Vive la révolution!

Assassin's Creed Unity Preview

Für den neuen Teil der Meuchelmörder-Serie versprechen die Entwickler nicht weniger als die Neuerfindung des Action-Adventure-Genres – mit anspruchsvolleren Kämpfen, vielfältigerer Spielwelt und stark überarbeitetem Klettersystem. Wir haben die Kampagne und den neuen Koop-Modus ausführlich in Paris auf Xbox One für euch angespielt.
Benjamin Braun 6. Oktober 2014 - 18:00 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Hinweis: Wir haben das Spiel in Paris gespielt; die Reisekosten übernahm Ubisoft.

Die Assassin's Creed-Reihe geht in diesem November in die siebte Runde. In Assassin's Creed Unity verschlägt es euch erneut nach Europa, genauer gesagt ins Herz Frankreichs während der Französischen Revolution. Neben Paris, das allein dreimal so groß sein soll wie die gesamte Landmasse aus Assassin's Creed - Black Flag (GG-Test: 8.0), wird es mit Versailles inklusive des gleichnamigen Schlosses von Ludwig XIV. noch einen zweiten Schauplatz geben. Die Kenways, deren Geschicke wir in den letzten beiden Serienteilen leiteten, spielen keine Rolle mehr – genauso wie der Piraten-Bezug mit Seeschlachten, Walfang und Grogsaufgelagen. Stattdessen seid ihr in der Rolle von Arno Dorian unterwegs, der gemeinsam mit seinen Assassinen-Brüdern die wahren Absichten der Drahtzieher der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts aufdecken will.

Einiges ist anders in Unity. Die Spielwelt ist nicht nur größer, sondern den Entwicklern (und unseren Anspielerlebnissen) zufolge offener als in den Vorgängern. Es soll keine künstlichen Grenzen mehr geben, die unsere Reise innerhalb des Schauplatzes begrenzen. Zudem soll es in der Welt mehr zu tun geben, vor allem mehr Optionales. Das belegt Alex Amancio, Creative Director bei Ubisoft Montreal, mit nackten Zahlen. So sollen rund 80 Prozent der Spielinhalte in Black Flag so genannter "Hauptcontent" gewesen sein, während dessen Anteil in Unity bei rund 30 bis 40 Prozent liegt. Viel entscheidender als die Quantität werden für den Spielspaß jedoch die Anpassungen bei Kämpfen, Charakterentwicklung oder dem Klettersystem sein.

Historische Bezüge
Eigentlich wollte er nur die Beichte ablegen...
Schon in Assassin's Creed - Revelations funktionierte der Hauptreiz für viele Spieler, nämlich die Verquickung bekannter historischer Schauplätze und Personen mit einer fiktiven, von uns bestimmten Handlung, nicht mehr so gut wie bei den Vorgängern. Grund war schlicht, dass sich die meisten dann doch auf dem alten Kontinent wohler (und faktensicherer) fühlen als in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Die beiden nächsten Teile führten dann nach Nordamerika und in die Karibik – hier mochten sich vielleicht nordamerikanische Gamer zuhause gefühlt haben, doch viele Europäer fremdelten noch stärker, denn während jeder von George Washington gehört haben dürfte, sind andere Hauptfiguren wie General Lafayette nur Kennern des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges ein Begriff.

Mit Paris dürfte der alte Serien-Reiz für viele Fans zurückkehren: In Unity treffen wir auf Geschichtsgrößen wie Maximilien de Robespierre, den Marquis de Sade oder Napoleon Bonaparte. Und das sind nur drei Beispiele für bekannte Persönlichkeiten, denen wir als Protagonist Arno über den Weg laufen werden. Interessant dürfte dabei nicht zuletzt auch sein, welche davon auf Seiten der Assassinen stehen und welche sich den Zielen der Templer verschrieben haben.

Ubisoft Montreal tut viel dafür, die Situation während der Französischen Revolution im Spiel sichtbar zu machen. Überall erhebt sich der Widerstand gegen die herrschende Klasse. Der Mob belagert die Zentralen der Macht und skandiert eifrig seine Slogans. Sämtliche Bauten in Paris haben übrigens Originalgröße und sind nicht bloß verkleinerte Versionen ihrer Vorbilder. Sie erstrahlen in prachtvollem Glanz, während die einfache Bevölkerung in den übrigen Stadtvierteln in heruntergekommen Unterkünften hausen.

Selbst ist der AssassineEine der vermeintlich gewichtigsten Änderungen in Unity ist das neue Skillsystem. Während wir in den Vorgängern mit dem Voranschreiten in der Story quasi automatisch neue Fähigkeiten erlernten und lediglich Teile unserer Ausrüstung bestimmen konnten, erhalten wir diesmal nur Lernpunkte, die wir – innerhalb gewisser Grenzen – frei investieren. Dabei bestimmen wir, ob wir den Schwerpunkt auf den Nahkampf legen und vielleicht gleichzeitig unsere Widerstandskraft erhöhen oder doch lieber unsere Schleichfähigkeiten erweitern. Dazu zählt unter anderem die Möglichkeit, in der Menge unterzutauchen, was ein Assassine in der Vergangenheit bekanntlich nicht erst lernen musste.

Wie groß die Freiheiten letztlich sein werden, bleibt allerdings abzuwarten. Gleiches gilt dafür, wie stark sich unsere Wahl auf das Gameplay und die Lösungsmöglichkeiten auswirkt. Wer das Schlösserknacken erlernt hat oder in der Lage ist, sich zu verkleiden, hat natürlich andere als jemand, der sich auf Schusswaffen spezialisiert. Ein Spieler, der das "Doppelausschalten" freischaltet, hat wiederum andere Optionen als ein Spieler, der nur ein Ziel auf einmal per Schleichangriff ausschalten kann. Als wir die Skillmenü
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s durchforsteten, stand bei den meisten Fähigkeiten explizit dabei, dass man sie erst nach einer bestimmten Erinnerungssequenz freischalten darf. Allzu sehr will man die Spielbalance dann wohl doch nicht von der freien Entscheidung des Spielers abhängig machen. Alle Skills gesehen haben wir bislang noch nicht. Die Entwickler versprechen aber, dass Teile davon nur zugänglich werden, wenn man bestimmte Nebenaufträge erfüllt. Wer also nicht nur die Haupthandlung durchhechelt, dürfte sich kleine Vorteile verschaffen können.

Verbessern könnt ihr neben den Fähigkeiten auch wieder eure Ausrüstung. Größere Munitionstaschen, eine stärkere Rüstung, eine bessere Waffe – alles eine Frage des Geldes oder der im Spiel gesammelten Ressourcen. Wer schneller Erfahrungspunkte sammeln will, kann sich auch verschiedene Booster kaufen, was zum Beispiel fürs Waffencrafting wichtig ist. Klar kann man die zur Nutzung der Booster notwendigen Punkte auch einfach erspielen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass der Griff ins Echtwelt-Portemonnaie die deutlich einfachere Variante darstellen wird. Hoffentlich übertreibt Ubisoft es nicht mit Micropayment-Elementen wie diesen!
Notre-Dame de Paris ist nur einer von vielen berühmten Bauten, die ihr in Assassin's Creed Unity besucht.

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