Spiele-Check: When The Past Was Around – Streiflichter einer Liebe
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch XOne Xbox X PS4 MacOS
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26. Januar 2021 - 8:00 — vor 11 Wochen zuletzt aktualisiert
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Knapp drei Monate nach der PC-Version ist das Adventure When The Past Was Around auch auf den Konsolen angekommen. Das Spiel des indonesischen Studios Mojiken greift ganz ohne Worte urmenschliche Themen wie Liebe und Verlust auf und verlässt sich dabei ganz auf seine audiovisuelle Wirkung. Ob dies gelingt, erfahrt ihr im heutigen Spiele-Check der Xbox-One-Version.

Am Tiefpunkt
Die junge Eda hat den Boden unter den Füßen verloren, denn ihre große Liebe, der Musiker Owl, ist für immer gegangen. When The Past Was Around startet von Beginn an mit einem großen Kloß im Hals und wird diese Melancholie auch niemals abgelegen. Das Spiel zeichnet den Weg der jungen Frau, die in ihrer Trauer jegliche Orientierung verloren hat, nach der Tragödie. Die Erinnerungen an den Verblichenen beginnen zu verblassen; Gesichter, Orte und Begebenheiten schwinden im Nebel, der sie mittlerweile umgibt. Ihr letzter Ankerpunkt ist ein kurzes, klassisches Stück für die Violine, das sie einst gemeinsam spielten. Wieder und wieder lauscht sie deren Klängen und kämpft sich mit unserer Hilfe ins Leben zurück.

Im Spiel begleiten wir Eda auf ihrer Reise in die Vergangenheit und rekonstruieren die wichtigsten Stationen ihrer Beziehung zu Owl. Wir lernen den Musiker kennen, erleben Alltagssituationen wie ein gemeinsames Frühstück und fahren gemeinsam in den Urlaub. When The Past Was Around kommt dabei annähernd als klassisches Adventure mit kurzen Rätseln daher, wobei wir die Protagonistin nicht direkt steuern, sondern vor allem mit der Umgebung interagieren. Per Tastenklick werden Schubladen geöffnet, Schalter betätigt, Gegenstände im Inventar verstaut und an geeigneter Stelle direkt wieder angewandt. Komplexe Ketten oder Kombinationen gibt es nicht, dafür aber Codes und kleinere Logik-Puzzle. Insgesamt erinnert das Rätseldesign an einen Escape Room, wobei der Schwierigkeitsgrad sehr moderat ausfällt.
Sonne, Sand und Meer – im Urlaub ist die Weld von Eda und Owl noch in Ordnung.
Wort-, aber nicht sprachlos
Das Spiel kommt komplett ohne Dialoge und Texte aus, die Geschichte wird einzig und allein durch die dargestellten Momente und Gesten der Charaktere inszeniert. Der fein gezeichnete Comic-Look transportiert im Zusammenspiel mit dem immer wiederkehrenden, melancholischen Titelstück hervorragend die Motive und Charaktere des Spiels. Es kommt schließlich der Tag, an dem die Krankheit erstmalig zum Vorschein kommt und das Leben der beiden auf den Kopf stellt. Mit der Zeit müssen wir immer größere Dosen eines Medikaments in der gemeinsamen Wohnung suchen, wohlwissend dass dies nur ein Aufschub ist.

Die stetige Steigerung der Medikation Owls mag ein mechanisch einfacher Kniff sein, aber er verfehlt seine Wirkung nicht und ist symptomatisch für das Spiel. Kleine Details skizzieren große Motive und schaffen ein narratives Ganzes, das mehr als die Summe seiner Teile ist. Auch weil die textlose Inszenierung die eigene Interpretation des Erlebten forciert. Nach etwa zwei bis drei Stunden flimmert schließlich der Abspann über den Bildschirm. Und mit diesem auch das eingängige Violinenstück, das uns den gesamten Abend über begleitet hat und auch ein Stück weit nachhallt.
Stück für Stück helfen wir Eda die Lücken der Vergangenheit mit Leben zu füllen. 
Fazit
When The Past Was Around ist das Videospiel-Äquivalent einer Kurzgeschichte. Es beginnt und endet unvermittelt und weiß doch eine einfühlsame Geschichte zu erzählen. Für ein Adventure sind die Rätsel kaum der Rede wert, und auch die Point-and-Click-Mechanik ist vergleichsweise holprig umgesetzt, aber das sind Nebensächlichkeiten. Für die Länge eines Spielfilms begleitet ihr die trauernde Eda und nehmt an ihrem Schicksal teil, das trotz einfachster Mittel auf seine Art ergreifend inszeniert ist. Nicht zuletzt liegt das auch am tragenden Soundtrack.
  • Solospiel für PC, PS4, Switch und Xbox One
  • Adventure
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit dem 17.12.2020 für Konsole für 8,49 Euro
  • In einem Satz: Melancholisches Kurz-Adventure um Trauer und Loslassen

Video:

StefanH 19 Megatalent - - 17095 - 26. Januar 2021 - 8:22 #

Danke für den Check! Mir wurde das Spiel auch schon auf Steam empfohlen. Vermutlich werde ich es mir jetzt auch mal kaufen, aber aktuell sind da noch genug Spiele in meinem Pile :)

AlexCartman 19 Megatalent - P - 16905 - 26. Januar 2021 - 11:03 #

Schöner Check, vielen Dank!

Rohrkrepierer 16 Übertalent - P - 4413 - 26. Januar 2021 - 11:04 #

Danke für den Check. Das scheint was für mich zu sein - wäre ich sonst wohl höchstens zufällig beim Brwosen durch die Tiefen des PSN drauf gestoßen!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 146054 - 26. Januar 2021 - 16:52 #

Ich mag solche Spiele aber dieses hier spricht mich nicht so an. Danke für den Check!

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 213886 - 5. Februar 2021 - 17:29 #

So in die Richtung dachte ich auch, nett aber: nö. Trotzdem Danke für den Check!

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 195165 - 26. Januar 2021 - 17:54 #

Klingt ganz schön, auch wenns nix für mich is.

ZockerVater 23 Langzeituser - - 38659 - 26. Januar 2021 - 18:26 #

Oh, das klingt doch ganz interessant. Danke für den Check.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 58456 - 26. Januar 2021 - 18:33 #

Vielen Dank für den Check, klingt für mich doch interessant und darum habe ich es mal auf die Steam-Wunschliste gesetzt.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 38663 - 26. Januar 2021 - 19:26 #

Oh, das sieht ja mal interessant aus. Ich denke, das werde ich mir mal gönnen.

Jürgen 25 Platin-Gamer - P - 60297 - 27. Januar 2021 - 11:40 #

Das klingt sehr sehr interessant. Ich behalte das mal im Hinterkopf für weniger frustrierende Zeiten. Jetzt gerade brauche ich nicht noch ein melancholisches Spiel obendrauf.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 38663 - 31. März 2021 - 11:20 #

Hab es jetzt vor ein paar Tagen auch durchgespielt, so ganz überzeugt hat mich das Spiel leider nicht. Obwohl die Rätsel nicht so schwer sein sollen, war ich bei manch einem doch etwas überfordert und ratlos und musste zwei-, dreimal googeln, nur um festzustellen, dass die Lösung doch recht einfach war und ich einfach nur zu doof war. Klassische Adventure-Rätsel sind einfach nichts für mich.
Aber auch die Präsentation hat mir leider nicht so gemundet. Das primäre Musikthema ging mir schnell auf die Nerven, grafisch ist mir das Spiel einfach zu simpel geraten (obwohl ich den Stil sehr hübsch finde) und, naja. Irgendwie hat‘s für mich einfach nicht gepasst. Schade.