Die Rückkehr der Drachen

Dragon Age - Inquisition Preview

Eine zur freien Erkundung einladende Spielwelt, actionreiche Echtzeitkämpfe, eine verbesserte Taktikansicht und ein gelungenes Gruppensystem – die Zutaten für das neue Dragon Age klingen vielversprechend. Ob das Gebräu am Ende auch tatsächlich schmecken könnte, erfahrt ihr in unserer E3-Preview.
Christoph Vent 17. Juni 2014 - 18:34 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Nach dem famosen Dragon Age - Origins zeigten sich viele Fans von dessen Nachfolger enttäuscht. Nicht, dass Dragon Age 2 (GG-Test: 8.5) ein schlechtes Spiel gewesen wäre. Eher waren es einzelne Designentscheidungen wie das häufige Backtracking und die recycelten Levelabschnitte, die Spielern sauer aufstießen. Mit dem dritten Teil der Rollenspiel-Reihe, Dragon Age - Inquisition, möchte Bioware nun nicht einfach nur Wiedergutmachung betreiben, sondern einen neuen Glanzpunkt in der Serie setzen. Die Spielwelt soll größer als die aus den ersten beiden Teilen zusammen sein, und auch bei der Inszenierung der Kämpfe und der Geschichte möchte Bioware die Messlatte höher legen. Auf der E3 bekamen wir eine ausführliche Präsentation des Spiels zu sehen.

Zu der Story von Dragon Age - Inquisition sind bisher nur wenige Details durchgesickert. Das ändert sich auch mit der Gameplay-Demo auf der E3 nicht. Wir erfahren lediglich, dass wir die Inquisition anführen, um die Welt vor dem Bösen zu retten. Wer oder was aber genau dieses Böse ist, bleibt offen. Fest steht hingegen, dass das RPG in Ferelden, dem Schauplatz von Dragon Age - Origins, und Orlais spielt.

Prall gefüllte Spielwelt
Obwohl es sich um keine offene Spielwelt wie in Skyrim handelt, haben wir genügend Raum zum freien Erkunden.
Besonders stolz sind die Entwickler auf die offene Spielwelt, wobei "offen" hier nicht im Sinne eines Skyrim (GG-Test: 9.5) ausgelegt werden sollte. Stattdessen wird es sich um große, frei erkundbare Regionen handeln. Dass Dragon Age - Inquisition erneut Schlauchabschnitte enthalten wird, können wir daher nicht ganz ausschließen. Allerdings hinterlassen die uns präsentierten Gebiete den Eindruck, dass genügend alternative Routen und auch ausreichend offene Plätze vorhanden sind. Zudem erinnert uns Dragon Age - Inquisition mit seinen hübschen Landschaften des Öfteren an das Bethesda-Rollenspiel: Links von uns führt ein malerischer Flusslauf vorbei, der wenige hundert Meter weiter in einen Wasserfall mündet. Zu unserer Rechten befindet sich ein dicht bewachsener Wald, und in der Ferne erblicken wir ein Gebirge, an dessen Fuße das Redcliffe Castle liegt. Laut Creative Director Mike Laidlaw werden wir alle diese Orte, also auch die Berge, innerhalb des Spiels aufsuchen. Größere Distanzen überwinden wir entweder per Schnellreise zu einem freigeschalteten Lager oder auf dem Rücken eines Pferds.

Die Spielwelt scheint den Designern bestens zu gelingen: Sofort verspüren wir den Drang, hinter jeder Ecke nach Überraschungen zu suchen. Unser Entdeckergeist wird häufig belohnt, sei es nun durch Schatzkisten oder NPCs, die uns Nebenaufträge anbieten. Auch Pflanzen, die wir zur Herstellung von Zaubertränken benötigen, sprießen überall aus dem Boden. Praktischerweise wird uns auch schon aus mehreren Metern Entfernung angezeigt, um welches Kraut es sich handelt, sodass die Suche nach Zutaten nicht zu aufwendig ausfällt.

Zivilisten mit Eigenleben
In der Echtzeitvariante fallen die Kämpfe sehr actionlastig aus.
Wenig später scheuchen wir einen Waschbären auf. Wir laufen ihm hinterher und locken dabei auch einen ausgewachsenen Braunbären an. Ein größeres Problem für unsere Party stellt er aber nicht dar. Unsere Aktionen sollen sich übrigens nachhaltig auf die einzelnen Regionen in Dragon Age - Inquisition auswirken. Jagen wir gezielt eine bestimmte Tierart, soll diese in Zukunft weniger in diesem Gebiet vertreten sein, im schlimmsten Fall sogar komplett verschwinden.

In einem kleinen Küstenörtchen erleben wir das Eigenleben der NPCs. Die Bürger der Siedlung gehen ihrem eigenen Tagesablauf nach und plaudern miteinander über aktuelle Geschehnisse. Wie in Skyrim fühlen wir uns dadurch gleich dazu verleitet, einfach mal stehen zu bleiben und den Gesprächen zu lauschen.

Monströse DrachenKurz darauf bestreiten wir einen ersten größeren Kampf, als wir auf mehrere Banditen treffen. Die haben sich bereits über die umliegenden Häuser hergemacht und diese nach ihrem Raubzug in Brand gesteckt. Wie uns Mike Laidlaw erzählt, sollen Gegnergruppen wie auch unsere Abenteurergruppe stets im Team agieren. Davon können wir uns auch gleich überzeugen, denn unsere Feinde nutzen nicht nur geschickt ihre unterschiedlichen Fähigkeiten, sondern versuchen uns ebenso zu umgehen und in den Rücken zu fallen. Mit unserer Magierin nehmen wir die Banditen mit einem Eiszauber aufs Korn. Die Bogenschützin unterstützt uns aus der Ferne, während die zwei Nahkämpfer fürs Grobe zuständig sind. Zu jeder Zeit dürfen wir frei zwischen den Charakteren wechseln, wobei aber auch die KI unserem Eindruck nach einen sehr guten Job macht. Allerdings wissen wir nicht, auf
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welchem Schwierigkeitsgrad das Spiel lief. Wir vermuten, dass dieser zu Präsentationszwecken eher niedrig eingestellt war.

Das Highlight ist der anschließende Kampf gegen einen ausgewachsenen Drachen, der von mehreren kleinen unterstützt wird. Hier braucht unsere Kämpferriege nun schon etwas mehr Geschick, um siegreich hervorzugehen. Um den Feuerspucker vom Himmel zu holen, müssen unsere Magierin mit ihrem Eiszauber und die Bogenschützin zusammenarbeiten. Die beiden Nahkämpfer kümmern sich derweil um die nervigen Nachkommen am Boden. Als der Drache landet, sind seine Beine schnell als seine Schwachstelle ausgemacht. Einfach auf sie loszustürmen, wäre aber zu gefährlich. Stattdessen müssen wir Ruhepausen abwarten, um ihn aus nächster Nähe zu bearbeiten.

In diesem Kampf zeigt sich aber auch, wo Bioware bis zum Release im Oktober noch Hand anlegen muss. So funktioniert die Kollisionsabfrage noch nicht wie gewünscht. Um uns abzuwehren, schlägt der Drache beispielsweise regelmäßig mit seinen Flügeln um sich. Und obwohl wir des Öfteren mit unseren Charakteren in Reichweite sind, haben seine Abwehrmaßnahmen oft keinen Einfluss auf uns.
Die Duelle gegen die riesigen Drachen gehören zweifelsohne zu den Highlights und erfordern gut koordinierte Angriffe.

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