Grid Preview+

Netter Neuaufguss

Benjamin Braun / 10. Juli 2019 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
Sport
Rennspiel
3
Codemasters Racing
Codemasters
11.10.2019
Amazon (€): 16,00 (Xbox One), 15,90 (PC), 17,87 (Playstation 4)
GMG (€): 3,99 (STEAM), 5,99 (STEAM), 44,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 39,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 5,99 (STEAM)

Teaser

Nach mehrjähriger Auszeit kehrt Codemasters' arcadige Rennspielreihe mit einem Remake zurück. Weshalb wir Spaß hatten, aber nach dem Anspielen nicht restlos begeistert sind, erklärt unsere Preview.
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Die Initialzündung hatte Codemasters' Grid-Reihe bereits im Jahr 2003 mit DTM Race Driver. Schon damals konnten die Spieler auf realen, permanenten Rennkursen sowie auf fiktiven Strecken in GT-Fahrzeugen und Co. ihre Runden drehen. Während der damalige Ansatz aber noch auf dem Versuch echten Storytellings und eine realistische Rennspielerfahrung ausgelegt war, entwickelte sich die Reihe mit der "Umbenennung" in Grid zunehmend mehr in Richtung Arcade-Racer.

Diese Bezeichnung hören die britischen Rennspiel-Experten, die zuletzt F1 2019 (im Test: Note 9.0) vorlegten, nicht allzu gerne. Deshalb lässt sich das schlicht Grid genannte Remake von Race Driver Grid anspruchsvoller und realistischer gestalten als bisherige Serienteile. Allerdings kommt ihr insbesondere mit den Muscle Cars per Drift wie gehabt schneller durch die Kurven, als mit einer adäquaten Fahrweise möglich wäre. Doch die alles entscheidende Frage lautet: Macht das neue Grid Spaß oder erweist sich der Racer als verzichtbarer Neuaufguss? Bei einem Anspieltermin in München habe ich rund drei Stunden lang meine Runden über die virtuellen Rennstrecken der Neuauflage gedreht.
Grid bietet eine Mischung aus Simulation und Arcade-Racer, wobei besonders bei den driftlastigen Muscle-Cars Letzteres überwiegt.
 

Nettes Nemesis-System

Rivalitäten innerhalb des Rennzirkus scheinen Codemasters besonders wichtig zu sein. Denn der Wettstreit, aber auch die Kooperation mit anderen Fahrern spielt in Grid eine Rolle. Wer sich eher rabiat und mit "Feindkontakt" zur Spitzenposition schlängelt, provoziert die Mitbewerber und macht sie damit womöglich zur sogenannten Nemesis. Das bedeutet konkret, dass einzelne Fahrer regelrecht stinkig auf euch sind und sich dann im Zweikampf spürbar aggressiver verhalten als sonst.

So richtig viel, abseits des roten Nemesis-Symbols, habe ich davon in meinen bisherigen Rennen nicht bemerkt, wo mir ein Wandel hin zur Rammbockmentalität gewiss nicht geschmeckt hätte. Allgemein verhält sich die KI eher aggressiv und nimmt vergleichsweise wenig Rücksicht darauf, ob ich sie bei einem Überholmanöver längst geschlagen habe. Tatsache ist aber auch, dass sich die Gegner dank des offenkundigen Verzichts auf eine drastische Gummiband-KI von Könnern leicht im Zaum halten lassen und die fünf wählbaren KI-Stufen erheblich besser funktionieren, als die auf einer 100er-Skala einstellbare Schwierigkeitsstufe in F1 2019.

Neben den Nemesis-Gegnern trefft ihr in den Rennen aber auch auf Teamkameraden, die euch je nach Fahrverhalten besonders wohlgesonnen sind. Denen dürft ihr in den Rennen bestimmte Befehle erteilen, die von "lass mich vorbei" bis "schirm mich von meinen Verfolgern ab" reicht. Ein soweit ganz cooles System, dessen Bedeutung und Klasse sich in einem langfristigen Praxistext aber erst noch beweisen muss.
Wer rüde zu Werke geht, provoziert Feindschaften mit anderen Fahrern, die als "Nemesis" spürbar aggressiver fahren.
 

Permanente und fiktive Rennkurse

Im neuen Grid seid ihr in erster Linie auf fiktiven Rennkursen unterwegs, die euch nicht zuletzt auf Streckenlayouts im kubanischen Havana, nach San Francisco oder Barcelona führen. Es gibt auch einige reale Rennstrecken wie Silverstone oder Brands Hatch in unterschiedlichen Varianten – weitere Rennorte sollen zudem als kostenloser Download nach dem Release zur Verfügung gestellt werden.

Aufgrund des Remake-Ansatzes konzentriert sich Codemasters aber zunächst vor allem auf aus den Vorgängern bekannte Kurse, zu denen unter anderem auch das beliebte Point-to-Point-Rennen in Japan gehört. Befahren könnt ihr die Strecken innerhalb der 104 Karriereevents nur mit bestimmten Boliden. Im freien Modus oder online (dort wohl auch in Form von Meisterschaften mit mehreren verschiedenen, aufeinanderfolgenden Rennen) hingegen dürft ihr mit jeder der vier Fahrzeugkategorien, vom Tourenwagen über Stockcars bis hin zu getunten Straßenfahrzeugen und leistungsstarken GT-Karren, nach Herzenslust über die Kurse heizen.
Jedes Fahrzeug verfügt über eine Cockpitansicht, in der das gute Geschwindigkeitsgefühl mit am besten zur Geltung kommt.
 

Mehr Fahrer auf Google Stadia

Sowohl im Solo- als auch im Online-Modus auf PC, PS4 und Xbox One nehmen maximal 16 Fahrer an einem Rennen teil. Die Google-Stadia-Version von Grid wird exklusiv eine höhere Anzahl an Fahrern bieten, wobei mir Game Director Christopher Smith auf dem Hands-on-Event in München nicht genau sagen konnte, wie viel Fahrer mehr an einem einzelnen Rennen teilnehmen können. Einen nennenswerten Unterschied sollte das größere Fahrerfeld im Solomodus am Ende allerdings nicht machen, zumal ich in einem (aktuell) beliebig oft wiederholbaren Kurzqualifying  meine Startposition verbessern kann und anders als in manch anderem Rennspiel nicht zwingend von weiter hinten starten muss. Grid legt es aber scheinbar dennoch dezent darauf an, da die KI im Qualifying deutlich bessere Leistungen erzielt, als im Rennen.

Während das im Preview-Video verwendete Herstellermaterial, selbst grabben durfte ich nicht, einen anderen Eindruck vermittelt, zeigt meine Hands-on-Version auf PC noch etliche kleinere und größere Grafikfehler und wirkte auch allgemein weniger detailliert. Da nach der kürzlich erfolgten Verschiebung auf Oktober noch drei Monate Zeit bleiben, dürfte sich in dem Bereich noch einiges ändern. Spielerische Anpassungen, die Grid noch auf ein insgesamt vergleichbares Niveau mit einem Project Cars 2 (im Test, Note: 9.0) heben könnten, scheinen mir aktuell allerdings sehr fraglich.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Benjamin Braun

Ich hatte in meinen rund drei Stunden Hands-on mit Grid definitiv Spaß, denn schlecht ist das neue Rennspiel von Codemasters gewiss nicht. Wenn ich es allerdings mit Konkurrenten wie Forza Motorsport 7, Project Cars 2 oder arcadigeren Alternativen wie Forza Horizon 4 vergleiche, fallen mir keine überzeugenden Argumente ein, weshalb man Grid unbedingt haben müsste.

Denn die genannten Spiele sind, trotzdem sie teils fast zwei Jahre auf dem Buckel haben, stärker. Eine spezielle Nische füllt Grid ebenfalls nicht. Noch bleiben drei Monate bis zum Launch auf PC, PS4, Xbox One und Google Stadia. Ich will nicht ausschließen, dass sich bis dahin noch einiges tun kann – und zumindest technisch etwas tun wird. Aber ich bin skeptisch, dass am Ende ein Rennspiel auf höchstem Niveau herauskommen kann.
 
Grid
Vorläufiges Pro & Contra
  • Solide, angenehm aggressive KI...
  • Gutes Geschwindigkeitsgefühl
  • Mehr oder weniger realistisches Fahrmodell
  • Üppiges Fahrzeug-/Event-Angebot
  • Jedes Fahrzeug mit Cockpit-Perpektive
  • ... die deutlich zu oft crasht
  • Arcade-Ansatz wesentlich zentraler als Simulationsaspekt
  • Grafik noch mit vielen Fehlern
Aktuelle Einschätzung
Grid bietet mit gutem Geschwindigkeitsgefühl und angemessen aggressiver KI unterhaltsamen Rennspaß. Allerdings fehlen dem Spiel einerseits herausragende Besonderheiten und allgemein die Klasse, um ernsthaft gegen ähnlich gelagerte Konkurrenten anstinken zu können.
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Benjamin Braun 10. Juli 2019 - 15:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
akoehn 17 Shapeshifter - - 7548 - 10. Juli 2019 - 15:11 #

Ich hatte schon bei Grid 2 das Gefühl, eigentlich auch einfach Grid weiter spielen zu können; bei diesem Teil scheint es ähnlich zu werden.

Q-Bert 22 AAA-Gamer - - 31487 - 10. Juli 2019 - 15:23 #

"The Grid. A digital frontier. I tried to picture clusters of information as they moved through the computer. What did they look like? Ships, motorcycles?" ... Nope Mr. Flynn, cars!

Arcade finde ich keinen Nachteil bei dem Spiel.

ZockerVater 23 Langzeituser - - 38910 - 10. Juli 2019 - 15:31 #

Finde auch Arcade ist kein Nachteil. Schauen wir mal was es dann final für eine Testwertung gibt.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 422019 - 10. Juli 2019 - 16:04 #

Würde ich nicht zwingend sagen. Wer weiß, wann es noch mal ein Need for Speed oder so geben wird, obgleich ja gerade die Open-World-Racer (Forza Horizon oder auch The Crew 2) diese "Lücke" durchaus auffüllen. Aber dafür müsste Grid tatsächlich wohl arcadiger sein, um ernsthaft in Konkurrenz zu diesen Rennspielen treten zu können, im etwas simulationslastigeren Bereich (also besonders Project Cars 2) sehe ich nicht, weshalb Grid sich da durchsetzen könnte/ sollte. Aber ich sage es explizit noch mal dazu: Das liegt nicht daran, dass Grid Müll wäre, ganz und gar nicht. Aber es ist dem bisherigen Eindrücken nach eben auch nicht gut genug. Ich glaube allerdings, möchte jetzt aber keine Andekdoten vom Event oder den Gesprächen mit dem Game Director flächendeckend leaken, aber ich denke, dass Codemasters das durchaus selbst bewusst ist.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66028 - 11. Juli 2019 - 1:46 #

Neues NfS soll doch dieses Jahr noch angekündigt und veröffentlicht werden, hat EA schon bestätigt.

vgamer85 20 Gold-Gamer - - 26362 - 10. Juli 2019 - 16:35 #

Scheint kein Pflichttitel zu sein bzw weit entfernt davon. Vlt bei einem Sale :-)

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - P - 6648 - 10. Juli 2019 - 17:47 #

Danke. Erspart mir den Kauf. Jetzt schon. Eigentlich schade.

hotzenrockz 17 Shapeshifter - - 6784 - 10. Juli 2019 - 18:00 #

Besten Dank ... sieht nach einem Sale-oder Monthly-Humble-Bumble-Mitnahme aus.

CptnKewl 21 Motivator - - 26532 - 10. Juli 2019 - 19:00 #

Mid-Preis or Never :-D

Ich muss gestehen, dass zumindest beim Gucken des Videos kein Geschwindkeitsgefühl aufkam...Die Umgebung ist mir auf alle Fälle zu langsam vorbei gescrollt

Inso 17 Shapeshifter - P - 8590 - 10. Juli 2019 - 19:15 #

Google geht mit dem Geldbeutel um - na das kann ja was werden -.-

Flammuss 21 Motivator - - 25345 - 10. Juli 2019 - 23:23 #

Ich weis ja nicht so recht. Ein gutes Geschwindigkeitsgefühl kommt in dem Video nicht auf. Sieht aus wie gemütlich mit 50 km/h vor sich hin getuckert.
Und wer bitte findet Nachtrennen toll? Mich nerven die einfach nur und haben mir den Spaß an Dirt 2.0 versaut.
Alles in allem, ein Spiel weniger zum kaufen.

firstdeathmaker 18 Doppel-Voter - 9283 - 11. Juli 2019 - 7:38 #

Also dir Nachtrennen im ersten Grid waren schon sehr geil, wo man am Anfang in den Sonnenuntergang fährt und am Ende die Sonne wieder aufgeht. Das waren einige der wenigen Momente die mir dauerhaft von Rennspielen in Erinnerung geblieben sind.

Flammuss 21 Motivator - - 25345 - 11. Juli 2019 - 7:57 #

Stimmt, so machen die Nachtrennen dann ja auch "Sinn".
In dem Video hier wirken sie eher so, als ob jemand noch seine tollen Lichteffekte präsentieren musste und die nachts einfach besser aussehen ;)

akoehn 17 Shapeshifter - - 7548 - 11. Juli 2019 - 10:45 #

Le Mans fahren und sich dann in der vorletzten Kurve verbremsen. Ärgert zwar sehr, ist aber wirklich eine lohnenswerte Erfahrung. Ich glaube, dass ich unbedingt Grid oder Dirt Rally mal wieder auspacken muss.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66028 - 11. Juli 2019 - 1:56 #

Das Gezeigte begeistert mich jetzt nicht so, da bleib ich wohl lieber weiter bei Forza Horizon 4.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40483 - 11. Juli 2019 - 10:14 #

Momentan eher uninteressant.

TheRaffer 21 Motivator - - 30302 - 11. Juli 2019 - 17:19 #

Hat mich auch nicht vom Hocker gehauen...

Slaytanic 24 Trolljäger - - 59284 - 11. Juli 2019 - 10:29 #

Das könnte durchaus was für mich sein.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 650630 - 12. Juli 2019 - 17:07 #

Für mich auch, habe den ersten Grid-Teil sehr gerne gespielt. ;)

Ganon 24 Trolljäger - P - 65868 - 12. Juli 2019 - 13:27 #

Grafisch ist das ja ziemlich schick, vor allem nachts, aber Rennspocht ist nicht so mein Ding.