Cult of the Lamb

Cult of the Lamb Preview

Belämmertes Sekten-Roguelike

Dennis Hilla / 14. Juli 2022 - 15:00 — vor 3 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5SwitchXOneXbox X
Roguelike
Massive Monster
Devolver Digital
11.08.2022
Link

Teaser

Vom Opferlamm zum Anführer einer eigenen Sekte. Was wie eine amerikanische Erfolgsgeschichte klingt, ist das Prinzip des Roguelikes von Massive Monster, dass wir ausführlich anspielen konnten.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Aus dem Indie-Segment sind Roguelikes nicht mehr wegzudenken. Frühe Vertreter wie The Binding of Isaac, FTL oder Darkest Dungeon haben eine riesige Fan-Gemeinde um sich geschart und es geschafft, die zufallsgenerierte Darreichungsform in gewisser Weise in den Mainstream zu bringen. Beispielsweise durch das PS5-exklusive Returnal (im Test, Note: 8.0) von Housemarque oder die Mooncrash-Erweiterung für Prey (im Test, Note: 7.5). Aber letztlich sind Permadeath und knackige Schwierigkeitsgrade wohl doch etwas zu speziell für die breite Masse. Daran ändert auch der Erfolg von Titeln wie Hades (im Test, Note: 9.0) nur wenig.

Schade eigentlich, denn die Zufallsmechanik lässt sich auf vielfältige Art und Weise einsetzen. Sei es bei dem Bau eines eigenen Raumschiffes, in Twin-Stick-Shootern oder auch zum Teil in der Echtzeit-Strategie. Mit Cult of the Lamb will das Entwicklerstudio Massive Monster nun einen zweigeteilten Ansatz liefern. Als ehemaliges Opferlamm, dass der Schlachtbank gerade so entgehen konnte, sollt ihr euren eigenen Kult aufbauen. Wenig überraschend bei dem Namen, ich weiß.

Spannend ist das Spiel dadurch, dass ihr zum einen ein Action-Adventure spendiert bekommt. Auf der anderen Seite steht hingegen Basebuilding mit kleineren Survival-Elementen. Das ist in der Tat ein wilder Mix, der mit all seinen Ambitionen auch gehörig auf die Schnauze fliegen kann. Nach einer ausgiebigen Runde mit einer Preview-Version kann ich sagen: Die beiden unterschiedlichen Spieltypen passen sehr gut zusammen, aber ich sehe auch noch einige mögliche Stolpersteine.
Beinahe wäre es aus gewesen mit dem Lämmchen. Jetzt heißt es, sich an den vier Bischöfen zu rächen!
 

Rettung in letzter Sekunde

Die Anhänger des alten Glaubens sind wahrlich keine netten Zeitgenossen. Ich, ein kleines, süßes Lamm, soll für ihre Götter geopfert werden. Doch bevor das Beil meinen Kopf von den Schultern trennen und die vier Bischöfe frohlocken können, werde ich von unerwarteter Seite gerettet. Jener, der wartet, entzieht mich in letzter Sekunde dem Scharfrichter und schenkt mir ein zweites Leben. Doch natürlich ist diese Wohltat an eine Kondition geknüpft: Ich soll einen Kult in seinem Namen gründen und zu ungeahnter Größe führen.

Dabei hilft mir Rattau die Ratte, die nahezu enzyklopädisches Wissen über den Aufbau einer Sekte verfügt. Mit ihrer Unterstützung werbe ich die ersten Anhänger des alten Glaubens ab, baue die ersten Gebäude in meiner Basis und sie gibt mir auch im Namen meines neuen Gebieters das oberste Ziel weiter: Die vier Bischöfe finden und töten. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, doch aus Dank gehe ich sie voll motiviert an. Religion mit Religion bekämpfen, genial!
Gelegentlich haben eure Anhänger kleinere Quests für euch, die den Glauben steigern.
 

Eifrige Untertanen

Eure Anhänger sind nicht bloß dazu da, um euch zu huldigen. Als fromme Untergebene arbeiten sie natürlich auch hart für die Gunst des Propheten. Wenn ihr sie indoktriniert, dürft ihr aus diversen Presets ihre Optik anpassen und sie haben diverse Eigenschaften, die euren Glauben steigen oder sinken lassen, beispielsweise wenn sie krank werden oder Hunger haben – die wichtigste Ressource in Cult of the Lamb. Sinkt der Glaube auf null, ist Feierabend.
Mit Rattau könnt ihr euch im Würfelspiel Astragaloi messen.


Nach der Indoktrination könnt ihr euren Untertanen noch Aufgaben zuweisen. Ihr lasst sie Steine oder Holz sammeln oder schickt sie an den Schrein zum Beten. Das ist durchaus wichtig, denn so generieren sie Hingabe. Die Ressource ist nötig, um göttliche Inspiration zu erlangen, was schlussendlich dazu führt, dass ihr neue Gebäude am Schrein freischalten könnt. Beispielsweise Betten, ein Gemüsebeet oder auch Gräber für verstorbene Anhänger.

Besonders wichtig bei den Gebäuden ist die Kochstelle. Hier fertigt ihr Mahlzeiten an, denn es gibt gewisse Survival-Anteile in Cult of the Lamb. So gibt es eine gemeinsame Hunger-Anzeige für alle Sektenmitglieder, wenn ihr etwas zu essen macht, gehen sie automatisch los und mampfen. Das Kochen selbst ist unspektakulär, hat aber ein kleines Minispiel: Ihr müsst einen Strich im richtigen Bereich eines Balkens anhalten. Nicht sonderlich schwer und nach einiger Zeit etwas nervig. Und wo ich es gerade von nervig habe: Ihr könnt auch direkt mit euren Vertrauten reden, sie zum Futtern schicken oder ihnen Geschenke und Segen verleihen. Dadurch steigt ihre Loyalität und sie letztlich im Level, was euch unter anderem mit mehr Hingabe und Gebetssteinfragmenten belohnt.
Haltet ihr genügend Predigten und habt zufriedene Untertanen, schaltet ihr neue Upgrades für euer Lamm frei.
 

Ich Glaube es nicht

Müsste ich ein Gebäude in eurer Basis als wahrlich essenziell betiteln, dann wäre es wohl der Tempel. In diesem haltet ihr Predigten, durch die ihr eure Anhänger versammelt und Treue erhaltet. Diese wird wiederum genutzt, um euer Lamm zu verbessern, habt ihr genügend gesammelt. Beispielsweise gibt es mehr Leben. Doch natürlich ist eine Predigt nicht das Einzige, das ihr im Gotteshaus machen könnt.

Beispielsweise gibt es da Rituale, die ihr abhaltet. Ein hübsches kleines Freudenfeuer stärkt den Glauben ungemein. Zum Abhalten solcher Events benötigt ihr Knochen, die sammelt ihr im Action-Teil von Cult of the Lamb, indem ihr die Skelette der getöteten Gegner verhaut. Makaber, aber irgendwie passend. Und dann gibt es da noch diverse Doktrinen, von denen ich in meiner Preview-Zeit aber nur wenige sehen konnte. Genannt sei an dieser Stelle „Gedanken lesen“, dadurch war es mir möglich, den Hunger und die Müdigkeit meiner Gefolgschaft zu sehen. Naja, da kommt hoffentlich noch etwas Besseres.

Neue Doktrinen erhaltet ihr, indem ihr Gebetssteine, beziehungsweise deren Fragmente, sammelt. Die gibt es, wie oben bereits erwähnt, durch Stufenaufstiege eurer Sektenmitglieder oder ihr findet sie auf euren Kreuzzügen durch die Gebiete des alten Glaubens.
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Die Untertanen beten und sammeln Rohstoffe, es gibt ein paar Beete und Betten. So muss eine Sektenbasis aussehen!
Dennis Hilla Redakteur - P - 168649 - 14. Juli 2022 - 15:00 #

Viel Spaß beim Lesen!

Hagen Gehritz Redakteur - P - 105595 - 14. Juli 2022 - 15:44 #

Beim Hilla geht's ja wohl mit dem Teufel zu?!

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71945 - 27. Juli 2022 - 13:08 #

Nein, er ist doch ein Unschuldslamm.

Maestro84 19 Megatalent - - 16051 - 14. Juli 2022 - 15:10 #

Ich müsste mal wieder Hades spielen.

Micha 18 Doppel-Voter - - 9314 - 14. Juli 2022 - 16:06 #

Also da habe ich jetzt spontan große Lust drauf, das zu spielen - liest sich echt gut und der Humor sagt mir auch zu :)
Danke für den Einblick!

Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 14. Juli 2022 - 19:35 #

Sieht gut aus, ist aber ein Roguelite. :)

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348136 - 14. Juli 2022 - 21:33 #

Kopfschüttelndes, gelangweiltes Gähn.

Gedracon 18 Doppel-Voter - - 9755 - 14. Juli 2022 - 23:46 #

Mir hat die Demo bereits gut gefallen, wobei ich mit dem normalen Schwierigkeitsgrad so meine Probleme hatte.
Freue mich auf die finale Version, auch wenn ich es wahrscheinlich nicht direkt zum Release hole.

SupArai 24 Trolljäger - P - 50710 - 15. Juli 2022 - 22:49 #

Cult of the Lamb werde ich mir bestimmt anschauen. Mir hat die Demo schon gut gefallen, wenn sie auch etwas zu kurz war, um einen genaueren Einblick zu geben.

Der Grafikstil gefällt mir und das Kampfgeschehen ging auch locker vom Joypad.

Special Reserve Games produziert übrigens ne physische Version. Da SRG in den USA sitzen, wird mir die mit Versand und Zoll aber bestimmt zu teuer.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 828716 - 16. Juli 2022 - 12:10 #

Scheint ja ein herrlich abstruser Roguelike/lite-Titel zu sein. ^^

Henning Lindhoff 19 Megatalent - P - 13740 - 19. Juli 2022 - 8:28 #

Schöne Preview. Mir ist das Konzept aber ein bisschen zu wild.

Gekko Goodkat 18 Doppel-Voter - - 11590 - 20. Juli 2022 - 9:37 #

Mir hat die Demo auch super gefallen, herrlich abgedreht. Wird vermutlich gekauft.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71945 - 27. Juli 2022 - 13:13 #

Die Szenario-Idee ist witzig und diese Mischung aus niedlichen Figuren und schwarzem Humor zieht immer. Nur spielerisch machen mich diese Roguelike/lite-Hack'n'Slays leider so gar nicht an.