Spiele-Check von SupArai

Spiele-Check: Ixion – Herausfordernder Trip durchs Weltall
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
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SupArai 56881 EXP - 25 Platin-Gamer,R10,S9,A10,J10
Dieser User ist ein aktiver Kämpfer der Kompanie Global Brothers.Dieser User war Teil des Elfen-Kriegsrats im Warhammer-2-Letsplay.Screenshot-Meister: Hat 5000 Screenshots hochgeladenScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenAzubi-Redigierer: Hat 100 EXP beim Verbessern fremder News verdientIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenDatenbank-Geselle: Hat 100 Steckbriefe angelegtDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhalten

20. Dezember 2022 - 10:45 — vor 6 Wochen zuletzt aktualisiert
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In dem Aufbauspiel Ixion begebt ihr euch mit der Raumstation Tiqqun auf die Suche nach einer neuen Heimat. Um eurer mitreisenden Bevölkerung ein möglichst gefahrloses Dasein zu bieten, baut ihr die Tiqqun unterwegs immer weiter aus, erzeugt Nahrung, schafft Ressourcen ran und errichtet neue Produktionszweige. Nebenbei fordern die Passagiere, dass ihr wegweisende Entscheidungen zum Leben auf der Tiqqun trefft - deren Auswirkungen oft nicht abschätzbar sind. Eine Menge Survival-Gepäck, an dem sich Ixion mitunter verhebt. Geduldsame aber belohnt es mit vielen kleinen Spielfreuden.
 
Auf eurer Reise durch das Weltall beeinflusst ihr häufig aktiv, wie sich die kleinen Geschichten weiter entwickeln.

Eine beschwerliche Reise
Ixion ist im Grunde ein Survival-Aufbauspiel mit mehreren kniffligen Systemen. Damit die Tiqqun nicht zerbricht, benötigt ihr jeden Zyklus – so nennen sich die Runden in Ixion – ausreichend Legierung zur Instandsetzung der Hülle. Eure Siedler verlangen nach Wohnraum, Nahrung sowie Arbeitsbedingungen ohne Mehrarbeit und Überstunden. Gewährleistet ihr dies nicht, kommt es zu Obdachlosigkeit, Hunger, vermehrt zu Un- und schlimmstenfalls Todesfällen. Was wiederum das Vertrauen in eure Führungsqualitäten verringert. Sinkt das zu sehr, kommt es zur Rebellion.

Eine weitere Schwierigkeit ist der begrenzte Bauplatz auf der Tiqqun. Diese ist in sechs Sektoren eingeteilt, wovon zu Spielbeginn nur einer aktiv ist. Zur Öffnung weiterer Sektoren benötigt ihr diverse Materialien sowie Arbeitskräfte, die anschließend dorthin abwandern. Neben der stetigen Anpassung der Versorgungslogistik steigt mit jedem geöffneten Sektor zudem die Rumpfabnutzung pro Runde. Das Erweitern der Tiqqun ist aber alternativlos, denn ihr erforscht stetig effizientere Technologien und weitere Gebäudearten, für die es Platz braucht.

In Ixion bespielt ihr als Raumstations-Manager drei Ebenen: In der Innenansicht plant und baut ihr eure Station aus, hier spielt sich das Leben ab. Den Bau von Solaranlagen oder anderen Großprojekten gebt ihr in der Außenansicht in Auftrag. Die dritte Ebene ist die strategische Planetensystemkarte. Auf dieser erforscht ihr das aktuelle Sonnensystem, spürt mit Sonden Ressourcen auf und legt die Abbauroutinen durch eure Flotte fest. Nebenbei stoßt ihr hier auch auf Story-relevante Missionen und optionale Aufgaben.
Forschungspunkte benötigt ihr zur Entdeckung neuer Technologien und Gebäude sowie zur Vebesserung der Vorhandenen.

Prächtig inszenierte Science-Fiction
Warum ihr die Tiqqun durch das Weltall steuert, werde ich nicht verraten. Kein Geheimnis soll bleiben, dass ich die Art der Erzählung als gelungen bewerte. Es gibt einige schicke Zwischensequenzen, neue Aufgaben oder Ziele werden euch in komplett vertonten Nachrichten übermittelt - im Gegensatz zum Rest des Spiels allerdings nur in englischer Sprache. Die Inhalte der Story-Missionen, optionalen Nebenquests und Ereignisse auf der Tiqqun werden in Textboxen präsentiert, die vermitteln das Science-Fiction-Setting jedoch sehr gut.

Die Vertonung kann sich ebenfalls hören lassen: Die erwähnten Sprecher, den Soundtrack und die komplette Geräuschkulisse auf der Tiqqun finde ich klasse. Optisch überzeugt mich Ixion ebenfalls. Die Gebäude in der Innenansicht sind deutlich unterscheidbar sowie schön detailliert.
Auf der strategischen Sternenkarte sucht ihr nach Ressourcen sowie nach Quests. Außerdem koordiniert ihr hier die Aufgaben eurer Bergbau-, Transport- und Forschungsschiffe.

Zu schablonenhaft, langatmig und schwer?
So weit, so gut. Ixion plagt mich allerdings mit einigen Erschwernissen. Das Austarieren der  Bedürfnissysteme (Versorgungssituation, Ressourcen- und Bevölkerungsmanagement) beschäftigt mich durchgängig. Und ich habe den Eindruck, dass es sich hierbei um ein sehr pedantisches, störanfälliges System handelt. Eines das, einmal aus dem Tritt gebracht, unreparierbar ist. Abwärtsspiralen konnte ich meistens nur durch das Laden eines alten Spielstands korrigieren. Ich rate deshalb zum regelmäßigen Speichern an „Kipppunkten“ – das hilft auch gegen unerklärliche Geschehnisse, aka Bugs.

Nervig wurden die regelmäßigen Leerlaufphasen im Spielablauf, die ihr meiner Meinung nach selten beeinflussen könnt. So sind Ressourcen nur begrenzt vorhanden. Allerdings weiß ich nicht, welche ich für Quest-Reihen benötige. Entdecke ich eine relevante Quest erst spät und habe das nötige Material schon für andere Projekte genutzt, bricht der Spielfluss komplett ein, während ich alles aus mickrigen Quellen zusammenkratzen und zum Zielort bringen muss.

Zudem macht mir Ixion das Leben mit vielen Mechaniken und zufälligen Ereignissen gewollt schwer. Der Ressourcenmangel ist ein verlässlicher Begleiter, manche Forderungen meiner Bürger sind unerfüllbar, Bauprojekte und die Expansion in neue Sektoren erfordern Vorarbeiten, wie den Ausbau des Stromnetzes. Häufig ist „Learning by trial and error“ angesagt.
In Sektor 3 wandelt die Fusionsstation bereits Eis in Wasser um. Perfekt um meine Nahrungsmittelproduktion um Getreidefelder zu ergänzen.

Fazit
Für diesen Spiele-Check habe ich 20 Stunden auf der Tiqqun verbracht, allerdings den ersten Versuch nach acht Stunden abgebrochen. Derzeit stehe ich im zweiten Run am Anfang des dritten Kapitels: Zufrieden blicke ich auf drei pulsierende Sektoren, meine Leistung beglückt die Bevölkerung (zumindest temporär). Bis hierhin lud ich allerdings auch mehrfach Spielstände, korrigierte meine Baureihenfolge und entschied mich demütig für kleinere Lösungen.

Trotz des stellenweise erlahmenden Spielablaufs, vieler Fehlplanungen und manch frustrierenden Ereignisses macht mir Ixion großen Spaß. Es ist eine herausfordernde Angelegenheit, die Tiqqun trotz Platz- und Ressourcenmangels weiter auszubauen, meine Besatzung zu besänftigen und die Logistik am Laufen zu halten. Und es ist spannend, den Systemen mit meiner langsam wachsenden Raumflotte auf der Sternenkarte ihre Geschichten zu entlocken. Außerdem holt mich Ixion mit seiner Atmosphäre, der Art wie es seine Story erzählt, seiner Optik und Soundkulisse wirklich ab.
  • Aufbauspiel für PC
  • Einzelspieler
  • Für Fortgeschrittene und Profis
  • Preis: 34,99 Euro
  • In einem Satz: Science-Fiction-Aufbauspiel mit knackigen Survival-Elementen.

Video:

Nivek242 32 User-Veteran - P - 574945 - 20. Dezember 2022 - 10:55 #

Danke für den Spiele-Check. Denke es kommt auf die lange Liste :-)

Cat Toaster 13 Koop-Gamer - - 1529 - 20. Dezember 2022 - 11:22 #

Ich fand das am Anfang Super (wirklich Gänsehaut!), bis ich den zweiten Sektor freigeschaltet habe und das Sektortetris von vorn beginnt ohne auf die Überschüsse des ersten zugreifen zu können. "Da hat es seine hässliche Fratze gezeigt" :-) Beendet und nicht wieder gestartet.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 20. Dezember 2022 - 12:41 #

Mmmhhh, was meinst du denn mit "Nicht auf die Überschüsse zurückgreifen können"?

Wenn ich mich richtig erinnere, nimmt man die eingelagerten Überschüsse mit. Ok, vielleicht nicht nach dem Prolog. Aber ich schaue später mal nach.

Cat Toaster 13 Koop-Gamer - - 1529 - 20. Dezember 2022 - 14:06 #

Wenn ich im ersten Sektor einen Nahrungsüberschuss habe, nützt mir das im zweiten nix, da muss ich auch sofort Insektenfarmen bauen für die Menschen dort, sonst verhungern mir die, da ich nur auf die Ressourcen Zugriff habe die ich für´s Freischalten in die Hand genommen habe und die dort rumliegen.

Vielleicht check ich´s auch nicht oder es war "mein Fehler", weil ich das Spiel am Release-Tag gespielt habe, wenn ich gerade so Change-Log des Updates von gestern und vom 9.12. lese...

Dann will ich nichts gesagt haben!

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 23. Dezember 2022 - 11:51 #

Du kannst Nahrung und alle anderen Ressourcen in andere Sektoren liefern lassen und die jeweiligen Sektoren spezialisieren (wobei mir die Boni dafür nicht bekannt sind).

Das ging schon mit der Release-Version. Dazu gibt es auch einen Eintrag in der Tutorial-Datenbank.

Wie einiges, ist das etwas tricky: Im Zielsektor baust du ein Lager für Nahrung und eine Kantine. Dann wählst du im Transportmenü Nahrung beim Herkunfts- und Zielsektor (!) als Transportgut aus. Zusätzlich solltest du die Zielmengen einstellen - damit nicht alles rübertransportiert wird.

Dass ich den Zielsektor auch aktivieren muss, habe ich am Anfang überhaupt nicht gecheckt. Habe dann bei Discord die Entwickler angeschrieben und als ich mein Problem beschrieb, Ixion nochmal gestartet und einfach mal das dieses andere Kästchen aktiviert... und meinen schönen Text gelöscht, weil das Problem gelöst wurde.

Ich habe das unter Brett vorm Kopp abgespeichert.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22579 - 20. Dezember 2022 - 11:29 #

Danke für den interessanten Check!

Lencer 19 Megatalent - P - 13423 - 20. Dezember 2022 - 12:21 #

Klingt faszinierend. Kommt erstmal auf die Liste. Danke für den Check.

Cura 15 Kenner - P - 3379 - 20. Dezember 2022 - 12:22 #

Ich bin auch sehr angetan von der ziemlich guten Geschichte und der Art, sie zu erzählen. Was ich dem Spiel ankreide ist nach der im Check erwähnten erbarmungslosen Austarier-Spirale, dass es sich streckenweise nicht gut genug erklärt und dass ich so mehrfach einige Spielstunden verloren habe, nur weil mir eine Mechanik nicht klar genug war (zB. ist es keine gute Idee, Kryokapseln auf Vorrat einzulagern). Die Konsequenzen von solch ahnungslosen Handlungen lassen sich kaum bis gar nicht auffangen. Das nervt (mich) ungeheuer. Hab’s schweren Herzens (Story und prinzipielle Spielidee sind toll!) an den Nagel gehängt in Mission 3.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 20. Dezember 2022 - 12:52 #

Ja, da ist was dran, an einigen Stellen könnten Erklärungen helfen. Die Kryokapseln sind dort ein gutes Beispiel, in die "Falle" bin ich auch getappt - um ehrlich zu sein sogar zweimal. In meiner Situation war der Malus aber ausgleichbar und im nächsten Sektor habe ich meistens das Limit einhalten können.

Problem ist in der Tat, dass solche Dinge mehrere Stunden Spielzeit vernichten (können). In Ixion geht ja fast nichts "schnell". Na ja, ich hatte auch solche Frustmomente, habe das Spiel genervt beendet, aber dann recht schnell weitergespielt - son Soulslike-effekt.

Cat Toaster 13 Koop-Gamer - - 1529 - 20. Dezember 2022 - 14:12 #

Wenn ich das Changelog von gestern lese, könnte das einiges adressiert haben. Lässt meine "Angepisstheit" die ich am 9.12. erworben habe, jetzt allerdings auch nicht verfliegen.

Ich hab bis dahin noch angenommen die Kryokapseln erstmal zu lagern statt aufzutauen bevor man den Inhalt bewältigen kann sei "smart". :-)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 20. Dezember 2022 - 14:49 #

Was mir noch wichtig ist: Ixion ist zum einen kein Anno im Weltraum. Wer sich ein Gameplay wie bei Anno erhofft, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht. Ich würde immer zu Ixion greifen.

Außerdem ist Ixion meiner Meinung kein Frostpunk-Klon. Es gibt lediglich Schnittmengen. Ich kopiere mal einen Kommentar von mir:

" [...] Den Vergleich mit Frostpunk kann meiner Meinung kein Survival-Spiel gewinnen, weil Frostpunk total und absolut knallhart auf Entscheidungen ausgerichtet ist. Und Frostpunk ist athmosphärisch und vom Gameplay für mich echt ein Meisterwerk.

Ixion erzählt nebenbei ganz viele kleine und eine große Geschichte. Es lässt mir als Spieler mehr Freiraum und hat seine eigenen Kniffe, das Entscheidungssystem verstehe ich bislang auch eher als ein ergänzendes System, was das Spielgeschehen eher im Kleinen verändert.

Ixion gewinnt einen Vergleich mit Frostpunk nie. Aber ich finde, es hat genug eigene Ansätze."

Sehe ich immer noch so, den Punkt "Freiraum" würde ich heute aber anders formulieren.

Edit:
Ganz vergessen: Die Entwickler arbeiten an einem Update, unter anderem soll der Schwierigkeitsgrad angepasst werden können.

Lefty 14 Komm-Experte - 2362 - 21. Dezember 2022 - 12:44 #

Nach dem update würde ich mir das Spiel ansehen. Es spricht mich grundsätzlich an, nur das Kontra, dass du beschreibst schreckt mich (noch) ab.

DerBesserwisser 17 Shapeshifter - P - 7027 - 20. Dezember 2022 - 13:06 #

Die Beschreibung erinnert mich stellenweise stark an Frostpunk. Schade nur, das es es nicht auf gog.com geschafft hat.

BBPrediger 18 Doppel-Voter - - 12516 - 20. Dezember 2022 - 14:28 #

Ich habe das Game auch angefangen. Und wie DerBesserwisser schon schrieb, erinnert es von der Spielweise ein bisschen an Frostpunk. Ich selber habe jetzt den 10. Neustart des Games begonnen. Mal schauen.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 23. Dezember 2022 - 11:43 #

Ui, zehn Neustarts sind krass. Musstest du wegen "Dead Ends" neu starten oder weil du "schöner" bauen wolltest?

Zille 21 AAA-Gamer - - 25649 - 20. Dezember 2022 - 20:37 #

Danke für den tollen Check - ein Titel mehr für die Wunschliste.

Q-Bert 24 Trolljäger - - 47093 - 21. Dezember 2022 - 4:31 #

Ich glaube, das schaue ich mir mal an! Danke für den Check, der war sehr hilfreich :)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 56881 - 23. Dezember 2022 - 11:38 #

Gerne, Q-Bert. Da ich deine Spieleauswahl und -einschätzung häufig sehr spannend finde, freue ich mich über einen Kommentar, falls du Ixion gespielt hast.

floppi 24 Trolljäger - - 51700 - 21. Dezember 2022 - 9:45 #

Hatte es nach dem entnervten Aufgeben nach irgendwas um die 15 Spielstunden nie wieder angefasst. Hatte da kein Bedürfnis danach. Zu unbequem, zu verkopft, zu kompliziert und zu viel Grind. Das Spiel schätzt meine Zeit als Spieler nicht wert.

Und das ist schade, denn das grundsätzliche Spielprinzip als auch das Szenario sind vielversprechend.