Raser versus Ordnungshüter

Need for Speed - Rivals Preview

Die Polizei gehört zu Need for Speed einfach dazu, das war eigentlich schon immer so. Doch Ghost Games will im neuesten Teil die Verfolgungsjagden "aufregend machen wie nie zuvor" – und lässt euch als Cop oder Raser spielen. Wir verraten euch, ob uns beim Fahren einer Vorversion wirklich Schweißperlen auf die Stirn getrieben wurden.
BiGLo0seR 19. Oktober 2013 - 22:29 — vor 5 Jahren aktualisiert
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In einem Aston Martin streifen wir als Undercover-Polizist durch die Straßen von Need for Speed - Rivals. Wir wollen gerade eine kleine Pause einlegen und die traumhafte Winterlandschaft genießen, als fünf Raser an uns vorbeiflitzen – ganz klar ein illegales Straßenrennen! Also heften wir uns an ihre Stoßstangen, aber lassen die Sirene noch aus, damit sie vorerst keinen Verdacht schöpfen. Als der richtige Moment gekommen ist, aktivieren wir das Blaulicht, und die Verfolgung beginnt. Per Funk bitten wir unsere Kollegen automatisch um Hilfe, während wir einen Raser gegen die Leitplanke schmettern. Nach einem gekonnten Drift in der folgenden Kurve trifft die erste Verstärkung ein – und behindert sich zuerst mal gegenseitig. Uns ist das egal, wir räumen das Fahrerfeld von hinten sprichwörtlich auf, was leider einige Spuren an unserem schicken Fahrzeug hinterlässt.

Als wir alle bis auf einen Raser hinter uns gelassen haben, werfen wir Krähenfüße aus; den Rest überlassen wir den werten Kollegen. Wir heften uns lieber an die Fersen des letzten Gaspedal-Durchdrückers und können ihn endlich perfekt rammen. Doch damit hat er gerechnet und setzt seine EMP-Apparatur ein. Wir verlieren kurzzeitig die Kontrolle über unseren Boliden und kollidieren frontal mit dem Gegenverkehr. Der resultierende Crash sieht zwar spektakulär aus, kann uns aber nicht viel anhaben. Bis wir jedoch wieder zurück auf der Straße sind, ist der Bleifuß über alle Berge. Das ist jedoch halb so schlimm, denn der nächste kommt bestimmt! Wir fahren also zu unserem Versteck, um die verdienten Speed Points unserem Konto gutzuschreiben.
 
So in etwa läuft ein typischer Arbeitstag eines Ordnungshüters im neuesten Ableger der langjährigen Rennspiel-Serie Need for Speed aus. In München konnten wir Need for Speed - Rivals ausführlich auf PC und Playstation 4 anspielen.
Fahrspaß auf 256 km2
Die Spielwelt ist sehr groß und abwechslungsreich.
In Need for Speed - Rivals steht euch eine ungefähr 256 Quadratkilometer große offene Welt zur Verfügung. Das Streckennetz soll sich auf circa 161 Kilometer belaufen. Darauf könnt ihr euch nach Lust und Laune austoben und gemütlich durch die Gegend cruisen, waghalsige Sprünge vollführen, Abkürzungen entdecken oder unterschiedliche Rennen starten. Die Straßen sind selbst in den Bergen angenehm breit, sodass ihr eure PS-starken Karossen ans Limit treiben könnt und trotzdem nicht sofort von der Strecke fliegt. Der volle Fahrspaß entfaltet sich aber erst auf den dreispurigen Highways. Lediglich auf den Gegenverkehr solltet ihr Acht geben, da es sonst schneller kracht, als ihr "Brems!" rufen könnt.
 
So beeindruckend die nackten Zahlen klingen mögen; wir hatten schnell das Gefühl immer wieder an denselben Ecken vorbeizukommen. Aber nicht, weil die Spielwelt überall gleich aussieht. Im Gegenteil: Auf euren Fahrten durchquert ihr unterschiedliche Gebirge, mal mit, mal ohne Schnee, Wälder und Städte. Vielmehr braust ihr wirklich immer wieder an den gleichen Stellen vorbei, denn bei Lichte betrachtet sind 256 Quadratkilometer gar nicht so viel, sondern nur (als Beispiel) ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 16 Kilometer. Und da ihr selten unter 100 km/h abbremsen werdet, fliegt die Spielwelt nur so an euch vorbei – uns das erwähnte Streckennetz von 161km ist zumindest theoretisch in maximal anderthalb Stunden in seiner Gänze abgefahren. Ob das auf lange Sicht nicht zu eintönig wird, muss der Test zeigen.
 
Dank der guten Steuerung per Gamepad und dem tollen Geschwindigkeitsgefühl bereitet das Fahren und Erkunden der Spielwelt trotzdem viel Freude. Als nach kurzer Eingewöhnung die Umgebung an uns wie in einem Traum vorbeiraste und wir halsbrecherische Nitro-Manöver und perfekte Drifts aneinanderreihten, wollten wir wie im Rausch weiterfahren. Die Steuerung ist mit ihrem angenehm arcadigen Stil genau darauf ausgelegt. Ebenso verhält es sich mit der Fahrphysik, die sich um Realismus bis zu einem gewissen Grad nicht weiter schert. Doch genau das erwarten wir auch von einem Arcade-Racer wie Need for Speed Rivals.
Raser und Ordnungshüter bekämpfen sich in Need for Speed mit allen Mitteln. Hier ist die staatliche Gewalt elektrisch aufgeladen, was bei Berührung dem Kontrahenten mehr Schaden zufügt und ihn kurzzeitig stark verlangsamt.

Cop oder Raser, das ist hier die kleine Frage!
Bevor ihr in die weite Welt aufbrecht, wählt ihr in eurem Versteck eine von zwei Karrieren: Entweder ihr macht Stadt und Umgebung als Raser unsicher oder sorgt als Polizist für Recht und Ordnung. Die Entscheidung ist jedoch nicht endgültig: An mehreren Rückzugsorten in der Spielwelt wechselt ihr einfach via Tastendruck zwischen den beiden Seiten. Je nach Karriere unterscheiden sich die in der Spielwelt verteilten Aufgaben und Rennen logischerweise in manchen Punkten. So gilt es als Raser den Cops zu entkommen und unterschiedliche Rennvarianten wie Runden oder Sprints zu absolvieren. Hingegen versucht ihr als Ordnungshüter, Gesetzesbrecher dingfest zu machen. Checkpoint- oder Zeitrennen spielen sich auf beiden Seiten gleich.
 
Indem ihr die Aufgaben bewältigt, steigt ihr in der jeweiligen Karriere im Rang auf. Dadurch schaltet ihr neue Wagen,
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Tuningoptionen und Technologien wie EMP oder Krähenfüße frei. Wir mussten beispielsweise drei Bleifüße schnappen, 700 Meter in der Luft (per Sprungschanzen) zurücklegen und die Bronzemedaille in einem Rennevent erhalten, um einen Aston Martin in der Garage parken zu dürfen. Während für das Tuning und die Technologien mit der Spielwährung "Speed Points" bezahlt, sind die Autos sofort verfügbar. Mit höherem Rang schaltet ihr auf der Karte auch weitere Events frei.
 
Die Speed Points gibt es für jede Aktion im Spiel, egal ob Drift, Sprung oder die Platzierung in einem Rennen. Allerdings haben die Entwickler hier eine Finesse eingebaut. Endgültig gutgeschrieben werden euch die Punkte erst, wenn ihr eines der auf der Karte verteilten Verstecke erreicht. Erleidet ihr davor einen Totalschaden, sind die Punkte verloren – das soll die Spannung erhöhen. Und tatsächlich: Als unser Wagen kurz vor einem Totalschaden steht und von Kontrahenten beackert wird, schwitzen wir Blut und Wasser. Bis wir schnell eine Tankstelle dazu nutzen, den Wagen wieder so gut wie neu zu machen. Sofort danach brechen wir in Richtung Versteck auf. Puh, noch mal gutgegangen!
Autos, wie diesen Porsche, schaltet ihr über Rangaufstiege frei – kaufen müsst ihr sie im Gegensatz zu Tuningteilen nicht.
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