Check von SupArai

Spiele-Check: Potion Permit – Die putzigste Lebens-Simulation ever?
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch XOne Xbox X PS4 PS5
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SupArai 51869 EXP - 24 Trolljäger,R10,S8,A10,J10
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22. September 2022 - 12:43 — vor 1 Woche zuletzt aktualisiert
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In Potion Permit verschlägt es euch in das verschlafene Örtchen Moonbury. Dort geht es weitestgehend traditionell zu, Städtern wie euch steht man entsprechend skeptisch gegenüber. Allerdings benötigt des Bürgermeisters Tochter medizinische Hilfe und da der Dorfdoktor nicht weiterhelfen kann, kommt ihr ins Spiel. Ihr seid Mitglied des Alchemistenrates und ein emporstrebendes Genie des Faches. Natürlich erlöst ihr die Politiker-Tochter problemlos von ihren Leiden und natürlich entschließt man sich anschließend, euch nicht mehr gehen zu lassen. Potion Permit wickelt euch ab diesem Moment entweder mit seinem fluffigen Belohnungssystem um den kleinen Finger oder ihr ergreift spätestens nach dem Lesen dieses Spiele-Checks die Flucht.
Bevor ihr einen Trank brauen dürft, müsst ihr eine Schablone mit Zutaten ausfüllen.

Alltag eines Alchemistengenies
Eine eurer wichtigsten Aufgaben als neuer Hauptheiler ist die Behandlung der Krankheiten, mit denen die Bewohner Moonburys in eurer Klinik aufschlagen. Per Doktorspiel ortet ihr das Leiden, per Minispiel erkennt ihr die richtige Medizin. Bevor es an das Brauen der Tränke geht, benötigt ihr natürlich Zutaten. Diese findet ihr in den Naturgebieten außerhalb Moonburys.

Anfangs seid ihr auf den Weidengrund beschränkt, weitere Biome mit neuen Materialien schaltet ihr im Spielverlauf frei. In den Arealen bearbeitet ihr fortan Bäume, Steine und Kräuter mit dem jeweils richtigen Werkzeug. Außerdem tummeln sich dort Lebewesen. Tötet ihr diese, erhaltet ihr weitere Ressourcen, was sich in einer Welt wie der von Potion Permit wie ein barbarischer Gewaltausbruch anfühlt. Einige Wildtiere greifen euch bei Blickkontakt wenigstens an – dann reden wir immerhin von Notwehr! Die Auseinandersetzungen sind dabei unspektakulär inszeniert. Einige der Feinde verfügen zwar über spezielle Angriffsmuster und gegnerische Treffer kratzen an eurer Lebensleiste. Die Intensität der Kämpfe bleibt trotzdem überschaubar. Ihr könnt sie sogar komplett umgehen, indem ihr einfach weiterlauft.

Der vorletzte Arbeitsschritt führt euch an den Brautopf und für die Trankherstellung setzt euch Potion Permit vor ein 2D-Klötzchenspiel, bei dem ihr einen Setzkasten mit verschiedenförmigen Ressourcen befüllt. Dabei dürft ihr nur eine bestimmte Anzahl an Materialien nutzen, höherwertige Elixiere begrenzen zudem die Zutaten-Art. Abschließend verabreicht ihr eurem Patienten die Medizin und sackt eine Belohnung ein.
Die beiden „Hut“-Fantasiewesen bleiben solange passiv, bis ihr sie angreift.Der Bär geht bei Sichtkontakt allerdings direkt auf euch los.

Keiner mag uns - aber das werden wir schon ändern!
Trotz der Wunderheilung der Politikertochter stehen euch manche Bewohner Moonburys noch immer skeptisch gegenüber. Um den Argwohn zu verringern, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Der tägliche Smalltalk, das Verschenken von Mondnelken (erhaltet ihr als Bezahlung von geheilten Einwohnern sowie als Quest-Belohnung), das Erledigen von Quests und Aufträgen für die Einwohner Moonburys lassen den Freundschaftsbalken steigen. Das führt euch nebenbei und verlässlich durch das kleine Städtchen mit seinen Geschäften, in denen ihr Ausrüstung aufwertet, Lebensmittel kauft, euch mit Nebenjobs etwas dazuverdient, angelt und noch der ein oder anderen Nebenbeschäftigung nachgeht.

In Potion Permit seit ihr zudem der Hauptdarsteller einer Rahmenhandlung. In der erfahrt ihr, warum die Einwohner Städtern skeptisch gegenüberstehen, es geht um den Wiederaufbau des Dorfes und häufig schlicht ums Nett-sein. Es gibt immer was zu tun und das Spiel belohnt euch für fast alles. Das Spieltempo bleibt trotz der Beschäftigungsoptionen allerdings gering, ich bezeichne es wohlwollend als gemütlich.
Bei diesem Diagnose-Minispiel muss ich den Viren ausweichen. Es ist noch langweiliger als die beiden anderen.

Überall lauert ein Minispiel
Zu dieser Gemütlichkeit tragen auch die vielen Minispiele in Potion Permit bei. Sie fordern geübte Spieler nicht, sie fordern euch lediglich (viel) Geduld ab: Beim Diagnostizieren drückt ihr im richtigen Moment die geforderten Richtungstasten. Oder ihr merkt euch eine vierstellige Pfeil-Kombination und gebt sie anschließend richtig wieder. Bei den optionalen Minijobs tickt immerhin ein Timer, aber die Einlagen bleiben so trivial, dass Scheitern nahezu unmöglich ist.

Beim Klötzchenspiel vor dem Brauen der Tränke werden die auszufüllenden Pläne zwar immer umfangreicher und bei manchem Bild habe ich über die effektivste Kombination gegrübelt. Aber spannend ist auch dieser Part nicht – vor allem nicht, wenn ich mehrere Tränke brauen möchte und jeden einzelnen neu legen darf. Ich finde sämtliche Minispiele derart nervtötend, dass ich mir eine Option wünsche, die mir erlaubt, sie auszuschalten.
Euer Hündchen ist ein treuer Begleiter und unterstützt euch mit kleinen Diensten. Allerdings nur, wenn ihr ihn regelmäßig füttert und ihm das Köpfchen tätschelt.

Fazit
Ich habe für diesen Spiele-Check acht Stunden in Moonbury verbracht und in den verschneiten Bergen, dem dritten Wildnisgebiet, erlebe ich die erste kleine Schwierigkeitsspitze: Neue Gegner mit neuen Angriffs-Moves treffen auf meine veralteten Waffen. Spielerisch abwechslungsreicher ist jedoch auch dieses Gebiet nicht. Potion Permit ist kein Actionspiel, sondern im Kern eine geruhsame Lebens-Simulation. Mir ist der Titel allerdings insgesamt zu leicht, er bietet mir zu wenig Abwechslung und viele Spielelemente langweilen mich – negativ heraus stechen hier die belanglosen Minispiele.

Trotzdem könnte Potion Permit ein Spiel für euch und Moonbury eine Reise wert sein, wenn ihr einfach nur in eine schön entworfene Welt eintauchen wollt oder euch einfache, nachvollziehbare Spielsysteme zufriedenstellen. Oder ihr Hauptdarsteller einer kitschig-gutherzig inszenierten Erzählung sein wollt.
  • Lebens-Simulation für PC, Playstation 4/5, Xbox One/Series X, Switch
  • Einzelspieler
  • Einsteiger
  • Preis:  19,99 Euro (Demo bei Steam vorhanden)
  • In einem Satz: Ein entschleunigtes Spielchen für geduldige Abenteurer.

Video:

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 38855 - 22. September 2022 - 15:30 #

Das steht auf der Wunschliste. Für 20 € jedoch nicht.

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 22. September 2022 - 22:21 #

Noch was zur Steuerung:

Ich habe Potion Permit ausschließlich mit Controller gespielt und das funktioniert gut.

Man kann sich auch für die Tastatur entscheiden - allerdings ohne Maus, die wird bislang nicht unterstützt. Beide Hände an der Tastatur fühlte sich aber zu merkwürdig an, deshalb habe ich diese Variante verworfen.

Ich glaube, dass Potion Permit sehr gut auf die Switch Lite und in den Handheld-Modus der Switch passt. Zwischendurch einfach ein, zwei Ingame-Tage spielen und sich ein wenig ablenken - das ist nett. Aber mein ABER: Käme für mich nur in Frage wenn es eine Option gibt, diese grauseligen Minispiele zu deaktivieren.

Wenn mich jemand nach Alternativen fragen würde, wären Spiritfarer und Stardew Valley meine Empfehlungen.

EDIT:
Bei Steam findet man übrigens eine Demo zu Potion Permit.

Sehe gerade, dass es bereits 16 zusätzliche DLCs gibt. Handelt sich dabei um Einrichtungsgegenstände für das Zuhause, die jeweils zwischen 1 und 2 Euro kosten. Oh Gott, irgendwie schräg.
https://store.steampowered.com/app/1337760/Potion_Permit/

LRod 19 Megatalent - P - 13616 - 22. September 2022 - 16:26 #

Puh, "geduldige Abenteurer"? Hunde regelmäßig tätscheln? Nicht abschaltbare Minispiele? Nein, trotz der sympathischen Grafik ist das leider nichts für mich.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 225464 - 22. September 2022 - 16:52 #

Sehr süß. Aber das mit dem brachialen Tiereverkloppen mutet tatsächlich seltsam unpassend an.

vanni727 17 Shapeshifter - - 8675 - 22. September 2022 - 17:24 #

Das entschleunigte Spielen finde ich gerade gut! Mir gefiel die Demo schon, deshalb habe ich direkt heute zugeschlagen. Super fürs Steam Deck!

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 22. September 2022 - 18:34 #

Dann mal viel Spaß mit Potion Permit. :-)

Gegen entschleunigtes Spielen habe ich auch nichts - habe die letzten Monate mal wieder viiieeele Stunden im Sternental verbracht.

Ohne die Minispiele hätte ich Potion Permit bestimmt auch noch ein paar Mal gestartet um zu sehen, was da noch so kommt. Weil Charme hat das Spiel ja...

vanni727 17 Shapeshifter - - 8675 - 22. September 2022 - 19:57 #

Danke. Die Minispiele sind wirklich nicht so der Kracher, aber bisher passts sonst für mich. Mal schauen, ob und wenn ja, wann es mich einholen wird ;-).

Nivek242 32 User-Veteran - P - 506836 - 22. September 2022 - 19:48 #

Das sollte doch das perfekte Spiel für mein Steam Deck sein. Danke für den guten Tipp.

heini_xxl 17 Shapeshifter - P - 8154 - 22. September 2022 - 21:20 #

Stardew Valley/Harvest Moon in anders? @SupArai: hast Du die auch gespielt? Es liest sich irgendwie ähnlich.

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 22. September 2022 - 22:11 #

Stardew Valley - darf es ein bisschen Eigenwerbung sein?
https://www.gamersglobal.de/user-artikel/stardew-valley

Stardew Valley habe ich vor ein paar Jahren sehr viel gespielt und ich spiele es seit ein paar Monaten wieder sehr viel auf der Switch Lite. Muss sagen, dass sich das Spiel seit 2019 richtig gemacht hat und es einige schöne Neuerungen gibt (oder ich habe über die Jahre einfach nur gaaanz viel vergessen).

Harvest Moon habe ich nie gespielt und ich hab mir damals für den User-Artikel nur ein paar Videos bei YouTube angeschaut.

Potion Permit schaut sich schon einige Sachen ab, zum Beispiel beim Beziehungssystem, vereinfacht es aber total - hier gibt es bislang nichts mit individuellen Geschenken oder so Feinheiten. Dafür gibt es in Potion Permit viel mehr "erzählende" Quests, generell mehr Story. Ich wurde in meinen acht Stunden gut durch das Spiel geführt. Stardew Valley erlebe ich diesbezüglich sehr viel freier und "intrinsischer", es bietet viel weniger klare erzählerische Struktur.

Gibt noch weitere Überschneidungen, wie zum Beispiel beim Kampf. Deine Aktionen verbrauchen Ausdauer, die kannst du mit Lebensmitteln wieder auffüllen. In Potion Permit wirkt das aber alles viel kleiner und auch nicht so detailverliebt wie bei Stardew Valley.

Ich weiß natürlich nicht, was Potion Permit noch alles auspackt ab Stunde neun - ich habe noch nicht alle Werkbänke in meiner Werkstatt freigeschaltet, vielleicht kommt das Kochen als Option hinzu und ich gehe davon aus, dass später auch "Liebesbeziehungen" möglich sind.

Was mir noch einfällt: Die Kämpfe haben mir in Potion Permit echt keinen Spaß gemacht, völlig lahm. Da geht es im Wüsten-Dungeon im Sternental schon anders zur Sache - die finde ich ab einer gewissen Ebene schon fordernd. Wahrscheinlich wollten die Entwickler das Farmen abwechlungsreicher gestalten, oder so. Na ja, mir hätte es auch gereicht, wenn ich a la Miraculix mit meiner Sichel nur Kräuter hätte schnibbeln können.

Mmmhhh... soviel erstmal.

heini_xxl 17 Shapeshifter - P - 8154 - 23. September 2022 - 15:04 #

Vielen Dank für die Einordnung!

Akki 17 Shapeshifter - 7413 - 23. September 2022 - 21:44 #

Danke! Habe Stardew Valley „durchgespielt“ (1.5 bis zum Summit) und liebe Graveyard Keeper, aber die Minispiele… ich weiß nicht.

Jürgen 26 Spiele-Kenner - P - 68452 - 23. September 2022 - 13:01 #

Sehr schön geschriebener Check eines Spiels, das ich ganz bestimmt nicht spielen werde. Bin schon mit Stardew Valley nicht klar gekommen und das hier klingt dann doch ähnlich genug, um mich davon abzuhalten. Die Optik ist auch nicht meins.
Einzig bei dem Begriff "Doktorspiel" wurde es kurz interessanter ;)

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 26. September 2022 - 20:24 #

Danke, Jürgen.

... und dann fällt das Wort Doktorspiel auch noch weit am Anfang des Checks...

Jürgen 26 Spiele-Kenner - P - 68452 - 27. September 2022 - 11:13 #

Ich habe den Rest des Checks ja trotzdem sehr gerne gelesen. Dass das Spiel nicht für mich interessant ist, hatte keine Auswirkung auf die Lesefreude.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 72351 - 23. September 2022 - 13:18 #

Hier kommen die Checks ja Schlag auf Schlag, super! Das Spiel ist aber nichts für mich.

RoT 20 Gold-Gamer - P - 21407 - 24. September 2022 - 3:36 #

Danke für den Check

Shake_s_beer 17 Shapeshifter - - 7284 - 24. September 2022 - 9:10 #

Danke für den informativen Check!
Klingt für mich nicht so, als müsste ich mir das unbedingt anschaffen. Da bleibe ich - diese Spielgattung betreffend - wohl doch einfach bei Stardew Valley, welches ich immer mal wieder auf der Switch anwerfe.

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 26. September 2022 - 20:23 #

Bitte, gerne.

Falls du noch was in die Richtung suchst könnte der Graveyard Keeper was sein (habe ich noch nicht gespielt) oder My Time at Portia - das habe ich auch noch nicht gespielt, weil Stardew Valley mein Lebens-Sim-Herz meistens total befriedigt. Aber ansonsten klingt My Time at Portia nach einem interessanten Titel.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25936 - 24. September 2022 - 22:14 #

Danke für den TEst :)

TheRaffer 22 Motivator - - 34910 - 26. September 2022 - 6:18 #

Danke für den Check. Kein Spiel für mich, aber in meinem Umfeld erfreut es sich steigender Beliebtheit. :)

SupArai 24 Trolljäger - P - 51869 - 26. September 2022 - 20:20 #

Ja, es scheint eine Zielgruppe zu geben. Wobei sich bei Steam die negativen Rezensionen mehren und es nur noch "Größtenteils positiv" bewertet wird.

Es wird auch von vielen nervigen und Gamebreaking-Bugs berichtet.