Snookerstar Neil Robertson macht seine Videospielsucht öffentlich

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23. April 2023 - 6:30 — vor 44 Wochen zuletzt aktualisiert
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Bild: Martin Rulsch, Wikimedia Commense, CC BY-SA 4.0-Lizenz

In Deutschland und in großen Teilen Europas erfreut sich der Billardsport Snooker einer stetig wachsenden Beliebtheit, bei der die Spieler nach einer roten Kugel eine farbige Kugel in die Taschen eines übergroßen Spieltisches versenken müssen.

Der Australier Neil Robertson konnte 2010 im Alter von 28 Jahren seine erste Snooker-Weltmeisterschaft gewinnen und gilt bis heute als eines der größten Talente des britischen Gentleman-Sports. Dennoch gelang es Robertson in den Folgejahren nicht, eine weitere Weltmeisterschaft zu gewinnen, obwohl er immer mal wieder bei Turnieren gute Ergebnisse erzielen konnte.

Nun hat der Snookerprofi in einem Interview den Grund dafür genannt, warum er in dem Snooker-Sport nicht der dominierende Spieler geworden ist, für den ihn konkurrierende Profis wie Ronnie O’Sullivan stets gehalten haben:

Ich habe die Weltmeisterschaft 2010 gewonnen, vielleicht hätte ich noch mehr gewinnen können, wenn ich mich voll und ganz dem Snooker verschrieben hätte. Ich habe meine Zeit mit Videospielen verbracht, obwohl ich sie lieber mit meiner Familie und an den Trainingstischen hätte verbringen sollen. Ich war süchtig. Es war lächerlich. Ich blieb die ganze Nacht auf und spielte diese Videospiele.

Nach eigener Aussage sei Neil Robertson süchtig nach den Spielen League of Legends, World of Warcraft und FIFA gewesen. Für seine Abhängigkeit machte er in erster Linie sich selbst verantwortlich, da er ein akribischer Mensch wäre, der für das Erreichen seiner Ziele stets aufs Ganze gehen würde. Spiele wie den Strategietitel League of Legends hat Neil inzwischen von zu Hause verbannt und beschreibt das Verbot mittlerweile als „zu Recht“.

Desotho 18 Doppel-Voter - 9319 - 23. April 2023 - 7:03 #

Das Bild sieht aus wie eine Congstar Werbung

Kotanji 12 Trollwächter - 2536 - 23. April 2023 - 7:04 #

Das mit der Familie, ok, aber was genau wär jetzt besser, mehr Zeit mit Kugelstoßen verbracht zu haben? Ok, mehr Geld vielleicht, aber sonst immer putzig, wie etwas als besser dargestellt wird, nur weil's nicht "virtuell" ist.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 8:39 #

Nein, nicht weils nicht virtuell ist, sondern weils sein Beruf ist; der Mann war/ist Profi-Snooker-Spieler. Wenn du statt zu arbeiten lieber Videospiele spielst wird sich das irgendwann wohl auch negativ auf deine Leistung auswirken - was doppelt ärgerlich ist, wenn man eigentlich das Potenzial hätte, der Beste seines Fachs zu sein.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 23. April 2023 - 11:27 #

Jein. Ja es ist sein Beruf und ein Sport, aber die getätigete Aussage geht dann wieder stark Richung Arbeitssucht.
Letztlich fehlen uns hier die Interna, um Aussagen Richung "Alle sagen ich hätte / sollte der beste Snookerspieler sein / können, aber dann kam die Videospielsucht" bewerten zu können.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 11:29 #

Klar, bei sowas ist immer relativ viel "Hätte würde könnte vielleicht" dabei, und 100% sagen kann man es nicht. Nach allem, was eine schnelle Google-Recherche über ihn so zutage bringt, scheint die Vermutung das da VIEL mehr drin gewesen wäre allerdings berechtigt.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 23. April 2023 - 12:25 #

Er kann durchaus der überragendste Spieler der Welt sein, welcher suchtbedingt das Training vernachlässtigt und sich deswegen seit 10 Jahren nur in den Top 10 der Weltrankliste rumtreibt.
Oder er hat mal einen "schlechten Tag" und fliegt deswegen wie in der UK Championship 2021 im Auftaktspiel raus.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 16:27 #

Nur hat das eine mit dem anderen ja gar nicht so viel zu tun, oder was willst du sagen?

Der schlechte Tag kann jeden treffen, das ist doch was völlig anderes als sich z.B. am Tag vor einem Spiel/Meeting/Präsentationstermin die Nacht mit irgendeiner Sucht-Tätigkeit um die Ohren zu schlagen od. sich einfach nicht vorzubereiten, weil mal lieber säuft/zockt/Videogames spielt?

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 8:12 #

Ob das jetzt die klassischen Videospiele sind, müssen andere bewerten...

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 8:43 #

WoW ist eines der einflussreichsten Videospiele der letzten Jahrzehnte. Fifa seit Jahren eine feste Größe mit beachtlichen Verkaufszahlen, ein Spiel das sogar bei vielen Konsolen-Käufern das einzige ist, das sie besitzen. LOL ist vermutlich für uns alte Säcke nicht mehr passend, tatsächlich aber ein relativ klassisches Videospiel mit einem modernen Finanzierungsmodell. Nur weil man etwas nicht mag, muss man dem doch nicht immer die Existenzberechtigung absprechen. Ich mag kein Fussball, behaupt aber trotzdem nicht, das wäre gar kein Sport.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 8:57 #

Gut, nur kann ich dir nicht sagen, wie das zu meinem Kommentar passt.

Ich meine wenn jemand alkoholsüchtig ist, sagt man ja auch nicht "getränkesüchtig". Ja in der Tat meinte ich mit meinem Kommentar die Mechaniken in den aufgeführten Programmen (glücksspielähnlich, PaytoWin, Langzeitbindung, etc etc). Eventuell meinst du ja dann mit deinem Kommentar auch dieses.
Was dann genau "die Sucht" verursacht, müssen dann halt andere bewerten. "Videospiele" ist mir auf Grund der (fiesen oder spezifischen) Mechaniken dann zu weit gefasst und bedient dann nur die Gegnerschaft der bösen Videospiele.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 10:05 #

Deine paar Worte oben kann man denke ich ohne schlechtes Gewissen so verstehen, dass du unterstellst, das die genannten Titel keine klassischen Videospiele sind. Genau genommen wäre das für mich die naheliegende Interpretation.

Das du dich auf die Mechaniken speziell beziehst kann man da find ich echt nicht rauslesen. Mit deiner Erklärung jetzt hat das aber nen ganz anderen Zusammenhang und is klar was du meintest. :)

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 10:22 #

Ja, in Richtung Oberbegriff, Teilmenge...

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 11:27 #

Is aber auch schwierig. Ich versteh schon was du meinst, aber ein "Drogensüchtiger" ist ja auch nicht süchtig nach JEDER art von Drogen, ein "Spielsüchtiger" auch nicht nach jedem Glücksspiel sondern meist sehr speziell z.B. nach spielen an Slotmachines od. Pferderennen.

Die genannten Titel sind ja ohne Zweifel erstmal Videospiele, insofern ist die Formulierung denke ich schon okay, je nachdem ob er sich da speziell auf die Lootboxen oder ähnliche Gambling-Mechaniken gestürzt hat könnte man allerdings überlegen, ob das nicht auch schon "Spielsüchtig" im Allgemeinen ist. Am Ende ist das aber so oder so ein wenig Haarspalterei (und nur relevant, weil sonst jemand sagt die News hat auf ner Spieleseite nix zu suchen), er konnte sein volles Potenzial im Snooker nicht entfalten, weil er eine Suchtkrankheit hat(te), die ihn davon abgehalten hat. Das ist per se traurig, egal welche Sucht und egal nach welchem Game er süchtig war.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 11:36 #

Ich glaube in Österreich sind einige "Videospiele" bereits zu Glücksspielen erklärt worden.

AxlB 12 Trollwächter - 1091 - 23. April 2023 - 10:36 #

Alkohol ist doch auch nur ein Oberbegriff für Schnaps, Bier, Wein, etc.
Es sind sogar streng genommen nicht nur Getränke sondern auch Dinge wie Pralinen.

Nach deiner Analogie hätte man sagen sollen, Robertson wäre "freizeitsüchtig" gewesen.

Der Begriff Videospielsucht ist in diesem Falle treffend mMn.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 11:39 #

Nö. Nach meiner Analogie sollten diverse Spiele zu zB Glücksspielen erklärt werden :)

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 11:43 #

Hmmm, dann müsste man in Deutschland Fifa ab 18 Jahren sein. Oder haben die das Lootboxen-System dort entschärft?

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 11:49 #

Wäre doch ne Maßnahme und besser als mit diesen Geschäftsmodellen das "Videospiel" in den Kakao zu ziehen.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 16:25 #

Da würde ich dir nichtmal widersprechen... denke wenn sie das so weiter treiben wird das in gar nicht allzu langer Zeit auch passieren. Grad die F2P-Spiele sind da schon hart über/an der Grenze, teilweise.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 16:58 #

"Da würde ich dir nichtmal widersprechen... " ... danke. Aber warum willst du mir sonst widersprechen?

Findest Du Transaktionen gegen Echtgeld in Spielen so super? Und/oder Mechaniken die einen zeitlich im Spiel halten und binden (okay, hier kann man sicher diskutieren)
Bzw. wenn das jemand beginnt zu suchten? Darum gehts doch nur!?

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 17:25 #

Ich hab dir ja eingangs schon widersprochen. :) Die Einstufung als Glücksspiel ist ja durchaus auch was, das diskutiert wird, auch wenn wir vielleicht einer Meinung sind. Ich find halt, man muss da superstark differenzieren.

Ich hab GRUNDSÄTZLICH mit Ingame-Käufen tatsächlich kein Problem, gerade bei F2P-Spielen, wenn sich das in einem fairen Rahmen bewegt kaufe ich in der Regel auch ab un zu was, einfach weil ich die Entwickler unterstützen will. Für mich ist das erstmal einfach ein alternatives Geschäftsmodell zum "alten" Vollpreis-Spiel und zunächst völlig wertneutral.

Weniger geil finde ich Ingame-Käufe in Vollpreis-Spielen, wobei ich da auch noch differenziere - wenn Activision über 2 Jahre tolle Inhalte für CoD liefert, dann kann man da auch nen Battlepass für 10 Euro oder so anbieten, das finde ich erstmal nicht schlimm, ähnlich wir nen Umfangreichen DLC für 20 Euro kaufen z.B... wegen mir wenns Leute gibt die das geil finden auch Waffen- und Charakterskins. Solange ich keinen Riesen-Nachteil habe, wenn ichs nicht kaufe - alles gut. Das macht imho CoD sehr gut, da sind auch gekaufte Waffen normalerweise nicht OP (und wenns doch mal passiert werden sie entsprechend genervt).

Ärgerlich wirds halt, wenns um Pay2Win geht, da kriegt der Spaß für mich fix ein Loch, das seh ich dan nicht mehr wirklich ein, das ist aber was wo ich sage, da muss ich die Finger von lassen, aber kaum irgendwie rechtlich relevant.

Wenns dann in Richtung astreines Glücksspiel geht mit Sammelwahn und Zufallsfaktoren... dann denke ich auch, dass das eben auch als solches eingeordnet gehört, ggf. auch entsprechende Mechaniken erst nach expliziter Altersverifikation ab 18 zugänglich sein sollten (kann der 12jährige ja Fifa spielen, aber die Sammelkarten kann er halt nicht einfach so kaufen).

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 8:34 #

Ich finde es sehr mutig das er die Videospielsucht öffentlich zugegeben hat. Aufgrund des "Belohnungssystems" haben es Spiele leichter jemanden abhängig zu machen, aber häufig liegen noch weitere Gründe vor, weshalb eine Videospielsucht entsteht. Das kann eine Depression, Borderline oder ADHS sein. Die Persönlichkeit, hier die Akribie, sich überall reinfuchsen zu müssen, kann auch ein Faktor sein.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 8:47 #

Ja, solche Spiele bzw. eigentlich eher das Drumrum drehen schon gewaltig an der Belohnungs-Spirale im Hirn, grad wenn man dafür anfällig ist. Wenn du dann noch irgendwie zu einer gewissen FOMO neigst UND nicht unbedingt aufs Geld achten musst wirds anstrengend... in seinem Fall halt echt ärgerlich, ich bin jetzt kein großer Snooker-Fan (abseits davon, das ich das sehr gern nachts auf Eurosport zum einschlafen geschaut hab um die Jahrtausendwende) aber der Mann hat schon beeindruckende Erfolge damit erzielt, dafür dass er es nach eigener Aussage wegen seiner Sucht nur halbherzig betrieben hat.

colonelgeil 17 Shapeshifter - P - 6602 - 23. April 2023 - 10:31 #

Fifa süchtig .. Wie kaputt kann man sein

Desotho 18 Doppel-Voter - 9319 - 23. April 2023 - 10:41 #

Bald hat er ja mit Diablo 4 die Chance nochmal ne Stufe abzusteigen :D

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 10:45 #

Ich glaube das hängt dort eher mit den In-Game-Käufen und den Lootboxen zusammen.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 23. April 2023 - 11:28 #

Dies solltest Du doch beantworten können.

vgamer85 (unregistriert) 23. April 2023 - 11:50 #

Genauso wie God of War oder Elden Ring süchtig.

Nischenliebhaber 18 Doppel-Voter - P - 10837 - 23. April 2023 - 11:38 #

Ich würde mir hier in den Kommentaren echt mehr Empathie für psychische Krankheiten wünschen. Nicht umsonst wurde Videospielsucht als eigene Diagnose ins ICD aufgenommen. Und wenn Betroffene öffentlich drüber reden ist das großartig. Nur so entsteht Awareness und vielleicht auch Druck auf die Politik diese Glücksspielmechaniken zu verbieten!

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 8064 - 23. April 2023 - 11:40 #

Unterstützung!

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 263251 - 23. April 2023 - 13:28 #

Ich kann diese Relativierungsversuche und Verharmlosungen und Whataboutism-Beiträge und andere "Bewertungs"-Post hier auch nicht nachvollziehen. Sucht als Kranheit ist für den Betroffenen immer schlimm und sein Umfeld leidet mit. Wieso kann man das nicht einfach akzeptieren und Empathie zeigen oder einfach froh sein, dass es einen nicht selbst betrifft oder auf Holz klopfen, dass es einen nicht noch erwischt.

Faerwynn 20 Gold-Gamer - P - 20119 - 23. April 2023 - 19:00 #

Warum? Weil es die Betroffenen auch aus der Verantwortung entlässt. Kann man ja nichts für, ist eine Krankheit. Ich würde auch gern mehr spielen und habe auch das ein oder andere Mal dafür etwas schleifen lassen. Ich hätte ohne WoW sicher ein oder zwei Semester kürzer studiert, und mit besseren Noten in der Zeit. Ich habe mich dann aber zusammengerissen, auch wenn ich wenig Lust hatte und habe es auf die Reihe gekriegt. Ich hätte auch einfach dem Bedürfnis nachgeben können, dann hätte ich heute kein Diplom. Kann man ja nichts dafür, diese verdammten süchtigmachenden Spiele. Gehört alles verboten.

Ich hab das jetzt absichtlich überspitzt formuliert, aber auch diese Sicht hat ihre Berechtigung. Nicht alles kann als Krankheit aus dem Verantwortungsbereich der Betroffenen genommen werden. Wir gehen nach wie vor vom freien Willen und Eigenverantworlichkeit aus. Ich möchte mir keine Welt vorstellen, in der sich jeder durch seine psychischen Eigenheiten aus der Verantwortung ziehen kann.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 19:55 #

Na, dann bete mal das du nie wirklich in die Situation kommst, in der du psychische Probleme hast und auf das Verständnis der Leute um dich herum angewiesen bist.

Vor ein paar Jahren hätte ich deine Meinung quasi uneingeschränkt geteilt, inzwischen nicht mehr.

Faerwynn 20 Gold-Gamer - P - 20119 - 24. April 2023 - 8:45 #

Ich war in der Situation. Und ich musste mich da rauskämpfen. Das war harte Arbeit und hat mir und auch meinem gesamten Umfeld viel Kraft, Arbeit und Nerven abverlangt. Umso weniger Verständnis habe ich für Leute, die sich dann einfach fallen lassen und erwarten, dass das Problem für sie gelöst wird.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 11030 - 23. April 2023 - 19:55 #

Diese Sichtweise hat IMHO keine Berechtigung.
Es ist bekannt dass es Menschen gibt die Suchtanfälliger sind als andere.
Wie man das Belohnungsystem befriedigt ist auch bekannt.
Viele Spiele sind heute so designt dass sie das alles ausnutzen um das Engagement zu maximieren.
Nur fehlt halt bei Onlinecasinos und Videospielen komplett die soziale Kontrolle.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24055 - 25. April 2023 - 5:14 #

Verantwortung einzufordern, hat im betroffenen Kreis und innerhalb der Therapie durchaus seine Berechtigung und Verantwortlichkeit ist ein gutes Ziel. Deine Sichtweise bezieht sich auf Menschen, die Hilfe brauchen und Faerwynns Sichtweise auf das Ziel der Hilfe.
Hilfe einzuforden oder anzunehmen kann aber durchaus schon ein erfolgreicher Ausdruck von Verantwortlichkeit sein.

Grundsätzlich ist bei Verallgemeinerungen in beiden Extremen Vorsicht angesagt, denn keiner von uns weiß in welchen individuellen Prozessen sich ein Betroffener, oder Nichtbetroffener oder vermeintliche Betroffener befindet.

Nischenliebhaber 18 Doppel-Voter - P - 10837 - 23. April 2023 - 20:11 #

Frage: Wenn Du einen Menschen im Rollstuhl begegnest, sagst Du dann auch "Reiß Dich mal zusammen und steh' auf?" Natürlich wirst Du es nicht tun, weil Du die Krankheit siehst. Psychische Krankheiten sieht man nicht. Aber trotzdem sind sie da.

Es gibt nunmal verschiedenste Faktoren, die z.B. zur Videospielsucht führen. Angefangen bei Depressionen bis hin zur angeborenen Neigung. Und diese werden von entsprechenden Spielmechaniken gezielt getriggert. Will heißen: Nur weil DU da keine Probleme zu haben scheinst, trifft das nicht auf alle Menschen zu. Jeder Mensch ist radikal anders, insbesondere wenn wir über die Psyche von Menschen sprechen. Es wäre für Betroffene schon sehr hilfreich, würde man gesellschaftlich diesen Minimalkonsens anerkennen.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 22694 - 23. April 2023 - 13:49 #

"Nur so entsteht Awareness und vielleicht auch Druck auf die Politik diese Glücksspielmechaniken zu verbieten!"
--> Ja, aber die "verbieten" dann eher "Videospiele".
Als Glücksspiele bzw Spiele mit hohem Anteil Glücksspiel oder diese fiesen Mechaniken zu verbieten. Denn dann müsste man diese "Spiele" erst einmal als solche kennzeichnen oder labeln oder kategorisieren. Das ist so viel mir bekannt ist, überhaupt nicht gegeben.
Das ist dann zumindest meine oben ausgedrückte Rede und Befürchtung.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 16:30 #

Das passiert doch in einigen Ländern schon... die Niederländer haben doch ein Lootbox-Verbot bereits effektiv in Kraft, viele Spiele bieten keine Ingame-Stores mehr, wenn du in den Niederlanden sitzt. Insofern würde ich das nicht so schwarz sehen, Videogames sind eine Milliarden schwere Branche, die Steuereinnahmen will sich auch keiner komplett versauen.

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 16:43 #

Trotzgem sehe ich die neue Diagnosemöglichkeit, die im ICD-11 Einzug genommen hat etwas kritisch. Im Gegensatz zu den Kritierine für nichtstoffgebundene Abhängigkeiten bleiben die Kriterien für Gaming Disorder verschlüsselt. Nur über Umwege kommt man an die Kriterien ran und kann somit nicht damit arbeiten.

Ein Dozent für Mediensucht hat mir gegenüber schon einmal zugegeben, dass dadurch "Laiendiagnosen" verhindert werden sollen. Allerdings hat man jetzt auch nicht mehr die Möglichkeit zumindest einmal die Möglichkeiten einer Abhängigkeit zumindest einmal abzuschätzen, so dass man damit eine Empfehlung für eine diagostische Abklärung aussprechen kann. Ich vermute das man damit wieder Geld machen will, weil es dann zu vermehrten Diagnosen kommt.

Ich hatte einmal einen Fall mit einem Schüler, der sich zuhause eingeschlossen und viel gespielt hat, weil seine erste Freundin mit ihm Schluss gemacht hat. Er stand kurz vor der Prüfung zu einer mittleren Reife. In einem langen Gespräch konnte ich ihn davon überzeugen wieder in die Schule zu gehen, was er auch wieder getan hat und den Schulabschluss erhielt; trotz der Diagnise Gaming Disorder.

Damit will ich eine Sucht nicht verharmlosen, kritisiere aber das solche eine Diagnose nicht jeder Arzt stellen sollte. Eine vorherige Weiterbildung/ Ausbildung sollte hier auf jeden Fall noch erfolgen, idealerweise in einem therapeutischen und nicht ärztlichen Setting. Das läuft nocht nicht rund.

Faerwynn 20 Gold-Gamer - P - 20119 - 23. April 2023 - 19:32 #

Ich habe mich mit einem Kinder- und Jugendpsychologen darüber unterhalten und der hat in eine ähnliche Richtung argumentiert. Er sah da einen Graubereich zwischen "hochintensiver Normalnutzung" und Sucht. Es sei nunmal so, dass gerade in einem gewissen Altersbereich, Interessen mit sehr hohem Zeitinvest und Nachdruck nachgegangen wird. Wenn jemand in der Menge liest wird ihm heute keine Lesesucht mehr unterstellt, da wird sich eher gefreut. Das gleiche gilt bei Sport. Wenn jemand vier- bis fünfmal die Woche trainiert ist das halt Leistungssport und völlig ok, auch wenn man sich dabei ziemliche Folgeschäden für den Rest des Lebens zuziehen kann.

Ich selbst habe, weil digitale Spiele von meinen Eltern eingeschränkt wurden, wie bescheuert gelesen, am liebsten Fantasy. Das hat keiner negativ gesehen, obwohl es auch Eskapismus war und ich das auch durchaus sozialen Events vorgezogen habe.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24055 - 25. April 2023 - 5:30 #

Guter Punkt.

Nischenliebhaber 18 Doppel-Voter - P - 10837 - 23. April 2023 - 20:21 #

Bis das ICD-11 in den ärztlichen Alltag Einzug hält, werden noch ein paar Jahre vergehen, keine Sorge. Ich beispielsweise freue mich, dass kPTBS ins ICD-11 gekommen ist. Bis das in den psychologischen Einrichtungen kommt, wird es noch dauern. Aber es ist schonmal eine Anerkennung, dass es dieses spezielle Krankheitsbild gibt. Das ist für Betroffene schonmal dergestalt eine Hilfe, dass sie drauf zeigen können. Dass so eine Krankheit von der WHO anerkannt wurde.

Was übrigens auch die Forschung bzw. Bewilligung für Gelder in diese Bereichen vereinfachen wird.

Das heißt aber nicht, dass morgen der Allgemeinarzt die Straße runter mit Gaming Disorder Attesten um sich werfen wird, keine Sorge. ;-)

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 22:15 #

Ich habe es leider in Einzelfällen erlebt.

Kinukawa 21 AAA-Gamer - P - 25613 - 24. April 2023 - 11:37 #

Ich hatte mich mal hier vor Jahren in einem Interview geoutet (damals noch anderer Username), aber das kam damals nicht gut an. Emphatie wird eben erst entwickelt, wenn es einen direkt oder nächste Verwandtschaft trifft. Aus eigener Erfahrung kann ich schreiben, dass es eine Kombination von 2-3 Verursachern war, die mich 4 Jahre gekostet haben.

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 24. April 2023 - 12:01 #

Dann bin ich froh, dass du deine Abhängigkeit in den Griff bekommen hast. Ein Verlust kann immer auch ein Gewinn sein.

vgamer85 (unregistriert) 23. April 2023 - 11:52 #

Ja, ich denke Videospielsucht ist was anderes als Glücksspielsucht. Manche Spiele beinhalten Glückspielmechaniken. Wenn man in Fifa Fifa Packs ganze Zeit öffner oder in Counterstrike Go ganze Zeit Kisten öffnet um 1000 Euro Messer zu erhalten...oder ob man in Fifa nur online ohne Packs auskommt..ist wieder was anderes.

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 56266 - 23. April 2023 - 15:46 #

Ha, Neil durfte ich mal live bei einem Maximum-Break erleben. Damals galt er als der neue Steven Hendry. Und Mark Selby saß am nächsten Tag im Restaurant neben uns :)

Aber „nur“ 1x Snooker-Weltmeister ist eine beeindruckende Leistung und Neil Robertson ist einer der sympathischen Spieler auf der Tour. Dass er gerne und viel zockt, hat er früher schon erzählt (aber nicht, dass es zur Sucht wurde) - das hat ihn für mich eigentlich nur noch sympathischer gemacht.

Punisher 22 Motivator - P - 32206 - 23. April 2023 - 16:31 #

Ja, seine Erfolgsbilanz liest sich ziemlich beeindruckend. Fragt man sich, was der Mann ohne sein Suchtproblem erreicht hätte.

Jürgen 27 Spiele-Experte - 87213 - 23. April 2023 - 18:43 #

Neid! Ich seh Snooker immer nur im Fernseher.

vgamer85 (unregistriert) 23. April 2023 - 18:50 #

Hab davon nur damals vor 2010ern auf eurosport werbung gesehen. Snooker bei Eurosport...
Als ich noch TV geschaut habe..das waren Zeiten.

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 56266 - 23. April 2023 - 23:47 #

Auf nach Fürth/Nürnberg! Da findet das European Masters im August statt. Aber da gibts dann natürlich keine Live-Kommentare von Rolf Kalb wie auf Eurosport :]

Jürgen 27 Spiele-Experte - 87213 - 24. April 2023 - 8:59 #

Das klingt in der Tat interessant. Kommt auf meine Agenda. Mal sehen, was die Familie dazu sagt. Ich kann mir die rollenden Augen schon vorstellen :D

Gucky 27 Spiele-Experte - - 78054 - 23. April 2023 - 18:52 #

Wie cool ist das denn :)

xcascariellex 14 Komm-Experte - - 2143 - 23. April 2023 - 16:57 #

ich würde ja auch gerne noch viel mehr spielen, abba irgendwann kann ich die augen einfach nich mehr auf halten und entsprechend auch nich mehr spielen... *lol*

:DDD

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