Ein herrliches Chaos

Just Cause 3 Preview

Rico Rodriguez hatte sich auf einen Urlaub in seiner alten Heimat auf einer Mittelmeer-Inselgruppe gefreut, doch dann macht ihm mal wieder ein Diktator einen Strich durch die Rechnung. Wir haben Rico schon mal bei den Aufräumarbeiten geholfen – indem wir für noch mehr Chaos sorgten.
Christoph Vent 16. Juni 2015 - 21:00 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Hinweis: Für diese Preview reisten wir auf Einladung von Square Enix nach Hamburg.

Das 2010 veröffentlichte Just Cause 2 war ein typisches Sandbox-Spiel mit einer Besonderheit: Der Third-Person-Titel bot eine geradezu riesige Spielwelt, die nur darauf wartete, von uns erkundet und in ihre Einzelteile zerlegt zu werden. Zwar gab es auch eine Story, aber wenn wir ehrlich sind, rückte diese aufgrund ihrer Belanglosigkeit und den vielen Ablenkungen am Wegesrand schnell in den Hintergrund. Bei einem mehrstündigen Anspiel-Event in Hamburg hatten wir nun die Gelegenheit, erstmals selber Hand an den für Ende 2015 angekündigten Nachfolger Just Cause 3 zu legen. Warum uns dieser bereits in einer frühen Version einen ähnlichen Mordsspaß wie der zweite Teil bescherte, sagen wir euch im Folgenden.

Blasser Protagonist
Christoph Vent nutzte auf dem Preview-Event die Gelegenheit, bei Producer Omar Shakir zu einigen Punkten nachzuhaken.
Solltet ihr keinen der beiden Vorgänger kennen, wird euch vermutlich auch sein Hauptdarsteller Rico Rodriguez kein Begriff sein. Doch das ist nicht weiter schlimm, blieb der Protagonist bisher doch ziemlich blass – viele Hintergrundinformationen über den Agenten, der zuletzt auf einer Insel im Südosten Asiens ein Regime stürzte, sind nicht bekannt. In Teil 3 konnten wir bisher zwar noch keinen Blick in die Kampagne werfen, doch unseren Vermutungen nach wird Rico nicht plötzlich zu einem tiefgründigen Charakter.

Der Fokus wird auch in Just Cause 3 weiterhin stark auf der Open World liegen, wie die Aussagen von Game Director Roland Lesterlin bei der Präsentation zu Beginn des Events durchblicken lassen. Während uns Producer Omar Shakir Just Cause 3 vorspielt, handelt Lesterli die Vorgeschichte des Spiels in wenigen Sätzen ab. Wir reduzieren sie im Folgenden auf das Nötigste: Rico Rodriguez kehrt nach 20 Jahren in seine Heimat, die fiktive Inselgruppe Medici im Mittelmeer, zurück. Dort stellt er fest, dass – Überraschung! – ein Diktator die Macht an sich gerissen hat.

Unsere leichte Ernüchterung ob dieser Ideenlosigkeit verwandelt sich aber binnen weniger Minuten in Begeisterung um: Was uns der Producer auf dem Bildschirm präsentiert, ist ein Actionfeuerwerk erster Güte. Wer braucht schon eine Story, wir können es kaum erwarten, den Controller selber in die Hand zu nehmen! Kurze Zeit später ist es dann soweit.
Während Ricos Abwesenheit hat ein Diktator auf Medici die Macht an sich gerissen. Damit hat Rico ein Problem...

Vollgepackte Steuerung
Geübt durch unsere wochenlangen Sessions mit Just Cause 2 finden wir schnell in den Nachfolger hinein. Unsere Kollegen neben uns haben teilweise jedoch sichtlich mehr Probleme, was daran liegt, dass auch bei Just Cause 3 alle Tasten des Controllers mit wichtigen Funktionen belegt sind. Waffenwechsel, Fallschirm, Greifhaken und der neue Wingsuit – hier kommt man anfangs
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schnell durcheinander.

Mit der Zeit geht die Steuerung aber immer mehr ins Blut über und entfaltet ihr volles Potential. Nehmen wir etwa den Fallschirm, der nicht nur dazu dient, uns nach einem Sprung von einer Brücke, einem Berg oder gleich aus einem Flugzeug heraus sicher landen zu lassen. In Kombination mit dem Greifhaken können wir nämlich auch an Höhe aufnehmen. Verbinden wir ihn während des Gleitflugs mit einem höher gelegenen Punkt in der Nähe, können wir uns an diesen heranziehen lassen und nehmen dadurch neues Tempo auf. Mit etwas Übung kommen wir so selbst Gebirgshänge hinauf und können uns den mühsamen Aufstieg per pedes oder ganz klassisch über Straßen in einem Fahrzeug sparen.

Ganz neu in Just Cause 3 ist der Wingsuit. Der funktioniert ähnlich wie in Far Cry 4 (GG-Test: 8.5), lässt uns also in halsbrecherischem Tempo gen Boden fliegen. Überhaupt fielen uns häufig Parallelen zu der Actionspiel-Reihe von Ubisoft auf. Wo wir dort zwischen den Hauptmissionen Außenposten befreien, zerstören wir in Just Cause stattdessen Stützpunkte und Industrieanlagen unserer Feinde.
Zu den bekannten Fortbewegungsmöglichkeiten Fallschirm und Enterhaken gesellt sich nun auch ein Wingsuit.
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