Jörgus Dux Britannicae est

Jörgspielt: Pendragon – Historien-Brettspiel mit analogen Bots
Teil der Exklusiv-Serie Jörgspielt

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Jörg Langer 429002 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
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3. August 2021 - 23:58 — vor 6 Wochen zuletzt aktualisiert

Teaser

Ich weiß: Du liebst die Sünd‘, doch nicht den Sünder. Ich weiß… Fragt mich nicht, wie ich auf diesen Placebo-Song komme, wieso ich ihn simultanübersetze und was mir mein Unterbewusstsein sagen will…
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Eigentlich wollte ich dieses Jörgspielt damit einleiten, dass jetzt alle, die keinen Spaß mit Brettspielen oder Historie oder gar historischen Brettspielen haben, wohl wenig mit diesem Jörgspielt anfangen können: Du liebst Jörgspielt, doch nicht den Brettspieler, sozusagen. Aber da kann ich Brettspiel-Gegnern einfach nicht helfen, ich muss dringend dieses Kleinod von 2017 einschieben, bevor ich wieder alles vergesse, was ich mir da neulich beigebracht habe.

 

Also, das Brettspiel Pendragon – The Fall of Roman Britain stammt von GMT Games. Es ist der achte und bislang ungewöhnlichste Eintrag in die COIN-Serie. Das Kürzel steht für „Counter Insurgency“ und ist eigentlich für asymmetrische Konflikte à la „US-Hightech-Soldaten versus zottelige Bergbewohner, die tagsüber Zivilisten und abends Kombattanten sind“ gedacht oder auch „Narcos gegen Vigilantenmiliz gegen Regierung“-Szenarien, wo es um Waffenmacht gegen Hinterhalte geht.

Bei Pendragon hingegen geht es um vier unterschiedliche, aber doch recht gleichwertige Fraktionen, die sich um das England gegen Ende der Römischen Besatzung streiten. Und zwar überwiegend im offenen Kampf.

Das reichlich ausgestattete Spiel ist extrem sinnvol aufgebaut und macht optisch viel her.

GMT Games ist mir sowieso sympathisch. Es ist im Prinzip so eine Art GamersGlobal der Brettspielhersteller: Klein, aber fein, mit überschaubarer, aber sehr treuer Fanbasis, die sich ihr Hobby auch was kosten lässt, und die auch (via teils sehr persönlicher Newsletter von Firmenchef Gene Billingsley sowie durch Conventions) stark eingebunden wird. Und ähnlich wie GG arbeitet auch GMT viel mit Crowdfundings: Immer wieder werden Brettspiel-Konzepte im Rahmen des "P500"-Konzepts vorgestellt. Und das heißt schlicht: Erst wenn 500 Vorbestellungen dafür eingegangen sind, wird es fertigdesignt und produziert (teilweise ist die Grenze, für Wiederveröffentlichungen, auch 250, und für besonders aufwändige Spiele auch mal 1000). Und wie bei GG werden diese Projekte dann auch fertiggestellt und sind – zumindest gilt das für alle GMT-Spiele, die ich persönlich kenne – hochwertig und mit Liebe gefertigt. Eine eher negative Gemeinsamkeit gibt es allerdings auch: Vieles im Angebot von GMT ist ziemlich obskur (die Schlacht um das hintere Tal einer unbekannten Region in einem unbekannten Krieg irgendwo in Ostsibirien) und das Gesamtangebot faktisch unüberschaubar…


Vier unterschiedliche Fraktionen

Aber zu Pendragon: Bekanntlich sind die Römer von etwa 44 nach Christus bis 410 nach Christus in England gewesen – eine sehr lange Zeit, die ausreichte, die lokale Bevölkerung zu romanisieren. Zu Beginn des Spiels gibt es deshalb zwei römische Fraktionen: Die blau dargestellten Romano-Briten (hier Civitates genannt), quasi die zivile Elite des Landes, die ihren Reichtum und Einfluss ausbauen möchte, und die Römer selbst (Dux genannt, für Heerführer), die an Brennpunkten ihre befestigten Forts haben und ihre schlagkräftigen roten Kampfeinheiten. Dem Dux geht es darum, militärisches Prestige zu sammeln sowie die Stabilität und Prosperität der Provinz Britannica zu erhalten, damit sie brav Tribut ans Reich abführen kann.

Von links: Scotti-Raider, Sachsen-Raider mit Plündergut, Scotti-Krieger im Dienste der Civitates, Sachsen-Krieger, Civitates-Miliz, Civitates-Soldat, Römischer Soldat, Sachsensiedlung, Scotti-Siedlung unter römischer Herrschaft, britisches Hügelfort, britische Stadt, römisches Fort.

 

Diese beiden Parteien ziehen zumindest in der Theorie am selben Strang und haben auch in der Praxis starke gemeinsame Interessen – die Civitates erwirtschaften die Ressourcen, mit denen die Dux-Fraktion ihre militärische Kraft aufrecht erhält, die wiederum die schwachen Milizen der Romanobriten unterstützt. (Erst später bekommen diese professionelle Truppen, die es mit den barbarischen Kriegern zumindest aufnehmen können.) 

Doch mit zunehmender Spieldauer und Verfall der Ordnung werden Civitates und Dux zu misstrauischen Zweckverbündeten und schließlich Gegenspielern. Ihnen gegenüber stehen im Osten die „Sachsen“ (schwarz) – als Sammelbezeichnung für all die Invasoren aus Germanien und Umgebung –, sowie im Westen die Scotti (grün), die für Schotten, Iren und Kaledonier stehen. Auch diese beiden Parteien sind natürliche Verbündete und haben dieselben Feinde, aber gewinnen kann jede nur für sich. Trotz der beiden Zweckgemeinschaften können beide übrigens von Anfang an Krieg gegeneinander führen.
 

Sehr wichtig: Die Zugreihenfolge der Fraktionen (oben): Nur wer im linken Kästchen sitzt, kommt in der nächsten Runde dran. Unten ist zu sehen, wie sich die politische Situation von "Herrschaft Roms" über "Autonomie" bis zur Fragmentierung verschlechtern kann.

 

Während es Civitates und Dux darum geht, möglichst viele Provinzen Englands zu kontrollieren, möglichst viele Städte zu erhalten und möglichst viel Prosperität in den Provinzen zu haben (symbolisiert durch kleine goldene Würfel), gibt es für die Barbaren zwei Kennziffern: ihren Ruhm (quasi die Haupt-Ressource) zu mehren und Siedlungsgebiete auf britannischem Boden zu erobern. Ruhm erhalten sie, indem sie Plünderer anlanden, die goldene Würfel erbeuten, indem sie plündern oder Forts und Städte niederbrennen. Und Kontrolle über Gebiete bekommen sie dann, wenn sie mehr Kampfeinheiten als alle anderen Parteien in einer Provinz besitzen und mindestens eine Siedlung darin.

 

Ohne noch weiter ins Detail zu gehen: Diese diamentral entgegenstehenden Ziele sorgen in der Theorie und auch (soweit ich das nach nur einer Partie gegen mich selbst sagen kann) in der Praxis für sehr spannende, ständig in die nähere und fernere Zukunft blickende Züge. Und dann hat Pendragon auch noch ein ungewöhnliches Zugsystem...
 

Die Ereigniskarten enthalten nicht nur Zugreihenfolge und Bot-Anweisungen, sondern auch je einen Event für beide Hauptseiten. Zudem stellen sie die "Spielrunden" dar.


Ungewöhnliches Zugsystem

Während bei so ziemlich allen Brettspielen dieser Welt Gesamtrunden gespielt werden, die sich dann bei komplexeren Werken noch mal in Unterrunden pro Fraktion unterteilen, ziehen in Pendragon immer maximal zwei der vier Parteien pro Runde – und diese Runde ist an die aktuell gezogene Ereigniskarte gekoppelt, oder besser: eine Karte = eine Runde, für bis zu zwei Spieler.

Man sieht  immer bereits die Karte der nächsten Runde, und da geht das Taktieren los: Es darf nämlich immer nur der ziehen, der in der letzten Runde ausgesetzt hat – das aber auch nur dann, wenn er laut Karte dran ist: Oben auf jeder Ereigniskarte sind in immer wieder wechselnder Reihenfolge die Symbole der vier Fraktionen aufgelistet. Wenn ich nun ziehen könnte, doch ist das aktuelle Ereignis ist nicht gut für mich, das Ereignis der nächste Runde hingegen wäre super – dann setze ich lieber aus. Wenn das Ereignis der nächsten Runde zwar super wäre, ich aber gar keine Chance haben, es zu spielen, weil ein anderer das Ereignis wegschnappt (auf jeder Karte ist immer ein britenfreundliches und ein barbarenfrendliches Ereignis)… und so weiter, und so fort.

Jede Fraktion hat nicht nur eigene Einheiten und Siegbedingungen, sondern auch ganz eigene Kommandos und "Feats", und zwar jeweils vier. Für jeden Spieler gibt es einen eigenen stabilen vierseitigen Bogen wie hier, sodass er weiß, was die anderen dürfen.

Jedenfalls darf der als erstes Ziehende einer Runde dann noch mal zwischen drei Optionen wählen: Spielt er das Ereignis aus? Oder eines seiner vier spezifischen Fraktionskommandos? Oder ein Fraktionkommando plus ein „Feat“ (quasi eine Spezialaktion, die das Kommando wie „Angriff“ oder „Musterung“ noch verstärkt)? Je nachdem darf der zweite Spieler der Runde nur bestimmte Dinge tun, etwa nur ein auf ein Gebiet (statt die gesamte Karte) wirksames Kommando. Und das beeinflusst wiederum den ersten Spieler in seiner Wahl, nach dem Motto: Wenn ich mich beschränke, muss sich auch der nachfolgende Spieler beschränken. Das klingt nun superkomplex, ist aber tatsächlich sehr durchdacht und dank der extrem ausführlichen Spielanleitung (ein Regelwerk, ein dickes Begleitheft mit Beispielzügen und historischen Infos) mit etwas Geduld gut zu meistern.

 

Gleiches gilt für die häufigen Kämpfe: Es gibt zig Regeln zu beachten, durch die man aber schrittweise geführt wird: Schaffen es Raider, besonders in ihrem Lieblingsterrain, den angreifenden Römern auszuweichen? Ziehen sich Verteidiger in eine Stadt, in ein römisches oder in ein Hügelfort zurück? Gelingt dem Angreifer ein Überrschungsangriff. Wenn das alles geklärt ist, entscheiden ein, maximal zwei Würfelwürfe über den Kampfausgang. Die Dux-Kavallerie (so heißen die römischen Legionäre, die historisch später zu britischen Elitereitern wurden) ist übermächtig – wenn man sie richtig einsetzt. Außerdem gibt es diverse Ereignisse, die dauerhafte Boni bieten, sowie Großereignisse, die die Lage massiv umkrempeln.

 

Der Kenner sieht: Cornwall wurde geplündert, die Stadt niedergebrannt, doch drei römische Legionen haben die Provinz zurückerobert. Im Vordergrund warten die 15 Civitates-Trupps darauf, dass ihnen per Event endlich das Mitspielen  gewährt wird...

Ich könnte noch viel schreiben über Regeldetails und die speziellen Epochen-Runden, über Comitates-Barbaren (also angeheuerte Hilfssoldaten), die eine Siedlung geschenkt bekommen, was dann oft ein aus Römersicht ungewolltes Einfallstor für die spätere barbarische Vorherrschaft in dem Gebiet ist. Oder über das Ringen um zivile contra militärische Herrschaft auf britannischer Seite. Oder über den Verfall der Straßen (die im intakten Zustand den Römern Gegenschläge auf quasi der gesamten Karte erlauben) oder die zunehmende Fragmentierung der Ordnung – aber das führt zu weit. Ich müsste noch loben, wie toll das Spielmaterial ist, und wie es komplett auf den Spielplan passt und einem dort gleich das ständige Nachzählen spart (etwa, wie viele Siedlungen bereits gebaut wurden von einer Fraktion). Lasst mich stattdessen zu meiner Partie kommen, und wie ich die eigentlich allein spielen konnte.

 

Pendragon kennt nämlich analoge Bots, die von einem eigenen Team entwickelt wurden. Das sind nichts anderes als ziemlich detaillierte Flussdiagramme, die die Entscheidungsfindung eines geübten Spielers nachahmen. Dabei helfen zusätzliche Kennzeichnungen auf den Event-Karten, also ob ein Ereignis aus Bot-Sicht wichtig, strittig oder unwichtig ist, plus zusätzliche Erläuterungen für die strittigen Ereignisse auf einem Extrabogen.
 

Für jede Fraktion existiert ein eigenes Bot-Flussdiagramm, das zu sinnvollen (aber natürlich vorausberechenbaren) Zügen führt; dazu gibt's Bot-Event-Erläuterungen.


Beispiel Barbar-Bot: „Hast du ein gutes Event, und kannst du das auch spielen: ja/nein“. Bei „nein“: „Hast du nächste Runde ein gutes Event, und kannt es auch spielen: ja/nein“. Bei „ja“ heißt dann die Anweisung schlicht „Passen!“. An anderer Stelle heißt es: „Hast du so und soviele Raider auf der Karte, und können die dies oder jenes tun in dieser Runde?“. Sogar Spezialfälle, wo ein eigentlich für die Romanobriten gedachtes Ereignis von den Barberen missbaucht werden kann, werden abgedeckt. Natürlich kann ein geübter Spieler diese Bot-Logik auch ausnutzen – wo ein Mensch auch mal was Überraschendes oder wenig Erfolgversprechendes probieren würde, und damit durchkommen könnte, hält sich der Bot an sein Flussdiagramm. Aber ich war angenehm überrascht, wie gut dieses Solosystem funktioniert, zumal es mir beim Erlernen der Spieltaktik hilft.


Die eigene Partie
Meine eigentliche Partie lief dann aber gleich mal ziemlich untypisch, wage ich zu behaupten. Und das liegt daran, dass Pendragon so sehr auf den Eventkarten aufbaut. Bekommt man früh sehr gute Karten in einer Abfolge, bei der man sie auch spielen kann, hat man einen gewaltigen Vorteil, den die anderen Fraktionen meiner Ansicht nach schlicht nicht mehr ausgleichen können. Ich spielte also Dux und Civitates gemeinsam (das ist auch so gedacht von den Regeln her, zumindest bis zum Eintreten der Fragmentierung, dann hätte ich eine als Bot weiterspielen lassen müssen).
 

Das Spiel und seine Mechaniken sind grundsätzlich so angelegt, dass zu Beginn die Barbaren als beherschbare Störenfriede erscheinen, die immer wieder aufs Haupt bekommen. Doch durch die vielen kleinen Nadelstiche ständiger Raids, durch den einen oder anderen unglücklichen Kampf, und durch das Fortschreiten der Historie über die Event-Karten, sinkt die Überlegenheit des Civitates/Dux-Duos mit der Zeit. Außerdem driften ihre sich aus der Lage und ihren Siegbedingungen ergebenden Ziele immer weiter auseinander. Doch was, wenn dieser Kreislauf nicht so in Gang kommt, wie er es bei normaler Kartenverteilung eigentlich müsste?

Die Sachsen sind in einem großen Raid in den Sumpfgebieten Ostenglands gelandet – konnten aber nur eine Provinz unter ihre Kontrolle bringen. Der Gegenangriff folgt...

 

Genau das ist bei meiner Partie passiert: Die Barbaren zogen zu gute Event-Karten und spielten sie Bot-gemäß auch aus, was ihnen zunehmend bedrohliche Langfrist-Vorteile gab, gerade im Kampf. Aber: Sie führten dadurch stark unterdurchschnittlich viele Raids durch, die ich deshalb fast problemlos zurückschlagen konnte, sodass sie ihre Langzeit-Boni gar nicht ausnutzen konnten. Dennoch wurde Cornwall komplett von Grün gebrandschatzt, und auch im Osten fasste Schwarz immer wieder Fuß. Doch warf ich beide Barbarenfraktionen mit den Dux-Truppen immer wieder so schnell raus, dass sie fast nie Ruhm ernten konnten (indem mit Goldwürfeln beladene Raider wieder nach Hause gelangen).

Der mangelnde Ruhm wiederum kostete sie Ressourcen für weitere Raids und die Chance, ihre schwächlichen Raider in gefährliche Barbarenkrieger umzuwandeln. Mit etwas Glück und konservativer Spielweise schaffte ich es, am Ende der ersten Gesamtrunde (die bis zum Aufdecken einer Epochenkarte geht, was nach etwa 12 bis 14 Karten der Fall ist, also nach 12 bis 14 Einzelrunden von je zwei Spielern) sehr gut dazustehen. Tatsächlich waren noch (oder genauer gesagt: wieder) sämtliche Römische Forts auf dem Spielbrett sowie sämtliche römische Truppen, während nur eine einzige Provinz in Barabrenhand war.
 

Und dann merkte ich verdutzt bei der Epochen-Auswertung, Abschnitt Siegbedingung, dass durch die immer noch hohe Prosperität Britanniens und das durch die vielen kleinen Kämpfe gesammelte Prestige (beides wird für diese Fraktion zusammengezählt) tatsächlich „mein“ Dux gesiegt hatte, knapp vor den Civitates, die auch sehr gut dastanden. Dieser Sieg in Gesamtrunde 1 (von maximal 7) war aber auch gut so, denn ich hatte, mit Aufbau, Pausen und dem immer wieder nötigen Regelstudium, doch einen kompletten Tag mit dem Spiel verbracht. Und die liebe Familie wollte ihren Esstisch zurück...

Gegen Ende meiner Partie sind fast alle englischen Städte, alle britischen Milizen, alle römischen Truppen und alle römischen Forts auf dem Spielbrett. Wer da wohl siegt?

 

Trotz des unerwartet schnellen Sieges halte ich das Spiel nicht für unbalanciert oder doof – ich bin sicher, die nächste Partie wird ganz anders verlaufen. Und wieviel mehr Spaß muss das erst machen, wenn sich zwei, drei oder vier menscliche Spieler messen? Nur darf man nicht allzu kompetitiv an die Sache herangehen oder zumindest nicht kompetitiv im Sinne von „jeder hat die gleichen Chancen und ich bin der große Superwumpi, wenn ich gewinne“: Wie die Karten gezogen werden, hat bei ungefähr gleich guten Spielern mit Sicherheit einen größeren Einfluss auf den Ausgang der Partie als einzelne Würfelwürfe oder der eine trickreiche Winkelzug oder toll koordinierte Raid. Dennoch bleibt das Ganze spannend, denn das Beste aus den Karten zu machen, die einem das Schicksal in die Hand gibt, das ist die wahre Kunst von Pendragon.


Mein Anspiel-Fazit

Pendragon ist eines jener Spiele, bei denen man nebenher etwas lernt über historische Zusammenhänge. Und zwar einerseits durch das Szenario-Setting und durch Erläuterungen in der Anleitung. Aber andererseits, und das ist viel intensiver, durch die Spielmechanik selbst. Wie konnte die Herrschaft Roms, die sich überlegene Waffentechnik und nicht zuletzt auf eine in 400 Jahre romanisierte Bevölkerung stützte, durch Horden ungewaschener Barbaren gebrochen werden? Die – vor allem wirtschaftlichen – Gründe dafür arbeitet das Spiel wirklich gut heraus.

 

Wobei die  historische Wahrheit war, dass Rom irgendwann seine ertragreiche, wenngleich nie ganz befriedete Provinz von alleine verließ. Weil seine Macht nicht nur dort, sondern überall bröckelte – und die Legionen dringend zuhause gebraucht wurden, gegen ganz viele andere Barbaren. Aber davon weiß Dux Georgius Longus Maximus natürlich nichts: Ich sonne mich in meinem Sieg und der Gewissheit, dass nun bis in alle Ewigkeit, von Cornwall bis zum Hadrianswall, alle kleinen Britenbengel fleißig Lateinvokabeln werden büffeln müssen. 

 

Solltet ihr Pendragon erwerben wollen, ist hier ein Amazon-Partnerlink. Der Preis (etwa 110 Euro) ist nicht ohne, aber die Ausstattung wirklich reichhaltig: Ein großer (aber nicht zu großer) Spielplan und stabile Spielmaterial inklusive hunderter haptisch wertvoller Holz-Spielsteine machen schon was her und ergeben ein intensiveres Spielgefühl, als würde man genau dasselbe Spiel auf einem Bildschirm erleben: Einen kleinen Goldwürfel auf einen größeren Truppenwürfel zu legen, bringt "Plündern" viel besser rüber, als das ein Mausklick jemals könnte.

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Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 3. August 2021 - 23:59 #

Gleich folgen noch weitere Fotos, ich wollte nur noch vor Mitternacht schnell veröffentlichen... (aka Redakteurs-Cheating).

RoT 19 Megatalent - P - 18577 - 4. August 2021 - 0:01 #

Sieht spannend aus :D

freue mich auf die Fotos, damit ich nicht mehr Wall of Text sagen muss ;)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 0:20 #

Jetzt sind alle Fotos drin :-)

Q-Bert 22 AAA-Gamer - - 31437 - 4. August 2021 - 0:39 #

Ich hätte gewettet, der erste Kommentar lautet "Jörg, wie kommst du auf diesen Placebo-Song?" :] Yeah, I know. Aber "every me and every you", auch Placebo, hätte viel besser gepasst:

Sucker love, a box I choose
No other box I choose to use

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 0:42 #

My Japanese is better…

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 0:21 #

Ich mag ja solche Spiele, insbesondere die Card driven Spiele.
Aber hier sind mir die Karten (Überschrift) zu schlecht lesbar, und der Karteninhalt zu abstrakt als auch von dem, was mitgeteilt wird, viel zu verkopft.
Ansonsten:
Ich könnte einen Steckbrief zum Spiel anlegen. Da es hier aber ein redaktioneller Inhalt wäre, könnte ich den nicht selber verlinken.
Anlegen, oder sein lassen, Jorgius Longus?
;)

RoT 19 Megatalent - P - 18577 - 4. August 2021 - 0:24 #

hehe, ich habe gerade schon geschmult, wie das bei anderen brettspielen gelöst wurde. ich nehme an, den zu darksouls hast auch du angelegt, oder war das martin ??

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 0:33 #

Das war in dem Fall RoT. :)
Aber klar, ich habe schon diverse Brettspiel-Steckbriefe angelegt, wenn wir hier dazu Inhalte hatten. :)

Maverick 30 Pro-Gamer - - 647960 - 4. August 2021 - 6:14 #

Finde ich gut! ;-)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 0:26 #

Kannst du gerne machen, ich verlinke den Stecki dann :-) On topic: Du Banause, die Headlines sind halt keltischer Schrift nachempfunden. Und das Drumherum zu den Events kannst du feinsäuberlich im Begleitbuch nachlesen, da steht dann, was historische Vorlage dafür war.

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 1:05 #

Ja, sieht schick aus, aber meine Augen sind durch, da brauche ich nicht noch Kyrillische, äh, Keltische Verschnörkelungen. :D
Ich mag lieber Ereigniskarten a la Twilight Struggle als Ereignisse die Regeln wie "Ziehe Bauer von A1 auf A2 vor" und "Gilt nur, wenn der Mond über Khazad Dhum 35 Grad westlich von der Pforte von Rohan steht, Ausnahmen siehe öffentlicher Aushang auf Alpha Centauri, Raum 5, 7 Untersektion. Nicht aber wenn dort die Rote Sonne vom Wirtshause zu lachenden Müllerin am Tag zuvor 3 Stunden geleuchtet hatte" ausweisen, sonst aber nicht viel mit dem Spiel zu tun haben, da Scottis auch in einem Britischen Kolonial-Kriegspiel in Indien einfach nur durch Sepoys ersetzt werden könnten.
Dann hat man mich nicht so abgeholt, als dass ich das Spiel wirklich "fühle".

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 11:47 #

Ich frage mich gerade, ob du das was grundsätzlich missverstanden hast, das sind ganz normale Event-Karten wie in zig anderen Spielen, ohne irgendwelche Ausnahmen. Und sie haben natürlich was mit dem Spiel und seiner historischen Epoche zu tun.

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 12:13 #

Möglich. Habe ja nicht alle Karten gesehen.
Die mit dem Scotti Event fand ich aber kompliziert geschrieben.
Unter der Überschrift Caledonian Forest wird gesagt, dass Hügel kein Heimatland für Scotti sind.
Mag sein, dass das eine wenn man das Spiel spielt sinnvolle Info ist. So liest sich das aber, als wenn der Designer nicht in der Lage ist, gute Texte zu verfassen, bzw. Events so zu gestalten, dass es nicht darum geht, was nicht geht, sondern was man damit machen kann.

Danach ein "während dies, darfst du das, während ein anderes dies".

Das ist zumindest nach meinem Blick auf diese eine Karte unter Unwissenheit über das Spiel einfach schlecht da verschachtelt geschrieben, und erklärt sich mir auch nicht, warum es so ist.
Es kann zwar sein, dass der verschnörkelte Titel der Karte der Grund ist, aber dass der nicht so einfach lesbar ist, ist wieder so ein Ding, dass ich dem Designer um die Ohren gehauen hätte, wenn er das Spiel über meinen nicht vorhandenen Verlag hätte veröffentlichen wollen.

Faerwynn 19 Megatalent - - 15539 - 4. August 2021 - 0:30 #

Danke für den Bericht, ich liebe solche Spiele. Und wenn die Kinder etwas größer sind werde ich auch sicher wieder sowas spielen :)

AlexCartman 19 Megatalent - P - 17556 - 6. August 2021 - 0:46 #

Definiere "etwas größer"? Meine sind inzwischen 14 und 11, und wenn ich Glück habe, reicht es für "Zug um Zug" oder "Thurn und Taxis". Für Brettspielmonster ist deren Aufmerksamkeitsspanne immer noch zu gering ...

CBR 20 Gold-Gamer - P - 24755 - 6. August 2021 - 14:01 #

"Thurn und Taxis" wollte ich bald mit meinen (acht und zehn Jahre alt) spielen. Derzeit spielen wir Zombie Teenz, Magic Maze und Dominion.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 647960 - 4. August 2021 - 6:14 #

Schöner Brettspiel-Bericht. :)

P.S. Die "Bearbeiten"-Funktion für den Artikel fehlt (mal wieder). ;-)

xan 18 Doppel-Voter - P - 11272 - 4. August 2021 - 6:56 #

Schöner Anspielbericht und ein schönes Spiel. Eins dieser Spiele, die erstmal erschlagend wirken, aber sobald man drin ist unglaublich viel Spaß machen mit den Knobeleien.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8301 - 4. August 2021 - 9:11 #

Ich liebe die COIN Spiele. Pendragon hab ich noch nicht ausprobiert, aber ich hab sehr viel Spass mit Cuba Libre (die Rebellion von Che Guevara) und Liberty or Death (Unabhaengigkeitskampf der amerikanischen Kolonien). Das neue Ghandi sieht auch fantastisch aus.

Die GMT Spiele in Deutschland kauft man besten bei https://ugg2nd.de (Pendragon da z.b. um 80 EUR, anstatt Amazon um 110 EUR)

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8301 - 4. August 2021 - 9:13 #

Bzw. wer im franzoesischen Einzugsgebiet wohnt, kann auch hier bestellen: https://www.philibertnet.com/en/ (mein bevorzugter Shop, da oft am billigsten)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 24755 - 6. August 2021 - 15:26 #

Das ist auch sonst preislich durchaus attraktiv.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 63835 - 4. August 2021 - 13:29 #

Toller Tipp, vielen Dank. Ist sogar deutlich billiger als bei Amazon UK.

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 4. August 2021 - 9:43 #

Ein klasse Bericht, das Spiel schlage ich mal in unserer Runde vor.

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 6003 - 4. August 2021 - 11:44 #

Ich hatte auf etwas mit Uther und Co gehofft, schade.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 647960 - 4. August 2021 - 13:26 #

Erinnert mich daran, mal wieder Excalibur zu schauen. ;-)

thoohl 18 Doppel-Voter - - 9732 - 4. August 2021 - 15:22 #

...einer der besten Filme....

Maverick 30 Pro-Gamer - - 647960 - 4. August 2021 - 16:56 #

.. und dieses Jahr 40 Jahre alt geworden. :)

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 6003 - 4. August 2021 - 18:40 #

Unbedingt!

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 18:53 #

Passend zum Spiel wäre das eigentlich eher wenn der King Arthur Film aus 2004. :)

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 6003 - 4. August 2021 - 20:05 #

Pfui

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 20:18 #

Dir gefällt das Spiel nicht? ;)

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 63835 - 4. August 2021 - 13:27 #

Ich glaube, dass es unfair sein kann, ist eine bewusste Designentscheidung. Ah, moment, falsches Spiel ;-)

Das liest sich wirklich sehr interessant. Das könnte mir gefallen. Dass man es auch ganz gut alleine spielen kann, finde ich cool.

Ich muss natürlich einwerfen, dass die Römer nicht "nur" "England", sondern auch "Wales" und kurzfristig Teile "Schottlands" unter ihrer Fuchtel hatten. Darum heißt es auch immer Roman Britain und nicht Roman England :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 14:13 #

Das Wort England gab es damals w.W. noch nicht einmal. insoweit sei mir vielleicht diese umgangssprachliche Formulierung verziehen. Oder auch nicht, dann muss ich von jetzt an mit dieser Schmach leben.

Ob ein Designer absichtlich Unfairness einbaut, sei dahingestellt. Ich denke eher, er hat es nicht besser hinbekommen, ohne Dinge zu verlieren, die ihm wichtig sind. Wäre ich allerdings in meiner (ersten!) Partie Sachse oder Schotte gewesen und hätte in Rekordzeit verloren, ohne jemals eine Chance gehabt zu haben, wäre ich vermutlich ein wenig unglücklich gewesen.

Old Lion 27 Spiele-Experte - P - 77669 - 4. August 2021 - 15:10 #

Soweit ich weiß, und ich habe noch nie ein Coin spielen mich aber umfassend darüber informieren können, SOLL es diese Ungleichgewichte auch geben. Die Spiele wirken dann unbalanced, ist aber genau die Absicht. Aber bitte nicht drauf festnageln.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 16:32 #

Wenn ein Spiel in einem Siebtel der maximalen Zeit vorbei ist, wirkt es nicht nur unbalanciert, dann war es das in dem Fall :-) Ich beschreibe ja recht genau, was passiert ist.

Dass die Fraktionen ungleich sind, ist ja der Witz des ganzen Spiels, aber gleichzeitig haben sie auch ganz unterschiedliche Siegbedingungen. Beispielsweise haben die Scotti viel leichtere Siegbedingungen als die Sachsen, absolut gesehen, sie haben aber auch weniger Truppen, können nur kleinere Raids machen etc. Balanciert ist das Spiel, wenn durch solche Regeln die Parteien zwar unterschiedlich stark sind, aber doch ungefähr dieselbe Siegchance haben.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 63835 - 4. August 2021 - 16:16 #

Das mit der Balance war nur ein Witzversuch, bezugnehmend auf Battle Brothers :) Ich habe mir auf youtube den Spielstart einer Solopartie angeschaut, da hatte der als Römer wohl ziemliches Zugpech mit Karten. Das ist, denke ich, duechaus das Schöne, weil der Zufallsfaktor ja auch die Wiederspielbarkeit erhöht.

England sei verziehen :) Den Begriff gab es glaube ich auch noch nicht. Darum die "". Das heutige England, Wales, Schottland war von verschiedenen Stämmen besiedelt. Ich habe schon einige Römersachen auch in Wales gesehen und in der Nähe gelebt, daher muss ich das anmerken :D Der Begriff "Britain" ist hingegen wohl sogar älter als die Zeit der Römer und ist der geographische Begriff für die große Insel, auch damals schon. Teila zählen die kleinen Inseln dazu, da würde man (heute) aber eher British Isles, wo dann aber auch Irland dabei wäre.

Auf heutige Ländergrenzen abgestellt müsste man denke ich zumindest England und Wales sagen (Schottland war ein kurzes Abenteuer). Oder Britannien sagen, das wäre dann korrekt. Würde aber vermutlich kaum jemand wirklich verstehen. Bei England weiß halt jeder (grob) was gemeint ist.

Habe letztens mal ein Legendenvideo zu Gareth Bale gesehen. Von nem recht großen youtuber. Der wunderte sich ernsthaft, warum der nicht für England spielte ;) Wurde von, vor allem Walisern, im Kommentarbereich informiert :D

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 18:56 #

Bernard Cornwell-Leser oder Hörer (Hörbuch) wissen mehr, da dort King Alfred immer von seinem zukünftigen Engaland schwadroniert oder schwärmt oder träumt.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 63835 - 4. August 2021 - 19:20 #

Das stimmt :) Fun fact: Freunde von mir sind mit Cromwell und auch Uthred, son of Uthred verwandt :D

Engaland ist dann aber schon Frühmittelalter und kommt von den "Angeln", also der germanischen Besiedlung.

Burning Lands (ist ja der zweite Band) hatte ich mal auf einer sehr langen Autofahrt gehört (auf Englisch). Richtig gut.

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 4. August 2021 - 14:12 #

Für mich so prickelnd wie ein Knäckebrot nach einer durchzechten Nacht.

TheRaffer 21 Motivator - - 30253 - 4. August 2021 - 20:36 #

Je nach Zustand von Magen und Schädel, ist ein Knäckebrot doch genau das Richtige. :)

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 9. August 2021 - 12:10 #

*knack*
*knack*
*knack*
"Wer ist da?"

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 13. August 2021 - 22:26 #

"Der Kerl hat die Würfel gefressen!"

Harry67 20 Gold-Gamer - - 20285 - 11. August 2021 - 21:53 #

Salzstangen! ;)

TheRaffer 21 Motivator - - 30253 - 4. August 2021 - 20:38 #

Wow, ich glaube ich würde nicht den Elan aufbringen, mich durch das Regelwerk zu arbeiten. Aber cool, dass es Brettspiele gibt, bei denen man sogar noch was lernen kann :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 20:40 #

Ich will so ehrlich sein und zugeben, dass das Ding fast ein Jahr bei mir im Schrank stand, bevor ich mich rangetraut habe (nach dem ersten Auspacken). Und ich habe vorher mehrere Reviews und Letsplays zumindest überflogen, teils aber auch länger angesehen, das hat sehr geholfen.

TheRaffer 21 Motivator - - 30253 - 4. August 2021 - 20:56 #

Bist also einige Zeit drumherum geschlichen und brauchtest mentale Vorbereitung ;)

Claus 30 Pro-Gamer - - 312871 - 4. August 2021 - 22:52 #

Immerhin, du hast es getan - Regeln gelernt, aufgebaut und wirklich gespielt.
Ein Schicksal, welches nicht vielen Brettspielen dieser Art vergönnt ist, nachdem sie gekauft wurden. Ich würde wetten das mindestens 25% aller CoSims etc. in ihrer schicken Verpackung geduldig auf ihren ersten Einsatz wartend in den Regalen und Schränken unserer Generation ruhen, ohne jemals diesen Schritt erlebt haben zu dürfen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 4. August 2021 - 23:05 #

Meine Gegenwette: mind. 50% :-)

Bei mir dauert es teilweise, aber ich glaube, ich habe wirklich jedes meiner Brettspiele mindesens einmal gespielt. Manche sind halt auch einfach nicht so gut , wie man erst dachte, dann werden sie nach dem ersten oder zweiten Mal nie wieder gespielt.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 63835 - 5. August 2021 - 2:05 #

Ich habe drei sehr komplexe Brettspiele. Eines paar mal gespielt. Die beiden anderen leider noch nicht. Meist mangelt es an Zeit und/oder Mitspielern.

Bei .ir sind es also 66,6%, gefühlt einen Tick mehr.

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 15:21 #

Ach das ist schon sehr schön alles. Ich fühl mich ganz verbunden hier mit den Fotos und der Community :)

Jörg, (oder auch andere die hier mitlesen), hast du mal Twilight Imperium gespielt? Das ist von meinem Freundeskreis seit 2007 das Suchtspiel schlechthin. Da entbrennt immer am Tisch ein 10stündiger Kalter Krieg in der Galaxie, der irgendwann heiß wird.

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 5. August 2021 - 15:24 #

Ich liebe Twilight Imperium (3rd Edition), wir versuchen das einmal im Jahr zu spielen.

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 16:07 #

Cool! Welche Race ist dein Favorit? :D
Ich spiele auch 3rd und 4th edition.

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 5. August 2021 - 17:07 #

Einen richtigen Favoriten habe ich nicht, da wir die Factions immer auslosen, aber die Xxcha sind angenehm zu spielen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 429002 - 5. August 2021 - 16:00 #

Schon viel Positives drüber gehört, aber nie gespielt.Ich kenne das (wohl entfernt ähnliche) Eclipse als iPad-Umsetzung, und war schon mehrfach kurz vor dem Kauf von Twilight Imperium (aktuell ja 4rd ed.) -- aber wann spielen?

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 16:12 #

Cool, dass du beide kennst!
Eclipse ist so der ganz "kleine Bruder" von TI weil viel mehr "Euro" style, finde ich. Aber auch gut. Eclipse ist halt weit weniger Diplomatie und Politik. Ist dafür auch gut in 3 Stunden schaffbar :)

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 5. August 2021 - 16:56 #

Ich zeige Dir am Samstag mal ein paar Bilder von unserer letzten Session.

Old Lion 27 Spiele-Experte - P - 77669 - 5. August 2021 - 17:11 #

Nutzt auch gerne diesen Thread für sowas. Da haben dann alle was von. Oder zumindest die, die es interessiert.
https://www.gamersglobal.de/forum/126984/brettspieler

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 17:16 #

Ja die mag ich auch! Und die Universitäten, wie sie bei uns heißen. Wir spielen auch mit einigen Hausregeln.

Und ich habe unseren Esstisch für Twilight Imperium vor ein paar Jahren umgebaut (mit Vertiefung wie beim Billard-Tisch und zweiter Tischplatte unten eingefügt, dann kann die eigentliche Tischplatte oben wieder aufgesetzt werden und man kann das Spielen für Pizzaessen unterbrechen oder auch wochenlang pausieren). Und ich hab ein Whiteboard aufgestellt, siehe Foto hier, damit man die wichtigsten Regeln schnell im Blick hat :D

Und der Tech-Tree ist auf A1 gedruckt, damit wir nur einen für alle Spieler gemeinsam brauchen: Jeder hat eine farbige Pinn-Nadel, so sieht man sofort wer hat welche Tech. Wir spielen immer zu fünft, dann gibt es immer asymmetrische Allianzen, das ist sehr kurzweilig.

https://imgur.com/4yPTatg

Old Lion 27 Spiele-Experte - P - 77669 - 5. August 2021 - 17:45 #

Er hat das böse Wort gesagt! Spielsteinigt ihn.

Aber der Tisch ist schön, ich bekomme davon nur immer n steifen Nacken.

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 17:49 #

Welches? HAUSREGELN? :D
P.S. Danke! Ja wir laufen da oft vor Aufregung hin- und her oder verschwinden für konspirative Diplomatiegespräche im Nachbarzimmer, also es ist echt orthopädenfreundlicher als man denkt!

Old Lion 27 Spiele-Experte - P - 77669 - 5. August 2021 - 18:00 #

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Dann geht es ja.

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 5. August 2021 - 17:57 #

Sehr schönes Setup, bei uns sah es das letzte Mal so aus :

Den Spieltisch für 8 Leute kannst Du auch komplett abdecken. An den Seiten hat er Einschübe für Karten und von außen kannst Du Getränke einhängen. :)

https://drive.google.com/file/d/1bUS0UqIcXod1d67r3HJaqcudNKPxGIF-/view?usp=sharing

Rowert 12 Trollwächter - P - 1126 - 5. August 2021 - 18:03 #

Auch sehr cool! Die Armauflage sieht sehr gemütlich aus, das fehlt bei mir. LED Lichtleiste habe ich auch, aber es gibt immer einen den das auf Dauer stört^^ (Wobei spätestens wenn Warfare Alert gespielt wird, muss man das schon mal kurz einschalten... :D)

Übrigens gibt es immer einen, der dem ganzen die Krone aufsetzt. Ich kenne keine extremeren Brettspieler als Twilight-Imperium-Spieler... (-innen, wie auf dem Foto zu sehen ist): Die haben ihr Wohnzimmer dafür umgebaut. Kein Witz. Der macht das schon jahrelang und hat vor einer Weile auf 4th edition umgebaut: https://64.media.tumblr.com/1d7f5c08d6416946b1a87a6deb154a33/15a6cce63922c8da-33/s1280x1920/94782f9ead768c58b4c1b26f3060c1445b68caf4.jpg

Danywilde 24 Trolljäger - - 116873 - 5. August 2021 - 17:12 #

Hier gib es eine sehr gute Einführungsreihe in Twilight Imperium, http://www.youtube.com/watch?v=PDGxAk6Uwww

schwertmeister2000 16 Übertalent - - 5414 - 7. August 2021 - 21:42 #

Lieber Jörg, danke dir für diese anlogen Eindrücke in die Welt der Brettspiele. Als historisch Interessierter sprechen mich die Spiele von GMT Games an. Ich stöbere gerade auf deren Website und überlege mir eins zuzulegen. Die haben auch viel über die napoleonische Ära. Ich überlege mit welchem Titel ich den Einstieg wage.