Kellergeister

Dungeons 2 Preview

München ist für seine Keller berühmt. Salvatorkeller, Augustinerkeller, Löwenbräukeller… Jetzt kommt noch ein weiterer dazu, ein Mix aus Echtzeit-Strategie und Dungeon Keeper. Allerdings lauern in Dungeons 2 keine Bierleichen, sondern das personifizierte Böse!
Mick Schnelle 19. März 2015 - 1:05 — vor 2 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Kleiner Exkurs in die hohe Kochschule: Was macht einen guten Eintopf aus? Simple Zutaten, die sich in Kombination mit der richtigen Zubereitung zu einem köstlichen Ganzen vereinen und die selbst nach mehrmaligem Aufwärmen immer noch lecker sind. Na, Appetit bekommen? Vielleicht gilt das ja auch für Dungeons 2. Denn das neue Spiel des Münchner Entwicklerteams Realmforge nimmt eine ordentliche Portion Dungeon Keeper und verbindet es mit mehr als einer Prise Warcraft zu einem Mix, der die Designfehler des Vorgängers, wie hektische Missionen in langweiligen Gewölben, vergessen machen könnte.

Versauter Sieg
Mit dieser Maschine werden Fallen produziert.
Vorgänger? Ja, vielleicht erinnern sich die Älteren noch. Bereits 2010 versuchte Realmforge einen schmackhaften Dungeon-Keeper-Aufguss zu köcheln. Doch eine GamersGlobal-Wertung von 6,5 deutet nicht gerade auf einen Genreklassiker hin. Wenn die Leserwertung gar bei 5,8 Punkten landet, war selbst Redaktionsnörgler Mick Schnelle seinerzeit wohl ein klein wenig zu optimistisch. Entsprechend kritisch wagte sich der ältere Herr in die neuen Gewölbe „Made in Munich“ – und wurde kräftig überrascht.

Denn gleich zu Beginn findet sich das unendlich Böse, das durchaus passende Bildschirmego von Meister Schnelle, statt im Keller in einer Oberwelt wieder. Diese sieht wie ein zeitgemäß aufgehübschtes Azeroth aus, jener allseits beliebten WarCraft-Welt. Natürlich ist sie es nicht, aber vor allem die Farbwahl und die blockigen Bäume erinnern doch stark an das blizzardsche Fantasyreich. Viel Zeit sich das anzugucken, bleibt aber nicht, denn gleich geht es in die erste Schlacht. Es gilt, die gesamte Landkarte von Feindeinheiten zu befreien, wozu der böse Held per gewohnter RTS-Steuerung über die Landschaft gescheucht wird. Um die Gegner muss man sich kaum kümmern, die erledigt die KI quasi von allein. Ab und an mal ein Klick hier und da, schon ist das erste Land erobert und… es könnte so schön sein, wären da nicht die garstigen Spieldesigner gewesen, die Meister Schnelles Sieg per Cutscene in eine herbe Niederlage verwandelt hätten. Der böse Herrscher findet sich allein im düsteren Keller wieder, die Schergen haben sich vom Acker gemacht. Und nun?
 
Auf der Oberwelt liegen Missionsziele oder Städte, die in regelmäßigen Abständen Heldengruppen gegen uns aussenden.
 World of DungeonCraftNach dieser Wendung beginnt Dungeons 2 erst so richtig und führt uns in das zweite wichtige Spielelement ein, die Dungeon-Verwaltung. Zunächst einmal gilt es genügend Gold abzubauen, um weitere Schergen und Krieger anheuern zu können. Denn eins steht fest: Unseren düsteren Beherrscher gelüstet es nach Rache! Darum schwört er sich, sämtliche Lande der Menschen einzunehmen und zu verwüsten. Ein erneuter Blick auf den Bildschirm offenbart den momentan noch übersichtlich
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en Gewölbekeller. Der ist öd und leer, doch nein, ein paar niedere Schergen wuseln doch darin herum und sind mehr als willig, Anweisungen ihres düsteren Beherrschers zu befolgen.

Wer sich noch an Peter Molyneux‘ Dungeon Keeper erinnert, erkennt auch gleich den zur Hand mutierten Mauszeiger und die Gewölbesteuerung von Dungeons 2. Denn anders als in den Oberweltgefechten werden im heimischen Gewölbe die Einheiten nicht RTS-like markiert und in die Schlacht geschickt. Stattdessen muss jede Kreatur einzeln aufgenommen und da abgesetzt werden, wo sie  gebraucht wird. Anfangs müssen wir im Gewölbe erst mal neue Räume freilegen, um Gold zu lagern und später auch Bier zu brauen – sämtliche Vorräte existieren nicht einfach als Zahlenwert, sondern tauchen, etwa als Kisten oder Fässer, in der Spielwelt auf und benötigen Platz. Bier brauchen die Orks, die unsere ersten bewaffneten Truppen darstellen. Denn die Feinde schlafen nicht: Immer wieder dringen biestige Heldengruppen in unser lauschiges Gewölbe ein, und machen sich daran, das Herz des Dungeons zu zerstören. Gelingt ihnen das, würde das Ende unseres finsteren Beherrschers drohen.
Mit Magie geht alles besser. Die leuchtet nicht nur blau, sondern dient auch dem Erforschen von Zaubersprüchen.
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