Blizzards Helden im MOBA-Clinch

Heroes of the Storm Preview

Wolltet ihr schon immer mal mit Diablo gegen Illidan kämpfen, in Persona von Jim Raynor die Dunkle Waldläuferin Sylvanas umhauen oder als Tyrael den ollen Lichkönig von seinem Thron schubsen? Im neuen Free-to-play-MOBA aus dem Hause Blizzard könnte euer Traum Wirklichkeit werden.
Karsten Scholz 18. September 2014 - 14:07 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Knapp elf Jahre ist es her, dass eine einfache Modifikation für Warcraft 3 ein komplett neues Genre erfand. Die durch Defense of the Ancients frisch gegründete Spielvariante hört auf den sperrigen Namen "Multiplayer Online Battle Arena" (kurz: MOBA). Doch trotz des enormen Erfolgs der privaten Mod dauerte es sechs Jahre, bis mit Demigod (GG-Test: 8.0) und League of Legends (GG-Test: 7.0) die ersten kommerziellen MOBAs das Licht der Spielewelt erblickten. Es folgten weitere Genre-Vertreter, Heroes of Newerth etwa oder Dota 2 von Valve. Und was trieben die Kalifornier von Blizzard in all der Zeit? Schließlich entstand das Genre quasi in ihrer Einfahrt, sie hätten nur zugreifen und die Mod in ein eigenständiges Spiel umwandeln müssen.

Blizzard konzentrierte sich stattdessen auf World of Warcraft (GG-Test: 9.0) und verkannte zunächst das Potenzial, das die DotA-Mod bot. Es dauerte bis zur BlizzCon 2011, bis die kalifornischen Entwickler ihr eigenes MOBA ankündigten. Der Titel hörte damals noch auf den Namen Blizzard DOTA, wurde aber aus rechtlichen Gründen in Blizzard All-Stars umbenannt. Mittlerweile heißt das Spiel Heroes of the Storm und befindet sich in einer geschlossenen Alpha-Testphase. Wir haben uns bereits rund 20 Stunden ins Getümmel geworfen und dabei eine ganz bestimmte Frage gestellt: Ist der MOBA-Zug für Blizzard bereits abgefahren oder liefern sie genug eigenständige Ideen, um neben der etablierten Konkurrenz zu bestehen?

Casualisierung à la Blizzard
Im Tutorial erlernt ihr die Steuerung und das grundsätzliche Spielprinzip von Heroes of the Storm.
Rob Pardo, ehemaliger Chief Creative Officer bei Blizzard Entertainment, erklärte in einem Interview vor einigen Monaten die langjährige Strategie des Unternehmens: "Wenn man sich die Fan-Basis eines Genres anschaut, findet man dort stets einen kleinen Kern von Hardcore-Spielern. Natürlich wollen wir auch diese Gruppe ansprechen, doch wir sehen die Möglichkeit, das Genre einer sehr viel größeren Spielerschaft zu öffnen, für die es bisher zu kompliziert und sperrig war." Mit diesem Credo im Hinterkopf entwickelten sie ihren größten Erfolg World of Warcraft, kleinere Titel wie Hearthstone oder eben jetzt Heroes of the Storm, kurz Heroes.

Tatsächlich bemüht sich das Blizzard-MOBA vom ersten Moment an, Genre-Neulinge und Gelegenheitsspieler an die Hand zu nehmen. In einem mehrstufigen Tutorial schlüpft ihr in die Rolle von Jim Raynor, der sich von Uther Lichtbringer höchstpersönlich ins Regelwerk respektive die Steuerung von Heroes einführen lässt. Erfahrene Spieler erwartet hier wenig Überraschendes: Via Rechtsklick bewegt ihr eure Figur über die Karte, mit der linken Maustaste greift ihr feindliche Ziele an, und mittels Tastenkürzeln löst ihr besondere Fähigkeiten aus. Raynor kann etwa kurzzeitig den Schaden und die Angriffsgeschwindigkeit von sich und nahen Verbündeten steigern oder einen Schuss mit Durchschlagsmunition einsetzen, der Feinde durchschlägt und zurückwirft. Außerdem kann er sein Schiff, die Hyperion, zu Hilfe rufen, die dann aus der Luft ihre Bordkanonen sprechen lässt.

Die Besten der Besten der Besten
Mit der Feuerwelle räumt Diablo unter den feindlichen Dienern auf und schädigt zudem die gegnerischen Türme und Helden.
Neben Raynor dürft ihr noch 28 weitere Blizzard-Figuren steuern, die in vier Klassen eingeteilt werden. Krieger wie Diablo sind besonders robust, schwächen feindliche Angriffe ab oder regenerieren per Knopfdruck Lebenspunkte. Assassinen, zu denen etwa Illidan oder Kerrigan gehören, konzentrieren sich darauf, den Lebensbalken feindlicher Helden möglichst schnell auf Null zu bringen. Alle Unterstützer, Malfurion oder Tyrande zum Beispiel, dienen dem Wohl der Gruppe, indem sie Mitspieler heilen oder Feinde kontrollieren und schwächen. Die Spezialisten fallen schließlich mit ihrem besonderen Spielstil auf. Abathur nimmt etwa nicht direkt an den Kämpfen teil, sondern handelt durch beschworene Diener oder Klone verbündeter Helden. Außerdem verteidigt er mit seinen Giftnestern taktisch wertvolle Bereiche auf der Karte.

Egal, wie unterschiedlich sich die Blizzard-Helden spielen, die Charakterentwicklung läuft bei allen gleich ab: Wenn ihr euch mit einer Figur das erste Mal in den Kampf stürzt, hat sie nur Zugriff auf einen Teil ihrer Fähigkeiten und Talente. Jede Partie gewährt dem eingesetzten Helden Erfahrungspunkte, mit denen er außerhalb der Matches im Level aufsteigt und Verbesserungen freischaltet. Die ersten drei Stufenaufstiege belohnen euch mit den bisher fehlenden Zaubern und Talenten. Danach warten vor allem kosmetische Verbesserungen wie neue Heldenskins, fesche Reittiervarianten oder ein neues Porträt auf euch. Mit der zehnten und letzten Stufe schaltet ihr schließlich den Eliteskin frei, der euren Recken meist mit einer opulenten Rüstung ausstattet, die sich ebenfalls nur optisch auswirkt.

Altbekannt
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es Regelwerk
Heroes funktioniert wie jedes andere MOBA auch: Zwei Gruppen aus je fünf Charakteren kämpfen um die Vorherrschaft auf der Karte. Wer zuerst die Zitadelle des Feindes zerstört, gewinnt. Bevor ihr euch jedoch um die Heimat des Gegners kümmert, müsst ihr zuerst die Abwehrmauern und Türme überwinden, die auf den Wegen zur gegnerischen Burg in gleichmäßigen Abständen platziert sind – gleiches gilt auch für eure Widersacher. Beide Teams werden von Dienern unterstützt, die in Wellen zur Front marschieren und stets das erste Ziel auf ihrem Pfad attackieren.

Abseits der Wege schlagt ihr euch durch wildes Terrain, in dem sich mehrere Monstergruppen tummeln. Einige davon sind eher leicht zu besiegen, es gibt aber auch härtere Bosse, die ihr besser nur mit Verstärkung in Angriff nehmt. Die Kreaturen dienen nicht nur als Erfahrungspunktequelle, sondern auch als offensive Maßnahme, um die feindliche Verteidigung zu überrumpeln. Denn kaum habt ihr die Monster bezwungen und den daraufhin erschienenen Flaggenpunkt erobert, treten die Besiegten eurer Armee bei und machen sich gleich auf zum nächsten Weg, um dem Feind entgegen zu stürmen.

Sobald wir diese Bosskreatur bezwungen haben, wird sie an unserer Seite gegen den Feind kämpfen.

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