Dead Island 2

Dead Island 2 Preview+

Besuch im überrannten L.A.

Hagen Gehritz / 13. März 2023 - 16:00 — vor 49 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5XOneXbox X
Action
Egoshooter
ab 18
18
Plaion
21.04.2023
Link
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Teaser

Element-Effekte, Umgebungsgefahren und mehr in den interessanten Umgebungen machen Lust darauf, bald noch mehr Zombies in Los Angeles über den Jordan zu schicken.
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Deep Silver und Dambuster Studios stellten GamersGlobal rund einen Monat vor dem Launch bereits eine Vorabversion von Dead Island 2 für Xbox Series X zur Verfügung. Mit dieser Fassung konnte ich ungefähr die ersten fünf Spielstunden der Zombiemetzelei erleben.

In Dead Island 2 wurde L.A. durch eine Zombie-Apokalypse in ein Höllenloch verwandelt und das Intro zeigt, wie die sechs wählbaren Charaktere mal auf offiziellen Wegen auf das letzte Evakuierungsflugzeug gelangen und mal alternative Wege wählen, wie sich während des Starts am Fahrwerk festzuklammern. Schon diese Einführung zeigt mit ihrer humorvollen Art, wo es lang geht. Alle sechs (ja, auch der blinde Passagier am Fahrwerk) treten sehr selbstbewusst und entspannt auf, als ging es darum, bald VIP auf einer besonderen Feier zu sein und nicht um die Flucht aus der Hölle auf Erden. Natürlich wird daraus nichts: Einer der Leute an Bord war infiziert und verwandelt sich in einen Untoten und so startet das Spiel in den Trümmern des Wracks. Kurz darauf wird man selbst gebissen, doch ist zum Glück immun. Also sucht man von Bel-Air aus nach Mitgliedern von Armee und Regierung, um ihnen diese wichtige Neuigkeit mitzuteilen. Meine Reise führte mich zu einem Hotel dort und einem Filmstudio in Beverly Hills und machte Lust auf mehr!
Auf Schritt und Tritt erwarten euch Zombies, die recht bald wieder respawnen – was in Außenarealen weniger irritiert als in Innenräumen. 
 
 

Sechs spielbare Figuren

Jeder der sechs zu Wahl stehenden Spielfiguren schneidet bei einem der Charakterwerte besonders gut ab und hat je zwei besondere passive Fähigkeiten; es handelt sich gewissermaßen also um eine Wahl der Startklasse. Ob ihr Boni durch aggressives Vorgehen, gutes Blocken oder andere Aktionen erhaltet, beeinflusst ihr durch das Anlegen freigespielter Fähigkeiten (in Form von Karten mit Pulp-Comic-Illustrationen). Einige der Fähigkeiten sind wiederum nicht für alle Figuren ausrüstbar. Die zwei Startperks der anderen Charaktere werden sich dabei jedoch nicht erbeuten lassen. Habt ihr euch einmal festgelegt, müsst ihr ein neues Spiel starten, wenn ihr einen der anderen Slayer ausprobieren wollt.
 
Jede Figur kommentiert das Geschehen mit lockeren Sprüchen, die sich von Charakter zu Charakter unterscheiden. Allgemein ist der Humor allgegenwärtig. Mein Charakter Ryan wirkt zunächst wie ein Feuerwehrmann, durch viele Andeutungen merke ich aber: Eigentlich ist er ein kostümierter Stripper. Den NPCs geben die Entwickler ebenfalls einen dicken Satire-Anstrich. So wird bald die Villa einer britischen B-Movie-Schauspielerin zum Hub. Deren Assistent glaubt felsenfest, dass ihre Fans bereits eine Crowdfunding-Kampagne für ihre Rettung auf den Weg gebracht haben. Als Auftraggeber für Nebenquests begegneten auch mir ein alter Westernstar mit Scharfschützengewehr und Hugh Hefner-Bademantel und eine Influencerin auf der Suche nach dem ultimativen Zombieklatschen-Clip. Letzterer half ich, indem ich heranwankende Zombiehorden erst vom Dach und durch das Oberlicht kickte, eine weitere Welle um ihre Gliedmaßen erleichterte und eine letzte zu laufenden Fackeln machte, während sie in sicherer Höhe mit ihrer GoPro draufhielt. Nachdem ich die Aufgaben der beiden erledigt hatte, lungerten sie ebenfalls im Hub herum.
Der Sprungtritt wurde schnell zu einem meiner liebsten Moves, da ich damit gut die Feinde in die vielen Umgebungsgefahren stoßen konnte.
 

100 Wege Zombies zu töten

Das Kampfsystem wirkt auf den ersten Blick nicht zu komplex. Ihr habt leichte und aufgeladene Angriffe. Ausdauer verbraucht sich aber nur durch aufgeladene Schläge und andere besondere Aktionen. Dazu kommen weitere Manöver, die ihr durch Fortschritt in der Story freischaltet. So konnte ich irgendwann den Block-Skill durch einen Ausweichschritt ersetzen, beide ermöglichen es euch, Feinde zu betäuben, wenn ihr erst im letzten Moment dem Angriff entgeht.

Mehr Tiefe kommt zum einen durch die vier Waffeneigenschaften der zahlreichen Stabwaffen, Messer, stumpfen Prügel & Co. ins Spiel. Mit Angriffswerkzeugen vom Frenzy-Typ schlagt ihr immer schneller und schneller zu, wenn ihr draufloshackt. Maim-Waffen fügen Gliedmaßen kritische Treffer zu und wieder andere eigenen sich besonders für Hiebe auf den Kopf. Deswegen und wegen der Effekte, die ich durch Crafting hinzufüge, lohnte es sich, taktisch die Waffe zu wechseln. Dass die Haltbarkeit nachlässt hat mich nicht genervt, da das nicht so schnell passiert und sich alles an Werkbänken reparieren lässt.

Zum anderen rückt ihr Zombies mit Element-Effekten wie Feuer und Elektrizität zuleibe. Hier gefiel mir sehr, wie das dynamisch ins Level-Design einfließt. Mit Ölkanistern kann ich eine schmierige Spur legen, die ich dann anzünde. Andersherum kann ich mit Wasserkanistern das Feuer löschen, Säurelachen wegspülen oder strategisch Pfützen in der Nähe von Stromquellen erzeugen. Ihr könnt auch in Zombies grätschen oder ihnen einen Sprungtritt verpassen und es wurde für mich nicht alt, zum Beispiel eine Batterie auf einen Benzinkanister zu werfen und dann nahe Zombies per Sprungtritt in das daraus resultierende Flammeninferno zu schicken.
Natürlich muss der sturzbetrunkene Altrocker Rikky lautstark Musik hören und so Horden anlocken, während ich versuche, seine Tore zu schließen. Und natürlich hat er nicht erwähnt, dass ein Haufen Zombies in seiner Garage lauert.
 

Tödliches Los Angeles

LA kam nicht als Open World daher, sondern bestand aus mehreren offenen Zonen, in denen die betretbaren Häuser abseits der Straßenzüge auch jeweils einen eigenen Charakter versprühten. Sehr stimmungsvoll waren auch die detaillierten Umgebungen der Hauptmissionen wie ein als Evakuierungszentrum genutztes Hotel und ein Filmstudio inklusive Zombies in Kostümen.

Die ersten Stunden führten dazu in schöner Regelmäßigkeit neue Elemente ein. Ob starke Spezialzombies wie muskelbepackte Riesenexemplare oder weitere Standard-Gegnertypen wie Zombies mit Sprenggürteln, die ich gerne in Gruppen gekickt habe, nachdem ich durch Schläge ihren Sprengstoff aktiviert hatte. Dazu kommen auch neue Wurfitems wie Ninja-Sterne oder Köder, die sich mit der Zeit automatisch aufladen und daher eher wie ein Skill funktionieren.
 
Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)

 
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Meinung: Hagen Gehritz

In der Hauptstory galt es auch schonmal, ein Haus nach Spuren einer gesuchten Person zu untersuchen und kleine Umgebungsrätsel sorgen ebenfalls für etwas Abwechslung, aber die meiste Zeit drescht ihr auf die allgegenwärtigen Zombies ein und das macht Spaß. Schusswaffen fand ich in meinen Stunden mit Dead Island 2 noch gar nicht, aber ich habe sie auch noch nicht vermisst, denn das Eindreschen auf die Feinde fühlt sich schön wuchtig an und wird durch einen Slow-Motion-Effekt bei besonders effektiven Manövern oder dem letzten Gegner einer Gruppe zusätzlich gut in Szene gesetzt. Die Kämpfe verlassen sich nicht nur auf die Gore-Effekte, sondern bieten spielerisch viele spaßige Elemente. Die aberwitzige Brutalität ist durch die Trefferzonen nicht reiner Selbstzweck, so kann es sich durchaus lohnen bei flinken Zombietypen auf die Beine zu zielen.

Die Umgebungen sind nicht nur stimmig gestaltet, sondern sind taktisch relevant. Und nicht nur durch die Element-Effekte. In einer Nebenquest trat ich Zombies genussvoll vom Dach und im Hotel gibt es allen Ernstes einen Pool voller Säure. Mein einziger größerer Kritikpunkt ist, dass die Gegner sehr flott nachspawnen. Mir passierte es ein paar Mal, dass ich mich an eine Abzweigung erinnerte, die ich noch nicht genommen hatte oder wieder ein paar Flure zurück ging, um ein Schlüssel-Item für eine optionale Belohnung zu suchen und dann wimmelte es dort schon wieder vor Feinden. Abgesehen davon hoffe ich, dass die RPG-Elemente nicht dazu führen, dass spätere Gegner mit höherem Level zu Schadensschwämmen werden, wenn man das Crafting nicht optimal ausnutzt

Doch wenn Dead Island 2 das Niveau der ersten Stunden hält, erwartet uns im April eine witzige Zombie-Schlachtplatte mit einem wirklich gut umgesetzten Kampfsystem – definitiv besser als damals im ersten Teil.
DEAD ISLAND 2
Vorläufiges Pro & Contra
  • Sehr spaßiges Kampfsystem mit ausgeprägten Elementar-Faktor
  • Interessante Umgebungen wie Hotel mit Pool voller Säure, die Erkundung belohnen
  • Humor durch überdrehte Charaktere
  • Gegner Respawnen schon, wenn man nur ein paar Räume weiter geht
  • Fällt die Balance der RPG-Elemente gut aus oder werden hochlevelige Zombies zu anstrengend?
Aktuelle Einschätzung
Die Kämpfe gegen die allgegenwärtigen Zombies nutzen sich in den ersten Stunden nicht ab, vielmehr motiviert das Ausnutzen der Umgebung, während in angenehmem Tempo neue Feinde und Fähigkeiten eingeführt werden.
Gut
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Hagen Gehritz 13. März 2023 - 16:00 — vor 49 Wochen aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 168472 - 13. März 2023 - 15:00 #

Viel Spaß mit der Preview!

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 99676 - 13. März 2023 - 15:16 #

Frag mich warum sie den Titel weiter Dead Island nennen.

Hagen Gehritz Redakteur - P - 168472 - 13. März 2023 - 16:03 #

Semantisch sicher schwierig, ist aber eben der etablierte Serienname und man kriegt das, was man damit verbindet. Gerade im Hotel kamen auch durchaus ein gewisses Feeling wie im ersten Teil auf.

McRaider 11 Forenversteher - 785 - 13. März 2023 - 20:53 #

Ist halt schon ne "etablierte" Marke. Kann ich durchaus verstehen.

Deepstar 16 Übertalent - 4903 - 13. März 2023 - 21:35 #

Gibt so viele Spiele, wo die Fortsetzungen andere Namen tragen und eigentlich sind Spiele- und Filmuniversen doch bei jeder großen Firma das Thema der Stunde.

Also keine Ahnung was Deep Silver geritten hat, dieses Spiel so zu benennen anstatt das dazugehörige Universum auszubauen.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110348 - 13. März 2023 - 21:59 #

Wohl meist durch das Franchise samt Spielmechanik. Da L.A. (oder gar ganz Kalifornien) anscheinend von der Außenwelt abgeschottet ist, könnte man L.A. als "isolierte Insel" als solches verstehen.

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 99676 - 14. März 2023 - 5:50 #

Mhm, das würde tatsächlich sowas wie Sinn ergeben. :)

Green Yoshi 22 Motivator - P - 35807 - 13. März 2023 - 16:21 #

Knapp neun Jahre nach dem ersten Angespielt-Artikel auf GamersGlobal wird es also tatsächlich fertig. ;-)

https://www.gamersglobal.de/news/89957/gc14-dead-island-2-angespielt?page=0,0

Gedracon 19 Megatalent - - 19462 - 13. März 2023 - 16:24 #

Sicher ein Thema für ein längeres Post-Mortem.

Gedracon 19 Megatalent - - 19462 - 13. März 2023 - 16:22 #

Endlich kommt es raus und macht auch noch nen guten Eindruck. Hatte keine großen Erwartungen nach der ganzen Entwicklungsgeschichte, freu micht jetzt auf Zombie-Splatter-Hirnfrei Action mit stumpfen Humor (muss ja nicht immer alles politisch korrekt sein).

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110348 - 13. März 2023 - 19:00 #

Also ich freu mich. Lange genug drauf gewartet. Zwar schade, daß keine Open World, aber wenn's so ist wie in den Vorgängern mit großen Arealen, dann ist es OK.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40034 - 13. März 2023 - 19:24 #

Vielleicht drehen sie noch was an dem schnellen Gegner-Respawn. Ansonsten sieht das durchaus spaßig aus. :)

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110348 - 13. März 2023 - 20:15 #

Das ist in den Vorgängern auch so. Gibt wenigstens XP ;).

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 8063 - 13. März 2023 - 19:24 #

Das wird ein spaßiges Gemetzel!

euph 30 Pro-Gamer - P - 129519 - 14. März 2023 - 6:33 #

Ich glaube, damit werde ich Spaß haben.

Gorkon 21 AAA-Gamer - - 29195 - 14. März 2023 - 9:19 #

Für mich sieht es so aus, als würde man in den ersten 2-3 Stunden Spass haben, bevor es alles wieder genauso eintönig wird wie im ersten Teil. Ich lasse das Spiel daher links liegen.

Flooraimer 15 Kenner - P - 3040 - 15. März 2023 - 8:17 #

Das ging mir beim spielen von Teil 1 genauso.

MicBass 21 AAA-Gamer - P - 28875 - 16. März 2023 - 7:52 #

Die Sorge hab ich auch.

euph 30 Pro-Gamer - P - 129519 - 16. März 2023 - 8:23 #

Teil 1 ist schon lange her, kann mich gar nicht mehr erinnern, wie lange ich den gespielt habe. Durch jedenfalls nicht, aber mehr als drei Stunden waren es garantiert auch.

Hagen Gehritz Redakteur - P - 168472 - 16. März 2023 - 10:22 #

Ich fand Teil 1 auch spätestens eintönig, als man in die Stadt kam. Wie gesagt, für die Preview habe ich immerhin schon fünf Stunden spielen können und da ging es mir nicht so.

Gorkon 21 AAA-Gamer - - 29195 - 16. März 2023 - 12:29 #

Beim anschauen der Preview hatte ich gleich ein Déjà Vu. Musste sofort an Teil 1 denken und wie ich mich nach anfänglicher Begeisterung später am Strand durchgeqält habe ob des immer gleichen Gameplays. Das brauche ich nicht mehr, bei so vielen Spielen auf meinem Berg.

DerBesserwisser 17 Shapeshifter - P - 7790 - 14. März 2023 - 9:25 #

Abgesehen von der Respawn-Rate klingt das recht spassig, dank Deep Silver könnte es (mit ein bisschen Glück) auch in meiner Spielebibliothek landen.

rammmses 22 Motivator - P - 32518 - 14. März 2023 - 10:10 #

Wirkt im Vergleich zu Dying Light 2 schon eher altbacken, aber allein für das spektakuläre neue Splatter-System werde ich es wohl holen. Das ist recht beeindruckend gemacht.

Wummhelm 15 Kenner - P - 3082 - 14. März 2023 - 10:15 #

Ich hab zwar Dying Light 2 ausgelassen, aber auf Dead Island 2 habe ich Bock drauf.

Mersar 17 Shapeshifter - P - 7146 - 15. März 2023 - 9:16 #

Bleibe bei Dying Light 2 (obwohl Techland den Dualsense-Support auf PC rausgenommen hat), weil mich die Respawnrate beim ersten Teil von Dead Island schon extrem genervt hat und man den Eindruck hatte, dass dies schlicht der Verlängerung der Spielzeit diente, weil man sehr schnell eh nur das Gleiche machte.