Märchenhaftes Abenteuer

Anna's Quest Preview

Steckbrief
LinuxMacOSPC
Adventure
7
Krams Design
02.07.2015
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Amazon (€): 9,99 (windows)
GMG (€): 19,99 (STEAM), 17,99 (Premium)
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Eigentlich will Anna nur Medizin für ihren Großvater besorgen, doch führt sie das klassische Point-and-Click-Abenteuer aus dem Hause Daedalic in eine märchenhafte Welt voller Hexen, Telekinese und Bremer Stadtmusikanten. Wie das zusammenpasst, erfahrt ihr in unserer Vorschau.
Karsten Scholz 11. Mai 2015 - 18:09 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wer Daedalic Entertainment hört, der denkt sicherlich zuerst an den deutschen Spieleentwickler, der sich mit Adventures wie Edna bricht aus, Whispered World (GG-Test: 8.5) oder Deponia (GG-Test: 9.0) einen Namen gemacht hat. Doch verdingt sich das Hamburger Team auch als Publisher, um ungewöhnliche, aber dennoch spielenswerte Titel nach Deutschland zu bringen – letztes Jahr etwa das Abenteuer Randal´s Monday (GG-Test: 7.0). Und auch 2015 hat Daedalic wieder einen Pfeil im Köcher: Anna´s Quest, das am 16. Juni offiziell für PC, Mac und Linux erscheinen soll.

Eigentlich stammt das klassische Point-and-Click-Adventure aus der Programmierfeder des australischen Autors und Game Designers Dane Krams, der bereits 2010 mit der Entwicklung des Spiels begann. Im September 2012 stand sogar eine erste spielbare Episode, Winfried´s Tower, zum Download bereit, kurz darauf landete Anna´s Quest auch auf Steam Greenlight. Es dauerte jedoch nur ein paar Monate, bis das Adventure wieder von der Bildfläche verschwand. Danach herrschte Funkstille, bis Daedalic im August letzten Jahres bekannt gab, dass sie Krams als Publisher und Entwickler bei der Fertigstellung und Veröffentlichung seines Werks unterstützen werden. Schon vor dem Start von Anna´s Quest liegt also bereits eine lange Reise hinter dem Entwickler und seiner namensgebenden Heldin. Ob es am Ende für alle Beteiligten ein Happy End geben könnte? In unserer Vorschau wagen wir einen Ausblick.

Anna bricht aus
Steckt mehr hinter der plötzlichen Krankheit von Annas Opa?
Als Annas Großvater von einer mysteriösen Krankheit übermannt wird, hat das kleine Mädchen keine Wahl: Sie muss ihr Zuhause, eine abgelegene Hütte im Tiefen Wald, verlassen, um ein Heilmittel zu finden. Weit kommt sie allerdings nicht: Die Hexe Winifriede lauert Anna auf und verschleppt sie zu ihrem Turm. Dort führt die Entführerin wissenschaftliche Experimente an ihr durch, wodurch in Anna versteckte telekinetische Fähigkeiten geweckt werden. Gemeinsam mit dem in einen Teddybären verwandelten Jungen Ted und unter Zuhilfenahme ihrer neuen Kräfte arbeitet sie fortan an einem Fluchtplan – schließlich ist nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihres Großvaters in Gefahr.

Ein gefangenes Mädchen, das mit einem sprechenden Stofftier einen Ausbruch aus einer Zelle plant? Wer hier nicht sofort an das fantastische Erstlingswerk von Jan Müller-Michaelis denkt, der mag wohl keine Adventures, geht zum Lachen in den Keller – oder kombiniert gar beides miteinander. Doch trotz der anfänglichen Gemeinsamkeiten könnten Annas und Ednas Abenteuer kaum unterschiedlicher sein. Während es die Irrenanstalt-Insassin mit Wärtern, Patienten und einem fiesen Anstaltsleiter zu tun bekommt, bewegt sich Anna durch eine märchenhafte Welt voller Fabelwesen. Die Flucht aus dem Turm ist dabei nur der erste Akt. Danach geht es weiter in die Stadt Wunderhorn, wo sie den Bremer Stadtmusikanten eine Bleibe besorgt, einer Kinder fressenden Hexe das Handwerk legt und ein paar gemeinen Wassernymphen ein Liedchen trällert.

Eine Hotspot-Anzeige darf nicht fehlen: Mit der Space-Taste blendet ihr alle interaktiven Elemente im Bild ein.

Klassische Point-and-Click-KostWas das alles mit der Suche nach dem Heilmittel und Annas Telekinese-Gabe zu tun hat, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Dafür können wir euch versichern, dass sich Anna´s Quest wie ein typisches Point-and-Click-Adventure anfühlt. Ihr bewegt euch per Mausklick durch die 2D-Umgebungen und löst Inventar- und Kombinationsrätsel, um neue Gebiete freizuschalten oder an bestimmte Gegenstände zu gelangen. Der Schwierigkeitsgrad reic
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ht in den ersten Kapiteln von kinderleicht bis fordernd. Mal legt ihr eine Maus mit gelb gefärbtem Schimmel rein, um an einen Schlüssel heranzukommen, an anderer Stelle lenkt ihr einen Raben mit einem Spiegel ab, sodass ihr euch unbehelligt eine seiner Federn schnappen könnt. Eine Hotspot-Anzeige, mit der ihr auf Knopfdruck alle interaktiven Elemente auf dem Bildschirm hervorhebt, erleichtert das Rätseln.

Gestört hat uns, dass die übergeordneten Aufgaben in den ersten Kapiteln stets nach dem gleichen Schema funktionieren. Um aus dem Turm von Winifriede zu entkommen, brauchen wir ein magisches Amulett. Doch das müssen wir erst aus diversen Zutaten zusammenbasteln – klar, dass hinter jeder Komponente eine eigene Rätselkette steckt. Im nächsten Kapitel sollen wir wiederum einer Zauberin diversen magischen Krempel bringen, mit dem sie dann das Heilmittel für den Großvater herstellen kann. Erneut rätseln wir uns durch die nähere Umgebung und haken nach und nach die gesamte Zutatenliste ab. Haben wir alles besorgt, geht´s weiter zum nächsten Akt. Diese Art von Design mag funktionieren, wirkt aber irgendwann doch etwas aufgesetzt.
 
Ab und an werden Ereignisse von kurzen und hübschen Zwischensequenzen passend in Szene gesetzt.

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