Bekloppt wie Saints Row

Agents of Mayhem Preview

Benjamin Braun 13. Juni 2017 - 17:00 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Hübsche Effekte hat Agents of Mayhem zu bieten. Die jüngste PC-Version läuft aber noch alles andere als flüssig.
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Upgrades, Upgrades, Upgrades

Neben den Storymissionen, in denen ihr nach und nach alle Helden erst freispielen müsst (und darin teils auch wirklich ohne die beiden anderen Charaktere unterwegs seid) bietet Agents of Mayhem auch eine Reihe an Nebenmissionen. Ein bisschen wie in Assassin’s Creed greifen wir die Zentralen der feindlichen Agentenorganisation an, um damit weitere Missionen auf der Karte freizuschalten. Was die in Sachen Vielfalt und Abwechslung zu bieten haben, können wir noch nicht im Detail beantworten. Aktuell sieht es uns allerdings eher nach Masse als nach Klasse aus.

Ob Grinding ein Thema sein wird, bleibt abzuwarten. Mit jeder Mission erhalten wir jedenfalls Upgrades und Ressourcen, die wir in die Aufwertung und Herstellung von Waffen und Gadgets investieren. Die Freischaltoptionen in den Menüs wirkten auf uns prall gefüllt. Ressourcen schaltet ihr übrigens auch im Rahmen eines Systems frei, das an den Kriegstisch aus Dragon Age - Inquisition (oder ähnliche Systeme in Mass Effect und Co.) erinnert. Im Rahmen dessen spielt auch die Spielercommunity eine Rolle, wobei man wohl davon profitiert, wenn möglichst viele andere Spieler dieselben Missionen erfüllen. Uns wäre eine echte Mehrspieler-Funktion lieber gewesen.
 

Es ruckelt im Karton

Erst mal Mut antrinken: Charakter Yeti hat immer seinen Flachmann dabei.
Während die letztjährige E3-Demo von Agents of Mayhem noch sehr flüssig lief, können wir das von der aktuellen Version, die wir auf einem leistungsstarken Gaming-Laptop spielten, nicht behaupten. Monate vor dem Release muss das nichts bedeuten. Allerdings wären technische Probleme bei Volition auch nichts Neues. Gerade auf den Konsolen performte Saints Row 4 bekanntlich nicht so gut.

Erstaunlich ist die in der Demo ruckelige Darstellung besonders aus zwei Gründen. Zum einen ist die Grafik mit ihrem Cel-Shading-artigen Look nicht besonders detailliert. Zum anderen ist der Schauplatz Seoul erstaunlich klein. Grob geschätzt dürfte die gesamte Welt kaum größer (eher sogar eine ganze Ecke kleiner) sein als die Stadt Los Santos aus GTA 5 (ohne das Umland, versteht sich!). Insgesamt gefällt uns die Grafik aber trotz der immer noch teils klinisch wirkenden Umgebungen und der groben Innenlevels ganz gut.
 
Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)


 

Meinung: Benjamin Braun

Mittlerweile sagt auch Publisher Koch Media, oder Deep Silver, wie das österreichische Unternehmen seine Triple-A-Spielesparte nennt, dass es eine Krux ist, dass Agents of Mayhem kein Koop-Spiel für drei Spieler ist, sondern man solo zwischen drei ausgewählten Charakteren per Knopfdruck wechselt. Letztlich muss ich aber gar nicht hinterfragen, wie sinnvoll oder wie wenig nachvollziehbar diese Entscheidung ist. Mich interessiert am Ende nur, ob das Ganze Spaß macht oder nicht – und euch wird es da nicht anders gehen.

Von daher erst mal die gute Nachricht: Ja, Spaß machen das Ballern und vor allem der bekloppte Humor. Allerdings wirken die Kämpfe, egal ob in den Hauptmissionen oder bei den optionalen Aufträgen in der erstaunlich kleinen offenen Spielewelt in Seoul teils arg in die Länge gezogen – und wie gehabt so anspruchslos wie ... ach lassen wir lieber die Vergleiche, durch die sich jemand beleidigt fühlen könnte. Aber auch der "Penishumor" im Spiel ist zwiespältig. Denn auch, wenn er Saints-Row-Freunden an sich entgegenkommen dürfte, zeigt dessen Art doch gewisse Abnutzungserscheinungen.

Und spielerisch, von der genannten Anspruchslosigkeit mal abgesehen? Es ist mir immer noch ein Rätsel, weshalb Agents of Mayhem kein Online-Koop-Spiel ist, in dem drei der wählbaren Helden gemeinsame Sache machen. In Anbetracht des aktuellen technischen Zustands (ruckelig, nicht allzu hübsche Grafik) habe ich allerdings einen guten Grund zur Annahme,  weshalb Volition die technische Herausforderung eines stabilen Netzcodes für den Koop-Betrieb gar nicht erst in Angriff nimmt.

Ja, das ist reine Spekulation meinerseits. Aber witzlos ist dieser Umstand dennoch. Und auch wenn ich ein Spiel, in dem gewiss viel Arbeit, Mühe und Zeit der Beteiligten steckt, Monate vor dem Release nicht härter kritisieren möchte, als unbedingt notwendig, so habe ich doch arge Zweifel, dass es ein richtig gutes Spiel werden könnte. Gewiss werden die vielen Freischaltoptionen, Upgrades und Co. eine gewisse Motivation liefern. Aber ich glaube nicht, dass die ausreichen wird, den Open-World-Actionfan zu begeistern. Nein, ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass Volition es trotz der teils wirklich tollen und vielfältigen Helden-Truppe nicht schaffen wird, den größten Teil der Kernklientel von Saints Row zu verzücken. Vielleicht täusche ich mich, weil ich noch nicht genug gesehen haben. Ich befürchte allerdings, dass es da gar nicht viel mehr als das gibt, was mir bislang begegnet ist.
Agents of Mayhem
Vorläufiges Pro & Contra
  • Zwölf Helden mit unterschiedlichen Stärken und besonderer Ausrüstung
  • Bescheuerter Humor im Saints-Row-Stil
  • Unterhaltsame Balleraction
  • Umfangreiche Upgrademöglichkeiten
  • Immer noch befremdliches System mit Heldentrio im Solomodus
  • Action wirkt bislang recht anspruchslos
  • Aktuell noch technische Probleme
Aktuelle Einschätzung
Es bleibt noch ein wenig Zeit bis zum Relase von Agents of Mayhem im August, um die technischen Macken zu beseitigen. Am grundlegenden Problem, dass das System mit dem Charaktertrio bislang wenig sinnvoll erscheint, ändert das allerdings wenig. Der Humor passt, das Ballern ist wenig anspruchsvoll aber launig. Alles weitere kann nur die finale Version klären.
Befriedigend
Aktueller Stand
  • Aktuelle Demo-Version (PC)
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Benjamin Braun 13. Juni 2017 - 17:00 — vor 4 Jahren aktualisiert
Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 7. Juni 2017 - 18:47 #

Viel Spaß beim Lesen!

Vollmeise 20 Gold-Gamer - 24574 - 13. Juni 2017 - 17:40 #

Es ist eindeutiger Trend nach unten zu entdecken, beginnend nach dem tollen SR3. Teil 4 war eher ein Aufguß mit etwas anderen Charakteren. Das SR4-Addon einfach schwach. Sehr schade, dass es sich so entwickelt hat.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 108093 - 13. Juni 2017 - 18:14 #

Waaaas?! Kein Dildo-Schläger mehr? Menno. Ich behalte es dennoch mal im Auge. Ich mag irgendwie Volitions spaßig-kranken Scheiß ^^. Beim Bild auf der 2. Seite hatte ich übrigens ein krasses Mass-Effect-Deja-Vu a la, LOKI-Mechs auf Illium zerbröseln :).

Limper 17 Shapeshifter - P - 8538 - 13. Juni 2017 - 22:16 #

Schade, da hab ich doch mehr erwartet.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 68790 - 14. Juni 2017 - 6:46 #

Hm, da hielt ich bisher eigentlich recht große Stücke drauf. Mal abwarten, was die Tests so sagen werden.