Im Cockpit mit Chris Roberts

GC14: Star Citizen Preview

Auf der Gamescom 2014 wurde auch erstmals Star Citizen wirklich flieg- und spielbar einem größeren Journalistenpublikum vorgestellt, und 1.200 Fans trafen sich zum Vorführ-Event von Cloud Imperium Games. Wir ließen uns die neuesten Pläne von Chris Roberts persönlich erklären beziehungsweise vorspielen.
Jörg Langer 22. August 2014 - 19:00 — vor 4 Jahren aktualisiert
Rund eine Dreiviertelstunde verbrachten wir auf der Gamescom im Zwiegespräch mit Chris Roberts vor einem Großmonitor, auf dem die neueste Fassung von Star Citizen (beziehungsweise Arena Commander, siehe Kasten unten) lief. Zwei Dinge wollten wir ergründen: Wie wird sich Star Citizen eigentlich spielen, wenn es fertig ist? Und wann wird es fertig sein oder zumindest releasefähig, und in welchem Zustand?

Um es vorwegzunehmen: Wir konnten unsere Ziele nicht vollständig erreichen. Zwar erzählte uns Chris Roberts sehr ausdauernd von seinem mittlerweile 51 Millionen US-Dollar schweren Projekt, rannte in Raumstationen herum und erklärte intrikate Details, während wir uns im Hangar in einem Aufzug befanden – doch die großen Fragen schienen ihn nicht so sehr zu interessieren. Dafür können wir bestätigen, dass er sehr gerne sein eigenes Werk spielt: Immer wieder warf er sich, dabei überwiegend weiterredend, in Multiplayer-Partien mit drei wohl vorrangig zu diesem Zweck mit in der Booth sitzenden Cloud-Imperium-Angestellten an drei weiteren Rechnern. Das ist beruhigend, auch wenn es die Gesprächsführung das eine oder andere Mal erschwerte: Durchs neue Rennspiel-Modul flitzen und gleichzeitig Reporterfragen beantworten, das fällt selbst dem Schöpfer von Wing Commander schwer.
Der Meister von "Roberts Space Industries" höchstpersönlich führte uns sein Werk vor.

Der Weg zu Star Citizen

Arena CommanderWas ist das? Quasi der Vorab-Multiplayer-Modus von Star Citizen, mit dem sich bereits einige Schiffsmodelle fliegen lassen. Es gibt Spielmodi wie Vanduul Swarm (solo gegen Bots), FPS, Capture the Flag, in Kürze auch "Murray Cup" & Vanduul als Koop-Wave-Defense.
Stand:
Version 0.9 Anfang September, 1.0 Mitte Oktober

Squadron 42Was ist das? Die Solo-Kampagne von Star Citizen, die Chris' Bruder Erin Roberts betreut. Sie soll aus fünf Episoden mit je zehn Missionen bestehen. .
Stand: Für Q1 2015 ist die erste Episode geplant

Star CitizenWas ist das? Das eigentliche Hauptspiel mit persistenter Welt, die deutlich kleiner als die von Elite Dangerous werden soll, dafür viel individueller designt.
Stand: Ende 2015 soll "ein guter Teil" von Star Citizen für Backer zugänglich sein, 2016 könnte es fertig werden – was immer "fertig" genau bedeuten wird.
Neues in Version 0.9 und 1.0Chris verriet uns vieles von dem, was er zwei Tage später auf dem großen Gamescom-Usertreff vorführte und zum Besten gab, nähere Infos findet ihr dort. Der für in etwa einer Woche geplanten Version v.0.9 von Arena Commander (quasi dem Multiplayer-Testballon zu Star Citizen) wird "etwa sechs Wochen später" die 1.0 folgen. Sie soll unter anderem die nach Sternkonstellationen benannten Constellation-Schiffe bringen. Weitere aktuelle in Arbeit befindliche Neuerungen beziehungsweise Änderungen laut Chris Roberts sind Leaderboards, ein Sechs-Achsen-Flugmodell, die Erhöhung der Schiffsgeschwindigkeit um generell etwa 50% (die aktuelle Topgeschwindigkeit scheint die Constellation Mk3 zu besitzen, mit 400 kps, "kilometers per second") sowie ein Boost-Mode (quasi der Afterburner) für sämtliche Thruster eines Schiffs, samt riesigem Treibstoff-Hunger.

Während er uns solche Dinge erzählt (und noch sehr viel mehr ins Detail gehende Geschichten, die wir oft gar nicht verstehen, zumindest aber nicht einordnen können), versuchen wir, uns an das große Ganze heranzutasten. Warum ist es zum Beispiel wichtig, in einem Hangar als Avatar herumzulaufen, um sein Schiff herum, mit dem Lift nach oben, von dort dann wieder aufs Schiff zu schauen? "Ich wollte das. Es macht die Immersion größer." Und muss wirklich auch noch ein Firstperson-Shooter einge
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baut werden, mit Stealth-Elementen, mit Items einsammeln, mit Konversationssystem? Was soll das bringen? Sinngemäß gibt's dieselbe Antwort. Wichtiger ist Roberts aber, uns die verschönerten Hangars zu präsentieren, die ein komplettes Redesign hinter sich hätten, mit irgendwelchen geometrischen Grafikbesonderheiten.

Wir fragen Chris Roberts, ob Elite Dangerous nicht ausreichend detailliert sei und überdies den Vorteil gegenüber Star Citizen habe, viel weiter fortgeschritten und nicht nur in Teilaspekten spielbar zu sein. Antwort: "Ich freue mich auf Elite Dangerous. Ich habe es auch unterstützt." Ähnliches erzählte uns auch schon David Braben (Elite Dangerous), offenkundig glauben spieleentwickelnde Millionäre, ein paar Euro für den Mitbewerb seien lobens- oder zumindest erwähnenswert. Dann kommt aber doch noch Substanzielleres von Roberts: "Elite Dangerous hat zurzeit zwei Raumstationstypen. Die Stationen haben ansonsten zwar andere Namen und Preise für die Handelsgüter, gleichen sich aber ansonsten extrem. Wir machen das anders, bei uns ist jeder Hangar individuell. Ich halte das für wichtig fürs Spielgefühl."
Auch über Planeten wird gekämpft, und ihr sollt sogar auf den Himmelskörpern landen und sie erforschen können.
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