Irres Koop-Hüpfspiel

Rayman Legends Preview

Rayman und seine Freunde sind zurück! Weniger als zwei Jahre nach Rayman Origins erscheint Ende August der offizielle Nachfolger. Dieser soll das aus dem Vorgänger bekannte Spielprinzip fortsetzen und um Neuerungen wie Musiklevels ergänzen. Anhand einer Preview-Version konnten wir uns davon nun ausführlich überzeugen.
Christoph Vent 26. Juli 2013 - 18:26 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Rayman Legends hat eine eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich: Ursprünglich sollte der Nachfolger zum Überraschungshit Rayman Origins (2011) bereits im Februar dieses Jahres erscheinen, exklusiv für WiiU. Doch dann gab Ubisoft bekannt, das Jump-and-run nun doch zusätzlich für Xbox 360, PS3 und PSVita umzusetzen, was zum Ärger einiger WiiU-Besitzer auch die eigentlich fertiggestellte Fassung verzögert. Gerade eben wurde auch noch eine PC-Fassung angekündigt. Doch nun ist es bald soweit – und eins können wir anhand einer sehr fortgeschrittenen Fassung (sowohl für PS3 als auch WiiU) in der Redaktion schon sagen: Die Wartezeit hat sich gelohnt.

Wer der Meinung ist, bereits die Hüpfspiele um den wohl berühmtesten italienischen Klempner der Welt, Super Mario, hätten eine seichte Story, sollte seine Erwartungen bei Rayman Legends lieber auf ein Minimum zurückfahren. Zu Beginn des Spiels erfahren wir in einem kurzen Intro lediglich, dass die Lichtung der Träume, in der auch unser titelgebender Held lebt, in Gefahr sei. Der kriegt von der ganzen Misere zunächst nichts mit, denn während allerlei Fieslinge seine Heimat übernehmen, schnarcht er in aller Seelenruhe hochoben auf einem Baum. Das ist unsere Gelegenheit, einzugreifen und ihn zu wecken.

Kunstausstellung
Das Tempo in Rayman Legends ist gewöhnlich hoch. Nach dieser Hängepartie muss schnell reagiert werden.
Anders als im Vorgänger bewegen wir uns nicht auf einer Oberwelt von Level zu Level, stattdessen ist das Menü als Galerie aufgebaut, wobei sich hinter jedem Gemälde ein neuer Abschnitt befindet. Aufgeteilt ist die „Kunstausstellung“ in fünf Welten mit spezifischen Themen wie einer Wüste, dem alten Griechenland oder einem Unterwasserabenteuer. Zum Ende lockt zudem noch eine Bonuswelt namens „Living Dead Party“ – Spieler von Rayman Origins werden sich erinnern: Das Land der lebenden Toten war dort der besonders schwierige Bonuslevel, den man nur betreten durfte, wenn man vorher zehn Zähne einsammelte.

Im Kern ist Rayman Legends ein klassisches 2D-Jump-and-run: Neben dem Laufen und dem Springen dürfen wir zusätzlich aber auch noch die Fäuste schwingen. Mit dem Halten der Schlagtaste laden wir deren Stärke und damit Distanz auf – wie gut, dass dem putzigen Rayman eh schon die Gliedmaßen fehlen und er seine Hand einfach mal von sich schleudern kann. Halten wir die Sprungtaste gedrückt, gleiten wir dank "Frisurrotor" durch die Luft. Die Steuerung ist sehr präzise, egal ob wir uns für den Analogstick oder das digitale Steuerkreuz des WiiU-Gamepads entscheiden. Wahlweise dürfen wir auch kooperativ losziehen und mit bis zu vier Spielern durch die Levels jagen. Das geht sogar fließend und jederzeit: Bekommt ihr während des Spielens Besuch, müsst ihr nur einen weiteren Controller hinzuschalten.

Umfangreiche RettungsaktionWie wir das Spiel angehen, bleibt uns überlassen. Prinzipiell reicht es, den Ausgang eines Levels zu erreichen. In jedem Abschnitt sind aber auch bis zu zehn „Kleinlinge“ versteckt, die wir retten können: Mal binden wir sie per Schlag von einem Pfahl los, mal müssen wir einen fliegenden Käfig zerbröseln. Weitere Kleinlinge befinden sich in den zwei bis drei Geheimräumen, die wir zunächst finden und dann auch noch meistern müssen. Im gesamten Spiel sind 700 der kleinen Viecher versteckt – die Rettungsaktion wird aber (glücklicherweise) keine zwingende Voraussetzung sein, um den Abspann zu sehen.

Nur wer unterwegs alle Lums einsammelt, hat am Ende des Levels die Chance auf eine Gold-Bewertung.
Darüber hinaus finden sich in jedem der über 50 Levels hunderte sogenannte Lums, kleine goldene Tierchen. Am Ende jedes Abschnitts erhalten wir abhängig von der Anzahl der gesammelten Lums eine Bronze-, Silber- oder Gold-Bewertung. Die wiederum gibt Punkte, die uns im „Genialitätslevel“ steigen lässt, das im Grunde einem Rang entspricht, aber keine weiteren Vorteile mit sich bringt. Wie die zu befreienden Kleinlinge wird hier vor allem ein Wiederspielwert geschaffen – und tatsächlich funktioniert das System: Mehrmals starteten wir Levels neu, weil wir nur wenige Lums an der Goldwertung scheiterten.

Fantastische Musiklevels
Neben den normalen Hüpfabschnitten werden wir regelmäßig zu kleineren Challenges herausgefordert. So laufen wir etwa einen gerade gemeisterten, aber mit neuen Gefahren gespickten Level unter Zeitdruck zurück. Schaffen wir das in maximal 40 Sekunden, retten wir drei Kleinlinge, bei 50 Sekunden zwei, und um wenigstens einen zu befreien, müssen wir den Parcours in maximal einer Minute schaffen. Unserer Erfahrung nach ist aber weniger die Zeit das Problem als viel mehr das eigentliche Erreichen des Ausgangs – denn nur wer den richtigen Weg durch die Gegnermassen und über die Abgründe hinweg findet, wird das schaffen. Die Lernkurve in Rayman Legends ist steil, besonders in den Challenges ist eine gewisse Frustresistenz nötig. Hier liegt aber auch eine der großen Stärken des Titels, denn immer waren wir motiviert, sofort nach dem Scheitern einen neuen Anlauf zu wagen. Denn Fehler waren immer unser eigenes Verschulden, und nicht etwa das des Leveldesigns oder der Steuerung.
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Mit der Zeit hasteten wir immer flüssiger durch die Levels, wobei ein gewisses Auswendiglernen der Abschnitte vorausgesetzt wird. Unfair wurde das Spiel in unserer Preview-Version nie, und nach Rayman Origins sind wir hier auch für die final fertige Version im nächsten Monat guter Dinge. Darüber hinaus verrät die Anzahl der Totenköpfe unter einem Gemälde die Schwierigkeit des Levels, sodass wir schon vorher wissen, worauf wir uns einlassen.

Eine Neuerung und unser sofortiges Highlight sind die Musiklevels, in denen wir von den Klängen bekannter Musikstücke begleitet werden – als Beispiel sei hier Eye of the Tiger genannt. Im Vollsprint jagen wir, verfolgt von einer Feuerwand, durch den mörderischen Parcours. Allerdings sind Sprünge sowie weitere Elemente wie Seile, an denen wir hinunterrutschen, perfekt auf Melodie und Rhythmus abgestimmt. Wer also nur minimal Taktgefühl beweist, erhält durch die Musik im Hintergrund eine wertvolle Hilfe. Geraten wir dennoch mal aus dem Rhythmus, steigen wir – anders als bei den Time-Challenges – an einem Checkpoint wieder neu ein.
 
Die Musiklevels sind das Highlight des Spiels. Hier hilft es, den Rhythmus der Musik zum Timing der Sprünge zu nutzen.
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