Freiheitskampf in Philadelphia

Homefront - The Revolution Preview

Das erste Homefront punktete mit einem unverbrauchten Szenario, war spielerisch aber nicht mehr als ein gewöhnlicher (und zudem kurzer) Egoshooter. Das will Crytek mit dem zweiten Teil nun ändern: Lineare Levels weichen halboffenen Arealen, statt der ganzen Nation befreien wir dieses Mal nur eine Stadt von den bösen Nordkoreanern.
Christoph Vent 2. Juni 2014 - 15:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Dass Crytek an einem Nachfolger zu Homefront aus dem Jahr 2011 arbeitet, kündigte der damalige Publisher THQ bereits wenige Monate nach dem ersten Teil an. Als THQ Anfang 2013 seine Pforten schloss, nutzte das Entwicklerstudio die Chance und kaufte die Rechte an der Egoshooter-Marke. Danach war es um Homefront 2 allerdings sehr ruhig geworden. Letzte Woche die Überraschung: Auf einem Pre-E3-Event von Koch Media in London wurde Homefront - The Revolution – so der endgültige Name der Fortsetzung – erstmals der Presse vorgestellt. GamersGlobal war (auf Einladung von Koch Media) vor Ort.

Auf ihrem Weg zur Weltherrschaft haben die Nordkoreaner nur ein Ziel vor Augen: die USA. Im Jahr 2025 starten sie die Invasion mit einem EMP-Angriff auf amerikanische Satelliten. Nachdem die Asiaten kurz danach Hawaii eingenommen haben, machen sie gleich auf dem Festland weiter. Schon kurze Zeit später muss die einstige Supermacht Amerika kapitulieren. Fortan besetzen die Koreaner das Land und teilen alle großen Städte in Sicherheitszonen ein.

Bedrohliches Philadelphia
In London trafen wir Game Producer David Stanton von Crytek.
Mit dem Vorgänger der Kaos Studios hat Homefront - The Revolution bis auf das Genre und die zugrundeliegende Vorgeschichte kaum noch etwas gemein. Wir schreiben das Jahr 2029, als wir uns in Philadelphia dem Widerstand anschließen. Für Philadelphia habe sich Crytek ganz bewusst entschieden, wie uns Game Producer David Stanton von Crytek Nottingham verrät: "Zum einen handelt es sich um ein in Spielen noch unbekanntes Setting. Zum anderen spielt aber auch der historische Hintergrund der Stadt eine Rolle – schließlich wurde dort im Jahr 1776 zum ersten Mal die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verlesen und die Liberty Bell geläutet." In der fiktiven Zukunft von Homefront - The Revolution ist von Unabhängigkeit aber nichts mehr zu spüren. Die Stadt befindet sich wie das restliche Land vollständig unter Kontrolle der KPA (Korean People's Army).

Sich unentdeckt durch die Stadt zu bewegen, fällt schwer. Überall hängen Überwachungskameras, überall patrouillieren koreanische Truppen. Möchten wir in einen anderen Stadtbezirk wechseln, müssen wir eine Sicherheitskontrolle passieren und uns von Drohnen scannen lassen. Trotzdem hat es eine kleine Gruppe geschafft, eine Widerstandsbewegung zu formen. Ihr geheimes Lager befindet sich mitten in einem Ghetto in der Stadt. Ihre Mittel, um sich der Eindringlinge zu erwehren, fallen zu Beginn noch sehr einfach aus. Simple Handfeuerwaffen, selbstgebastelte Molotow-Cocktails oder auch Backsteine bestimmen unser Waffenarsenal. Im späteren Verlauf können wir uns aus diversen Waffenteilen auch eigene Wummen zusammenstellen.

Unser Ziel in der uns vorgespielten Live-Demo lautet, eine besetzte Polizeistation zu infiltrieren und dort einige Mitstreiter zu befreien. Wir machen uns auf und gelangen zu einem Trailerpark, der in Wirklichkeit aber mehr einem Schrottplatz gleicht. Die Stimmung ist bedrohlich – es ist bereits dunkel, Zeppelin-ähnliche Luftschiffe aus Stahl kreisen am Himmel, zudem schüttet es wie aus Eimern. Aus der Ferne beobachten wir, wie sich ein chancenloser Zivilist mit einer Wache der KPA anlegt. Diese Szene erinnert uns spontan an den ersten Teil, in dem die Koreaner ein Elternpaar hinrichten, während ihr kleines Kind daneben steht und alles mit ansehen muss. Ganz so drastisch scheint die Gewaltdarstellung im neuen Teil aber nicht auszufallen.
Die Atmosphäre in Homefront - The Revolution ist bedrückend. Einst belebte Wohngebiete sind nun zerstört und verlassen, zudem patrouillieren überall Wachen und Drohnen durch die Straßen.

Freies Erkunden in halboffener WeltWie wir zur Polizeistation gelangen – ob wir nun den direktesten Weg wählen oder uns durch Seitenwege schleichen –, bleibt uns überlassen. Philadelphia wird aus größeren Spielgebieten bestehen, die wir frei erkunden dürfen.
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Um eine typische Open World wie in einem GTA 5 (GG-Test: 10.0) oder Watch Dogs (GG-Test: 9.0) wird es sich aber nicht handeln, wie wir auf Nachfrage von David Stanton erfahren. Stattdessen werden wir immer weitere Bereiche freischalten, zwischen denen wir von da an jederzeit wechseln dürfen.

Großen Wert legen die Entwickler laut eigener Aussage auf eine realistische Spielwelt. Das betrifft unter anderem das Verhalten der Wachen, wie wir am eigenen Leib erfahren müssen. Als wir mit einem Stein eine Kamera zerstören, wird einer der koreanischen Besatzer auf uns aufmerksam und schlägt umgehend Alarm. Wir schaffen es zwar noch, ihn auszuschalten, doch in der Ferne hören wir bereits Verstärkung anrücken. Nun heißt es, sich solange in einem Haus zu verstecken, bis sich der Sturm draußen wieder etwas gelegt hat – oder aber einen Hinterausgang zu suchen und über eine Seitenstraße zu entkommen. Wir könnten zwar auch in den offenen Kampf übergehen, doch hätten wir mit unserer jetzigen Ausrüstung und allein gegen mehrere Feinde kaum Überlebenschancen.
Selbst mit Schusswaffen sollten wir die Umgebungen zunächst erkunden und uns einen Überblick verschaffen.
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