Outriders

Outriders Preview+

Lasst Gegner platzen wie Loot-Piñatas

Hagen Gehritz / 13. Februar 2020 - 21:30 — vor 20 Wochen aktualisiert
Steckbrief
AndroidPCPS4PS5XOneXbox X
Action
ab 18
18
People Can Fly
Square Enix
01.04.2021
Link
Amazon (€): 43,95 (), 32,95 (), 34,99 (), 37,95 (), 69,99 ()

Teaser

Die Macher von Painkiller melden sich mit einem umfangreichen Koop-RPG-Shooter zurück! In einer dreckigen SF-Welt erledigten wir Gegnerscharen im Wechsel mit Kugeln und übersinnlichen Fähigkeiten.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Entwickler People Can Fly (Bulletstorm, Painkiller) hatte nach Warschau zur allerersten Anspiel-Session mit ihrem Titel Outriders geladen. Das polnische Studio nennt sein neues Baby gerne einen Koop-RPG-Shooter. Rollenspiel-Elemente sind dabei Stufenaufstiege des Avatars inklusive kleinteiligem (und zurücksetzbaren) Skilltree, sowie viel Ausrüstung und Waffen mit Schadenswerten in bester Loot-Shooter-Tradition. Doch auch auf die Story und Dialoge habe man viel Wert gelegt. Spielmechanisch fühlt sich Outriders aber besonders wegen seines Gameplay-Kniffs an: Ein schon für sich spaßiges Deckungs-Shooter-Gunplay wird mit effektvollen Skills kombiniert, die sehr flott aufladen und am laufenden Band eingesetzt werden.

Die Prämisse des Dark-Science-Fiction-Plots: Zu Beginn landete ich mit meinem erstellten Outrider auf dem Planeten Enoch, der eine potentielle neue Heimat für euer Kolonieschiff ist, dass die verwüstete Erde verlassen hat. Enoch scheint zunächst friedlich, der Prolog lässt sich angenehm viel Zeit für die Figuren und gibt auch dem Avatar etwas Kontur. Dann stolpere ich über ein mysteriöses Signal, das in Verbindung mit einer Kraft steht, die einfach "Anomalie" genannt wird. Ein mysteriöser Sturm bricht los, der Menschen bei Berührung auflöst. Bald bricht auch Gewalt aus. Wegen einer schweren Verwundung liegt mein Outrider 31 Jahre im Kälteschlaf. Die chaotische Welt, die er bei seinem Erwachen vorfindet, lässt ein wenig an die Mad Max-Filme denken.
Die wuchtigen Skill-Angriffe sind eine der Besonderheiten von Outriders.


Welche Superkraft darf es sein?

Erst nach dem Zeitsprung entscheide ich mich für eine von drei Klassen in der Event-Demo: Devastators hauen mit Erdattacken im Nahkampf rein, Pyromancer zündeln auf mittlere Distanz und Trickster verdrehen die Raumzeit, um aus der Nähe zuzuschlagen und dann direkt wieder zu verschwinden. Im fertigen Spiel wird es noch eine vierte Klasse geben, die noch nicht enthüllt wurde. Die mächtigen Kräfte einzusetzen macht Spaß – auch wegen der durchaus drastischen Folgen für die Körper meiner Feinde. Die Art der verfügbaren Skills für eine Klasse und daran angepasste Heil-Mechaniken (der Devastator heilt sich etwa mit angerichtetem Nahkampf-Schaden) sorgen für etwas Varianz im Spiel mit unterschiedlichen Klassen.

Aber auch das Gunplay an sich weiß zu gefallen. Wie in Loot-Shootern üblich, nagen meine Waffen mit ihrem Schadenswert erst mal ein wenig am Gesundheitsbalken, ehe der Exitus eintritt. Aber auch das geht in Outriders mit übertriebenem Blutvergießen einher. Im Prolog fand ich etwa eine Waffe, die Gegner beim Tod platzen ließ – was umstehenden Feinde auch noch schadete! Doch auch das Handling unterschiedlicher Waffentypen fühlte sich angenehm an. Hier scheint die Shooter-Expertise von People Can Fly durch. Es sind hier auch kleine Details, die mir gefallen: Mit einem Revolver schießt mein Outrider aus der Hüfte schon Western-mäßig.
Ich habe eventuell mit Revolvern das Zielen etwas vernachlässigt, weil ich die Animation beim Schießen aus der Hüfte so mochte.


Auf der Jagd nach dem Signal

People Can Fly betont, dass Outriders nicht dem Game-as-a-Service-Strickschema entsprechen soll. Konkret heißt das für die Polen etwa, dass Outriders eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählen wird. Die dreht sich darum, den Ursprung des Signals zu finden, dass fast alle Technik zerstört hat und die Menschen auf Enoch festhält. Dafür wird eurem Outrider auch ein anpassbares Landefahrzeug zur Verfügung gestellt, dass euch in die verschiedenen Zonen bringt, in die die Spielwelt aufgeteilt ist und als mobile Basis dient. Der Stellenwert der Geschichte wird auch in der schönen Inszenierung der Cutscenes spürbar. Gleichzeitig beißt sich der Koop-Fokus mit der Geschichte. Zumindest meinte ich von der Handlung aus der Event-Demo behalten zu haben, dass eigentlich alle anderen Outriders tot sind.

Bis ans Ende der Story zu gelangen soll mindestens 40 Stunden in Anspruch nehmen. Die Spielzeit ist natürlich nach hinten offen, je nachdem wie oft Spieler gerne Missionen wiederholen, etwa für besseren Loot. Denn nicht nur der Spieler steigt im Level, sondern ich steigere auch die Weltstufen. Ich konnte nahtlos im Spiel zwischen allen der 15 freigeschalteten Weltstufen wechseln, aber die höheren bieten eben die besseren Loot-Chancen.
Die Anführerin Shira lernte ich im Prolog vor dem Zeitsprung als weit weniger abgelebte und verbitterte junge Frau kennen.
 

Bosskampf als etwas zu harte Nuss

Die Gegnerscharen in Outriders ergänzen sich in ihren Angriffsmustern gut, um mich dazu zu bringen, meine Position zu ändern. Etwa wenn sterbende Grenadiere mit dem letzten Atemzug noch eine Granate fallen lassen. Das passt ganz wunderbar zu dem Wechselspiel von aus der Deckung feuern und für vernichtende Skill-Angriffe zu den Gegnern preschen. Alles zusammen sorgt für viel Dynamik in den Gefechten. Doch besonders helle sind die einzelnen Gegner dafür nicht. Richtig Nerven kostete mein Dreier-Team der Boss am Ende der Demo. Der hatte nicht nur mächtige Blitz-Attacken parat, sondern heilte sich auch noch mit einem Manöver, wenn wir es nicht verhinderten. Wir brauchten über eine Viertelstunde, weil wir a) erst lernen mussten, seine Heilung zu vereiteln und b) Nebenaufgaben verpasst haben, die uns Zugang zu merklich stärkeren Waffen gewährt hätten, wie ich später in einem Durchgang mit einer anderen Klasse erkannte. Doch People Can Fly wird bis zum Release im Winter 2020 noch am Balancing feilen.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass ich Outriders für ein sehr schönes Spiel halte. Es erscheint für PC, Next-Gen, aber auch Xbox One und PS4. Es macht also keinen großen grafischen Sprung und nutzt zum Beispiel auch kein Ray-Tracing, doch seine Umgebungen sind wirklich detailliert. Ich bin gerne durch die Hub-Stadt im Stadtgebiet geschlendert und bemerkte, dass sich nach Missionen hier und da andere Szenen in den Straßen und Gängen abspielen. Nach den Naturpanoramen im Prolog zu schließen bin ich guter Dinge, dass mein Outrider mit seinem Landegefährt einige schöne, wenn auch gefährliche Plätze auf Enoch besuchen wird.

Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)

 
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Meinung: Hagen Gehritz

Meine erste Überraschung mit Outriders war der Prolog, der sich eine gewaltfreie halbe Stunde nimmt, um seine Figuren bei ihrer Ankunft in der ansehnlichen Spielwelt einzuführen. Am Ende des Tages sind mein Held und seine Mitstreiter dennoch vor allem coole Sprücheklopfer in einer Sci-Fi-Welt, in der es roh, blutig und dreckig zugeht – was People Can Fly als "erwachsen" versteht.

Ich bin kein großer Freund ausrüstungsbasierter Angriffskraft in Loot-Shootern. Es fühlt sich unbefriedigend an, auf etwas zu ballern und dann tanzen nur Schadenswerte über den Köpfen der Gegner. Genauso ist es auch in Outriders. Meine zweite Überraschung war daher, dass ich trotzdem so einigen Spaß mit Outriders hatte. Das liegt zum einen an den Skills: Es macht Laune, sie zu nutzen und ihre Synergien auszutesten. Um das zu tun, muss ich aber aus der Deckung zu den Gegnern. Es entsteht ein dynamisches Hin und Her. Zum anderen haben mir ehrlicherweise die übertriebenen Gore-Effekte die Gefechte versüßt.

Die einzelnen Gegner sind nicht sehr helle, aber die Angriffsmuster verschiedener Typen sorgen im Zusammenspiel ebenfalls für dynamische Scharmützel. Am besten gefiel mir Outriders im Koop zu zweit oder dritt. Laut People Can Fly soll auch Solisten voll auf ihre Kosten kommen. Ob das zutrifft, wird aber in der Praxis auch von der Güte des Balancing für unterschiedliche Zahlen an Spielern abhängen.
 
OUTRIDERS
Vorläufiges Pro & Contra
  • Mischung von Ballern aus Deckung und tödlichen Skills fördert Dynamik
  • Klassen spielen sich unterschiedlich
  • Schön inszenierte Cutscenes
  • Tolle Grafik
  • Gegner sind blödes Kanonenfutter
  • Gelingt Balancing sowohl im Koop als auch Solo?
  • Koop-Fokus beißt sich etwas mit der Story
Aktuelle Einschätzung
Die Schusswechsel von Outriders überzeugen mit ihrer Vermählung von Deckungs-Shooter-Anteilen im Fernkampf und Heranpreschen für mächtige Skills. Gerade im Koop macht das Ausprobieren und Kombinieren von Skill-Effekten Spaß. Die Gegner sind allerdings wenig gescheit und das Balancing bedarf noch Feinschliff.
Gut
Aktueller Stand
  • Event-Demo
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Hagen Gehritz 13. Februar 2020 - 21:30 — vor 20 Wochen aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 83315 - 13. Februar 2020 - 21:16 #

Viel Spaß mit der Preview!

Goremageddon 15 Kenner - 3723 - 13. Februar 2020 - 23:25 #

Oha! Danke für die, sehr gelungene, Preview! Von dem Titel hatte ich noch gar nichts mitbekommen und...damn. Das sieht gut aus! The Division war ja ganz nett aber mir gefiel die viel zu quitschige Grafik und die extrem nervigen Hud Einblendungen nicht so recht. Spaß hatte ich dennoch einige Stunden damit.

Das geshene von Outriders spricht mich dagegen schon äußerst an. Eine feine Portion Gore, dreckig und eher düster...so mag ich das..zumindest in Spielen ;)

Bin sehr gespannt.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 212476 - 14. Februar 2020 - 0:43 #

Klingt anders als ich es erwartet hätte. Hab erst an PCF gezweifelt, aber vielleicht ists doch ganz spaßig. Danke für die Preview!

McNapp64 19 Megatalent - - 15127 - 14. Februar 2020 - 8:26 #

Wird keine Chance gegen Anthem 2.0 haben.

Hübschi 11 Forenversteher - P - 742 - 14. Februar 2020 - 23:45 #

Wird keine Chance gegen The Division 2 Warlords of New York haben!

Mersar 17 Shapeshifter - P - 6207 - 14. Februar 2020 - 8:39 #

Ein Loot-Shooter mit abgeschlossener Story??? Bitte her damit!

Schade, dass das Veröffentlichungsdatum nicht näher eingegrenzt wurde.

direx 22 Motivator - - 31704 - 14. Februar 2020 - 10:15 #

Das sieht eigenttlich so aus, als könnte mir das gefallen. Aber wenn ich schon wieder "Kugelschwämme" höre, dann bin ich dann doch erst mal vorsichtig. Auf ein zweites "The Division" kann ich nämlich verzichten ...

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15832 - 14. Februar 2020 - 11:49 #

Yay, ich freu mich schon drauf. Bisher mochte ich alles von PCF sehr gerne. Hab erst letztens wieder Bulletstorm durchgespielt. Herrliches Spiel.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 434724 - 14. Februar 2020 - 11:52 #

Ich stehe eigentlich nicht so auf Koop-Shooter oder überhaupt Online-Shooter, aber irgendwie finde ich die Grafik ziemlich ansprechend. So irgendwie "Erster Weltkrieg trifft auf Apokalypse".

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26740 - 14. Februar 2020 - 13:42 #

Und ich dachte immer, der erste Weltkrieg war eine Apokalypse. Aber ja, ich weiß, was du meinst.

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 16. Februar 2020 - 15:39 #

Aus den von dir genannten Gründen werde ich es auch nicht spielen, aber die Grafik hat echt was. :)

Inso 18 Doppel-Voter - - 9300 - 14. Februar 2020 - 13:01 #

Schade das heute viele Shooter auf die 3rd Person Ansicht setzen, 1st finde ich persönlich deutlich immersiver..

SupArai 24 Trolljäger - P - 48133 - 14. Februar 2020 - 13:07 #

Ich mache für mich einen Unterschied zwischen Konsole und PC: Auf der Playstation komme ich mit Third-Person-Sicht gut zurecht, wohingegen ich auf dem PC die Egosicht bevorzuge.

Outsiders sieht nach durchdachtem Trash aus, könnte mir gefallen! :-)

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 55614 - 14. Februar 2020 - 15:05 #

Eine schöne Story, schicke Grafik, ein Kampfsystem das Spaß macht; das könnte was werden.

rammmses 21 AAA-Gamer - - 27509 - 14. Februar 2020 - 15:09 #

Haut mich jetzt nicht um. Wie viele Spiele dieser Art verträgt denn der Markt? Sehe hier einfach keinen USP.

Goremageddon 15 Kenner - 3723 - 15. Februar 2020 - 20:19 #

Naja alles andere in dem Segment spricht mich nicht an bzw turnt mich vom Setting und/oder der graf. Inszenierung ab. The Division ist das "kleinere Übel" und wird daher von mir, durchaus mit Spaß dabei, gespielt.

Outriders scheint erstmal all das was mich bei den anderen Vertretern stört besser zu machen, sofern man das jetzt schon beurteilen kann.
Setting und Inszenierung gefallen und stechen gegen die Konkurrenz klar heraus. Sofern meine Frau und ich nicht die Einzigen sind denen das so geht sehe ich da schon eine Zielgruppe die bereit ist von der Konkurrenz zu diesem Titel zu wechseln. Man wird sehen.