E3 2015: Zurück zu den Wurzeln

Hitman Preview

Vor 15 Jahren erschien der erste Teil des Schleich-Actionspiels mit Glatzkopf in der Hauptrolle. Ende 2015 feiert der Hitman seine Rückkehr mit größeren Levels, mehr Freiheiten und verbessertem Verkleidungssystem. Wir haben uns das Spiel in LA für euch angeschaut und verraten euch, ob IO den großen Worten Taten folgen lassen wird.
Benjamin Braun 27. Juni 2015 - 17:43 — vor 3 Jahren aktualisiert
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Der letzte Serienteil Hitman - Absolution (GG-Test: 9.0) wurde insbesondere von vielen alten Fans zwiespältig aufgenommen. Nicht jedem schmeckten die in kleinere Levelsegmente unterteilten Missionen, und auch der für Nummer 47 vergleichsweise hohe Fokus auf die Story kam nicht bei allen gut an.

Der neue Teil der Reihe, der schlicht Hitman heißt, will sich wieder deutlich stärker an den früheren Serienteilen orientieren, wobei IO insbesondere Hitman 2 - Silent Assassin und Hitman - Contracts als Referenzen nennt. Wir haben uns das Schleich-Actionspiel ausführlich von Creative Director Christian Elverdam und vom Community Manager (und ehemaligen Game Director von Remember Me), Nick Price, auf der E3 vorstellen lassen. Dabei durchlöcherten wir sie und den neuen Studiochef Hannes Seifert nicht mit Kugeln, wohl aber mit Fragen.
 
Ein vielfältiges HandwerkSpielerische Freiheiten waren auf der diesjährigen E3 generell ein großes Thema. Der neue Hitman verschreibt sich ebenfalls diesem Ansatz, und das sowohl in altbewährter, als auch in für die Reihe ganz neuer Hinsicht. Die einzelnen Missionen werden wir nämlich in mehr oder weniger beliebiger Reihenfolge angehen können. Es gibt zwar eine übergeordnete Handlung, die die Aufträge des mörderischen Glatzkopfes inhaltlich miteinander verbindet und diese schließlich in einem finalen Showdown zusammenführen soll. Allerdings wird die Hauptstory sich eher den kleineren Geschichten innerhalb der Missionen unterordnen. Denn die Zielpersonen und einige der wichtigsten Nebenfiguren sollen im neuen Hitman eine wesentliche größere Charaktertiefe aufweisen als früher.

Im ersten Level, den IO uns auf der E3 präsentierte, befinden wir uns auf dem herrschaftlichen Anwesen eines mächtigen Oligarchen, der dort eine Modenschau veranstaltet. Selbstredend ist der Glamour nicht mehr als die Fassade für seine kriminellen Aktivitäten, die Nummer 47 ausreichend Gründe liefern, ihn zu töten. Um ihm das Lebenslicht auszupusten, sollte er den Nebenfiguren auf den Zahn fühlen.
 
Tötet für Geld und geht nie zum Frisör: Der Hitman.
So streitet sich der Oligarch Novikov etwa mit dem Leiter der Modenschau. Folgt der Hitman ihm und belauscht seine Gespräche, winken Informationen, die Hinweise für ein mögliches Tötungsmanöver geben. Personen, die derartige Informationen preisgeben, sollen mehrere in jeder Mission auftauchen. Im Falle von Novikov, der gemeinsam mit seiner Gehilfin auf der Abschussliste steht, sind das unter anderem Models oder Gäste, mit denen der Hitman sogar direkt kommunizieren kann. Besonders schön finden wir auch den Ansatz, dass die NPCs generell stärker auf uns reagieren.

Beispielsweise steht im Eingangsbereich eine TV-Journalistin herum, die ihre Anmoderation aufnimmt. Laufen wir zwischen ihr und dem Kameramann her, beschwert sie sich, dass wir ihre Aufnahme versaut hätten. Auch ihren Gesprächen mit der TV-Zentrale oder dem Kameramann ein Ohr zu schenken, lohnt sich. Denn sie wird später im Separée ein Interview mit Novikov führen. Könnte ja sein, dass uns dieser Umstand zum Vorteil gereicht, um ungesehen an unser Ziel heranzukommen. Ihr seht schon: Es soll eher noch  mehr unterschiedliche Wege zum Ziel geben, als das Fans der Serie sowieso gewohnt sind und erwarten.
 
Kein Grund, Alarm zu schlagenGrößere Freiheiten genießt der Hitman auch beim Platzieren von Sprengladungen, die wir nicht mehr nur an bestimmten Orten anbringen können. Diese Sprengfallen können wir zur Ablenkung von Wachen verwenden. Entdecken diese eine (oder auch eine auf dem Boden platzierte Schusswaffe), nehmen sie diese auf und entsorgen sie, womit sie erstmal beschäftigt sind.

Genau hier tun sich aber auch bereits Schwachpunkte auf. Denn wie wir auf Nachfrage erfahren, erhöhen solche Funde nicht etwa die Alarmbereitschaft der Wachen. Sie sind dann also nicht aufmerksamer als vorher; ein Punkt, den die Entwickler aus unserer Sicht dringend überdenken sollten. Stellt euch vor, vor dem Eingang zum Weißen Haus würde eine Pistole gefunden, und das Sicherheitspersonal würde dann den Eingang nicht nur unbewacht lassen, um sie wegzuräumen, sondern keinen Alarm geben...

Daneben wird es auch die üblichen levelspezifischen Ablenkungsmanöver geben. Im gespielten Level kann der Hitman zum Beispiel dafür sorgen, dass das große Abendfeuerwerk früher startet als geplant, womit in erster Linie die Aufmerksamkeit der Gäste, aber auch von Teilen des Wachpersonals gebunden wird. Grundlegendes hat sich am Spielsystem nicht verändert. In den Kabelkisten der TV-Techniker können wir etwa ei
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ne Waffe unterbringen und sie so unbemerkt ins Gebäude schmuggeln. Das ist hilfreich, da wir vor dem Betreten bestimmter Bereiche abgetastet werden.

Mehr Freiheiten soll es auch beim Klettern geben, so dürfen wir sämtliche Regenrohre hochsteigen. Wie viel größer die Freiheit durch solche Elemente wirklich wird, bleibt abzuwarten. Wie schon erwähnt, wird es diverse Möglichkeiten geben, den jeweiligen Anschlag auszuführen. Wer den richtigen Zeitpunkt abpasst, kann Novikov einen Kronleuchter auf den Kopf stürzen lassen, seinen Drink vergiften oder ihn kurzerhand über den Haufen ballern. Gute Bewertungen der Spielleistung erhalten wir natürlich nur, wenn unsere Aktionen unauffällig sind beziehungsweise den Verdacht der Sicherheitsleute nicht auf uns lenken. Parallelen zu Hitman 2 gibt es auch bei der Flucht. So kann Nummer 47 auf verschiedene Arten entkommen. Im Kanal am Rande des Anwesens darf er ein Motorboot verwenden, vorausgesetzt, er findet vorher den zugehörigen Zündschlüssel. Actionsequenzen wie die Flucht vor dem Helikopter in Hitman Absolution soll es indes im neuen Hitman nicht mehr geben, wie uns die Entwickler hoch und heilig versprechen.
Zwischensequenzen und eine Story bietet auch das neue Hitman, gleichzeitig aber eine offenere Level-Struktur.

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