Spiele-Check: The Plane Effect – Stundenlang im Irgendwo
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch Xbox X PS5
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SupArai 47128 EXP - 24 Trolljäger,R10,S8,C8,A10,J10
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28. September 2021 - 10:31 — vor 3 Wochen zuletzt aktualisiert
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In dem isometrischen Abenteuerspiel The Plane Effect übernehmt ihr die Kontrolle über einen Mann, der sich von seinem Arbeitsplatz auf einen ungewissen Weg durch eine dystopische Cartoon-Welt aufmacht. Warum The Plane Effect nicht zur spannenden Reise, sondern zum holprigen Trip wird, erfahrt ihr in diesem Spiele-Check.
Bei der Fahrt mit der Draisine müsst ihr darauf achten, nicht in die Lichtkegel der Überwachungsanlagen zu geraten.

Ein einsamer Weg
Wohin eure Reise euch führt, ist zu Beginn unklar und wird auch erst am Ende des Spiels aufgeklärt. Um in der Geschichte voranzuschreiten, arbeitet ihr euch von Areal zu Areal. In jedem gilt es Aufgaben zu erledigen. Diese reichen von Point-and-Click- sowie Logik- und Geschicklichkeits-Aufgaben hin zu Verfolgungs- und Timing-Sequenzen. Es ist eine Reise ohne Zurück, der Titel spielt sich stringent und fokussiert sich komplett auf das aktuelle Gebiet.
Auf eurem Weg durch die Gebiete trefft ihr auf keine anderen menschlichen Wesen. Lediglich in Rückblenden in die Vergangenheit des einsamen Wanderers erfahrt ihr etwas zu seinem Hintergrund. Diese kleinen Cutscenes sind nicht wirklich erhellend, aber nett anzuschauen. Interaktion in den Levels findet nur mit wenigen vorgegebenen Gegenständen, Maschinen oder Fahrzeugen statt.
In diesem Spielabschnitt steuert ihr das Schlauchboot durch ein vermintes Gebiet. Hai-Kontakt ist ebenfalls zu vermeiden.

Optisch überzeugend, aber…
Die Welt, durch die ihr euch bewegt, ist dystopisch und surreal. Zumeist ist sie in dunklen und grauen Tönen gehalten, ergänzt um prägnante farbliche Akzente. Diese Mischung erzeugt eine düstere und triste Atmosphäre, die den einsamen Marsch eures Protagonisten unterstreicht. Hierzu trägt auch das Weltdesign bei: Klare, einfache Formen und Modelle bestimmen die Szenerie. Stilistisch gefallen mir viele Areale ausgesprochen gut. Eine negative Ausnahme stellen für mich die surrealen Sequenzen am Anfang des Spiels dar, in denen ihr euch aus dem Inneren eines riesigen Wurmes befreit. Diese brechen nicht nur mit dem restlichen Spieldesign, ich finde sie auch optisch nicht gelungen.

Durch den Fokus auf die Einsamkeit, die leblose und sterile, sich nicht erklärende Spielwelt entwickelte sich bei mir schnell ein Gefühl der Langeweile. Dieses wurde durch die vielfach überdimensionierten Gebiete verstärkt. In manchen Arealen könnt ihr euch in jede Himmelsrichtung verlaufen, ohne dass es dort etwas zu erledigen gibt. Einige Abschnitte, und vor allem die linearen, ziehen sich dadurch wie ein Kaugummi ohne einen spielerischen Mehrwert.
Die Levels im Inneren eines Riesenwurms weichen optisch deutlich vom Rest des Spiels ab, tauchen aber nur zu Beginn auf.

Die Crux mit den Rätseln
The Plane Effect bietet euch eine stattliche Anzahl an Spielelementen. Dazu gehören unter anderem Rätselpassagen, bei denen ihr Gegenstände aufsammelt und an anderer Stelle benutzt, Logik-Aufgaben, bei denen ihr Maschinen oder Systeme in der richtigen Reihenfolge in Betrieb nehmt, und Hüpf- und Timing-Einlagen. Dazu kommen Abschnitte, in denen ihr eure Spielfigur durch ein lineares Areal bewegt (teilweise mit Fahrzeugen) und Gefahren ausweicht.
Was nach abwechslungsreichem Gameplay klingt, entpuppt sich – vor allem mit zunehmender Spielzeit – als Mogelpackung. Häufig lauft ihr lediglich von A nach B, drückt einen Knopf und tretet unvermittelt den Rückweg an. In den Rätselpassagen müsst ihr euch strikt an den vorgegebenen Pfad halten, Gegenstände können beispielsweise nur in der richtigen Reihenfolge eingesammelt werden. In den linearen Abschnitten weicht ihr auftauchenden Gefahren aus, spielerisch anspruchsvoll oder spannend ist das allerdings selten. Herausfordernd werden insbesondere die Sprungeinladungen durch einen anderen Umstand: Die ungenaue und schwerfällige Steuerung. Stirbt eure Spielfigur in einem Areal oder einer Sequenz, werdet ihr an den letzten Checkpoint zurückgesetzt, welche größtenteils fair gesetzt sind.

Da mich The Plane Effect über Sinn und Zweck der Reise des Mannes im Unklaren lässt und erklärende Hinweise in den Arealen nur äußerst spärlich liefert, bleibt die Spielwelt für mich unnahbar und fremd. Immer häufiger habe ich – um mir Laufwege zu ersparen oder überhaupt zu verstehen, wie es weitergeht – auf eine Hilfsfunktion zurückgegriffen, bei der ihr zwischen zwei Optionen wählen könnt: Entweder gibt sie euch lediglich einen Tipp. Oder ihr lasst euch in der erweiterten Variante den nächsten Interaktionspunkt anzeigen.
Um den Spielautomaten starten zu können, müsst ihr die drei angezeigten Gegenstände im Areal "freirätseln".

Fazit
Ich habe The Plane Effect in rund sieben Stunden durchgespielt – ohne die Pflicht des Spiele-Checks auf den Schultern hätte ich den Titel allerdings nach wenigen Stunden abgebrochen. Als zu mangelhaft bewerte ich die Spielerführung, als zu langweilig und leer erlebe ich die Welt. Mir fehlt ein Rahmen, der Geschichte und Gameplay miteinander verknüpft und zu einem großen, spannenden Ganzen zusammenfügt.

Die einzelnen Abschnitte wirken auf mich wie ein Sammelsurium an Ideen, die unbedingt untergebracht werden mussten. Dabei sind einige dieser Ideen gut und charmant, allerdings verblassen diese Highlights in der schieren Masse an spielerisch (unter)durchschnittlichen Leveln. The Plane Effect wird dadurch meiner Meinung nach viel zu lang. Hinzu kommt die ungenaue und träge Steuerung, dank der viele Passagen für mich in frustrierendem Trial-And-Error endeten.

Ich möchte nicht ausschließen, dass The Plane Effect eine Meta-Ebene beinhaltet, die sich mir nicht erschlossen hat. Ich sehe in dem Titel jedoch nur ein Spiel, das weder als Rätsel- noch als Story-Adventure funktioniert.
  • Puzzle-Action für PC, Playstation 5, Switch, Xbox Series X
  • Einzelspieler
  • Für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Preis: 19,99 Euro
  • In einem Satz: Isometrisches Abenteuerspiel, das in guten Momenten spielerisches Mittelmaß bietet, Story und Gameplay allerdings nicht miteinander verknüpft.

Video:

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 11:32 #

Wie sehr mich The Plane Effect hat leiden lassen, lässt sich schwer in Worte fassen...

Noch zur Info: Da sich die Tastaturbelegung nicht umlegen lässt, habe ich auf dem PC mit einem XBox One Controller gespielt.

Q-Bert 22 AAA-Gamer - - 31809 - 28. September 2021 - 22:25 #

Danke für dein Leiden, Bruder Raimund :]

Bantadur 17 Shapeshifter - - 6527 - 28. September 2021 - 12:11 #

Danke für den Check! Schade, das Art-Design spricht mich eigentlich an. Aber allein trägt das dann auch nicht.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 68270 - 28. September 2021 - 13:02 #

Das liest sich gut, aber leider nicht bezüglich des Spiels. Schade.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 59464 - 28. September 2021 - 13:08 #

Vielen Dank für den Check, das ist dann doch eher nichts für mich.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26549 - 28. September 2021 - 13:40 #

"...durch eine dystopische Cartoon-Welt aufmacht. Euch nicht nur eine spannende Reise, sondern auch ein holpriger Trip erwartet, erfahrt in diesem Spiele-Check. "

Da fehlt was :-)

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 14:47 #

Ist korrigiert, danke für den Hinweis.

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 29. September 2021 - 8:42 #

Xbox One Series X ist bei MS vielleicht ein Anwärter für einen möglichst verwirrenden Titel für die nächste Konsolengeneration, jetzt aber noch zu viel des Guten :-)

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 29. September 2021 - 10:28 #

Oh je, bei dem Text ist irgendwie der Wurm drin. Danke für den Hinweis.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66482 - 28. September 2021 - 13:40 #

Danke für den Check, optisch spricht mich das Spiel an, aber da es beim Rest eher nicht überzeugt, spar ich es mir. ;)

Ganon 24 Trolljäger - - 66446 - 28. September 2021 - 16:29 #

Diese abstrakten Depri-Szenarien ohne richtige Erklärung gehen mir schon seit Limbo auf die Nerven. The Plane Effect scheint sonst auch keine wirklichen Qualitäten zu haben, wird also links liegen gelassen. Danke für den Check.

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 16:49 #

Gerne... :-)

... wobei ich dir bei Limbo widersprechen möchte. Das ist relativ schnell durchgespielt und meinen Durchlauf - vor vielen Jahren auf der XBox 360 - habe ich noch positiv in Erinnerung. Eventuell war diese Art Spiel, kleines und unkompliziertes Indie-Spiel, aber damals einfach noch neu und hat mein Spielerherz zwischendurch kurz "erhellt".

Ganon 24 Trolljäger - - 66446 - 28. September 2021 - 23:04 #

Ja ja, alle lieben Limbo. Ich hab's gehasst. Viel Frust und am Ende nicht mal eine verständliche Auflösung, was das alles sollte. :-(

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 23:31 #

Ok ok, dann nicht, ich schweige... ;-)

TheRaffer 21 Motivator - P - 30554 - 28. September 2021 - 18:55 #

Danke fürs Durchquälen. :)

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 19:02 #

Bitte, gerne - mmmhhh, das gerne ist nicht ganz korrekt... ;-)

Joyleen 13 Koop-Gamer - 1346 - 28. September 2021 - 20:32 #

Eieiei. Werden die User-Checks denn gar nicht gegengelesen? Das hat mich immer schon an GG gestört, diese ständigen Rechtschreibfehler. Folgende:

1. Absatz: "Warum The Plan Effect..."

Vorletzter Absatz: "Die einzelnen Abschnitte wirken auch mich wie ein Sammelsurium..."

Letzter Absatz: "Ich sehe in dem Titel jedoch nur ein Spiel, dass weder..."

Letzter Punkt: "In einem Satz: Isometrisches Abenteuerspiel, dass in guten Momenten..."

Sorry, ist nur qualitätssteigernd gemeint.

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 28. September 2021 - 21:32 #

Danke für die Hinweise, sind korrigiert.

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 29. September 2021 - 8:44 #

Trotz dieser Check-Warnung werde ich den Titel, falls er einmal im Game Pass auftaucht, wahrscheinlich anspielen, bei den Sprungpassagen genervt aufhören und mich fragen, warum mich niemand gewarnt hat.

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 30. September 2021 - 11:06 #

Ich denke du wirst vorher aufhören. Die Sprungpassagen sind nur ein Manko unter vielen... ;-)

Maverick 30 Pro-Gamer - - 668766 - 29. September 2021 - 21:48 #

Danke für den Check und die Warnung vor dem Titel, SupArai. Bei nervigen Sprungpassagen reagiere ich mit der Zeit allergisch. ;)

P.S. Jetzt wird es aber mal wieder Zeit, dass du einen gescheiten Check-Titel bekommst. ;-)

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 29. September 2021 - 23:47 #

Gerne, Maverick.

Schade, das mich The Plane Effekt so enttäuscht hat. Das Spiel sah wesentlich interessanter aus und ich hatte mir mehr erhofft.

Viele andere interessante Check-Anfragen haben leider nicht geklappt.

Wenn ich wieder am heimischen Rechner sitze, werde ich den User-Artikel zu Spelunky 2 rundschleifen. Der ist auf der Zielgeraden, der Spaß am Spielen kommt also nicht zu kurz. ;-)

Ich bis gerade am überlegen, was schwieriger ist: Ungeliebte Spiele durchspielen oder sie ohne verbale Entgleisungen zu beschreiben. Ich tendiere zu letzterem... ;-)

rammmses 20 Gold-Gamer - - 26829 - 30. September 2021 - 12:56 #

Werde mal die Demo spielen,optisch finde ich es ja ansprechend, aber spielerisch klingt ja nicht so gut