Spiele-Check: Sakuna Of Rice and Ruin – JRPG-Brawler mit Reisanbau
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch PS4
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SupArai 35535 EXP - 22 AAA-Gamer,R9,S7,C7,A10,J10
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12. November 2020 - 17:57 — vor 4 Wochen zuletzt aktualisiert
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In Sakuna – Of Rice and Ruin werden die verwöhnte, zickige Göttin Sakuna und fünf verstoßene Menschen auf eine entlegene Insel verbannt. Beherzt rauft sich die Schicksalsgemeinschaft zusammen und organisiert sich auf dem Eiland neu. Sakuna, Tochter einer Erntegöttin und eines Kriegsgotts, versorgt die Gruppe mit Nahrungsmitteln und kämpft sich auf der Suche nach einem Weg zurück nach Hause durch Dämonen-Scharen.
Links seht ihr die Scheune, daneben das Haupthaus und ganz rechts das Plumpsklo, aus dem ihr die Grundlage für den Dünger gewinnt. Mittig steht Sakuna vor ihrem Reisfeld.

Das Gameplay
Euer Tagesablauf auf der Insel richtet sich realistisch nach den vier Jahreszeiten und jede unterteilt sich weniger realistisch in drei Tage. Da bei allen Aktivitäten die Tages-Zeit voranschreitet, solltet ihr dessen Ablauf möglichst effektiv strukturieren. Tagsüber kümmert ihr euch um euer Reisfeld und erkundet einzelne Gebiete auf der Insel, wo ihr in Kämpfen gegen die von Dämonen besessene Flora antretet. Ihr könnt euch euren Widersachern auch nachts stellen, dann sind sie aber wesentlich stärker. Das Zeit-Management ist sehr wichtig und es kann passieren, dass ihr die Erkundung eines Gebiets abbrechen müsst, weil die Sonne untergeht. Erfüllt ihr festgelegte Gebiets-Aufgaben erhöht sich der Erkundungs-Level und ihr erlangt Zugang zu weiteren Orten, die ihr, einmal freigespielt, immer wieder betreten könnt.

Unterbrochen wird die alltägliche Arbeit von Story-Zwischensequenzen, die interessante, banale und kitschige Geschichten erzählen. Im Mittelpunkt der Erzählungen steht das Unvermeidliche: Die anfangs widerspenstige Göttin wird demütiger und eure besondere Gemeinschaft wächst immer mehr zusammen - und mir ans Herz.
Noch pflanze ich die Reissetzlinge einzeln und mehr schlecht als recht. Das grünliche Raster ist ein Skill, den ihr erst freischalten müsst.

Der Reis
Im Zentrum eurer kleinen Siedlung liegt das Reisfeld und der Reisanbau ist ein zentrales Spiel-Element. Je nach Jahreszeit erledigt ihr verschiedene Arbeiten: pflügt das Feld, pflanzt Setzlinge, bewässert den Reis, jätet Unkraut, erntet die Pflanzen, hängt sie zum Trocknen auf, drescht und enthüllt den Reis in der Scheune. Außerdem beeinflusst ihr das Wachstum und die Qualität des Endprodukts mit selbst hergestellten Dünger. Das Düngen ist wichtig, denn anhand der beigemengten Rohstoffe entscheidet sich, welche Statuswerte und auch in welcher Höhe diese am Ende des Jahres gesteigert werden. Der Reis bestimmt somit den Fortschritt eures Charakter-Levels.

In eurem Dorf und bei den Anbautätigkeiten seht ihr euch in der Third-Person-Sicht, einige Arbeitsschritte bewerkstelligt ihr in (anspruchslosen) Mini-Spielen. Sowohl der Reisanbau wie auch die Mini-Spiele sind spielerisch lediglich nett, bis auf das Düngen und Bewässern könnt ihr Tätigkeiten deshalb von einem Begleiter erledigen lassen. Wobei dies die Ergebnis-Qualität schmälern soll. Ein möglichst gutes Reis-Produkt herzustellen ist aber wichtig, denn auch dem Essen kommt eine wichtige Rolle zu.
Jahr 4 ist abgeschlossen, meine Reis-Ausbeute und einige meiner Basiswerte konnte ich ordentlich steigern.

Das Kochen
In der Spielwelt sammelt ihr viele Rohstoffe, die eure Begleiterin Myrthe zu stärkenden Mahlzeiten weiterverarbeitet. Verspeist ihr diese Gerichte, erhöhen sich für den nächsten Tag einzelne Statuswerte, einige bescheren euch sogar besondere temporäre Effekte, beispielsweise regeneriert sich nach einem Kampf eure Lebensenergie. Je nachdem was ihr für den nächsten Tag plant, stellt ihr euch das passende Abendmahl selbst zusammen, könnt dies aber auch Myrthe überlassen. Da der Reis einen besonders hohen Sättigungsgrad hat, ist er besonders hilfreich. Denn geht ihr wohlgenährt auf Erkundungstour, profitiert ihr länger von Nahrungs-Effekten.

Die Kämpfe
Auf der Weltkarte befinden sich verschiedene Spots, die ihr durchqueren müsst, um voranzukommen. Innerhalb der Gebiete seht ihr euch in der Seitenansicht, Erkundung und Kämpfe spielen sich wie ein Side-Scroller. Gegen die dämonische Flora setzt ihr auf leichte und schwere Angriffe, mächtige Attacken, zum Beispiel wirbelt ihr durch eure Feinde, und auf Sakunas Schal für Spezial-Moves, unter anderem zieht der Gegner zu euch. Von den Machtattacken und Schal-Moves dürft ihr jeweils vier auswählen. Da diese Angriffe Energie verbrauchen, lassen sie sich nicht unendlich spammen. Aber die Energie regeneriert sich automatisch, was euch dynamische Kämpfe ermöglicht. Im Spielverlauf findet oder schaltet ihr viele weitere Skills frei - die zudem im Level steigen, wenn ihr sie nutzt.

Euren Schal setzt ihr auch als Greifhaken ein, um in den Gebieten höher gelegene Areale zu erklimmen. Nur so erreicht ihr manchen Ausgang oder gelangt zu (teils gut verborgenen) Schatztruhen und den wichtigen Ressourcen, die ihr für Crafting und Kochen benötigt.
Diese übergroße Schildkröte teilt ordentlich aus. Die fliegenden Fische setzt ihr mit einem Schal-Move als Geschosse gegen euren gepanzerten Widersacher ein.

Die Technik
Die grafische Qualität der 3D-Welt bewerte ich insgesamt als gut und stimmig, wozu auch der Comic-Look einiges beiträgt. Richtig gelungen finde ich die Optik in den einzelnen Gebieten. In ihnen wird mit Licht und Schatten gespielt, und vor allem die Hintergründe sind wunderschön. Eine Grafikperle ist Sakuna – Of Rice and Ruin meiner Meinung aber nicht, dafür bleibt vieles zu grob. Untermalt wird das Spiel von einem abwechslungsreichen und passenden Soundtrack. Ein großer Wermutstropfen ist die fehlende deutsche Übersetzung der Texte, wegen der ich einige Male mein English-Dictionary zücken musste.

Die Steuerung in den Kämpfen ist eingängig umgesetzt. Die Machtattacken aktiviert ihr (auf der PS4) indem ihr die Kreis- und eine Richtungs-Taste drückt, für die Schal-Moves haltet ihr die R1-Schultertaste gedrückt und wählt eine Richtung. Mit ein bisschen Übung gelingen so leichthändig fulminante Angriffs-Kombos. Lediglich bei der Erkundung der Areale hat die zu kleinliche Greifhaken-Funktion des Schals häufig meine Nerven strapaziert.
In manchen Gebieten gilt es kleinere Jump-and-Run-Passagen zu bestehen. In diesem Abschnitt böte es sich an, die sich bewegenden Wasserkugeln als Transportmittel zu nutzen, um nicht in den Stacheln zu landen.

Fazit
Für diesen Check habe ich 15 Stunden mit Sakuna verbracht und nach dem drögen Einstieg zunehmend mehr Spaß mit dem Titel gehabt. Die actionreichen Kämpfe, der Reisanbau und die Story-Einsprengsel sowie das Inventar- und Nahrungsmanagement halten sich gut die Waage und sorgen für abwechslungsreiche Stunden. Zudem kommen stetig neue Elemente hinzu, die das Spiel variantenreicher machen. Das Crafting und die Item-Vielfalt sind (bislang) überschaubar, auch das Erzählen einer Story erfolgt eher nebensächlich. Mich stellt das bislang Gebotene aber sehr zufrieden. Ich fremdele noch mit dem - spielerisch natürlich sinnvollen - Kniff, dass sich die Grundlagen des Reisanbaus erst im weiteren Spielverlauf erschließen: Zu Beginn tapse ich wie ein Lehrling über das Reisfeld und erziele eine mickrige Ernte. Mittlerweile, im sechsten Jahr, bin ich aber geübter und meine Reis-Ausbeute steigt. Ich freue mich auf die nächsten Jahre!
  • Action-RPG für PC, Playstation 4 und Switch
  • Einzelspieler
  • Für Fortgeschrittene
  • Preis: 39,99 Euro für PC (Steam), Playstation 4 und Switch
  • In einem Satz: Abwechslungsreicher Action-Brawler mit Rollenspiel- und Anbauelementen im atmosphärisch stimmigen Japan-Szenario.

Video:

Q-Bert 21 Motivator - - 25232 - 12. November 2020 - 19:00 #

Jede Woche ein SupAcheck! Mal ein dickes Lob für die fleissige Arbeit!

Das Spiel ist nüscht für mich, auch wenn es ganz niedlich aussieht und der Untertitel "of rice and ruin" einen Sonderpreis verdient. Sakuna matata!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 145498 - 12. November 2020 - 19:32 #

Nix für mich auch wenn es ganz interessant klingt. Danke für den Check!

Slaytanic 24 Trolljäger - - 57523 - 13. November 2020 - 11:15 #

Dem schliesse ich mich an, zudem möchte ich mich aber trotzdem für den Check bedanken.

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35535 - 12. November 2020 - 20:17 #

Es ist ein schönes Spiel, in das ich spielend leicht für ein paar Stunden abtauchen kann. Die einzelnen Elemente sind für sich gesehen nicht so der Bringer, aber das Gesamtpaket gefällt mir.

Ein bisschen schwierig ist für mich diese "Art" Geschichten zu erzählen - ich habe kürzlich Wasteland 3 durchgespielt, das ist von Weltdesign und Storytelling der Gegenentwurf zu Sakuna... ;-)

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26258 - 13. November 2020 - 20:40 #

Warum, habt man da Soja an :-)?
Deine Checks eine immer toll zu lesen und bereichern GG ungemein! Vielen Dank für deine tolle Arbeit!
(Das gilt natürlich für alle Checker, aber ich habe das Gefühl, der Output von SupArai stellt grade alles in den Schatten.)

Altior 14 Komm-Experte - - 2115 - 12. November 2020 - 20:18 #

Irgendwie grauenhaft, wem es gefällt...

Cyd 19 Megatalent - - 16725 - 12. November 2020 - 20:31 #

nächste Woche kommt meine PS5 und Demons Souls schon morgen, aber irgendwie bleibt die große Vorfreude weg. Anders bei diesem kleinen Spiel, da freue ich mich schon lange drauf. Hoffe die Switch-Version ist brauchbar... notfalls dann eben auf der PS4 bzw. 5

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35535 - 12. November 2020 - 21:25 #

Ach, ich denke schon. Technisch ist Sakuna wahrscheinlich nicht so fordernd, da sollte die Switch-Hardware ausreichen. Die Ladezeiten auf der PS4 Pro sind auf jeden Fall super angenehm und in den Düsenjäger-Modus ist sie auch nie gegangen.

Alain 19 Megatalent - P - 13844 - 12. November 2020 - 20:34 #

Klingt, als würde ich normalerweise den Spiel ein paar Minuten eine Chance geben, weil es interessant klingt... Der "dröge" Anfang klingt aber auch so, dass es dann gleich "durchfällt".

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35535 - 12. November 2020 - 21:23 #

Ich kann, wie ich schon schrieb, häufig mit der Art wie JRPGs Geschichten erzählen nicht viel anfangen. Mir ist das meistens zu affektiert, kitschig, infantil. Bei Sakuna wurden alle meine Befürchtungen erfüllt und ich habe mich da echt durchlangweilen müssen. Aber, wenn du nun ein Faible für diese Art des Geschichten-erzählens hast, stört dich das vielleicht garnicht.

Dann dauert es auch noch ein bisschen, bis der Titel richtig in Schwung kommt. Hhhmmm, würde das ins blaue hinein auf 2-3 Stunden schätzen, wo ich mich gefragt habe, was das alles soll.

Ich bereue es nicht, die Anfangsphase geduldig auszuspielen und werde Sakuna definitiv noch weiterspielen.

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 207110 - 13. November 2020 - 6:51 #

Klingt für mich nach "Stardew Valley nach meets Final Fantasy" - nur beide Anteile nicht so umfangreich umgesetzt. Auf was für Ideen die Entwickler kommen :D
Vielen Dank für die stetigen und interessant geschriebenen Checks :)

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35535 - 13. November 2020 - 11:51 #

Der Anbaupart beschränkt sich hier ja nur auf den Reis. Ich glaube, dass ich ein leidlich guter Reisbauer bin, weil das System dahinter schon einige Optimierungen ermöglicht, die sich mir nicht so ganz erschließen, in die ich mich aber andererseits auch nicht konsequent einarbeiten möchte.

Zum Beispiel kann ich auf die korrekte Bewässerung während der einzelnen Wachstumsphasen achten. Ich schaue aber nur morgens und abends kurz, was der Reis "sagt". Beim Dünger schmeiße ich alles mögliche rein, auch nicht wirklich planvoll.

Und am Ende behältst du den Reis natürlich, verarbeitest ihn weiter zu anderen Gerichten und haust dir damit den Wanst voll.

Wahrscheinlich ist das ganze Anbau-System garnicht sooo kompliziert, ich verstehe es (auch wegen der fehlenden Übersetzung) aber nur halb. Na ja, ich werde mal in einen Guide schauen, sobald ich einen finde... ;-)

Mitarbeit
Action-RPG
Edelweiss
XSEED Games
10.11.2020 (PC (weltweit), Playstation 4, Switch (Nordamerika)) • 12.11.2020 (Playstation 4, Switch (Japan)) • 20.11.2020 (Playstation 4, Switch)
Link
8.0
PCPS4Switch