Spiele-Check: The Last Spell – Wir haben keine Chance und nutzen sie
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch MacOS
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SupArai 41241 EXP - 23 Langzeituser,R10,S8,C8,A10,J10
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4. Juni 2021 - 11:51 — vor 8 Wochen zuletzt aktualisiert
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In The Last Spell stellt ihr euch mit einer kleinen Gruppe Helden einer zahlenmäßig übermächtigen Schar untoter Angreifer. Dank mächtiger Zauber und Spezialangriffe habt ihr aber immerhin den Hauch einer Chance. Ich habe mich 14 Stunden in die Schlacht geworfen, um zu berichten, ob der Early-Access-Titel zum Weiterspielen animiert.
Sobald ihr die erste Nacht lebend überstanden habt, widmet ihr euch dem Aufbau des Dorfes und verbessert eure Helden.

Unser Dorf soll schöner werden
Zu Spielbeginn liegt euer Dorf in Schutt und Asche, von den Stadtmauern stehen nicht einmal mehr spärliche Reste. Im Zentrum vollführen eure Magier ein Ritual, das die Pforten zur Hölle wieder schließen soll und dass es unbedingt zu beschützen gilt. An einen Wiederaufbau ist erst zu denken, wenn ihr die erste Nacht überstanden habt. Also postiert ihr eure Helden und versucht die Angreifer zu vernichten, dankenswerterweise zeigt euch das Spiel, von welchen Seiten die Horde auf euch zumarschiert.

Im anschließenden Kampf ist es wichtig, die Fähigkeiten und Zauber eurer Helden möglichst effizient einzusetzen und dabei auch auf die Besonderheiten der Gegner zu achten. Jede Klasse hat dafür ein abwechslungsreiches Arsenal an Angriffen zur Verfügung und das Austüfteln einer Strategie macht einen großen Teil des Spielspaßes aus. Eure Recken sammeln Erfahrungspunkte und nach einem Levelaufstieg steigert ihr einzelne Werte und weist ihnen neue Talente zu. Gelingt es euch, die Angreifer zurückzuschlagen, erhaltet ihr zur Belohnung Gold, Materialien und – wenn möglichst wenig Zombies die Stadtgrenzen überschritten haben – sogar einen Gegenstand. Nun gilt es die verdienten Ressourcen zu investieren: Baut ihr hilfreiche Gebäude, wie einen heilenden Schrein oder einen Manabrunnen? Oder erwerbt ihr beim örtlichen Händler stärkere Gegenstände für eure Helden? Mit den Materialien errichtet ihr neue Verteidigungsanlagen für euer Dorf. Und dann geht es auch schon in die nächste Nacht, gleichbedeutend mit einer Schlacht. Ihr verteilt eure Helden und erwartet die Untoten. Da die ersten Versuche von knappen Ressourcen und schwachen Helden geprägt sind, kommt es, wie es kommen muss: Die Horde überrennt euch und der Run ist verloren.
In der Endabrechnung einer erfolgreichen Nacht seht ihr, wie gut ihr die Stadt verteidigt habt und wieviel Unreine Essenz in euren Besitz wandert. 
 
Nach dem Run ist vor dem Run
Vernichten euch die Untoten verliert ihr eure Helden, die angelegten Gegenstände und eure Heimat. Allerdings erspielt ihr euch zwangsläufig bessere Start- und Spielbedingungen für euren nächsten Versuch: Im "Oraculum" erhaltet ihr von zwei mystischen Wesen dauerhafte Verbesserungen, indem ihr Unreine Essenz eintauscht oder wenn ihr festgelegte Meilensteine erfüllt. Beispielsweise starten eure Helden fortan mit mehr Mana oder Bewegungspunkten, ihr schaltet weitere Gebäudearten und Items frei.

The Last Spell ist kein Spiel, dass es euch leicht macht und selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad endeten meine ersten Anläufe früh, was mich durchaus frustrierte. Erst nach einigen Versuchen und dem Freischalten permanenter Verbesserungen öffnet sich der Titel und bietet mehr Abwechslung. Einen skill-basierten Ausweg aus dem Kreislauf des Scheiterns sehe ich bislang allerdings nicht. Meine Helden sind irgendwann einfach zu schwach und können den immer stärker werdenden Gegnermassen kein Paroli mehr bieten. Es existiert allerdings die Option, die Startbedingungen zu erleichtern. Ich habe den leichten Modus jedoch nur einmal genutzt und mir einen vierten Helden gegönnt – in der Hoffnung für diesen Check noch mehr vom Spiel zu sehen. Allerdings überrannte mich die Horde erneut in der siebten Nacht.
Vieles im Spiel wird zufällig ausgewürfelt, auch die Werte eurer Helden. Abigail ist leider eine Alkoholikerin.

Retro und voller Details 
Optisch präsentiert sich The Last Spell in einem düsteren Comic-Look, der sich an Retro-Titeln orientiert. Mir gefällt dieser Grafikstil ausgesprochen gut. Zu meiner Freude haben die Entwickler nicht nur die Gestaltung der Spielwelt gut getroffen: Alle Spielmenüs sind sehr detailreich und stimmig ausgearbeitet. Gepaart mit einem passenden Elektro-Soundtrack ist The Last Spell ein echtes Atmosphäre-Highlight. Technisch läuft der Titel zudem bereits im Early Access sehr gut, in meiner Spielzeit verzeichnete ich lediglich einen Absturz.
Gegen diese Übermacht sind meine Helden chancenlos: Das Ende des Runs nähert sich mit rasanten Schritten.

Fazit
Atmosphärisch holt mich The Last Spell ab und auch das Spielprinzip bringt mich dazu, dass ich mich stundenlang in einen Run vertiefe. Aber bei der Bewertung des Gameplays tue ich mich trotzdem schwer. Zum einen sind das Grundprinzip und die spielerischen Abläufe gleichförmig und wenig abwechslungsreich. Zwar kommen stetig neue Charakterklassen, Items und Bauoptionen hinzu. Die wecken meine Neugier und ich möchte sie ausprobieren. Auf Dauer, so fürchte ich, werden die Neuerungen im Kleinen den Titel jedoch nicht interessant genug halten. Zudem empfinde ich den Kreislauf des Scheiterns als zu vorhersehbar und ausweglos. Hier wünschte ich mir mehr Feedback zu eigenen Fehlern oder Versäumnissen, nicht nur das Wissen um die schlichte Übermacht des Gegners. Ich bin gespannt, welche Änderungen The Last Spell in der Early-Access-Phase noch erfahren wird und ob es den Entwicklern gelingt, das Gameplay dynamischer zu gestalten. Zum Abschluss noch eine wichtige Randnotiz: The Last Spell unterstützt nur die englische Sprache.
  • Rundentaktisches Roguelite-Rollenspiel für PC, Switch-Port geplant
  • Einzelspieler
  • Für Fortgeschrittene und Profis
  • Preis: 17,99 Euro bei Steam
  • In einem Satz: Knackiges Roguelite mit Tower-Defense-Anleihen, dass sich bereits im Early Access ausgereift zeigt, aber abseits der Routinen mehr Abwechslung vertragen kann.

Video:

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 62025 - 5. Juni 2021 - 12:48 #

Danke für den schönen Check. Das sieht sehr interessant aus. Dead in Vinland war super, daher traue ich denen was zu. Denb Prolog schaue ich mir auf jeden Fall mal an.

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 5. Juni 2021 - 14:34 #

Gerne, nachdem ich die ersten Spielstunden überstanden hatte, machte mir The Last Spell auch richtig Spaß. Ich habe in den Runs und beim Strategie-austüfteln regelrecht die Zeit vergessen. Weit gekommen bin ich trotzdem selten - das "Kosten/Nutzen"-Verhältnis meiner Versuche ist überschaubar. ;-)

Mal sehen an welchen Schrauben die Entwickler in der Early-Access-Phase noch drehen können und werden.

Edit: Dead in Vinland liegt in meiner Steam-Bibliothek noch ungespielt rum. Da gibt es ja einige DLCs zu. Weißt du spontan, ob die das Spiel sinnvoll erweitern? Ich könnte natürlich auch selbst recherchieren... ... ;-)

Edit2: Ich sehe gerade, dass der Prolog bei Steam nicht mehr gelistet wird. Ich lösche den Hinweis mal aus dem Check.
"Hinweis: Auf Anfrage des Publishers steht The Last Spell: Prologue auf Steam nicht mehr zum Verkauf. "
https://store.steampowered.com/app/1437010/The_Last_Spell_Prologue/

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 62025 - 7. Juni 2021 - 14:15 #

Schade, dass es rausgenommen wurde :(

Ich spiele Dead in Vinland auf der Switch, True Viking Edition. Da ist bissi DLC dabei. Ich habe mal geschaut:

Da müsste also The Vallhund dabei sein, da hat man einen Hund, ich nutze den und der ist auch super integriert.

Norse Side stories auf jeden Fall holen, mehr Dialoge und so.

Endless Mode: Battle Of The Heodenings habe ich noch nicht gespielt, weil ich mit der (langen und nicht so leichten) Story noch nicht durch bin. Den könntest du, falls du nicht gleich das Komplettpaket holst, imho erstmal auslassen.

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 7. Juni 2021 - 14:23 #

Danke für die Info, ich schaue mal, ob ich Dead in Vincent einfach mal anspiele.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 62025 - 7. Juni 2021 - 14:25 #

Viel Spaß :) Die ersten Versuche werden schwer, weil man ein Gefühl braucht wie man sein Lager am besten ausbaut ohne irgendwann ein großes Problem zu haben. Die Stories und Kämpfe sind super.

LRod 18 Doppel-Voter - P - 11738 - 5. Juni 2021 - 12:55 #

Hmm, interessant sieht es auf jeden Fall aus. Für mich ist es aber erst zum Release interessant. Wenn sich mehr ändern sollte würde ich mich über ein Update (+ Hochziehen in den News) des Checks freuen :)

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 5. Juni 2021 - 13:31 #

Ich gebe mir Mühe, den Titel nicht aus den Augen zu verlieren und eine News nach dem Early-Access sollte ich hinkriegen. Wenn die Entwickler The Last Spell ordentlich aus- und/oder umbauen ist bestimmt auch ein Release-Check drin. Geplant ist ein Jahr Early-Access. Mal sehen.

Man kann aber auch jetzt schon seinen Spaß mit The Last Spell haben, vielleicht macht der nächste Sale ein Zugreifen interessanter... ;-)

Ich bin ganz hin und weg von der Athmosphäre, das Spiel ist in sich von unglaublich stimmig. Die ganzen Menüs und Beschreibungen passen toll zusammen. Ich habe ja kurz vorher Before we Leave gecheckt und wenn ich mir da im Vergleich die Menü-Bildschirme anschaue... oder gerade Going Medieval: Da fühle ich mich wie in einer Excel-Tabelle mit Grafik drumherum. ;-)

Drugh 16 Übertalent - P - 5437 - 5. Juni 2021 - 15:49 #

Ich bin kein großer Freund von Attrition (Abnutzung) Mechaniken. Mein schlimmstes Beispiel ist Phoenix Point. Da spiele ich siebzig Stunden an einem Durchgang, um dann gegen Ende gegen den Doomsdaycounter (10% verbleibende Menschheit) zu scheitern. Zu Alledem bekämpfen sich die bescheuerten Fraktionen zum Ende hin auch noch immer aggressiver und löschen einander die Basis aus, was den Counter ebenfalls weiter voran eilen lässt.
Wenn ich jetzt bei diesem Spiel sehe, dass mehrere Durchgänge immer zum gleichen Misserfolg führen, ist das geplante Scheitern für mich kein befriedigendes Spielerlebnis. Danke für den Test, ich verzichte.

LRod 18 Doppel-Voter - P - 11738 - 5. Juni 2021 - 15:55 #

Phoenix Point ist aber auch ein ganz besonderes Beispiel, wie tolle Ideen bei Spielmechaniken und interessanten Fraktionen durch miserables Balancing kaputt gemacht werden können.

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 5. Juni 2021 - 16:21 #

Mmmhhh, The Last Spell bedient sich halt dem Roguelite-Elementen. Ob das auch unter "Attrition" fällt, weiß ich nicht, würde ich aber spontan verneinen.

Hier ist das Scheitern ja ein Teil des Weges. Du verliers anfangs früh, erspielst dir dadurch neue Spielelemente. Beim nächsten Run scheitere ich zwar auch, aber eben später, schalte neue Verbesserungen frei und irgendwann schaffe ich einen Meilenstein oder eine Etappe. Meinem Erleben nach ist es relativ schwierig, dieses Spielprinzip so zu gestalten, dass es nicht nur nach Arbeit und dem Austesten der Frustrationstoleranz anfühlt. Dead Cells oder Scourgebringer gelingt das meiner Meinung ausgezeichnet.

Bei Children of Morta (wo das gegebenenfalls nachträglich noch mit Patches verbessert wurde) und auch The Last Spell habe ich aber den Eindruck, dass ich plötzlich vor eine Wand knalle. Da kann ich tüfteln und überlegen so lange ich will. Mir fehlt der Damage oder die Manpower und ich scheitere. Ich spiele gerne Roguelites und die MEchanik erlaubt mir natürlich auch, trotz fehlendem Skill immer weiter voranzukommen - irgendwann bin ich so mächtig, dass selbst ich Skill-Niete den Endboss onehitte... ;-)

Slaytanic 24 Trolljäger - - 58972 - 5. Juni 2021 - 17:57 #

Vielen Dank für den Check, aber das ist eher nichts für mich.

paschalis 28 Endgamer - - 165888 - 6. Juni 2021 - 8:57 #

Wie immer bei SupArai ein schöner Check zu einem allenfalls mäßig interessanten Roguedingens :-)

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 7. Juni 2021 - 14:22 #

Roguelite, pasch...chiang, ROGUELITE!
;-)

paschalis 28 Endgamer - - 165888 - 7. Juni 2021 - 19:54 #

RogueWhatever. Wenn man nicht immer von vorne anfangen müsste wären einige von denen gar nicht mal so schlecht ;-)

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 7. Juni 2021 - 20:08 #

Hahaha :-)

Na gut, dem habe ich nichts entgegenzusetzen, außer... ach, lassen wir das. ;-)

Maryn 14 Komm-Experte - P - 2095 - 7. Juni 2021 - 10:47 #

Schöner Spiele-Check!
Sieht ja schon witzig aus und liest sich auch interessant!
Es könnte etwas weniger pixelig sein für meinen Geschmack, es ist mir aber auch gerade noch nicht *zu* pixelig.

Rogue-Likes sind ja etwas in Mode gekommen, vielleicht auch etwas zu sehr. Aber Titel wie Everspace oder Faster Than Light zeigen ja, dass das sehr viel Spaß machen kann.

Wenn der Titel aus dem EA raus ist, könnte ich mir durchaus einige spaßige Stunden damit vorstellen.
Bei dem niedrigen Preis ist das ja auch ein Nischentitel, wo man nicht zu kritisch hinschauen muss. Wenn es auf lange Sicht nicht so motiviert, ist das dann ja nicht so schlimm.
Vielleicht bekommen die Entwickler das mit der Langzeitmotivation ja auch noch etwas besser hin.

SupArai 23 Langzeituser - P - 41241 - 7. Juni 2021 - 12:43 #

Danke!

Stichwort Everspace: Eins der besten Roguelites die ich bislang gespielt habe - wie konnte ich das in meinem Kommentar "weiter oben" vergessen. Tode sind in Everspace (fast) nie umsonst, es gibt stetig neue Fortschritte und Storyhäppchen, und die Verknüpfung des Roguelite-Elements mit der Geschichte rundet es ab.

Bei Faster than light bin ich leider nie sehr weit gekommen... ;-)

The Last Spell könnte ich mir auch als das Spiel vorstellen, dass ich Abends einfach mal für ne Runde starte - um denn daran hängen zu bleiben...

TheRaffer 21 Motivator - - 29692 - 12. Juni 2021 - 8:12 #

Diese Mechaniken sterben auch einfach nicht aus...schade.
Trotzdem danke fürs Checken ;)

Mitarbeit