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Spiele-Check: Victoria 3: Colossus of the South und Update 1.5
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

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Vampiro 125740 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,A7,J10
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22. März 2024 - 13:00 — vor 10 Wochen zuletzt aktualisiert
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Im November wurde die Victoria-Reihe 20 Jahre alt. Passend dazu ist nicht nur das umfangreiche Anniversary Update 1.5 für Victoria 3 (im Test) erschienen, sondern auch das Region Pack Colossus of the South, das sich Südamerika widmet.
Der neue Marktzugriff hat großen Einfluss auf die Preise vor Ort und die Wahl von Produktionsstandorten.
Update 1.5
Update 1.5 mischt vor allem das Wirtschaftsspiel gehörig auf. Es landen nicht mehr alle Waren in einem Pool. Jetzt gibt es den Marktpreis und den lokalen Ortspreis, der durch den MAPI (Market Access Price Impact oder Marktzugriff) beeinflusst wird. Den MAPI, dessen Standardwert bei 75 Prozent liegt, erhöht ihr durch Technologien wie die Börse, aber auch große Flüsse wie der Rhein sorgen für einen Bonus. Gesenkt wird er etwa durch Traditionalismus. Der lokale Preis wird auch von Angebot und Nachfrage im Staat beeinflusst. Das führt Im Ergebnis dazu, dass ihr am kostengünstigsten produzieren könnt, wenn die komplette Wertschöpfungskette von der Eisenmine bis zum Motorenwerk in einem Staat liegt, die am besten auch noch Boni wie den Rhein hat. Im Ergebnis sorgen die Änderungen für etwas sinnvolles Mikromanagement und etwas mehr Realismus.
 
Mit Brasilien konnte ich zunächst die Company "Brazilian Gold" freischalten.
Wenn ihr Joint Stock Companies erforscht habt, genug Gebäudestufen der erforderten Typen euer Eigen nennt und gegebenenfalls weitere Voraussetzungen erfüllt, könnt ihr Unternehmen freischalten. Die sind oft historisch, manchmal leicht ahistorisch, und sorgen nicht nur für Flair, sondern bringen auch schöne Boni.  Apropos Gebäude: Manche Industrien wurden detaillierter gestaltet, zum Beispiel wurden die Schiffswerften getrennt, es gibt nun Fabriken für Waffen und Artillerie sowie Dynamit und Dünger. Ganz neu sind die Weingüter. Prost!

Die Gesundheitsvorsorge erhöht den Lebensstandard und reduziert den negativen Einluss der neu eingeführten, die Sterblichkeit erhöhenden Verschmutzung. Das ändern von Gesetzen motiviert eure Gesellschaft, sich Richtung bestimmter Interessensgruppen zu bewegen. Mit anderen Ländern könnt ihr jetzt über eure Kolonien handeln und sie hergeben oder tauschen.

Das Armeesystem wurde klein, aber fein verbessert. Armeen sind nun auf der Karte visualisiert und reisen sichtbar zur Front. An einer Front können nun mehrere Schlachten gleichzeitig geschlagen werden und ihr gebt optional Ziele vor, die priorisiert erobert werden sollen. Die Zahl der Einheitentypen wurde erhöht und das Kommandolimit richtet sich nach Zahl und Rang der Generäle einer Armee. Deren Kampfstärke könnt ihr mit Dreingaben wie Tabak oder Schokolade buffen. Ändern lässt sich das bei einer nicht mobilisierten Armee. Ein Erfahrungssystem gibt es nun auch. Waffen lassen sich up- und downgraden und das Ende einer Schlacht wurde beschleunigt. Die zusätzlichen Möglichkeiten geben euch auf angenehme Art mehr Einfluss, ohne dass sich das eher indirekte Kampfsystem in Victoria 3 nicht mehr von anderen Paradox-Titeln abhebt.

Dazu kommen viele weitere Details, wie neue Eigenschaften für Interessensgruppen, das Heilige Römische Reich, den Rheinbund, neue Journaleinträge oder die Möglichkeit, übers Diplomatiespiel schneller in den Krieg zu ziehen. Gebäude werben nicht mehr pausenlos um neue Kräfte sondern wöchentlich. Klappt das nicht, wird einen Monat gewartet. Bei Gehaltsänderungen wird ein Rekrutierungsversuch angestoßen. Das soll die Performance verbessern. Unzufriedene Arbeiter versuchen zudem einen neuen Job zu finden. Natürlich gibt es viele Balancing-Änderungen und neue Achievements. Schaut am besten auch in die Patchnotes.
An einer Front können nun mehrere Schlachten gleichzeitig stattfinden. Das Armee-System insgesamt wurde behutsam verfeinert und verbessert.
Colossus of the South
Colossus of the South versorgt die Länder Südamerikas mit Events und Journaleinträgen. Der Schwerpunkt liegt auf Brasilien, weshalb ich mir für diesen Check angeschaut habe, was das Land in der Zeit vor den Fußballhochzeiten so zu bieten hat. Bei einer Partie blieb es für mich als Ironman nicht, da ich wegen des Patches und des mir unbekannten Landes viel rumprobiert habe und die Partie mit Brasilien gar nicht so leicht ist!

Ihr startet als Monarchie mit mächtigen Großgrundbesitzern und seid im Krieg mit kleinen Nachbarn. Im Westen wird euch eine Peruanisch-Bolivianische Allianz bedrohen, im Norden kann sich Großkolumbien bilden und im Süden wird das eifrig kolonisierende Argentinien immer mächtiger. Falls ihr euer landwirtschaftlich geprägtes Land modernisieren und industrialisieren wollt, droht euch ein Bürgerkrieg gegen die Befürworter der Sklaverei. Und die Bevölkerungsarmut müsst ihr ebenfalls in den Griff bekommen. Herausforderungen an allen Ecken und Enden, die aber letztlich lösbar sind und die Partie mit Brasilien sehr spannend gestalten.

Bei offensiven militärischen Plänen gegen vergleichbare Länder bin ich auf externe Hilfe angewiesen. Als ich auf die Unterstützung der USA gegen meine aufständische Marionette Argentinien verzichtete, konnten die sich prompt abspalten. Zum Glück habe ich mir – einmal als Unterstützer einer kleinen Nation und einmal mit Frankreich gegen Argentinien und Russland – ein paar Staaten Argentiniens einverleibt. Ende des 19. Jahrhunderts ist die Industrialisierung richtig in Schwung, ich habe eine Zollunion mit mehreren Ländern am Start und die Vormachtstellung in Südamerika erlangt. Die Partie mit Brasilien ist fordernd und spaßig, so soll es sein! Die umliegenden Länder habe ich nicht gespielt, aber auch hier gibt es neue historische Charaktere, Events und Journaleinträge, alle können den Amazonas erkunden oder es gibt die Möglichkeit, Großkolumbien zu gründen.
Die meisten neuen Journaleinträge erhält Brasilien, aber auch die umliegenden Länder wurden gepimpt.
Fazit
Patch 1.5 ergänzt das Militärspiel sinnvoll, ohne das aus meiner Sicht grundsätzlich gute, eher indirekte Konzept über den Haufen zu werfen. Das Wirtschaftsspiel wurde deutlich überarbeitet und ihr müsst euch besser überlegen, wie und wo ihr euer Land aufbaut. Das sorgt auch für eine extra Prise Realismus.

Colossus of the South solltet ihr euch zulegen, wenn ihr in Südamerika spielen möchtet. Bereits die Partie mit dem besser ausgestalteten Brasilien macht mir so viel Spaß, dass ich die Anschaffung allen an der Region interessierten Victoria-3-Spielern empfehlen kann.
  • Grandstrategy
  • Einzel- und Mehrspieler
  • Einsteiger bis Profis
  • Preis: 5,99 Euro, in Grand Edition und Expansion Pass enthalten
  • In einem Satz: Gelungene Verfeinerung von Wirtschafts- und Militärspiel durch Patch 1.5 und ein tolles Inhaltspaket für Südamerika, vor allem, wenn ihr den Koloss Brasilien auf zukunftsfähige Füße stellen möchtet.

Video:

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 13:06 #

Viel Spaß beim Lesen!

SupArai 25 Platin-Gamer - - 61955 - 22. März 2024 - 13:40 #

Wir sollten mit Hagen mal über eine Modernisierung des "In einem Satz"-Satzes reden. ;-)

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 13:47 #

*Hust*

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43266 - 22. März 2024 - 13:41 #

Ich habe mit 1.5 eine Partie mit Russland gespielt und es ist schon besser. Ich hoffe dennoch auf die größeren Außenpolitischen Änderungen mit 1.6 und der Erweiterung (die ja noch im Season Pass ist).

Davon unabhängig: Vic 3 ist definitiv nichts für Einsteiger, es ist nochmal indirekter gesteuert als CK3, EU4 oder auch Vic2. Gerade Paradox-Neulinge haben eine steile Lernkurve zu erwarten. Selbst ich (viele Stunden in o.g. spielen) habe die ersten Partien nicht alle Zusammenhänge verstanden. Trotz einiger Tutorial-Videos.

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 14:48 #

Ja, auf die nächste Überarbeitung bin ich auch schon sehr gespannt.

Echt? Ich finde es von den drei genannten fast schon am einsteigerfreundlichsten, auch wegen der Tooltips. Und spätestens mit der Wiki kommt man doch eigentlich gut rein? Klar, man kann Bankrott gehen und braucht sicher ein, zwei Übungsversuche. EU4 ist aber voll von komplizierten Mechaniken, die es in dieser Fülle in Vicky 3 (noch) gar nicht gibt, dazu ohne Tooltips. Und CK3 finde ich an sich sehr zugänglich, vor allem, weil es nicht wirklich einen failstate gibt (außer man stirbt halt aus, aber auch dann kann man weiterspielen). Unter dem Aspekt ist es einsteigerfreundlich. Aber in den Details (die man zum Spielen aber nicht unbedingt braucht), ist es doch kompliziert, Stichwort Erbfolge oder alleine schon "wer erbt warum was".

Ich würde sagen, dass es in all den Spielen nicht möglich ist (auch in Stellaris und HoI4 nicht), in den ersten Partien alle Zusammenhänge zu verstehen. Das ist halt am Ende des Tages alles mehr oder minder komplexe Grand Strategy. Und in dem Spektrum finde ich CK3 (Grund: Kein failstate und failen ist daher egal), Stellaris (auf ganz niedrigem Schwierigkeitsgrad schaffbar) und eben Vicky 3 (wenige komplexe, dafür sehr zentrale und nicht gleich durchschaubare Mechaniken) am einsteigertauglichsten. Also unter der Prämisse, dass es Grand Strategy ist. Ansonsten wäre imho gar kein Paradox-Spiel "für Einsteiger" (und mir fällt spontan auch kein Zwischenschritt eines anderen Entwicklers ein); und wir sind ja alle eingestiegen. Einsteiger heißt imho nicht zwingend, dass man nicht erstmal diverse Fehlversuche hat und erstmal alles durchsteigen muss, aber vllt sehe ich das auch falsch. Welchem PDX-Spiel würdest du "Einsteiger" attestieren? Vermutlich auf jeden Fall CK3?

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43266 - 22. März 2024 - 14:52 #

>Ansonsten wäre imho gar kein Paradox-Spiel "für Einsteiger"

Ja

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 15:00 #

Aber: Es gibt trotzdem Einsteiger. Sind das dann Masochisten? ;) Es fällt mir auch keine "Einsteiger-Zwischenstufe" ein (Grand Strategy). Wie wird man "Fortgeschrittener", ohne "Einstiegstitel"?

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43266 - 22. März 2024 - 15:10 #

Es ist nicht für Einsteiger geeignet. Auch Personen, die die noch keine Erfahrung mit ähnlichen Titeln haben, sollen da imo innerhalb der ersten paar Stunden, ggf in der ersten Partie schon Spaß haben und Abläufe nachvollziehen.

Das jemand interessierte sich Tagelang in ein Spiel einarbeiten kann und er machen, was er nur ist er dann kein Einsteiger mehr. Schon das Mindest "Bock auf ein kompliziertes Spiel" wirst du bei keinem Einsteiger finden.

Zum Beispiel Civ ist eher für Einsteiger geeignet, ebenso Endless Space (2), die HoMM-Titel oder Ozymandias.

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 15:14 #

Genau dieses Mindest braucht aber jeder Einsteiger in Grand Strategy und in dem Spektrum ist Vicky 3 doch eher harmlos und voller Hilfen.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43266 - 22. März 2024 - 15:16 #

Eben. Grand Strategy ist idR nichts für Einsteiger, da kommt man fast immer nur über Strategiespiele oder 4X nach und nach ran.

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 22. März 2024 - 20:48 #

Ich verstehe glaube ich, der Einsteigerschritt wäre also Strategie oder 4X (Civ usw) und es gibt gar keinen direkten Grand Strategy, sozusagen als "Subgenre Strategie", Einstieg. Ich grübel mal drüber :)

Edit: Ich habe nachgedacht. Wenn ich "Strategie" als ganzes sehe, würde ich kein Paradox-Spiel zum Einsteiger-Titel deklarieren. Wenn ich "Grand Strategy" als Subgenre sehe, dann schon. Da ich ja entweder die "alle Strategie-Spiele" oder eben alle "Grand Strategy-Spiele" in Relation zueinander setze. Dass dann "Einsteiger Grand Strategy" schwieriger sein dürfte (bzw. eigentlich ist), als "Einsteiger 4X", ist klar.

Was ist besser? Schwierig. Ich entscheide mich erstmal für letzteres. Weil ich mir überlegt habe: Wenn mich jemand, der noch nie ein Strategiespiel gespielt hat, fragen würde: "Du, ich habe Bock auf Grand Strategy, mit welchem Titel soll ich einsteigen?" würde ich dem nicht sagen "Puh, lass das erstmal, spiel lieber paar Runden Civ 5 auf Prinz und ein paar C&C-Kampagnen, dann schauen wir weiter".

Den Gedanken, dass man erst nach und nach rankommt, finde ich aber auch gut. Ist ja bei Musik ähnlich, man hört ja auch erst keine Ahnung Classic Metal oder NWOBHM und wird dann eventuell immer härter ;) Da lässt sich natürlich erstmal leicht reinhören, bei den Spielen ist das anders, zumal 4X einem auch erstmal so nix bringt unbedingt in der Entwicklung. In anderen Subgenres sind die Stufen denke ich nuancierter, z.B. bei Wargames. Da geht es von leicht bis zu vom Militär genutzter hardcore Simulation "ohne Grafik". Insofern ist das vielleicht ein bisschen ein Sonderfall.

Ich kenne jetzt keine Zahlen, aber meiner vagen Erinnerung nach sind z.B. durch CK3 viele neue Spieler zu Grand Strategy gekommen, weil Tooltips, kein wirklicher fail state, sehr storylastig (also eigene Storys), gut streambar.

Viktor Lustig 18 Doppel-Voter - - 9161 - 22. März 2024 - 23:55 #

Ich denke, dass von Außen betrachtet kein Grand Strategy Spiel von Paradox einsteigerfreundlich ist. Wenn man von diesen einige gespielt hat kann man da eine Einteilung vornehmen, ich zB finde CK 3 da am „einfachsten“… aber wenn man diese Einteilung vornehmen kann ist dann selbst schon kein Einsteiger mehr ;).

Ich denke, unabhängig davon ob es nun Stellaris ist, EU 4 oder Viktoria 3, diese Spiele sind nur für jemanden geeignet der sich in eine Spielmechanik reinfuchsen will, und der Spaß daran hat immer wieder Anläufe zu unternehmen, auch mal zu scheitern, und sich selbst Herausforderungen setzen möchte. Für „Durchspieler“ und diejenigen, dir zwar eine gute Spielmechanik schätzen, aber nur wenn diese unbemerkt im Hintergrund läuft, stell ich mir die Paradox Spiele nicht spaßig vor…

Ganon 27 Spiele-Experte - - 84200 - 27. März 2024 - 16:44 #

Auch dieser Artikel ist leider noch icht der Rubrik Spiele-Check zugeordnet...

Vampiro Freier Redakteur - - 125740 - 27. März 2024 - 18:51 #

Danke, ich lasse mal nen Hinweis in der Matrix!

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