Russischer Blitz

Blitzkrieg 3 Preview

Nach beinahe zehn Jahren Abstinenz lässt Nival die einst populäre Taktikserie wiederaufleben. Funktioniert das frühere Erfolgsrezept noch oder wirken die Echtzeitschlachten mit Polygonpanzern und Pixelexplosionen inzwischen veraltet? Wir haben die Early-Access-Version gespielt.
Jörg Langer 22. Mai 2015 - 15:08 — vor 1 Jahr aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wer sich an die ersten beiden Blitzkrieg-Teile noch erinnert, fühlt sich im jüngsten Ableger sofort heimisch, denn an der grundlegenden Spielmechanik haben die russischen Macher überraschend wenig verändert. Genau wie damals ist auch Blitzkrieg 3 ein Vertreter der Echtzeit-Taktik, und genauso wie damals führen wir eine überschaubare Anzahl an Panzern, Geschützen und Soldaten zu den Brennpunkten des Zweiten Weltkriegs. Spielbar sind die Deutsche Wehrmacht, die Rote Armee und die U.S. Army.

Echtzeit-Taktik statt RTSAnders als bei den Kollegen des Echtzeit-Strategiegenres heben wir unsere Streitkräfte nicht direkt auf dem Schlachtfeld aus und sammeln dort auch keine Rohstoffe. Blitzkrieg 3 konzentriert sich primär auf die Scharmützel und – dieser Teil ist neu – verlagert das Ressourcen- und Truppenmanagement in die Gefechtspausen. Im Zentrum steht nun nämlich eine "Multiplayer"-Kampagne. Für jede siegreiche Schlacht erhalten wir Nachschubpunkte, mit denen wir nach und nach eine Basis auf unserer „Heimatkarte“ hochziehen. Dort heuern wir Rekruten an, rüsten Veteranen auf und sichern uns Unterstützung in Form von Artilleriesalven oder Aufklärern, die wir dann in den nächsten Gefechten verwenden dürfen. Mit Bunkern, Geschützstellungen und Minenfeldern schützen wir zudem unser Feldlager vor feindlichen Angriffen.

Das klingt für Eingeweihte irgendwie nach F2P-Spielen à la Clash of Clans oder DomiNations, und wie dort können wir die Verteidigung nicht selbst übernehmen, sondern müssen sie der KI überlassen und bekommen nur das Ergebnis zu Gesicht. Genau wie wir in der Offensive nicht tatsächlich gegen menschliche Kontrahenten antreten, sondern ebenfalls deren Computervertreter bekämpfen. Ein etwas seltsames Verständnis von „Multiplayer“, das aber durchaus auch Vorteile hat. Wir müssen nicht lange warten, sondern bekommen umgehend den „passenden“ (sprich: ungefähr gleich starken) Gegner vorgesetzt.
Sind alle Gegner an einem Schlüsselpunkt besiegt, können wir die Basis mit unseren Truppen übernehmen.
 
Vom Luchs zum Panther zum Tiger
Infanterie kann sich in Gebäuden verschanzen. So sind sie schwerer zu entdecken und vor Feindfeuer geschützt.
Wie in den Vorgängern kontrollieren wir einzelne Fahrzeuge und Geschütze oder kleine Soldatenverbände: leichte und schwere Infanterie, Panzerschrecktrupps oder Scharfschützen. Die Gerätschaften sind historisch verbrieft, wenn auch nicht ganz historisch korrekt eingebunden. Blitzkrieg 3 ist schließlich immer noch ein Taktikspiel, keine Simulation. Das bedeutet, ein M5-Stuart-Spähpanzer kann auch einen deutschen Tiger-Panzer knacken – seine Granaten prallen zwar häufig ab, ein bisschen Schaden machen sie aber durchaus. Und auch die Schussreichweiten orientieren sich an Spielbarkeit, statt korrekterweise (relativ zu den Größen der Tanks und Bäume) über zig Bildschirm-Breiten hinweg zu reichen.

Längerfristig motivieren die Upgrades: Unsere leichten Panzer rüsten wir zu mittleren auf, dann zu schweren; die Modelle werden stets ein bisschen schlagkräftiger. Auch die Fußtrupps gewinnen im Verlauf der Kampagne an Kampfkraft. Dazu müssen wir zunächst Nachschubpunkte verdienen, dann unser Lager erweitern (alle Gebäude gibt es in verschiedenen Ausbaustufen) und schließlich in die Upgrades selbst investieren. Die ersten Stufen erklimmen wir in wenigen Spielminuten, spätestens ab Level 5 b
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rauchen wir für jeden Fortschritt aber zahllose Siege. Verluste sollten wir tunlichst vermeiden, da erfolgreiche Verbände an Erfahrung sowie Stärke gewinnen und wir Gefallene teuer ersetzen müssen.
 
Auf dem Schlachtfeld ist fast alles beim Alten. Nach wie vor kommt es vor allem darauf an, dass wir unsere Truppen richtig positionieren. Infanterie beispielsweise ist auf freiem Feld verwundbar, kann sich in Wäldern oder Büschen aber tarnen und genießt in Häusern einigen Schutz. Um verschanzte Gegner zu bekämpfen, können wir Gebäude stürmen lassen. Dann gewinnt meist derjenige Trupp, der über die besseren Waffen und die meiste Erfahrung verfügt. Panzer wiederum brauchen Raum zum Manövrieren. Sie werden im Straßendschungel zur leichten Beute für Fußsoldaten und sollten besser Abstand halten. Geschütze wie Panzerbüchsen oder leichte Haubitzen schlagen sich am besten in befestigen Stellungen; zum Transport stehen diverse Zugmaschinen zur Verfügung. Größere Kaliber kontrollieren wir nicht direkt, sondern fordern Feuerunterstützung auf bestimmte Zielgebiete an. Wie in den früheren Teilen ist Artillerie äußerst effektiv – aber auch kostspielig.
Panzer sind in der aktuellen Fassung noch extrem stark und eigentlich nur im Nahkampf von Infanterie zu knacken.

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