Spiele-Check von SupArai

Spiele-Check: Deadlink – Geschwindigkeitsrausch im Neonlicht
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
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SupArai 55408 EXP - 25 Platin-Gamer,R10,S9,A10,J10
Dieser User ist ein aktiver Kämpfer der Kompanie Global Brothers.Dieser User war Teil des Elfen-Kriegsrats im Warhammer-2-Letsplay.Screenshot-Meister: Hat 5000 Screenshots hochgeladenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenAzubi-Redigierer: Hat 100 EXP beim Verbessern fremder News verdientIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenVielschreiber-Azubi: Hat mindestens 50 veröffentlichte News geschrieben

29. Oktober 2022 - 9:00 — vor 3 Wochen zuletzt aktualisiert
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Man nehme Ballern, Dashen und Spezialfähigkeiten, mit denen sich Gegner schön maltretieren lassen. Dazu kommt ein Schuss Munition zum nebenbei Freiboxen und die neondurchtränkten Arenen dürfen auch nicht fehlen. Das Ganze wird garniert mit einem antreibenden Elektrobeat, der vom hohen Spieltempo mit Leichtigkeit überrundet wird und schon habt ihr DeadlinkDer am 18. Oktober in den Early Access gestartete Roguelite-Egoshooter macht Lust auf mehr!

Die Qual der Wahl: Soldat oder Jäger?
Bevor es losgeht, entscheidet ihr euch für eine von zwei Kampfhüllen. Der Soldat ist standardmäßig mit einer Pistole und einem Granatwerfer bewaffnet. Zudem unterstützen euch die Spezialfähigkeiten Rapple, ein Haken mit dem ihr euch zum Gegner zieht, und Scrampler, eine Art Rundumschlag, der Gegner in eurer Nähe betäubt. Als zweite Kampfhülle steht der Jäger zur Auswahl, Standardbewaffnung ist die Pistole sowie ein Energiegewehr. Als Spezialfähigkeiten nutzt er den Translocator, hierbei tauscht ihr eure Position mit der des Ziels, sowie das Decoy, welches für kurze Zeit ein Abbild von euch erschafft, das die Gegner ablenkt. Als weitere Angriffsoptionen nutzen beide Charaktere Granaten und den Faustschlag. Für welche der beiden Kampfhüllen ihr euch entscheidet ist eine Stilfrage. Viel wichtiger ist, dass sie sich beide sehr gut spielen.

Sumoringer greifen regelmäßig mit einem Sturmangriff an. Um sie zu erledigen, müsst ihr hinter sie kommen oder die kleinen Betäubungsfenster eurer Spezialfähigkeiten nutzen.


Nur ein markierter Gegner ist ein guter Gegner
In den flotten Kämpfen gegen eine Überzahl an Gegnern werdet ihr zwangsläufig getroffen. Damit ihr eine Überlebenschance habt, ist es wichtig, dass ihr eure Feinde mit den Spezialfähigkeiten oder einer Granate markiert. Denn nur dann sprudeln nach ihrem Ableben die dringend benötigten Schildfragmente heraus, mit denen ihr euren Schutzhülle wieder aufladet.

Um euch die Sache nicht zu leicht zu machen, haben eure Fertigkeiten natürlich einen Cooldown. Also müsst ihr euch regelmäßig taktisch zurückziehen, gegnerischen Angriffen mit eurem Dash ausweichen und Container zertrümmern, um die Munition eurer Sekundär-Waffe aufzufüllen. Meine bisherigen Stunden in Deadlink bestanden somit aus einem ständigen, hektischen Wechsel zwischen Angriff und Rückzug. In den Kämpfen ist Deadlink ein wahnsinnig schnelles, mitreißendes Spiel, das euch wenig Verschnaufpausen gönnt.

Die dauerhaften Upgrades eurer Kampfhülle wirken sich definitiv auf das Spielgefühl aus – allerdings fühlt sich das EXP-Grinding auch definitiv nach Arbeit an.


Die Roguelite-Formel
Deadlink folgt dem bekannten Roguelite-Pfad: Pro Run habt ihr ein Leben. Sterbt ihr, ist der Versuch vorbei, alle gesammelten Upgrades futsch und ihr landet in eurem Save-Room. Bevor ihr einen neuen Run startet, investiert ihr die erspielten Ressourcen – in Deadlink heißen sie Token und EXP - in dauerhafte Upgrades. Ihr werdet also mit (fast) jedem Run stärker und zäher, eure Versuche dauern länger. Bis es euch wieder erwischt.

Nach jedem erfolgreichen Arena-Fight erhaltet ihr eine Belohnung. Neben Verstärkungs-Upgrades für eure Kampfhülle gibt es Mods für eure Waffen, Zusatz-EXP oder Cash, das ihr an einem Verkaufsautomaten für Verbesserungen ausgebt. Mit den Upgrade-Modulen bietet Deadlink zudem ein weiteres System. Diese setzt ihr in Slots eurer Kampfhülle ein. Sie besitzen eine aktive sowie eine passive Fähigkeit. Erstere aktiviert sich nur, wenn ihr die Aktion des entsprechenden Slots ausführt: Also die Waffe wechselt, einen der Skills ausführt oder eine Granate schmeißt. Diese Mechanik richtig einzusetzen lohnt sich bestimmt – was mir bewusst nie gelingt, ich habe genug mit allem anderen zu tun.

Der Hub ist nicht zum Verweilen gedacht und ist Sinnbild für die ausbaufähige Präsentation in Deadlink.


Schicke Neon-Spielwelt und wummernde Beats
Die Arenen, durch die ihr euch in Deadlink bewegt, dienen einzig und allein dem Kampf gegen die herein-spawnenden Gegner. Optisch überzeugt diese „künstlich“ erschaffene Welt mit ihren leuchtenden Farben, Schattenwürfen und vielen kleinen Details. Deadlink kommt hier zugute, dass es nicht realistisch aussehen möchte, sondern sich mit seinem cartoonhaften Look wohlfühlt. Der verzichtet auch auf übertriebene Gewaltdarstellung. Sterben eure Gegner, lösen sie sich auf; habt ihr sie vorher markiert, werden sie zum „Fragment-Brunnen“.

Ebenso überzeichnet wie die Spielwelt sind auch viele der Widersacher, wie beispielsweise die Cyber-Geishas oder -Sumoringer. Garniert wird jeder Run durch eine insgesamt rund und gut klingende Soundkulisse und flotte elektronische Musikstücke.

Der Spider-Bot Torantula erwartet euch am Ende des ersten Gebiets und ist auch der erste richtig zähe Gegner.


Fazit
Deadlink hat mir vom ersten Moment an gefallen. Während eines Runs verbinden sich Optik, Sound und Spielgefühl zu einem großen Ganzen, das meine komplette Aufmerksamkeit fordert. In meinen bisherigen vier Stunden habe ich Torantula, den Endboss des ersten Gebiets, allerdings erst wenige Male erreicht und bin jedes mal krachend gescheitert. Deadkill ist kein leichtes Spiel, es erfordert schnelle Reaktionen, belohnt gezielte Schüsse und das konsequente Einsetzen der Fähigkeiten. Und ihr sollt natürlich sterben um im nächsten Run stärker zurückzukehren. Allerdings wirkt der Roguelite-Loop auf mich derzeit noch zu heftig und zu unausweichlich.

Dazu kommt, dass sich die Faszination der Spielwelt bereits abnutzt, da Areale und Gegneraufkommen immer gleich sind. Dies hat mich die ersten Runs natürlich überhaupt nicht gestört, hatte ich doch genug mit den herausfordernden Schusswechseln zu tun. Aber nach mittlerweile 14 Versuchen in den immergleichen Arenen täte optische und spielerische Abwechslung gut. Was auch für die generelle Präsentation gilt. Deadlink gibt sich im Hub geradezu (und zu) spartanisch. Ich hoffe die Entwickler haben Ideen, wie sie diesen Bereich und die Präsentation des Spiels, beispielsweise durch kleine Zwischensequenzen, aufpeppen. Wenn ihr Gefallen an rasanten Egoshootern findet und dem Roguelite-Genre zugeneigt seid, ist Deadlink aber bereits jetzt einen Blick wert.

  • Roguelite-Egoshooter für PC im Early Access
  • Einzelspieler
  • Fortgeschrittene, Profis
  • Preis: 16.79 Euro
  • In einem Satz: Das Roguelite-Grundgerüst steht, der Shooter-Part rockt – im Early Access muss Deadlink nur noch variantenreicher gestalten werden.

Video:

TheLastToKnow 27 Spiele-Experte - - 80837 - 29. Oktober 2022 - 9:07 #

Schöner Check! Könnte interessant für mich werden, falls die Entwickler während des EA für die von dir geforderte Abwechslung sorgen. :)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55408 - 29. Oktober 2022 - 11:05 #

Danke. :-)

Der letzte Egoshooter der mich so sehr gefordert und gefesselt hat, war Doom (2016). Unschön ist, dass sich die Runs in Deadlink so gleich sind. Das macht die Kämpfe weiterhin sehr intensiv, aber sobald ich sie überlebt habe, stellt sich doch ein "Hab' ich das nicht schon 10 mal genau so erlebt?"-Gefühl ein.

Na ja, und nicht zu vergessen: Jemand mit mehr Skills kommt wahrscheinlich schneller in neue Abschnitte, spielt mehr Upgrades frei - erlebt also mehr Fortschritt als ich.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 73257 - 30. Oktober 2022 - 17:21 #

Macht eigentlich einen sehr interessanten Eindruck, aber Roguelite, hm...

Übrigens nennst du das Spiel im Check zweimal Deadkill statt Deadlink. ;-)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55408 - 30. Oktober 2022 - 17:37 #

Spielt sich schon sehr gut. Aber ich denke für "ohne Roguelite" fehlt es an Substanz.

Die Deadkills habe ich geändert, danke.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 22688 - 31. Oktober 2022 - 12:14 #

Danke für den Check, das sieht echt interessant aus. Aber erst nach dem Early Access, ich hab den ganzen Tag ein unfertiges Spiel vor der Nase, muss nach Feierabend nicht auch noch sein. Ein wenig skeptisch bin ich wegen dem Roguelite, weil mich da Strafe so enttäuscht hat. Aber sieht schonmal besser aus, ist zumindest mal auf der Wunschliste gelandet =)