No Rest for the Wicked (Early Access)

No Rest for the Wicked (Early Access) Preview+

Vielversprechend und unverschämt

Benjamin Braun / 22. April 2024 - 17:43 — vor 3 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PCPS5Xbox X
Action-RPG
Moon Studios
Private Division
18.04.2024
Link

Teaser

Nach den sehr guten Ori-Spielen wundert der Hype um das neue Spiel der Moon Studios nicht. Aber damit ist auch die Fallhöhe zum Early-Access-Start des neuen Action-Adventures des Studios groß.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Wenn es immer so laufen würde wie bei Larians Baldur's Gate 3, dann würden wohl wesentlich mehr Spieler bereits zum Release einer Early-Access-Version zugreifen. Dummerweise ist das Ergebnis nicht immer so gut wie bei den Belgiern, und manch ein Titel hängt schon seit Jahren in der Early-Access-Schleife – mit ungewissem Ausgang. Mit ihrem Action-Rollenspiel No Rest for the Wicked beschreiten die Moon Studios, die 2015 mit Ori and the Blind Forest (im Test: Note 9.0) ein famoses Debüt hinlegten, nun ebenfalls den Early-Access-Pfad. Trotz der vorherigen Erfolge und obwohl mit Private Division ein finanzstarkes Publishing-Label von Take-Two Interactive hinter dem Titel steht.

Ob dieser Weg nun grundsätzlich gut oder schlecht, richtig oder falsch ist, das soll in dieser Preview keine Rolle spielen. Wohl aber die Frage danach, ob es sich lohnt, bereits jetzt zuzuschlagen, oder ihr doch besser noch abwarten solltet. Die Kurzfassung: wartet noch! Das mag nun erstmal abschreckend klingen, aber die Chancen für eine zukünftige Kaufempfehlung stehen gar nicht schlecht, wenn die Entwickler insbesondere in einem Bereich noch entscheidend nachbessern...
Bereits besiegte Gegner wie dieser Ritter respawnen nicht sofort, wenn ihr sterbt. Ihr könnt also förmlich einen Feind nach dem anderen erledigen, um jeden neuen Versuch leichter zu machen. Auch eure bis dahin verdienten EXP bleiben beim Tod erhalten.
 

Klassenlos und unförmig

Die Handlung von No Rest for the Wicked versetzt euch auf die Isola Sacra, eine mittelalterlich anmutende Fantasy-Welt. Ihr selbst seid ein Cerim, was erst mal mysteriös klingt. Aber die heiligen (und sonderbar unförmigen, da die Unterarme so groß wie der Kopf wirken) Kriegerinnen und Krieger jener Kaste sind am Ende schlicht klassenlose Helden, die am Ende die Welt retten. Einerseits vor einer schlicht Pestilenz genannten Seuche, die die Lande mit Monstern flutet, aber auch vor anderen finsteren Kräften. Denn nach dem Tod des Königs steht dessen Sohn Magnus kurz davor, das Herrscherzepter zu übernehmen und ich sage es mal so: Der sieht wohl nicht ganz zufällig so aus wie der Zwillingsbruder von Charakter Ramsay Bolton aus Game of Thrones. Hinzu kommt die Inquisitorin Madrigal, die sich im Kampf gegen die Pestilenz zwar beweisen will, aber am Ende doch vor allem nach Macht strebt.

 
Mit Werkzeugen baut ihr verschiedene Ressourcen ab wie hier Holz mit einer Axt.
Erzählerisch ist das jetzt vielleicht nicht außergewöhnlich, atmosphärisch zündet No Rest for the Wicked aber. Besonders zum einen dadurch, dass die Moon Studios gerade die zentralen Figuren genau im richtigen Maße, aber eben nicht darüber hinaus klischeehafte Züge geben. Zum anderen sind die Dialogtexte gut geschrieben und hochwertig auf Englisch vertont. Das gilt sogar für die optionalen Dialoge, die ich freiwillig anhöre und die zu weit mehr taugen als das erzählerische "Hintergrundrauschen" in zumindest visuell recht ähnlichen ARPGs wie Diablo.

Überhaupt ist der Sound-Bereich eine der größten Stärken, denn auch die wuchtigen Effekte im Kampf machen die duellartigen Begegnungen intensiver, als sie es ohnehin schon wären. Der Grafikstil wiederum gefällt mir gut. Vom künstlerischen Aspekt und den Animationen einmal abgesehen, ist die Qualität aber nicht herausragend. Wesentlich schlechter als in Diablo gelöst ist zudem die Art, in der Umgebungsobjekte teilweise oder ganz ausgeblendet werden. Denn in No Rest for the Wicked erhöht das verwendete System oft nicht die Übersicht, sondern erschwert sie zusätzlich. Richtig ärgerlich ist aber die aktuelle Performance, von denen laut den Spielerberichten auch Leute betroffen sind, die anders als ich sehr aktuelle, leistungsstarke Hardware in ihren PCs verbaut haben. Das sieht nicht nur unschön aus, es wirkt sich auch negativ aufs Gameplay aus.
Die einzelnen "Duelle" sind tendenziell etwas schwieriger als etwa in Dark Souls – bislang eher bei manchen der normalen Gegner und weniger bei diesem ersten Boss. Das liegt aber nicht zuletzt auch an den aktuell noch vorhandenen Performance-Problemen.


Dark Souls in anders

Spielmechanisch hat No Rest for the Wicked mehr als nur Kämpfe zu bieten. Denn an nicht zu hohen Kanten könnt ihr euch hochziehen, an Ranken hochklettern und ihr müsst auch mal Passagen bewältigen, die eher an einen Plattformer als an ein Action-Rollenspiel erinnern. Das wird gerne auch mit kleinen Rätseln kombiniert, bei denen ihr Plattformen passend ausrichten müsst, um eine optionale Schatztruhe zu erreichen oder auch um näher an den Wegpunkt der aktuellen Hauptquest zu gelangen. Eine Karte ist vorhanden, beim Finden des Wegs zum markierten Ort hilft euch No Rest for the Wicked jedoch allenfalls in Ansätzen.

 
Das klassenlose Charaktersystem, lässt euch alle Optionen. Langfristig müsst ihr euch aber dennoch spezialisieren.
Die Kämpfe selbst funktionieren in Teilen ziemlich ähnlich wie in Soulslikes. Die knappe Ausdauer spielt entsprechend eine besonders wichtige Rolle bei Angriffen und Ausweichsprüngen. Nur die angelegte Ausrüstung bestimmt über eure Belastungsstufe, also wie "leichtfüßig" ihr euch bewegt. Zumindest zwischen den einzelnen Waffenkategorien spürt ihr deutlich die Unterschiede bei Gewicht und Größe, wobei gerade so ein langsamer, aber auch heftiger Hieb mit einem Zweihänder schon Laune macht. Leichte Attacken, aufgeladene Schläge, Blocks oder Paraden, das alles funktioniert quasi genauso, nur dass ihr all das hier eben aus der Iso-Perspektive anwenden müsst. Anders ist, dass ihr euch zwar stark individualisieren könnt, aber weniger stark spezialisieren müsst. Jede Waffe und manche anderen Teile könnt ihr nämlich mit Runen versehen, die etwa das Werfen eines Feuerballs oder auch eine besonders starke Wirbelattacke auslösen können. Voraussetzung dafür ist ausreichend Fokusenergie, die hier sowohl als Mana-Ersatz und als Spezialenergieleiste dient. Aufgeladen wird sie durch erfolgreiche Angriffe.

Die Schwierigkeit der Kämpfe an sich würde ich sogar etwas höher einstufen als in Dark Souls. Allerdings sorgen andere Funktionen für eine Erleichterung, die den spielerischen Anspruch im Kampf in etwa auf dasselbe Niveau bringen. So respawnen die Gegner nicht automatisch, wenn ihr sterbt, sondern erst nach einer im Regelfall deutlich größeren Zeitspanne. Zudem verliert ihr beim Ableben weder EXP, noch gesammelte Münzen. Nur, verwendete Verbrauchsobjekte sind futsch, zudem verliert ihr beim Tod bereits aufgeladene Fokusenergie und eure Waffen nehmen (leichten) Schaden. Im Endeffekt könnt ihr hier aber eben Gegner ohne Nachteil Stück für Stück ausschalten. Gerade bei besonders kniffligeren Auseinandersetzungen mit mehreren Gegnern hilft es natürlich besonders, wenigstens einen davon zu entsorgen, um es beim nächsten Versuch leichter zu haben.
Feindgruppen nach und nach zu dezimieren, ist besonders knifflig – nicht nur im Guten: Unter anderem ist die Art, wie die umgebungsverdeckende Objekte ausgeblendet werden, schlecht umgesetzt und hilft euch so teils nicht.
 

Bei Gesundheit bleiben

Durch dieses System ohne direkten Respawn der Feinde beim zwischenzeitlichen Pixeltod fehlt natürlich die Möglichkeit zum einfachen Level-Grinding wie in Dark Souls und Konsorten beziehungsweise sind eure Optionen dafür stark eingeschränkt. Grindingmöglichkeiten, oder hier eigentlich eher -zwänge, ergeben sich dafür in einem anderen Bereich. Denn Rasten im Soulslike-Sinne könnt ihr nicht. Verlorene Trefferpunkte müsst ihr in No Rest for the Wicked entsprechend stets mit direkt verzehrbaren Lebensmitteln wie Äpfeln oder (wesentlich effektiver und gerne mit temporären Buffs verknüpft) durch am Lagerfeuer zubereitete Mahlzeiten wieder auffüllen. Der Lebensbalken füllt sich zwar auch beim Respawn nach einem Tod, das Ableben schädigt aber eure Waffen, sodass ihr mittelfristig Geld braucht, um den Schmied für die Reparatur bezahlen zu können.

Auch um längerfristig Nachschub an Zutaten für die Lebensmittel zu haben, braucht ihr am Ende auch vor allem Geld, da Pflanzen oder auch die per Angel fangbaren Fische im aktuellen Gebiet relativ schnell für einige Zeit erschöpft sind. Nachschub an Geld gibt es auch genug, da bereits geplünderte Schatztruhen nach einiger Zeit wieder befüllt sind oder Orbs erscheinen, die vor allem Kohle in kleineren Mengen bringen. Die gewählte Lösung ergibt mit Blick auf die Spielbalance, die mir insgesamt besser gefällt als in den meisten Titeln von From Software, durchaus Sinn. Momentan ist aber die Rückkehr in bereits "erledigte" Gebiete für Kleingeld-Sammelarbeit, um Zutaten beim Händler kaufen zu können, allerdings langweiliger, als in Schleifen Gegner zu meucheln. Wie sehr die offenbar von Animal Crossing inspirierte Möglichkeit, Pflanzen im eigenen Schrebergarten für diesen Zweck anbauen zu können, diese Nervigkeit zumindest einschränkt, vermag ich aktuell noch nicht zu beantworten. Ich fürchte allerdings, dass damit trotzdem mindestens mal lange Laufwege verbunden sind und sich die Ergiebigkeit in Grenzen hält. Denn so schwierig die einzelnen Kämpfe teils auch sein mögen, wer Heilmittel im Überfluss besitzt, hat dann wiederum zu leichtes Spiel.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Hagen Gehritz (GamersGlobal)
 
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Meinung: Benjamin Braun

No Rest for the Wicked hat mich atmosphärisch abgeholt und mit seiner Mischung aus Diablo, Dark Souls, anderen Action-RPGs sowie Titeln völlig anderer Genres bislang auch spielerisch gut unterhalten. Trotz aller Ähnlichkeiten zu den Vorbildern ist No Rest for the Wicked keine Stangenware! Dass die Macher in einem Text auch innerhalb des Spiels quasi selbst einen kommenden Genre-Meilenstein versprechen, ist aber trotzdem peinlich. Selbstbewusstsein finde ich gut, aber von einem Meilenstein habe ich bislang noch nichts gesehen – auch nicht, wenn ich versuche, die fast schon unverschämten Performance-Probleme auszublenden.
 
No Rest for the Wicked
Vorläufiges Pro & Contra
  • Ansprechendes, teils stark von Dark Souls inspiriertes Kampfsystem
  • Interessante, gut inszenierte Story
  • Sehr gute Soundkulisse (Effekte, Sprachausgabe und Musik)
  • Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen bringen Abwechslung in den kampflastigen Alltag
  • Sehr unsaubere Performance
  • Noch viele Bugs, inklusive Gamebreakern
  • Grindingzwänge bei Heilmittelbeschaffung
Aktuelle Einschätzung
Die Moon Studios können auch Action-RPG! Mit seiner Mischung aus Diablo, Dark Souls, aber auch so manchem genrefremden Spiel hinterlässt No Rest for the Wicked einen vielversprechenden Eindruck. Aktuell trüben allerdings insbesondere Performance-Probleme und Bugs das positive Gesamtbild. Im Auge behalten: in jedem Fall! Jetzt schon kaufen: eher nein.
Befriedigend
Aktueller Stand
  • Early Access
Benjamin Braun 22. April 2024 - 17:43 — vor 3 Wochen aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 177996 - 22. April 2024 - 17:52 #

Viel Spaß mit Benjamins Video und Text!

Toxoplasmaa 22 Motivator - - 31011 - 22. April 2024 - 18:04 #

Das Spiel gefällt mir von der Aufmachung her sehr gut. Der Art-Style hat mich auch abgeholt. Leider schrecken mich die Dark Souls Anleihen sehr ab. Da würde ich maximal erstmal eine Demo testen wollen.

Danke für die ausführliche Preview!

Flooraimer 15 Kenner - P - 3750 - 22. April 2024 - 18:34 #

Vielen Dank für deine Einschätzung, und die klaren Worte zum aktuellem Zustand des Spiels. Definitiv ein Titel für die Wishlist.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43064 - 22. April 2024 - 19:04 #

Es reicht anscheinend, wenn ich dann das fertige Spiel genauer anschaue.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 75670 - 22. April 2024 - 19:20 #

Was ich bisher so vom Spiel gesehen hab, fand ich super. :) Dass ich es schon im EA kaufe, war für mich ohnehin nie eine Option. Sie sollen es erstmal schön fertigmachen und dann schlag ich sicher zu. ;)

Gedracon 19 Megatalent - - 19595 - 22. April 2024 - 20:31 #

Ich lass es reifen und schau im weiteren Verlauf oder beim Release was draus geworden ist.
Das Spiel vom Design her spricht mich an, aber was mittlerweile alles als EA vor die Tür gekehrt wird, egal in was für nem Zustand, ist ätzend.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 161913 - 22. April 2024 - 21:27 #

Sieht interessant aus. Bin auf die finale Fassung gespannt.

Holzkerbe 13 Koop-Gamer - - 1736 - 22. April 2024 - 21:42 #

Nach bislang 5,5 Stunden im Spiel und dem ersten, gelegten Boss kann ich das Spiel nur wärmstens empfehlen. Habe seit Ankündigung darauf gewartet und wurde bislang nicht enttäuscht. Die Grafik und Animationen sind erstklassig, das Gameplay direkt und mit wuchtigem Trefferfeedback. Die Map ist clever gestaltet, bietet freischaltbare Abkürzungen und viel für Entdecker abseits des Hauptwegs. Bugs oder Abstürze habe ich bisher nicht erlebt. Zudem läuft das Spiel bei mir durchweg flüssig (i5-14600KF, 4070 Super).

Lorin 17 Shapeshifter - P - 8502 - 22. April 2024 - 22:14 #

Wenn das in die Souls-Richtung geht ist es wohl eher nicht so meins. Ab und an schwere Sequenzen in Ori kann ich verkraften, aber ein ganzes Spiel- und Kampfsystem auf höchstem Schwierigkeitsgrad ist mir zu hart.
Aber mal sehen was bis zum Release noch daraus wird.

floppi 24 Trolljäger - P - 52646 - 23. April 2024 - 2:43 #

Habe knapp 2 Stunden gespielt. Weiß nicht so ganz was ich davon halten soll. Einerseits mag ich den Artstyle und die grundsätzliche Idee, andererseits halte ich die Gegner für schwer lesbar und mir misfallen die ganzen Sammel-/Grind-/Rumlaufaufgaben durch das begrenzte Inventar.

Und ich brauche in so einem Spiel auch keine täglichen und wöchentlichen Aufgaben, sonst würde ich ein MMO spielen. Und Gebäude die in Echtzeitstunden gebaut werden passen auch eher in ein Browser-F2P.

andima 16 Übertalent - P - 5287 - 23. April 2024 - 8:12 #

"Die Schwierigkeit der Kämpfe an sich würde ich sogar etwas höher einstufen als in Dark Souls."

Wenn das schon Benjamin sagt - da bin ich raus...

Holzkerbe 13 Koop-Gamer - - 1736 - 23. April 2024 - 16:47 #

Meines Erachtens sind die Gegner in Dark Souls wesentlich herausfordernder. Normale Mobs waren für mich in No Rest for the Wicked kein Problem, beim ersten Boss habe ich drei Anläufe gebraucht.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440917 - 24. April 2024 - 14:53 #

Und wie war das im Vergleich zu Dark Souls? Also ich habe beim ersten Mal Dark Souls den ersten Boss mit dem Schwertknauf fast getötet. Beim anfänglichen Fußvolk (meine jetzt primär den Prolog) bin ich nicht einmal gestorben. Nur an der Stelle, wo der Typ die Kugel oder was die Treppe runterstößt.

Aber ja, der erste Boss in No Rest for the Wicked ist im Vergleich zu den normalen Gegnern leicht. Leichter als die ersten Bosse in der Souls-Reihe, die man besiegen muss? Eher ja, allerdings kommt der in No Rest for the Wicked ja vergleichsweise spät.

Holzkerbe 13 Koop-Gamer - - 1736 - 27. April 2024 - 14:14 #

Ich habe Dark Souls (nur den ersten Teil gespielt) als mitunter deutlich schwieriger empfunden als das, was ich bislang in No Rest for the Wicked erlebt habe. Finde deinen Artikel gelungen und gehe mit dem meisten d'Accord, doch deine Kaufwarnung kann ich absolut nicht nachvollziehen. Zumal zwischenzeitlich bereits fünf Hotfixes erschienen sind, das in nur einer Woche. Einem Early Access-Titel zudem Performance-Probleme und Bugs anzukreiden halte ich für mindestens problematisch. Schließlich ist von diesen Dingen auszugehen, wenn man den Early Access mitgeht. Davor warnen übrigens auch die meisten Devs, zuletzt so gesehen bei Nightingale oder eben No Rest for the Wicked.

Auf meinem PC (i5-14600, RTX 4070 Super) läuft das Spiel bislang auf höchsten Einstellungen butterweich (ca. 75 - 120 fps). Interessant finde ich übrigens auch, dass deine Screenshots so überaus dunkel sind - sieht nach "Crushed Blacks" aus, also einem fehlerhaft konfigurierten Farbraum (Full/Limited RGB etc.). Bei mir ist das gesamte Bild wesentlich heller, ausgewogener und ohne solche tiefschwarzen Kontraste - und das auf einem OLED ;o)

floppi 24 Trolljäger - P - 52646 - 27. April 2024 - 17:25 #

Das wird noch vor den Hotfixes gewesen sein, da gab es Probleme mit einem viel zu dunklem HDR-Modus. Musste auch umstellen auf SDR weils zu dunkel war.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440917 - 29. April 2024 - 14:52 #

Jetzt mal abgesehen davon, dass sich die "Kaufwarnung", viel eher ist es ja eine "seid erst mal zurückhaltend"-Aussage, eben primär darauf bezieht, dass die Wahrscheinlichkeit selbst mit guter Hardware nicht klein ist, dass das Ding nicht gut läuft, sprechen fünf "Hotfixes" innerhalb einer Woche ja eben gerade nicht dafür, dass das Spiel zu dem Zeitpunkt, an dem ich es gespielt habe, bereits in einem Zustand war, der angemessen wäre. Dass die Moon Studios sich sehr bemühen, bestreite ich ja nicht. Aber, was auch immer die Hotfixes in der Breite gebracht haben mögen: falls die was nennenswert Positives bewirkt haben, wären diese Verbesserungen auch schon zum Start am 18.4. möglich gewesen. Der Termin war lange geplant, und wenn es hätte sein müssen, hätte man es halt noch mal eine Woche nach hinten schieben sollen.

Bugs oder noch nicht fertige Dinge sind für eine Early-Access-Version normal. Aber Käufer zu Bug-Testern zu machen, ist in jedem Fall ein falsches Verständnis davon, was eine Early-Access-Phase positiv bewirken soll. Beginne den Text nicht zufällig mit einem Larian-Vergleich. Da diente die EA-Phase klar einem anderen Zweck, nämlich vor allem dem, Mechaniken und anderes grundsätzliches Inhaltliches zu verbessern und nicht dem, die EA-Käufer zum Versuchskaninchen zu machen.

Ob das Spiel bei dir tatsächlich oder vielleicht auch nur gefühlt rund lief, ist indes für die Preview irrelevant. Denn Einzelfälle haben nur anekdotischen Charakter. Ich hätte das auch nicht so ausführlich thematisiert, wenn nur ich davon betroffen gewesen wäre, eben weil der technische Zustand auf meinem System allein nur bedingt relevant ist (auf hardwaretechnisch mehr oder minder einheitlichen Spielekonsolen sähe das natürlich schon anders aus). Aber es war ein flächendeckendes Problem (oder ist es noch), wie die Kommentare oder Bewertungen auf Steam beweisen. In jedem Fall war es keines, das nur einen Bruchteil der Käufer betrifft oder zum Preview-Zeitpunkt betroffen hat. Mögen andere ignorieren. Aber wenn ich das weiß, tue ich das nicht.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440917 - 24. April 2024 - 11:51 #

Die Betonung liegt auf "an sich". Wie beschrieben, wird das durch verschiedene andere Faktoren ja massiv relativiert (kein direkter Respawn, kein Verlust beim Tod usw.). Ändert aber nichts daran, dass die normalen Gegner hier separat betrachtet schwieriger kleinzukriegen sind. Nur macht es das Spiel ja nicht schwieriger, wenn ich aus einer Dreiergruppe zwar nur einen erledige, dann aber ohne (nennenswerten) Verlust respawne und es dann nur noch mit zwei Gegner zu tun habe. Noch mal dasselbe: nur noch einer. Abermals: alle weg. Ist halt am Ende völlig anders.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40440 - 24. April 2024 - 19:48 #

Ich mag den Style und die Cutscenes sehen gut aus. Aber ich befürchte da ist mir zuviel Dark Souls mit eingeflossen.

DarkVamp 12 Trollwächter - 1166 - 24. April 2024 - 20:34 #

Wahnsinn wir bei dem Spiel die Meinungen wohl auseinander gehen. Die internationale Presse war erheblich mehr angetan und lobte die frühe anspielbare Version in den Himmel.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440917 - 25. April 2024 - 10:06 #

Ich habe (noch) nicht in so viele andere Spielberichte reingeschaut, aber, was ja nicht heißen soll, dass das bei weniger positiven Artikeln anders sei, wenn Vorschauen in Richtung "in den Himmel loben" gehen, ist Skepsis angesagt. Dass das Spiel eher spaltet, ist eher ein gutes Zeichen, denn das deutet ja an, dass auch das finale Produkt zwar vielleicht nicht der Masse, aber dafür einem Teil der Genre-Fans besonders gut gefallen könnte. Es ist aber eben auch genau deshalb kein Zufall, dass Private Division erst nach der Veröffentlichung der Early-Access-Version Zugänge rausgegeben hat. Denen war vorher schon klar, dass das Spiel auf ein gespaltenes Echo stoßen wird.

Ganon 27 Spiele-Experte - - 84065 - 29. April 2024 - 22:35 #

Der Grafikstil vor allem in den Zwischensequenzen ist echt schick. Aber da ich weder Diablo noch Dark Souls mag, ist das Spiel wohl nichts für mich.