die Maus, um eine kombinierte Land-/Seeschlacht zu führen.
Jörg Langer 16. Juni 2013 - 23:00 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Wir hatten Rome 2 - Total War bereits mehrmals präsentiert bekommen, einmal direkt bei Creative Assembly, doch zwei Sachen schmerzlich vermisst: den Kampagnenmodus als klares Herzstück des Spiels sowie das Selberspielen. Insoweit waren wir erfreut, als wir schon bei der Ankunft am E3-Messestand mit den Worten begrüßt wurden: „Heute bekommst du die Kampagnenkarte zu sehen.“

Und zwar auf dem eigenen Monitor, aber fremdgesteuert vom CA-Pressesprecher, der uns die wesentlichen Dinge vorführt. Zu sehen ist eine Partie als Römer (genauer: als Julier, die beiden anderen römischen Fraktionen sind die Familien Cornelia und Junia) im Jahr 47 vor Christus, also etwa 200 Züge nach Spielstart. Die Karte ist seit Shogun 2 noch mal ein klein wenig hübscher geworden, vor allem, weil sich der gezeigte Weltausschnitt von Britannien im Nordwesten bis nach Ägypten und Persien im Südosten erstreckt und somit eine große Vielfalt aufweist. Wenn man maximal rauszoomt, erscheint eine schöne Risiko-Karte mit rund 40 Provinzen, die ihrerseits aus rund 180 Regionen bestehen; eine Region ist immer eine Stadt und ihr Umland. Hier sind die Besitzverhältnisse farbig markiert, sodass wir gleich sehen, dass sich das julische Einflussgebiet über einen guten Teil des Mittelmeerraums bis zu einem Teil Ägyptens erstreckt.
 
Wie jede Provinz besteht Ägypten seinerseits aus mehreren Regionen, die sich einzeln verwalten und besitzen lassen. Auf der „Risiko-Karte“ wird auch klar angezeigt, welcher Fraktion welche Region gehört, sodass die Landesgrenzen in Wahrheit zwischen Regionen verlaufen, nicht zwischen den größeren Einheiten der Provinzen. Zumindest dem Anschein nach ist das sehr gut umgesetzt und intuitiv erfassbar, wie sich es dann aber spielen wird, wenn die Julier Ägypten A und B, Pontus hingegen Ägypten C besitzt, können wir noch nicht abschätzen.
 
Wie steht’s um deine Gravitas?
Dieses Paparrazi-Foto von Kleopatra und Antonius ist natürlich nur eine Artwork, doch die Intrigen der römischen Politik (sowie die anderer Staaten) will das Spiel abbilden.
Mit Interesse schauen wir auf den Statusbildschirm von Julius Caesar, unserem Fraktionsführer. Wie jeder Charakter wird er durch die Wesenszüge Ehrgeiz, Gravitas (am ehesten: „Bedeutung“, setzte sich für die alten Römer aus allerlei Faktoren wie Familienname, politischem Einfluss, Taten und Charakterstärke zusammen), Rang, Befehlsstärke, Gerissenheit und Glaube beschrieben. Caesar hat aktuell einen „Untergebenen“, einen anderen Charakter, der ihn als Patron anerkennt. Diesen können wir „unterstützen“, „verjagen“, „diskreditieren“ oder „töten“.  Aber eben nicht per Agentenfigur, sondern bequem aus dem Statusmenü heraus. Wir können ihn aber natürlich auch mit einer unserer Töchter verheiraten, und ihn so noch enger an uns binden. All diese Aktionen kosten „Politisches Kapital“. Nicht zu verwechseln sind die „Untergebenen“ mit den „Gefolgsleuten“ eines Generals, zwei dieser bonusspendenden Kerle (etwa einen Leibwächter) könnt ihr einem Charakter mitgeben. Zudem hat ein Charakter, wenn wir es richtig gesehen haben, bis zu drei Traits (Charaktereigenschaften) und zehn Skills (Fähigkeiten).

Zurück auf der Kampagnenkarte, bestaunen wir die Pyramiden und den Leuchtturm von Alexandria, antike Weltwunder, die natürlich direkt auf der Karte zu sehen sind. Auch auf das unterschiedliche Terrain zwischen Süden und Norden, Westen und Osten achten wir jetzt stärker. Aber auch der Gebäudestil der Städte unterscheidet sich je nach Kultur, zudem sehen wir bereits auf der Weltkarte die ungefähre Größe jeder Stadt und ihre wichtigsten Bauten. Wie schon lange in der Serie üblich (genau genommen seit Rome 1), werden außerdem wichtige Ressourcen angezeigt, allerdings etwas harmonischer eingebaut als noch zuvor. So steht in der Nähe von Alexandria ein animierter Elefant in der Landschaft, klare Botschaft: Kontrollierst du diese Region, kannst du Kriegselefanten als Kampfeinheit ausbilden.
 
Römisches Graffiti
Die Einheiten- und Tru
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ppen-Icons sind übrigens durchweg im Stil römischer Graffiti gehalten, denkt an die Bemalung antiker griechischer oder römischer Vasen, dann habt ihr ungefähr den Stil vor Augen. Beim Rekrutieren werdet ihr eure Kerneinheiten nur in der Heimat ausrüsten können (also nicht römische Legionen in Syrakus rekrutieren), wobei wir von der uns schon zuvor beschrieben neuen Rekrutierungstechnik (dass der General die Truppen anfordert, statt dass ihr sie von Hand in zum Beispiel Rom rekrutiert) noch nichts sehen konnten, dazu war schlicht keine Zeit.

Was wir sehen konnten, war das entschlackte Diplomatiemenü beziehungsweise –fenster: Als julische Fraktion überprüfen wir unseren Status zu Ägypten, der eigentlich ziemlich gut ist. Fein säuberlich wird uns aufgelistet, welche „Aggressionen“ gegenüber ägyptischen Feinden uns Pluspunkte bei Ägypten bringen, etwa „Kriegsgreuel gegen die Seleuziden: +5“, dass unser Bündnis mit Tylos +2 wert ist aus Sicht der Ägypter, die guten Beziehungen zu Sparta und Mazedonien je +5. Ebenso werden die negativen Faktoren aufgelistet, sodass wir genau verstehen, wieso das Verhältnis insgesamt gut ist.
 
Die Weltkarte maximal rausgezoomt. Wenn ihr weiter rauszoomt, wird sie durch eine Karte im "Risiko-Stil" ersetzt, die ungefähr der kleinen Übersichtskarte rechts unten entspricht.
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