Spiele-Check: Glyph – Rundum gelungenes Hüpf-Abenteuer
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch
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SupArai 47128 EXP - 24 Trolljäger,R10,S8,C8,A10,J10
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10. August 2021 - 11:28
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Im "Jump-and-Roll" Glyph wurde die Welt von einem Monster verwüstet. In der Rolle eines mechanischen Skarabäus übernehmt ihr die Aufgabe, die letzten verbliebenen Ressourcen zu sammeln und euer Zuhause wieder aufzubauen. Diese Hintergrundgeschichte ist allerdings nur ein loser Rahmen. Das macht aber gar nichts, denn Glyph glänzt bei Gameplay und Atmosphäre.
Von diesem kleinen Hub brecht ihr in die Levels auf und schaltet nach und nach weitere Areale mit neuen Gebieten frei.

Der Wiederaufbau der Heimat
Nach dem Abschluss des Tutorials breiten sich die geheimnisvollen Fragmente eines mystischen Komplexes vor euch aus. Um den Ort wieder herzustellen, sammelt ihr Ressourcen in den einzelnen Levels. Mit den erbeuteten Edelsteinen, Münzen und Artefakten schaltet ihr anschließend weitere Areale mit neuen Gebieten frei.

In den Levels dienen euch Steinplatten, Plattformen und Säulen als (mehr oder weniger) sichere Landepunkte. Im späteren Spielverlauf trefft ihr zudem auf Fallen, fragile Konstrukte, Katapulte und weitere Elemente. Um in einem Gebiet das Ausgangsportal zu öffnen, benötigt ihr Schlüssel, die sich an verschiedenen Punkten befinden. Stürzt ihr bei eurer Tour durch ein Areal versehentlich ab oder kommt mit dem tödlichen Wüstensand in Berührung, startet der Level neu. Die Ressourcen bleiben in dem Fall in eurem Besitz, die Schlüssel werden jedoch an ihre ursprünglichen Positionen zurückgesetzt.

Die Ein-Leben-Mechanik bietet durchaus Frustpotenzial: Am Anfang, weil euch das Verhalten der Kugel noch unbekannt ist. Und im späteren Spielverlauf, weil die Abschnitte immer kniffliger werden. In Glyph gibt es zwei Missions-Arten: Die Erkundungslevel, in denen ihr ohne Zeitdruck Ressourcen und Schlüssel einsammelt. Sowie das Zeitfahren, bei dem ihr das Zielportal mit eurer Kugel in einer vorgegebenen Zeit erreichen müsst.
Die Ressourcen müsst ihr manchmal auch an erhöhten Orten im Level suchen.

Hüpfen, rollen und fliegen
Euer insektoider Held rollt und hüpft vornehmlich in der Kugelform durch die Level. Neben dem normalen Sprung gibt es einen Stampfsprung, mit dem ihr euch höher in die Lüfte katapultiert. Betretet ihr ein Power-Feld, erhaltet ihr zudem eine weitere Aufladung und dürft einen Doppelsprung ausführen. Um längere Strecken zurückzulegen kann Glyph für kurze Zeit seine Flügel ausbreiten und durch die Luft gleiten.

Ihr gelangt von Element zu Element, zu den Schlüsseln und Ressourcen, indem ihr die einzelnen Fähigkeiten miteinander verknüpft und im Flug korrigierend in die Bewegungen eingreift. Dafür bedarf es viel Fingerspitzengefühl. Ihr lernt Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, sowie die Umgebung (zum Beispiel die Winkel der Platten) möglichst geschickt zu nutzen. Dies funktioniert dank der tadellosen und punktgenauen Steuerung sehr gut. In meinen rund sieben Stunden habe ich die Kugel mehrheitlich mit dem Controller durch die Gebiete gelenkt. Aber auch die Steuerung mit Maus und Tastatur überzeugt.
Entdeckt ihr in den Erkundungslevels das Geheimnis, schaltet ihr weitere Avatare frei, die euer Aussehen verändern.

Grafik und Sound
Optisch ist die Spielwelt von sanften Pastellfarben geprägt. Neben gelben Wüstenarealen schwebt ihr über blauen Wolken, erkundet bei Nacht lila-schimmernde Areale oder weiße Winterlandschaften. Die Areale sind abseits der Elemente, die ihr euch zunutze macht, allerdings äußerst karg. Glyph ist technisch nicht opulent, was für mich jedoch ein Vorteil ist. Denn dadurch konzentriert ihr euch zwangsläufig auf die wichtigen Konstrukte, die ihr bei der Fortbewegung nutzt.

Musikalisch erwarten euch in den Gebieten dezente, ruhige Elektronik-Klänge. Sehr schön ist, wie diese nach jedem Einsammeln eines Schlüssels um eine neue Melodie ergänzt werden. Euer Spielfortschritt wird somit akustisch erlebbar. Die einzelnen Soundeffekte eurer Bewegungen reihen sich in dieses klangliche Gesamtwerk nahtlos ein.
Beispielsweise machen euch die Avatare zum Wissenschafter in einer fliegenden Untertasse.

Fazit
Glyph ist ein tolles Jump-and-Roll! Es erfordert Eingewöhnung und Übung bei der Steuerung. Habt ihr sie im Blut, bewegt ihr euch aber gekonnt durch die Gebiete und das macht einfach Spaß. Die Level sind stellenweise knifflig und erfordern Millimeterarbeit, sie prüfen all mein Geschick am Analog-Stick, nötigen mir höchste Konzentration ab – Glyph ist kein Spiel, um abends noch schnell bei einer Runde zu entspannen. Umso wunderbarer fühlt es sich an, wenn ich einen Level meistere und sogar das optionale Geheimnis lüfte. Optisch wird Glyph nicht jedem Spieler gefallen. Aber ich finde, dass die Darstellung der Spielwelt perfekt passt. Denn sie rückt das Wichtigste in den Mittelpunkt: das gelungene Gameplay.
  • Jump-and-run für PC und Switch
  • Einzelspieler
  • Für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis
  • Preis: 19,99 Euro bei Steam und im Nintendo eShop
  • In einem Satz: Forderndes und atmosphärisch starkes Jump-and-Run.

Video:

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 10. August 2021 - 11:57 #

Ein tolles Spiel... ach, das schrieb ich ja schon.

Es soll auch Zwischen- und/oder einen Endgegner geben. Davon habe ich bislang keinen gesehen. Eventuell waren die in der Prä-Release-Version noch nicht vorhanden.

Gerne hätte ich für den Check noch einen schwierigeren Level (die variieren zwischen 1-5 "Totenköpfe") im Screenshot gezeigt, aber leider wurde mein Spielstand am Wochenende komplett zurückgesetzt, ich denke im Zuge des anstehenden Releases.

Glyph ist eher ein dezentes Spiel. Es bietet viel weniger Schauwerte wie ein Rayman oder Super Mario und auch die Jump-and-run-Mechaniken bleiben überschaubar. Für mich ist das aber tatsächlich eine Stärke des Titels.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 149472 - 10. August 2021 - 11:58 #

Laut Text hört sich das aber nicht so an, dass das auch für Anfänger geeignet ist. Danke für den Check!

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 10. August 2021 - 12:23 #

Ja, ich habe auch überlegt. Ebenso könnte es auch für Profis zu leicht sein. Also, fällt mir definitiv schwer das abschließend einzuschätzen.

Ich gehe davon aus, dass der Anfänger die Level schafft, er aber wahrscheinlich nicht auf Anhieb alle Objekte erreichen wird. Sondern erstmal mitnimmt, was er sich erspielt hat und den Level danach noch ein zweites Mal angeht (Hab ich auch ein paar Male gemacht...). Die kosmetischen Objekte zu erreichen fand ich teilweise echt sehr schwierig und da braucht es Geduld. Aber die muss man sich nicht sofort holen, Übung macht in Glyph viel aus.

Sehr schwierig fand ich die Bestzeit beim Zeitfahren zu erreichen. Ich glaube, dass ist mir nur beim Einstiegslevel gelungen. Bei vielen der Zeitlevel war ich froh, die wenigstens mit Bronze geschafft zu haben. Aber die Jagd nach Bestzeiten ist optional.

Ganon 24 Trolljäger - - 66446 - 14. August 2021 - 18:39 #

Grafisch finde ich es schon arg minimalistiach. Die Rollmechanik klingt für mich nach Frustpotenzial. Schöner Check zu einem Spiel mit interessanter Idee, aber eher keins für mich.

Claus 30 Pro-Gamer - - 314595 - 15. August 2021 - 16:24 #

Mich treibt schon das schweinchen-rosa Farbthema vom Spiel zurück.

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 29. September 2021 - 13:56 #

Liest sich eigentlich interessant, aber die fehlenden Checkpoints schrecken mich ab. Wenn ich eine knifflige Stelle geschafft habe und danach scheitere möchte ich nicht immer wieder von vorne anfangen müssen.

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 29. September 2021 - 19:30 #

Ja, das kann in der Tat nerven.

Es scheint bezüglich der Checkpoints aber nachgebessert worden zum sein, wenn ich mich richtig an die Mitteilung bei Steam erinnere.

Den Steam-Link poste ich später...

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 3. Oktober 2021 - 14:51 #

Zumindest in der letzten Update-Mitteilung konnte ich dazu nichts finden:

https://store.steampowered.com/news/app/1569150/view/2900871576037132885

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 3. Oktober 2021 - 22:51 #

Ach man, ich habe deinen Kommentar falsch verstanden, denke ich.

Bzw in meiner Welt sind das schon Checkpoints:
"Players no longer lose all collectibles upon death (only keys are lost)"

Dadurch spart man sich viel Zeit, weil bei den optionalen Collectibles stellenweise Hin- und Rückweg seeehr knifflig sind.

Wenn "der Tod" überhaupt keine Auswirkungen hat, und das würden Checkpoints bspw. nach jedem Schlüssel meiner Meinung bewirken, wäre Glyph glaube ich einer Stärke (klar, die kann auch nerven!) beraubt.

So hat es ein ganz klein bisschen Roguelike-Charme - wie stehst du eigentlich, so ganz generell, diesem Genre gegenüber? ;-)

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 4. Oktober 2021 - 18:42 #

Ich hatte bis jetzt die Illusion, dass du mich richtig verstanden hast. Warum machst du diesem guten Eindruck kaputt ;-)

Um etwas positives zu Roguelikes zu sagen, ich würde sie in den meisten Fällen dem Lawn Mowing Simulator vorziehen :-)

Edit: Wo wir beim Thema Rasen mähen sind, ich habe hier einen echten Geheimtip als Check-Kandidat. Er ist Teil einer ganzen Reihe, unendlicher Spielspaß ist also garantiert:

https://www.gamersglobal.de/spiel/205222/lawnmower-game-battle

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 4. Oktober 2021 - 23:37 #

Mmmhhh... geiler Tip, danke!

Ich order mal ein paar Keys - für mich, dich und Maverick, weil der Titel seine Stärken sicher erst im Multiplayer vollends ausspielen kann! ;-)

paschalis 28 Endgamer - - 185682 - 5. Oktober 2021 - 7:39 #

Ich, äh, solche Grafikblender spiele ich normalerweise nicht und die Hardwareanforderungen erst und... Ich sehe gerade, laut Steam nur für Einzelspieler. Schade, da kann man wohl leider nichts machen.

SupArai 24 Trolljäger - P - 47128 - 5. Oktober 2021 - 8:20 #

Schade, aber man kann nicht alles haben...