Spiele-Check: As Far As the Eye - Das große Seufzen
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
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SupArai 35989 EXP - 22 AAA-Gamer,R9,S7,C7,A10,J10
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23. Oktober 2020 - 9:03 — vor 17 Wochen zuletzt aktualisiert
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In dem Rundenstrategie-Titel As Far As the Eye wird euch eine verantwortungsvolle Aufgabe zuteil: Als Oberhaupt lenkt ihr die Geschicke eines kleinen Stammes, der sich auf der Flucht vor einer Flutwelle Stück um Stück zum Auge, dem rettenden Ort, durchschlägt. Erwartet euch spielerisch überzeugender Überlebenskampf oder eine dröge Mangel-Reise?
Die Reise beginnt: Bis zum Auge sind vier Etappen zu überstehen. Um weiterzuziehen, benötigt mein Stamm 300 Rationen Nahrung, 150 Holz und 120 Steine.

Wenn viele eine Reise tun
Die bevorstehende Reise ist nicht freiwilliger Natur, im Nacken sitzt euch eine imaginäre Flutwelle, deren Erscheinen in jedem Gebiet als Rundenlimit dient. Um der Welle zu entkommen, müsst ihr innerhalb dieser Zeitspanne die Gebiets-Ziele erreicht haben, zum Beispiel indem ihr genug Rohstoffe sammelt. Einige der überschüssigen Rohstoffe nehmt ihr zudem ins nächste Gebiet mit, das erleichtert den Start dort - beutet die Natur aber nicht zu sehr aus, sie wird sich rächen. Sind die Runden verbraucht, aber die Ziele nicht erfüllt, ist der Stamm dem Untergang geweiht und es heißt Game Over.

Civilization-like startet eure Karawane auf einer noch unentdeckten Karte. Betretet ihr die achteckigen Felder, lichtet sich der Nebel und ihr lasst euch an einem schönen Plätzchen nieder. Sodann treten die Mitglieder eures Stammes, die Zöglinge, hervor und ihr teilt ihnen Aufgaben zu. Während einer die Karte erkundet, wird ein anderer zum Baumfäller ernannt und ein weiterer sammelt essbare Kubrikas. Aber auch den Abbau der Ressourcen Stein, Erz, Wolle, Gewürz sowie Fleisch und Fisch müsst ihr einplanen. Diese benötigen allerdings spezielle Gebäude, und für deren Bau müsst ihr genug Material auf Lager haben.

Eure Zöglinge spezialisieren sich auf die zugewiesenen Tätigkeiten, insgesamt können sie drei Berufe innehaben. Für Tätigkeiten erhalten sie Erfahrungspunkte und wenn sie eine Stufe aufsteigen, dürft ihr ihnen einen neuen Skill zuweisen. Beispielsweise ernten sie danach mehr, verspeisen weniger Nahrung oder bauen stabilere Gebäude. Vor allem im späteren Spielverlauf solltet ihr darauf achten, die Zöglinge ihren Stärken entsprechend einzusetzen.
Ein Startgebiet im zweiten Szenario mit dem Südstamm, und noch hat sich meine Karawane nicht niedergelassen. Hier verhindert eine Aura den ungestörten Erz-Abbau.

Schwer lastet es auf euren Schultern
Das Spiel macht euch das Leben nicht leicht und eure Zöglinge sind vielen Gefahren ausgesetzt. Vernachlässigt ihr den Nachschub an Lebensmitteln, verlieren sie Runde um Runde Lebensenergie und verhungert entschweben sie ins Seufzen, das Totenreich. Ein herber Verlust, denn der Tod eines Zöglings ist permanent, und Ersatz liefern euch nur umherziehende Karawanen.

Aber auch die Natur hält zufällige Katastrophen und Plagen bereit, mit denen sie euch regelmäßig peinigt. Ein Erdbeben schädigt eure Gebäude, Moskitos verseuchen Sümpfe, Feuer verbrennen Wälder oder ein Starkregen überflutet Gebiete. Andere Ereignisse lassen eure Zöglinge eine Runde pausieren oder unter Amnesie leiden, was euch Erfahrungspunkte raubt. Das Spiel unterstützt euch jedoch auch mit positiven Überraschungen und hilfreichen Ereignissen. Aber selbst eine sicher geglaubte Etappe kann dank unglücklicher Zufälle schnell scheitern. Da ihr nicht zwischenspeichern könnt, bleibt in dem Fall nur der Neustart.
Shunio ist der beste Züchter meines Stammes und sollte für das Scheren von Wolle oder Ernten von Getreide eingesetzt werden und sich zum Bauern oder Hirten spezialisieren.

Optisch und akkustisch betörend
Ich bin von As Far As the Eye optisch und akustisch begeistert. Die Grafik ist ungemein detailliert, die einzelnen Areale wirken auf mich wie kleine Schmuckstücke. Der Titel ist keine AAA-Grafik-Bombe, aber die Farbgebungen und die Detailverliebtheit zaubern eine atmosphärisch stimmige Spielwelt auf meinen Monitor. Mit einem klitzekleinen Manko: Teilweise wird die Szenerie etwas unübersichtlich.

Zur Atmosphäre tragen auch der gelungene Soundtrack sowie die Soundeffekte bei. Musikalisch erwarten euch ruhige, melodische Stücke, die teilweise, zugegebenermaßen, die Kitsch-Schwelle nur knapp unterschreiten. Die einzelnen Effekte passen sich sehr gut in die Spielwelt ein: Zöglinge bestätigen eure Befehle in einer dahin-gehauchten Fantasie-Sprache, im Hintergrund zwitschern die Vögel, eine Moskito-Plage summt im Sumpf und der Wind wiegt in den Wipfeln.
Alle Ziele des Gebiets sind erreicht, Vorräte für die nächste Etappe gesammelt. Die Leiste unten kündigt zwei Katastrophen an und dass die Welle in wenigen Runden eintrifft.

Ziel erreicht
In As Far As the Eye begebt ihr euch auf eine oft unbarmherzige Reise. Sie endet, weil ihr euch verplant oder weil euch der Zufall übel mitspielt - der Neustart gehört zum Spielkonzept. Die Spielsysteme des Titels sind gut erfassbar sowie logisch, und die Grundlagen werden euch in der kurzen Kampagne näher gebracht. Das Spiel lernt ihr jedoch erst richtig in den Stammes-Szenarien kennen und für das erste Szenario benötigte ich drei Anläufe. Erst mit bedächtigem Vorgehen sowie dem Glück auf meiner Seite erreichte ich das Auge. Die Karten werden übrigens mit jedem Start neu ausgewürfelt, was das Austüfteln neuer Strategien erfordert.

Aufgrund des Permadeath-Ansatzes und des Zufallsprinzips erfordert As Far As the Eye aber Geduld und ihr solltet die Muße aufbringen, diesen Titel seiner selbst willen zu spielen. Denn der Erfolg ist nicht vorprogrammiert. Aber bei allen Versuchen hatte ich meinen Spaß in und mit der Spielwelt, habe gegrübelt und mich möglichst gut mit den Zufallsereignissen arrangiert. Nach all den „Strapazen“ ist es dann umso schöner, wenn ein Plan in As Far As the Eye aufgeht und ich mein Ziel erreiche.
  • Rundenstrategie für PC
  • Einzelspieler
  • Für Fortgeschrittene
  • Preis: 20,99 Euro bei GOG.com (GamersGlobal-Partnerlink) und Steam
  • In einem Satz: Wunderschön knifflige Rundenstrategie, die gute Planung und effizientes Vorgehen belohnt, deren Zufallselemente aber auch Frustmomente liefern.

Video:

LRod 18 Doppel-Voter - - 10541 - 23. Oktober 2020 - 10:21 #

Hui, grafisch spricht mich das schon an. Permadeath bei Strategiespielen ist dagegen etwas abschreckend. Ich behalte es mal im Auge.

Danke für den Check!

Slaytanic 24 Trolljäger - - 58112 - 23. Oktober 2020 - 16:52 #

Ja, Permadeath ist hier auch nichts für mich, leider.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 145788 - 23. Oktober 2020 - 11:07 #

Interessanter Ansatz aber nix für mich. Danke für den Check!

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 23. Oktober 2020 - 15:10 #

Ach, was für ein schönes Spiel. Ach, was für ein gemeines Spiel.

Ich kann in As Far As the Eye auf jeden Fall richtiggehend versinken um mich meiner kleiner Reisegemeinschaft zu widmen.

Ein bisschen unschlüssig bin ich wegen der Schwierigkeit, auch weil ich nicht der gewiefteste (Runden-)Stratege bin. Ich denke Strategie-Profis werden unterfordert, weil der Titel nicht sooo komplexe Mechaniken hat. Eventuell werden schon Fortgeschrittene nicht ganz abgeholt. Anfänger könnten von dem Permadeath-Ansatz abgeschreckt und dass eine Reise schnell vorbei sein kann.

Was mir gut gefällt ist, dass ich tatsächlich glaube, das Spiel und seine Mechaniken zu verstehen und auch vernünftig einsetzen zu können. Gibt ja so manche Strategiespiele, wo ich mich von den ganzen Optionen erschlagen fühle.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich ein eigenes Spiel zu erstellen mit sehr vorteilhaften, spielerfreundlichen Parametern. Aber ein Umfangsmonster ist As Far As the Eye nicht.

Edit:
Gab gestern einen großen Patch, der Link führt zu den Patch-Notes bei Steam:
https://store.steampowered.com/newshub/app/1119700/view/2934618050797334773

Q-Bert 21 Motivator - - 25409 - 23. Oktober 2020 - 14:37 #

Hmm, warum hab ich das bisher noch nicht auf dem Schirm, Chekov? Normalerweise kriege ich doch bei Hexagons sofort Kaufzwänge...

Manöverkritik:
- der Link im Steckbrief zur Herstellerseite is tot
- das T in "the Eye" müsste konsequenterweise auch immer groß geschrieben sein :) Ist aber bis auf eine Ausnahme klein. Dafür ist in der Überschrift das zweite A von "as" klein. Ich bin verwirrt...

Ansonsten mal wieder: Dangö für den Check!

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 23. Oktober 2020 - 15:10 #

Den Link habe ich ersetzt und das "as" auch. Ansonsten handelt es sich um die Schreibweise des Titels aus dem Steckbrief. Was da nun wie richtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen (ich gehe davon aus, der Ersteller hat sich etwas dabei gedacht).

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 208899 - 24. Oktober 2020 - 12:17 #

Och nö, zwar keine "gefühlte" Hektik" aber "... oder weil euch der Zufall übel mitspielt" ;) Immerhin wird die Strategie rundenweise serviert, damit ists immerhin ein Sale-MoJ-Kandidat :) Danke für den Check!

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 24. Oktober 2020 - 13:06 #

Ja, ich habe beim Spielen auch zwischendurch mal an meinen Kommentar und an dich gedacht. Mir schwante schon, dass ich meine "Versprechen" nicht werde halten können... ;-)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 208899 - 24. Oktober 2020 - 14:44 #

So so, jetzt bin ich auch noch am verplanen schuld, weil du dich nicht auf das Spiel konzentrieren konntest ;) Hoffentlich habe ich dich, ob des unhaltbaren Versprechens, nicht auch noch in deinen Träumen verfolgt ;)

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 24. Oktober 2020 - 15:27 #

Neee, neee... Trotz des aktivierten Skills "Konzentrationsfokus" hat As Far As the Eye mich verplanen lassen. Und wie oft ich ein schlammmonster in meinen Träumen traf? Püh... Früher, so mit 10, sah ich mal das Ding aus dem Sumpf, welches mich dann tatsächlich bis in meiner Träume verfolgte.

;-)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 208899 - 24. Oktober 2020 - 17:42 #

Ah, Onkel Hubertus. Keine Sorge, der ist den Weg allen Schlamms gegangen und kann heute niemanden mehr verfolgen :D

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26326 - 24. Oktober 2020 - 18:36 #

Hui, habe ich das richtig verstanden, das ist ein survival_aufbauspiel, nur mit Runden statt Echtzeit, nomadisch und mit Timer im Nacken? Klingt stressig :-)

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 24. Oktober 2020 - 21:28 #

Survival = Check
Runden = Check
Nomadisch = Check
Timer = Check
Stressig = Mmmhhh, irgendwie ja, weil ich mich um das Überleben meines Stammes sorge. Aber nicht im Sinne eines "Handlungsstresses".

TheRaffer 21 Motivator - - 27908 - 25. Oktober 2020 - 11:35 #

Timer und ich werden in Spielen keine Freunde. ;)

paschalis 28 Endgamer - - 137081 - 25. Oktober 2020 - 15:30 #

Survivalelemente in Spielen stressen mich meistens, weil ich mir nicht merken kann wo was ist, was ich wofür brauche und ich bei einem Echtzeitablauf auch nicht in Ruhe nachschauen kann. Da dank der Einteilung in Runden hier letzteres wegfällt und der Rest interessant klingt, setze ich As Far as the Eye mal auf die Wunschliste, wundere mich beim nächsten Sale, warum es dort steht und schlage vielleicht irgendwann zu. Ich brauche für meine Wunschlisten eine Notizfunktion mit der ich festhalten kann, warum ich ein Spiel dort platziert habe ;-)

Ganon 24 Trolljäger - P - 62764 - 27. Oktober 2020 - 8:52 #

Hm, hier wäre ein eingebundenes Video nett gewesen, denn atmosphärisch scheint das sehr gelungen zu sein. Spielerisch ist es aber wohl nicht mein Ding. Dennoch danke für den schönen Check.

SupArai 22 AAA-Gamer - P - 35989 - 27. Oktober 2020 - 12:36 #

Stimmt, der Trailer fehlt, "normalerweise" wird der eingebettet. Den baue ich heute Abend ein.

Ganon 24 Trolljäger - P - 62764 - 2. November 2020 - 15:55 #

Danke. :-) Ist ein wirklich schön gemachter Trailer.