Offen wie nie

Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain Preview

Kaum aus dem Ground-Zeroes-Koma erwacht, steht für Big Boss gleich der nächste Einsatz an. In der offenen Spielwelt von Afghanistan gilt es, Freunde zu retten, Feinde zu töten und einem finsteren Plan der Sowjets auf die Schliche zu kommen. Wir sind auf der PS4 mehrere Stunden durch die Wüste gereist.
Christoph Vent 9. Juni 2015 - 15:00 — vor 3 Jahren aktualisiert
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Hinweis: Für diese Preview reisten wir auf unsere Kosten nach Frankfurt; eine Übernachtung zahlte Konami.
 
Metal Gear Solid-Fans konnte in den vergangenen Monaten Angst und Bange werden. Und damit meinen wir nicht etwa, dass das als Prolog zum nächsten Serienteil gedachte Metal Gear Solid 5 - Ground Zeroes (GG-Test: 7.0) in der Tat Prolog-Ausmaße hatte – mit rund zwei Stunden war es geradezu erschreckend kurz.

Was wir meinen, sind die offenkundig riesigen Probleme zwischen Konami und Ex-Mitarbeiter sowie Serienschöpfer Hideo Kojima, die eine große Frage aufkommen lassen: Kann Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain die Qualität der letzten Serienteile halten oder wirken sich die Querelen im Hintergrund negativ auf den Titel aus? Nach außen hin zumindest lässt sich Kojima in seinen Statements, etwa zu den MGS5-Actionfiguren, nicht anmerken, dass er und Konami nach MGS5 getrennte Wege gehen werden. Aber weiß man, was da im Hintergrund alles abläuft? Gehen wir einfach vom Besten aus, nämlich das der fünfte Hauptteil der Schleich-Action-Serie genau dem entspricht, was der Serienvater erreichen will.

Nachdem es lange Zeit nur vorgefertigte Spielszenen zu sehen gab, waren wir kürzlich bei Konami in Frankfurt, wo wir den vermutlich letzten Teil der Reihe rund einen Tag lang auf der PS4 anspielen konnten. Welche Eindrücke wir vom Spieleinstieg in die Open World haben, und ob die Sorgen der Fans begründet sein könnten, verraten wir euch auf den folgenden Seiten.

Auferstanden von den Toten
Serieneinsteiger könnten trotz gelegentlicher Erklärungen bei den vielen eingeführten Charakteren schnell verzweifeln.
Wir erinnern uns: In Ground Zeroes, das wiederum direkt nach dem Ableger Peace Walker spielte, infiltrierten wir in der Rolle von Big Boss ein kubanisches Gefangenenlager und wurden am Ende Zeuge eines Angriffs auf unsere Privatarmee. Dabei verletzte sich der Hauptcharakter so schwer, dass er ins Koma fiel. An diesem Punkt setzt The Phantom Pain an.

Als Big Boss zum ersten Mal wieder die Augen öffnet, sind wir live in der Egoperspektive dabei: Zuerst sehen wir nur Umrisse, doch schnell wird uns klar, dass wir uns in einem Krankenhaus befinden. Ein Arzt ist zugegen, auch lassen sich Krankenschwestern im schummrigen Licht erkennen. Dass wir bereits in diesem Moment die Kontrolle über Big Boss haben, bemerken wir erst nach einiger Zeit. Wir wackeln mit dem Kopf, bis der Doktor unsere geistige Anwesenheit wahrnimmt. Zunächst überrascht, startet er schon bald mit den ersten Tests, die sich über mehrere Tage hinziehen.

Ganz nebenbei klärt uns der Arzt auch über die aktuelle Situation auf. Wir erfahren nicht nur, dass seit den Ereignissen von Ground Zeroes neun Jahre vergangen sind, sondern auch, wie es zu unserem Dauertiefschlaf kam – ideal für Serieneinsteiger, die so zumindest einen groben Überblick erhalten. Dennoch können wir nach den ersten Stunden mit Phantom Pain eines ganz sicher festhalten: In Sachen Story hält sich das neueste Metal Gear Solid nicht zurück. Immer wieder gibt es Querbezüge auf ältere Serienteile, bei den Charakteren gibt es gleich mehrere Wiedersehen. Wer bislang nichts mit der Serie zu tun hatte, kann sich auf einiges Nachschlagen in Wikis gefasst machen – wenn er denn das alles wirklich verstehen möchte.

Packender Einstieg
Wer aus der Entfernung Gegner markiert, erlebt beim Schleichen weniger böse Überraschungen.
Ohne zu viel verraten zu wollen (oder zu dürfen): Der Auftakt von Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain gehört mit zum spannendsten, was wir in der letzten Zeit im Videospielsektor erlebt haben. Die Flucht aus dem Krankenhaus ist derart gut inszeniert, dass wir es fast schon schade fanden, als wir sie nach etwas weniger als einer Stunde abgeschlossen hatten. Kurze Schleichabschnitte, die auch gleichzeitig als Tutorial dienen, wechseln sich gekonnt mit den für die Serie bekannten Zwischensequenzen ab. Letztere fallen wie gewohnt meist recht lang aus, aufgrund der hochwertigen Qualität und dem häufig nahtlosen Übergang ins Spiel ist das aber keinesfalls als Negativpunkt zu verstehen.

Nachdem wir im Einstiegskapitel auch noch den grundlegenden Umgang mit Waffen erlernt haben und uns dank der Hilfe eines alten Bekannten die Flucht gelingt, geht The Phantom Pain erst richtig los. Zeit, sich zu erholen, bleibt für Big Boss nicht. Die Sowjets haben Teile Afghanistans be
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setzt – wir sollen herausfinden, was sie damit bezwecken. Darüber hinaus aber haben die Kommunisten unseren Freund Miller in ihrer Gewalt, und es bleiben nur wenige Tage Zeit, ihn zu befreien.

In Afghanistan angekommen, lernen wir erstmals die als Open World angelegte Spielwelt von Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain kennen. War der Einstieg noch komplett linear, bietet uns das Spiel nun vom einen Moment auf den anderen ungeahnte Freiheiten. Wie wir zu einem vorgegeben Zielort gelangen, bleibt uns komplett selbst überlassen, lediglich die Berge setzen uns Grenzen. Um ein Open-World-Spiel im Sinne eines GTA 5 oder The Witcher 3 handelt es sich bei dem Kojima-Spiel aber nicht: Anstatt während unserer Aufträge neue Missionen zu erhalten und diese zu starten, indem wir uns zu einem Startpunkt begeben, wählen wir die nächste Mission stets im Helikopter aus. In welcher Reihenfolge wir die Aufträge angehen, entscheiden wir anscheinend nach Lust und Laune. Gemessen an unseren ersten Erfahrungen nach sieben Hauptmissionen müssen wir letztendlich aber alle Aufträge erledigen, bevor die nächste Welle freigeschaltet wird.
Ihr werdet nicht nur von einem Heli abgesetzt, sondern müsst nach Erledigung eures Auftrags auch zu ihm zurück gelangen.

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