Mit Gesang in den Kampf

Ar No Surge Preview

Es ist der Nachfolger zu Ciel No Surge und versucht das Gameplay von Ar Tonelico 2 auf der PS3 wiederzubeleben. Zu diesem Zweck führt euch Gusts neues Abenteuer durch die Welt von Ra Ciela, wo ihr kämpft und eure Feinde mit Gesang niederzwingt. Doch kann sich das Spiel zu den selben Höhen aufschwingen wie das große Vorbild?
Keksus 1. März 2014 - 12:30 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Viele JRPG-Fans sind vom Angebot an Spielen dieses Genres auf der PS3 nicht begeistert. Zwar gibt es einige gute Spiele dieser Kategorie, doch die allerwenigsten davon können an die Qualität der PS2-Ära anknüpfen. Nach der Veröffentlichung der PS4 haben Genre-Fans die Hoffnung schon fast aufgegeben, auf Sonys "altem Kasten" noch ein exzellentes JPRG zu erhalten. Zu unrecht, denn im Jahr 2014 werden noch einige potentielle Top-JRPGs für PS3 erscheinen, wie zum Beispiel das für Ende dieses Jahres angekündigte Persona 5. Anfang März meldet sich auch Gust (Atelier Ayesha, Mana Khemia) zurück. Ar No Surge heißt das Sequel zum im letzten Jahr erschienenen Ciel No Surge – einer nur in Japan erschienenen Dating Sim für die PSVita. Wir haben das Rollenspiel mehr als fünf Stunden lang für euch gespielt.

Eine Welt vor dem Untergang
Ciel No Surge (Bild) für PSVita war noch eine Dating Sim. Ihr habt Ion dabei geholfen, ihre Erinnerungen wiederzuerlangen.
Ciel No Surge sowie Ar No Surge spielen in der Welt von Ra Ciela. Die Sonne dieser Welt – Bezel – ist am sterben. Stoßwellen des Sterns treffen bereits regelmäßig den Planeten und richten dort verheerenden Schaden an. Einzig und allein auf der Colon genannten schwebenden Insel ist ein sicheres Leben noch möglich. Dort allerdings darf nicht jeder hin, nur den Reichen ist es erlaubt, sich dort niederzulassen. Im Chaos, das die normale Bevölkerung erdulden muss, haben sich zwei Fraktionen gebildet, die unterschiedliche Wege suchen, um dieser Katastrophe zu entgehen. Auf der einen Seite stehen die Tenmon, die vorhaben, die Bevölkerung von Ra Ciela auf einen anderen Planeten zu evakuieren. Dieser gegenüber stehen die Chimon, die vorhaben, Bezel zu reparieren und so die zerstörerischen Wellen zu stoppen. Jede dieser Fraktion besitzt eine Kaiserin. Tenmon wird geleitet von Ion, einer technisch begabten Frau. Die Chimon stehen unter der Leitung von Kanon, einer kultivierten Dame.

Ciel No Surge spielt nachdem all diese Ereignisse bereits abgeschlossen sind. Die unter Amnesie leidende Ion ist auf einer einsamen Welt gelandet, auf der neben ihr nur eine weitere Person lebt: Eine mysteriöse Frau namens Nelico. Über ein Terminal nehmt ihr Kontakt mit Ion auf und versprecht ihr, dabei zu helfen, ihre Erinnerungen wiederzuerlangen. Ar No Surge setzt zeitlich in der Gegenwart von Ciel No Surge an, nachdem Ion ihre Erinnerungen wiedererlangt hat. Zudem dient es als Prequel zu Ar Tonelico, einem früheren Spiel des selben Entwicklers. Wie genau alle drei Spiele – über den Punkt Liedmagie hinaus – miteinander zusammenhängen, konnten wir aber noch nicht im Detail erfahren.

Actionlastiges KampfsystemIn Ar No Surge steuert ihr zunächst Delta. Einen jungen Mann, der zusammen mit einem Mädchen namens Cas lebt. Cas ist mit Ion befreundet und hatte ihren ersten Auftritt bereits in Ciel No Surge. Ein mysteriöser Traum Deltas gibt den Rahmen für das Tutorial, das uns recht bald zum ersten Kampf führt. Moment. Kampf? Ihr habt richtig gehört. Auch wenn Ar No Surge den Charakter als Visual Novel seines Vorgängers Ciel No Surge in puncto Story beibehält, hat sich auf spielerischer Seite einiges verändert.

Die Kämpfe laufen nicht nach dem typischen Muster "Gegner auswählen, Attacke festlegen, fertig" ab. Der Fokus liegt stattdessen stärker auf der Action, wobei ihr immer zwei Charaktere auf dem Schlachtfeld befehligt: Eine Zauberin und einen Nahkämpfer. Erstere bereitet mithilfe von Lied-Magie einen Zauber vor, den ihr vor Beginn des Kampfes ausgewählt habt. Die Aufgabe des Nahkämpfers ist es, die Zauberin zu beschützen. Für die Verteidigung stehen euch drei verschiedene Angriffe zur Verfügung, die aber alle nur wenig Schaden verursachen. Selbst wenn ihr es schafft, sämtliche Gegner komplett ohne Magie auszuschalten, wirft sich euch direkt die nächste Feindwelle entgegen. Umsonst prügelt ihr euch deshalb aber dennoch nicht, da ihr mit euren Angriffen den so genannten "Burst Charge" aufladet, durch den eure Zauber stärker werden.

Sobald ihr euren Angriffszug beendet habt, sind die Gegner am Zug. Hier zählen eure Reaktionskünste beim Abblocken der feindlichen Angriffsversuche auf die Zauberin. Versagt ihr bei den Blocks, bedeutet das jedoch nicht automatisch das Aus. Stattdessen sinkt einfach die Macht des Zaubers, den ihr gerade vorbereitet. Sobald ihr der Meinung seid, dass eure Liedmagie genug aufgeladen ist, könnt ihr sie entfesseln. Daraufhin nehmen nicht nur die Feinde Schaden, gegen die ihr gerade kämpft, sondern auch jene, die erst in einer späteren Welle zum Zug gekommen wären.

Uns haben die Kämpfe in den ersten Stunden viel Spaß gemacht, allerdings befürchten wir, dass das Spiel das selbe Problem haben könnte wie Ar Tonelico Qoga: Die Zauber scheinen uns nämlich sehr mächtig zu sein. Es gibt zwar höhere Schwierigkeitsgrade, wir erlebten die Zauberstärke bisher allerdings zu oft wie einen "I-Win"-Button. Wir hoffen, dass die Kämpfe später – bisher sahen wir gerade mal die ersten zwei Dungeons von innen – noch anspruchsvoller werden und die Gegner mehr als einen Zauber aushalten können.
Links: Im Kampf laden wir mit normalen Angriffen unsere "Burst Charge" auf. Rechts: Erst danach entfesseln wir den Zauber.

Die Reise durch das innere des menschlichen KörpersWie für ein Rollenspiel üblich sind Kämpfe natürlich nicht alles. Auch zahlreiche Gespräche wollen geführt werden, die nicht bloß aus gewöhnlichen Dialogen bestehen, sondern in den so genannten Genometrics ihren Höhepunkt finden. Dabei handelt es sich um Kurzgeschichten, in denen es um individuelle Probleme der jeweiligen Charaktere geht, die ihr lösen sollt. Das Ganze findet nicht i
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n der eigentlichen Spielwelt statt. Stattdessen könnt ihr in bestimmten Läden in den Städten (Syec) gegen Bezahlung in das Innere der Magier und damit in ganz andere Welten eintauchen. Die Probleme des jeweiligen Charakters bereinigt ihr, indem ihr auf der Karte verschieden Orte besucht, um dort Gespräche zu führen. Diese stellen euch oftmals vor eine Wahl, bei der ihr in den Kämpfen verdiente Dive Points einsetzen müsst, um voranzukommen.

Habt ihr eine dieser Kurzgeschichten komplett abgeschlossen, erhaltet ihr zur Belohnung einen neuen Zauber, den ihr dann bereits im nächsten Kampf einsetzen könnt. Ihr kommt den Charakteren auch emotional näher, was es euch erlaubt, deren Attribute wie die Stärke der Angriffe zu verbessern, indem ihr im örtlichen Bad Kristalle in deren Körper einsetzt. Unterhaltsam fanden wir eine dieser Geschichten in einem gespaltenen Land in jedem Fall! Auf den Belohnungszauber hätten wir hingegen verzichten können, bis auf die Animation schien er uns identisch mit unserem ersten Zauber zu sein. Ob sich der üppige Einsatz der Dive Points, die ihr notfalls farmen könnt, in späteren Genometrics mehr lohnt, bleibt abzuwarten.
Genometrics sind so etwas wie Gedankenwelten der weiblichen Charaktere. Dort löst ihr deren Probleme.
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