Epic vs Apple & Google: Gericht untersagt Engine-Blockade [U]

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Hagen Gehritz 174866 EXP - Redakteur,R9,S10,A9,J10
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26. August 2020 - 11:21 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Update vom 26.8.2020, 11:15 Uhr

Als Apple im Streit mit Epic Games drohte, der Firma den Zugang zu den Tools im App Store zu sperren, machte sich nicht nur Epic selbst Sorgen. Schließlich hätte die Sperrung zur Folge gehabt, dass die Unreal Engine im App Store und auf macOS nicht mehr aktualisiert werden kann. Dieses Szenario wurde nun durch eine vorläufige Gerichtsentscheidung nach einem Eilantrag von Epic  abgewendet. Grundlage der Entscheidung: Der potentielle Schaden für die Unreal Engine und für die gesamte Gaming-Industrie sei enorm, unabhängige Entwickler und Konsumenten eingeschlossen. Die zuständige Richterin schreibt weiter:

Epic Games und Apple steht es frei, gegeneinander zu klagen, aber ihr Streit sollte keinen Unbeteiligten Schaden zufügen.

Im gleichen Zug wird vorläufig Apple in Bezug auf Entfernung von Fortnite aus dem App Store Recht gegeben. Apple hatte den Battle-Royale-Megahit aus dem eigenen Store geworfen, nachdem Epic per Update in den Android- und iOS-Versionen ein neues Zahlsystem für die Premium-Währung eingeführt hatte, dass die Anteile der Plattformbetreiber an den Verkäufen umgeht. Auch Google entfernte Fortnite aus dem Android-Store, doch Epic nimmt in einer Kampagne explizit Apple ins Visier. So gibt es im Zuge eines "#FreeFortnite"-Turniers unter anderem Kostüme zu gewinnen, die Apple parodieren. 

Im Bezug auf die angedrohte Blockade der Unreal Engine regten sich auch andere Teile der Industrie. So stellte sich General Manager Kevin Gammill von Microsoft in einer Unterstützungserklärung auf die Seite von Epic, in der er ebenfalls die potentiellen Schäden für Spielentwickler und Spieler betonte und von enormen Nachteilen schrieb, die sich für Titel mit Unreal Engine ergeben würden, wie etwa Microsofts Forza Street.

Update vom 19.8.2020, 12:10 Uhr

Der Streit zwischen Publisher, Entwickler und Store-Betreiber Epic mit dem Tech-Giganten Apple hat die nächste Eskalationsstufe erreicht: Apple droht damit, nach dem 28.8.2020 Epic den Zugang zur Entwicklungs-Umgebung des App Stores zu entziehen. Dies hätte nicht nur Folgen für Epics eigene Apps. Mit diesem Schritt würden auch Aktualisierungen der Unreal Engine für mobile Apple-Geräte unmöglich. Die Engine wird von Mobil-Portierungen wie Player Unknown's Battlegrounds und Mortal Kombat genutzt.

Epic hat erneut Klage gegen Apple eingereicht, um das zu verhindern. Darin heißt es: Apple hat nie eine Verletzung der Vertragsrichtlinien durch die Unreal Engine festgestellt – der Betreiber des App Store greife das Geschäft von Epic an Stellen an, die nichts mit dem Streit um das Battle-Royale-Spiel Fortnite zu tun hätten und würde das Geschäft von Epic irreparabel schädigen, noch bevor der Fortnite-Fall gerichtlich verhandelt wird.

Die Auseinandersetzung der beiden Parteien begann, als Epic dem Battle-Royale-Megahit Fortnite auf iOS und Android per Update eine Bezahloption hinzufügte, mit der die Gebühren an Apple und Google umgangen werden. Fortnite wurde daraufhin von den jeweiligen Betreibern erst aus dem App Store und dann auch aus dem Play Store entfernt und Epic verklagte sowohl Apple als auch Google.

Update vom 17.8.2020, 10:10 Uhr

Inzwischen hat auch Google infolge der von Epic integrierten neuen Bezahloption in Fortnite den Titel aus dem Play Store entfernt. Epic reichte darauf gegen Google Klage ein, wie zuvor schon gegen Apple. Aus der Klageschrift geht hervor, dass Epic mit OnePlus und LG verhandelte, um auf deren Smartphone-Modellen Fortnite vorinstallieren zu lassen und Googles Intervention den Deal verhindert habe.  Auf Twitter meldete sich Epics CEO Tim Sweeney zu Wort. Er verteidigt das Vorgehen und wehrte sich gegen den Vorwurf, dass die (oft jugendlichen) Fortnite-Fans für die eigene Sache ins Boot geholt werden sollen, da es nicht um einen besonderen Deal für Epic gehe, sondern um "grundlegende Freiheiten für Konsumenten und Entwickler".

Originale Meldung vom 14.8.2020, 16 Uhr:

Momentan ist Fortnite nicht mehr auf Mobilgeräten von Apple im App Store verfügbar. Der Stein des Anstoßes verbirgt sich in einem Update für den erfolgreichsten Battle-Royale-Shooter, das Epic Games in einem Blog-Eintrag angekündigt hat: Damit wurde am 13.8.2020 der Preis für die Ingame-Währung V-Bucks mit einem permanenten Rabatt um bis zu 20 Prozent gesenkt. Für 1000 V-Bucks etwa von 9,99 Euro auf 7,99 Euro. Das gilt ohne Zusatzbedingungen für alle Konsolen-Fassungen, PC und Mac. Mobil müssen Kunden jedoch eine besondere Bezahloption verwenden und darin liegt eine Kampfansage an Google und Apple.

Für Store-Käufe auf Mobilgeräten mit Android und iOS erheben Google wie Apple als jeweilige Betreiber Gebühren in Höhe von 30 Prozent des Kaufpreises. Um die günstigeren V-Bucks auf Mobilgeräten zu erhalten, müssen Kunden eine neue Zahlart wählen, die Epic selbst eingeführt hat: Epic direct payment. Damit umgeht Epic diese Gebühren, die direkt im Blogpost genannt werden. Weiter heißt es:

Wenn Apple oder Google in Zukunft ihre Gebühren auf Zahlungen senken, wird Epic die Einsparungen an euch weitergeben.

Apple begründet die Entfernung von Fortnite aus dem Store damit, dass Epic mit dem neuen Zahlsystem gegen die Vertragsrichtlinien des Stores verstößt. Epic reagierte darauf mit einer Klage, in der die Store-Regeln des Tech-Giganten aus Cupertino als wettbewerbsschädlich ausgelegt werden und provozierte weiter mit einem Fortnite-Video, das an eine alte Apple-Werbekampagne angelehnt ist (ihr findet das Video unter diesen Zeilen). Gegenüber The Verge gab Apple an, eine Einigung mit Epic zu suchen, schloss aber eine Sonderlösung aus.

Video:

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440500 - 14. August 2020 - 16:07 #

Nach Aktionen wie dieser https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/computerkonzern-verklagt-bonner-cafe-wehe-sie-veraeppeln-apples-apfel-1.1173840: Viel Glück! ;)

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 14. August 2020 - 16:26 #

Da gibt es mehr Beispiele, z.B. Apfel-Radwege, die es wagen, Äpfel als Logo zu verwenden:

https://mobil.rundschau-online.de/region/rhein-sieg/apple-logo-us-konzern-gegen--rheinische-apfelroute----nicht-die-erste-klage-dieser-art-32448308

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440500 - 14. August 2020 - 17:06 #

Natürlich gibt es da noch mehr Beispiele. Das ist, aus meiner ganz persönlichen Sicht heraus, ein Arsch-Konzern. Nicht, dass sich auch weniger arschige US-Konzerne ähnlich idiotisch aufführen würden.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 14. August 2020 - 17:53 #

Ja, was mich bei Apple immer so irritiert ist der Eifer, mit dem deren Produkte und Verhalten von einigen verteidigt werden. Niemand käme auf die Idee, Amazon, Microsoft, Facebook oder sonst einen Konzern so zu verehren.

Aber Apple hat es hinbekommen, obwohl weder deren wartungs- und umweltfeindliche goldene Käfige (SSD fest auf Mainboard integriert, Upgrades für Mondpreise, keine Rechte im eigenen Handy, Einschränkungen bei der Browserwahl, ...), noch deren Geschäftsgebahren im Vergleich zu anderen jetzt so viel besser wären.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 14. August 2020 - 18:52 #

Das sind ja nur die irrationalen Fanboys, der Rest hasst das, auch wenn sie Apple-User sind. Dass sie trotzdem Appleprodukte kaufen hat dann rein pragmatische Gründe.

Und Fanboys gibt es halt für einiges, egal wie bescheuert es ist, siehe z.B. Donald Trump.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440500 - 14. August 2020 - 19:10 #

Der Image-Gedanke ist ja absolut richtig. EA kämpft, trotz des großen Erfolgs, ich find's abseits von Star-Wars-Marken inzwischen erstaunlich, dass die das trotzdem hinkriegen, gegen sein (aus meiner Sicht weiterhin zu unrecht schlechtes) Öffentlichkeitsbild an. Apple ist für mich aber halt primär Image. Ohne Zweifel sind die Produkte gut, das würde ich nie bezweifeln, wenn es so bleibt, wie es ist. Aber die Preise, denn der Gewinn kommt ja nicht den Produzenten in China oder den Rohstoffliferanten aus Afrika zugute, sondern den Leuten im Silicon Valley. Nicht, dass das nicht bei etlichen anderen Firmen ähnlich wäre, genauso oder teils noch schlimmer. Aber das macht Apple für mich nicht weniger zu einem Konzern, den ich nie bereitwillig unterstützen würde.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 14. August 2020 - 19:32 #

Nintendo und CD Project sind auch so Firmen, denen die Gamer mehr als anderen durchgehen lassen.

The Witcher 3 hat bis heute die Screenshots auf Steam, die vor dem Grafikdowngrade gemacht wurden, z.B.:
https://steamcdn-a.akamaihd.net/steam/apps/292030/ss_90a33d7764a2d23306091bfcb52265c3506b4fdb.jpg?t=1590646979

Auch dass Witcher 2 die ganze Zeit damit beworben wurde, dass es keinen Kopierschutz hat und die Retailversion dann einen richtig aggressiven hatte, der so 15-20% der Framerate gekostet hat, scheint ihnen nicht geschadet zu haben.

Beides war mal ein kurzer Aufreger und heute redet niemand mehr davon. Bei anderen Firmen wird so Zeug hingegen ständig wieder ausgegraben.

Und Nintendo hat anscheinend auch Narrenfreiheit wenn man an so Dinge wie gerätegebundene Software denkt. Wenn man seine Switch zerstört und eine neue kauft, kann man trotz Account nicht einfach wieder seine gekauften Titel runterladen, sondern muss den Support kontaktieren. Sowas sollte mal Microsoft auf der Xbox probieren...

Oder man stelle sich mal vor, der Epicstore würde nach einer Weile Inaktivität eine Meldung bringen, dass er sich jetzt erst mal beendet und man ihn danach selbst wieder starten soll. Da wären die Newsticker und Kommentarbereiche aber voll! Auf der Switch ist das aber anscheinend völlig ok für die User.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 11032 - 14. August 2020 - 19:35 #

BandaiNamco wollte den Kopierschutz haben und da CDP da noch weniger Macht hatten mussten sie mitspielen.
Kurz nach Release haben sie ihn dann rausgepatcht ohne mit Namco zu reden.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 14. August 2020 - 19:55 #

In Sachen Kommunikation war das trotzdem ein Megafail. Stell dir mal vor, dass hätte eine eher unbeliebte Spielefirma gemacht. Das würde man denen heute noch vorhalten.

Und CDP ist alles andere als schuldlos bei der Geschichte gewesen. Wenn sie das Thema Kopierschutz nicht vorher mit dem Publisher geklärt haben, können sie doch nicht mehrfach verkünden, dass das Spiel auf jeden Fall ohne Kopierschutz kommt.

Ich hab mir Witcher 2 damals wegen der echt netten Retailversion gekauft und hatte massive Probleme mit dem Kopierschutz. Ich hab mir dann sogar die GOG-exe irgendwo besorgt, damit ich das Spiel problemlos spielen konnte. Der Patch hat ja um die zwei Wochen auf sich warten lassen, da haben einige das Spiel schon lange durch.

Seitdem kaufe ich CDP-Spiele nicht mehr zum Launch.

Davon abgesehen wundert es mich, dass Leute auf ihre billigen PR-Spielchen reinfallen. Die ganzen Gratis-Mini-DLCs für Witcher 3 wären so ein Beispiel. Ziel war einfach nur, ständig mit positiven News in den Gamer-Newstickern aufzutauchen, um kostenlose Werbung zu bekommen.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440500 - 14. August 2020 - 20:07 #

Das meine ich ja durchaus auch mit dem Begriff Image. Die Sache ist halt die, dass man sich ein positives Image auch erst mal erwerben muss. Und bezogen auf CD Projekt haben die Polen das nicht nur clever hingekriegt, im Gegensatz (meine Meinung!) zu Apple haben sie sich diesen Ruf redlich verdient und ihn nicht bloß erzeugt, wie es eben Apple beispielsweise gelungen ist. Das ist meine ehrliche Meinung, auch wenn mir die Überspitzung, also dieser Hype zu Cyberpunk echt auf den Sack geht. Nach dem Hands-on dieses Jahr (konnte ich selbst leider nicht spielen), bitte. Aber nicht in Folge der Präsentationen auf E3 oder gamescom, die nicht viel mehr als ein wahrscheinlich ganz gutes RPG grob im Stil eines Deus Ex andeuteten.

Ich finde übrigens gerade den "Vorwurf" an Nintendo schwierig. Gewiss ist es so, dass es da tendenziell wenig oder weniger Kritik für Schwächen gibt, als man anbringen KÖNNTE. Aber sorry, ich bin echt kein Nintendo-Freak, aber die liefern, auch wenn nicht jedes Spiel perfekt sein mag (und dafür kassieren sie auch durchaus heftige Kritik!), aber die Rotztitel aus Nintendo-eigener Produktion kannst du dir über die letzten 30 Jahre hinweg, wenigstens gefühlt an einer Hand abzählen. Das kann so, selbst, wenn du diese Ansicht nicht teilst, kein einziger anderer Publisher von sich behaupten. Noch mal, ich finde manche Nintendo-Spiele auch überbewertet. Aber auch in diesem Fall, stimmen Image und Qualität aus meiner Sicht weitestgehend überein.

Aber ich bin jetzt auch zu faul, um mehr zu schreiben, wenigstens im Moment ;). Kurzgefasst: Ein gutes Image ist hilfreich und sich das aufzubauen, ist für jede Firma sinnvoll. Aber ich mag vor allem Firmen, und ja, für zählen Nintendo oder CD Projekt klar dazu, die dieses Image nicht künstlich erzeugen, sondern es mit ihren Produkten erzeugen. Und Apple gehört für mich eindeutig nicht dazu. Dann kann der Bildschirm des iPads noch so toll sein, wenn ich das Dreifache wie für ein (wenigstens mehr oder gleichwertiges) Tablet zahlen soll, ist das etwas, das ich persönlich nie finanziell unterstützen würde. Vor allem nicht, wenn die Geräte der obersten Güteklasse inzwischen innerhalb von zwei, drei Jahren veraltet sind, und von Rotzkonzernen via neuer Firmware auch noch in einem Maße verlangsamt werden, um den Kauf des Nachfolgemodells regelrecht zu erzwingen.

Alles gesagt? Ich weiß nicht. Threoretisch wäre es ein abenfüllendes Thema. Aber heute nicht, zumindest von meiner Seite aus.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 15:09 #

Ich mag Nintendo und auch die CDP-Spiele durchaus - nur falls das falsch rüberkam.

Aber Nintendo kommt mit anachronistischen Dingen durch, die man anderen Entwicklern um die Ohren hauen würde. Und während bei Spielen wie CoD immer wieder zu hören ist, dass es immer das gleiche ist, hört man das bei Mario, Mariokart und Zelda selten. Wäre Animal Crossing von EA, wäre sicher mehr über die F2P-mäßigen Grind-Mechaniken geredet worden, auch ganz ohne dass man echtes Geld einzahlen muss.

Gamer fallen einfach leicht auf gute PR rein. Um die eigentlichen Dinge geht es nicht immer. Das finde ich etwas frustrierend.

Übrigens auch in umgekehrter Hinsicht bei schlechter PR. Da gehen dann mal an sich gute Produkte wegen irgendwelcher Aufregerdetails unter. Ein Beispiel wäre für mich der Singeplayer-Mode von Star Wars Battlefront 2, der in der ganzen Lootbox-Debatte dann auch viel schlechter geredet wurde als fair gewesen wäre („man bekämpft als Luke Skywalker Käfer, mimimi“). Ich fand den überraschend gut und die ständig genannte Käferszene war fünf Minuten lang und völlig irrelevant für den Gesamteindruck.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 14. August 2020 - 23:28 #

Das mit Nintendo ist völliger Quatsch. Switch-Spiele sind alle Accountgebunden und können ohne Probleme, sogar auf mehreren Switches, heruntergeladen werden.

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 105042 - 15. August 2020 - 12:45 #

Ich hab mich schon gewundert, das wäre mir völlig neu gewesen. Und wenn es stimmen würde, kundenunfreundlich hoch zehn. Das einzige Problem ist, dass ich sowas Nintendo tatsächlich zutrauen würde.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 14:26 #

Auf DS und 3DS war das ja auch so. Bei der Switch haben sie es mit dem Start von Switch Online etwas verbessert. Aber es ist immer noch kundenfeindlich, siehe meine Kommentar unten.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 14:24 #

Stimmt, hab eben nachgesehen und das hat sich mittlerweile geändert und ist nicht mehr so idiotisch wie zu Beginn. Wobei es weiterhin nicht ideal ist, da man auf Zweitgeräten nur mit Onlineverbindung die Downloads spielen kann. Gerade bei Handhelds ziemlich schlecht.

https://en-americas-support.nintendo.com/app/answers/detail/a_id/22448

Alles in allem weiterhin ein sehr schlechtes System, wenn auch mittlerweile etwas weniger schlecht. Android und iOS sind im Vergleich wesentlich kundenfreundlicher.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 11032 - 15. August 2020 - 20:08 #

Nur sind die keine Konkurrenz.

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 22602 - 15. August 2020 - 11:10 #

Und ebenso irritieren auf der anderen Seite die Apple-Hasser, deren Eifer und Verhalten stets gegen Apple zu ziehen. Hatte nie ein Apple-Produkt, aber dieses drauf rumreiten wie blöd der Konzern und/oder deren Produkte und/oder deren Käufer (oder Fans) sind... nunja... auch etwas irritierend.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 15. August 2020 - 11:17 #

Ich durfte jahrelang beruflich mit Macs arbeiten und habe hautnah die kleinen und großen Probleme miterlebt. Aus meiner Sicht geht bei Apple Image und Realität jedenfalls in der PC-Sparte weiter auseinander als bei den meisten anderen Firmen. Das irritiert.

Die iPhones halte ich wiederum für ziemlich gut, wenn auch leider etwas zu regide eingeschränkt in der Nutzung.

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 22602 - 15. August 2020 - 11:30 #

Dass deren Produkte nicht perfekt sind, klaro. Kaufe deren Produkte ja auch nicht, nicht ohne Grund. Da gefallen mir persönlich andere Produkte anderer Hesteller mehr. Nur verstehe ich diese Extreme eben nicht. Auf der einen Seite die Fan(atiker), die alles verehren, aber es gibt eben auch die Gegenseite, die Apple-Hater (meinte übrigens nicht dich, sondern allgemein gibt es diese ja auch), die stets gegen alles was wie ein Apfel aussieht herziehen müssen.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 15. August 2020 - 15:13 #

Naja, ich lästere da auch schon mal gerne ;-)

Liegt aber einfach daran, dass ich einerseits noch tolle Hardware wie die 2012er Macbook Pro kenne und dann gesehen habe, wie jedes Jahr mehr verlötet und weniger Anschlüsse eingebaut wurden. Und auch, wie ganze iMacs samt der wirklich tollen Displays in den Müll gingen, weil ein Bauteil wie die Grafikkarte defekt war und ein Austausch des ganzen Boards fast dem Neupreis entsprach (nur dann ohne Garantie). Schon aus ökologischen Gründen passt mir deren iMac-Sparte gar nicht bzw bei den MacBooks nicht mehr.

Bei den Smartphones sind sie dagegen mit der Dauer des Update-Supports wiederum ein positives Beispiel - da nervt nur das vernagelte Betriebssystem.

Man kann es also durchaus differenziert sehen, was die so machen.

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - 6998 - 19. August 2020 - 12:52 #

Ich sehe solche Aktionen so: Apple ist augenscheinlich sehr (über-)vorsichtig wenn es um den Schutz der eigenen Marke geht.
In diesem Kontext machen solche Aktionen durchaus Sinn, denn wenn man seine eingetragene Marke nicht aktiv verteidigt - wodurch man zu solchen Klagen gezwungen sein kann - dann gibt man diese effektiv auf und kann den Schutz verlieren.
Wie gesagt, auch ich sehe die Schwelle, die Apples Anwälte da an den Tag legen, als zu niedrig an. Dennoch verstehe ich die Aktionen im Grundsatz aus Markensicht durchaus.
Ist halt schwierig abzustecken, da Name und Logo nah dran sind an unschützbaren Begriffen bzw. Kontexten. Bei Samsung z.B. sieht das aus der Natur der Marke heraus anders aus.

zuendy 16 Übertalent - 4547 - 19. August 2020 - 13:15 #

Da ist ist doch die Geschichte um Mel vs. Miel doch ganz niedlich dagegen.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/miel-gibson-honig-chile-braveheart-1.5002271

Peter Verdi 17 Shapeshifter - - 8356 - 22. August 2020 - 18:57 #

Naja, ganz so einfach war die Sache (die übrigens mittlerweile zu Gunsten von Frau Römer beendet wurde) damals dann auch nicht...

https://www.lhr-law.de/magazin/markenrecht/apple-gegen-apfelkind-grosenwahnsinniger-weltkonzern-gegen-kleine-cafebesitzerin/

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 16:22 #

Was ich als Detail noch ganz lustig fand war die Tatsache, dass das über 30 Seiten starke Klagedokument wohl direkt griffbereit bei Epic lag.
Was ich mich frage: macht es Sinn, so etwas gerade zu Coronazeiten anzugehen? Ist nicht gerade in Kalifornien Corona so richtig unterwegs? Immerhin hat man zumindest in unseren Gefilden das Virus ja eher dazu genutzt, "unliebsame" Strafverfahren wie den Loveparade-Prozess oder den Fußballspendenskandal (in der Schweiz ich glaube) so herauszuzögern dass sie platzen.
Andererseits stehen die Amis den Konzernen ja eh gerade auf den Füßen was ihre Monopoleangeht, ist es also vielleicht sogar mehr ein in die Öffentlichkeit rücken?

Ich bin gespannt was da noch für Analysen hinterher kommen, ist auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema.
Epic kicks ass :D

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 16:34 #

Epic denkt sie wurden Ärsche treten. Steam hat es relativ wenig interessiert und ich bezweifle das es Apple und Google wirklich juckt, solange es kein Urteil dazu geben wird.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 16:46 #

Interessante Interpretation der Ereignisse. Im gleichen Monat in dem Epic mit großem TamTam seinen Store raus bringt, ändert Valve nach weit mehr als einem Jahrzehnt und viel Kritik plötzlich seine Anteile.

https://steamcommunity.com/groups/steamworks/announcements/detail/1697191267930157838

Wenn man dann noch schaut, wie viel auch hinter den Kulissen beim Steam Store passiert ist, und wie sehr man auf einmal die Plattform um weitere Funktionen erweitert hat um sich vom Epic Store abzusetzen, würde ich sogar sagen, denen gehen ihre vier Buchstaben ordentlich auf Grundeis.

Aber ja, offiziell hat Steam natürlich nie bestätigt, das diese Sachen wegen Epic so gemacht werden, hast schon recht ;)

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 17:27 #

Steam hatte doch bereits vor dem Launch von Epic viele Änderungen angestoßen oder in Planung gehabt. Gabe wird Epic halt mal so gar nicht interessieren. Außerdem ist es nicht der erste Launcher der kam und wird auch nicht der letzte sein.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 17:40 #

61 Millionen Epic Store Nutzer. 95 Millionen Steamnutzer. Das ist sicherlich kein Wald-Und-Wiesen-Store, die hängen Steam gewaltig im Nacken.

Das Steam viel vor hat weiss man ja. Ich erinnere mich da an ne HL3-Ankündigung, ist aber schon nen paar Tage her^^. Ausm Quark gekommen ist man aber erst so wirklich, als das mit Epic langsam los ging. Und gerade auch mit den Anteilen - auf einmal zufällig 6 Tage bevor Epic mit dem Store los legt? Ernsthaft?
Klar hat man vorher auch mal was gemacht - aber halt nur das Nötigste, sprich deutlich weniger.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 19:39 #

Ich gehe mal davon aus das die 61 Millionen Epic Store Nutzer auch Steamnutzer sind.^^

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 14. August 2020 - 17:41 #

Die Anpassung bei den Provisionen wurden schon schon weit bevor der Epic Games Store angekündigt wurde geändert. Sogar dein eigens genannter Link besagt, dass es schon seit 1. Oktober 2018 so ist.

Valve hat Steam schon immer regelmäßig mit neuen Funktionen erweitert. Es wird nur seit es den Epic Games Store gibt, vielmehr darüber berichtet …

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 17:44 #

Rechts im Blogpost steht das Datum, er ist vom 1.12., Oktober ist Rückwirkend. 6. Dezember war dann Epic Store Launch, keine Woche danach.
Vorher schaut man als Epic natürlich, wer sich dem Store anschließt, sprich den Launch kannst du nicht bis zum Releasetag unter Verschluss halten. Ich denke den Rest muss ich nicht weiter ausführen..

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 15. August 2020 - 0:18 #

Rückwirkend im Sinne von dieser Ankündigung, ja. Aber hier ist genauso davon ausgehen, dass Valve sich das nicht von gestern auf heute ausgedacht hat. Zudem werden mit Sicherheit alle Partner eine Art von NDA unterschrieben haben.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 0:51 #

Was man glaubt ist natürlich jedem selbst überlassen. Sie haben 15 Jahre genau die gleiche Preispolitik gefahren, genau wie alle anderen Stores. Und genau sechs Tage vor dem Epic-Store Launch wird es umgeworfen, als das erste mal ein Global Player einen Store launched, der Publishern und Entwicklern deutlich bessere Konditionen bietet. Also, das ist schon ein _verdammt_ großer Zufall, meinst du nicht..

Auch wenn die alle eine NDA unterschrieben haben: da hat ein großer Entwickler einen Shop aus dem Boden gestampft. Der geht zu Finanzdienstleistern (bzgl der Bezahlmethoden), der holt sich Expertise was den Shop angeht, der stellt ggf Leute mit genau dem passenden Wissen ein, sichert sich Domainnamen usw. Und was meinst du denn wie gut Valve nach so langer Zeit vernetzt ist.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 15. August 2020 - 0:55 #

Epic einziger Global Player? Habe ich was verpasst? xD

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 0:59 #

Einziger global Player, _>der<_ ...

Alle anderen vorher haben durch die Bank ihre 30% genommen, ich wüsste keinen Store der vorher weniger nahm, das kam alles erst mit Epic.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 15. August 2020 - 1:29 #

Nur weil du es nicht wusstest, heißt es nicht das es die nicht gab. Der Discord Store ist 2 Monate vor dem Epic Store gestartet und hatten nur 10% genommen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 1:38 #

Er ist früher gestartet.
Er hat vor seinem Ende 10% genommen.
ABER: gestartet ist er mit 30%. Die Reduktion kam dann 2019, _nach_ dem Epic Store Launch. ;)

https://www.gamestar.de/artikel/preisschlacht-der-online-stores-discord-store-verlangt-ab-2019-weniger-gebuehren-als-epic,3338376.html

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 14. August 2020 - 19:45 #

Das mit den Features ist eher verzerrte Wahrnehmung. Steam wird konstant mit neuen Features erweitert, die meisten nimmt man nur nicht wahr. V.a. zu Zeiten der Steam Machines und des Steam Controllers kam weit mehr dazu als seit Start des Epicstores.

Kennt jemand alle diese Features hier von Steam?

- integrierter Musikplayer, für den viele Spiele Musik mitbringen
- sehr detaillierte Controlleranpassung, man kann z.B. Maus und Tastatur auf beliebige Controller mappen
- unzählige Community-Controllerprofile für jedes halbwegs verbreitete Spiel
- individuelles Updateverhalten von Spielen
- konfigurierbare Overlays im Spiel, z.B. für ein Onscreen-Keyboard, die man via Controller bedient oder für Visualisierung gewählter Waffen
- dynamische Listen (z.B. "alle Couch-Koop-Spiele")
- komplett mit Controller bedienbare GUI, die sogar so Launcher wie den von Skyrim mit Controller bedienbar macht
- InGame-Browseroverlay für sowas wie Komplettlösungen
- Setting, wo man Sprachen für Rezensionen freigeben kann (ich hab z.B. Deutsch, Englisch und Japanisch - kann kein anderer Launcher)
- virtueller Desktop in SteamVR
- die Linuxversion hat mit Proton einen API-Mapper über den auch viele Windows-Spiele unter Linux laufen

Steam ist ein Featuremonster. Die wurden alle über viele Jahre nach und nach hinzugefügt. Ich erkenne da keine Beschleunigung durch den Epicstore.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 20:21 #

Der Großteil der Features ist Valves völlig selbstüberschätzter Versuch gewesen, über den Namen annähernd unnütze Gamingplattformen unter´s Volk zu bringen (Steam Machines) bzw ihre restliche Hardware primär einzubinden (Steam Controller). Das mag alles Arbeit an der gleichen Basisplattform gewesen sein, das ist richtig. Aber so grundliegende Sortierfunktionen für die Bibliothek, der Versuch die Plattform für den normalen Benutzer besser zu machen, so was kam erst im ersten Epicjahr in Schwung.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 15. August 2020 - 0:15 #

Und eben für genau diese Umgestaltung der Bibliothek gab es schon Jahre zuvor Informationen darüber, dass genau daran gearbeitet wurde …

https://twitter.com/thexpaw/status/1066758751720480769 Ein Tweet vom Ersteller der SteamDB mit einem Screenshot aus einer Valve-Präsentation aus dem Januar 2018.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 0:57 #

Genau was ich sage: _passiert_ ist erst was, nachdem Epic da war. Dass die da seit Jahren schon nen bissi am UI rumgebastelt haben ohne auch nur irgend nen Teil mal zu releasen unterstreicht die Aussage doch wunderbar - danke für den Link! ;)

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 15. August 2020 - 1:11 #

Lustig, wie du dir immer alles schön zurechtlegst … Nicht nur bei diesem Thema ;)

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 1:45 #

Kreativität ist die halbe Miete :)

Nein, mal ernsthaft, das ist ein Thema das man wohl nie auf den Punkt bekommen wird. Ich mag jetzt auch nicht Jahre zurück irgendwelche Changelogs wühlen, dazu ist es mir echt nicht wichtig genug.
Was ich halt weiss ist dass ich mit Steam seit HL2-Release zu tun hatte, und da wirklich ewig nix wirklich passiert ist. Und seit dem Epic-Release scheint auf einmal vieles Schlag auf Schlag zu gehen.
Bei der %-Beteiligung bin ich mir sicher dass die extern motiviert war, hier kann es wirklich Zufall gewesen sein.
Was ich auf jeden Fall weiss, ist, dass ich mir Valves aktuellen Aktivitätslevel viele Jahre gewünscht hab, und jetzt wo ich primär bei Epic kauf, passiert auf einmal was -.-^^.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 14:36 #

Wie gesagt, selektive Wahrnehmung. Es gab ständig Neuerungen, du hast sie nur nicht wahrgenommen.

Ich hab seit Jahren den RSS-Feed von Steam in meinem Newsreader, wo sie über neue Features erzählen und seit Epic ist da keine Steigerung zu sehen. Es ist wie immer. Die Plattform wird konstant erweitert.

Die einzige Änderung, die meiner Meinung nach wirklich durch Epic gekommen sein dürfte, ist die Anteilssenkung bei bestimmten Verkäufen. Ansonsten ist es business as usual, das du nur in den letzten Jahren nicht mitbekommen hast, weil es für dich keinen Grund gab, darauf zu achten. Jetzt hast du einen und missinterpretierst das entsprechend.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 18:44 #

Ich mag das nicht klar kommuniziert haben: du hast es verfolgt, und sagst es passiert jetzt in Gänze nicht mehr als vorher. Okay. Ist Fakt und gekauft.
Aber worauf kommt es denn am Ende an, wenn es um den Wettstreit mit Epic geht? Doch nicht, wie viel Märchenwaldhardware eingebunden ist. Es geht primär darum, dass Entwickler bestmöglich arbeiten können, und User das bestmögliche Frontend erhalten. Und _da_ scheint mir bei Valve aktuell deutlich der Fokus drauf gelegt zu sein. Da mag man vorher durchaus auch schon dran rum gebastelt haben, ja. Aber der Fokus auf diese Dinge ist momentan doch nicht von der Hand zu weisen.

Vielleicht mal, bevor wir uns hier im Kreis drehen, mal die Gegenfrage:
glaubst du, Valve schaut sich aktuell nicht noch genauer als sonst an, wie der Epic Store aussieht, und wie man sich davon absetzen kann? Meinst du echt, die sehen nicht die Millionen von Fortnite-Spielern, die zwar nen Epic- aber keinen Steam-Account haben? Dass da eine neue Generation heranwächst, die Steam nicht mehr als allmächtige Plattform sieht? Dass mit jedem Gratisspiel mehr Leute auch Epic-Kunden werden, und man in 1,5 Jahren 2/3 der User hat die Steam in 15 zusammengesammelt hat? Glaubst du echt, die sitzen in der Entwicklungsabteilung, und haben gerade _nicht_ das Ziel, sich hier bestmöglich gegen Epic aufzustellen? Meinst du echt, dass da ein Store mit Milliarden an Dollars im Rücken los legt, und bei Valve kratzt das keinen?
Es ist durchaus möglich dass sie ihre Roadmap schon lange so liegen hatten, komm, von mir aus. Aber mir kann doch keiner erzählen, dass man sich nicht auch bei Valve die Mitbewerber genau anschaut, und entsprechend die Hebel stellt, wenn ein Konkurrent in so kurzer Zeit so los legt.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 23:33 #

Steam ist in jeder Hinsicht der um Welten bessere Launcher als der von Epic. Die müssen nicht nervös neue Features launchen, die können sich zwei Jahre kompletten Stillstand erlauben und haben dann immer noch den weit besseren Launcher.

Auch GOG Galaxy, UPlay und Origin sind viel bessere Launcher. So ein Ding entwickelt sich halt nicht über Nacht und der zeitliche Abstand ist in der Hinsicht das größte Problem für Epic. Aktuell haben die ja nicht mal einen Warenkorb im Store.

Ob Epic ein Problem für Steam wird, muss man erst mal abwarten. Das werden sie erst, wenn Leute freiwillig lieber dort als bei Steam kaufen und Entwickler freiwillig zu Epic gehen. Solange Epic sich Entwickler durch teuer bezahlte Exklusivdeals und User durch geschenkte Spiele holt, ist das kein Geschäftsmodell. Und zuerst brauchen sie die User, die Entwickler kommen erst mit einer breiten Userbasis (bzw. sie stellen es halt zusätzlich zu Steam bei Epic ein). Und in der Hinsicht sehe ich aktuell noch kein Konzept. Warum sollte ich bei Epic einkaufen, wenn es bei Steam das gleiche kostet und Steam mir eine bessere Plattform bietet?

Natürlich ist Epic nicht blöd und weiß das auch und ich lasse mich gern überraschen, wie sie das erreichen wollen. Aber im Moment sehe ich noch nichts in der Hinsicht.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 16. August 2020 - 1:30 #

Aber es geht beim Launcher doch nicht darum dass er einfach nur "ein bisschen" besser als der der Konkurrenz ist. Es geht doch darum, dass man so gut ist, dass die Konkurrenz einem am Besten gar nicht gefährlich werden kann. Dass die Leute sogar mehr für das gleiche Produkt zahlen, weil das Ökosystem es wert ist. Zumindest wäre das der Optimalfall, da finde ich es naheliegend dass man auch genau da hin arbeitet. Denn der Preiskonter von Epic ist ja da.

Ansonsten sehe ich das größte Problem einer Plattform erstmal in seiner Akzeptanz und der Gewohnheit sie zu nutzen. Einiges jetzt ist dabei sicherlich Beobachtung.
Wir haben Steam verflucht, und Origin, und UPlay, und den Blizz Launcher und - na gut, den GoG-Launcher vielleicht mal nicht^^. Hat man sich jedoch einmal dran gewöhnt, und hat ihn eh auf der Platte, ist es auch nicht so weit bis zum Kauf. Anfangs wollte man noch alle Spiele bei Steam haben, aber ich denke den Gedanken haben die meisten mittlerweile eh verworfen. Hier hat sich UPlay imo viel stärker gegenüber Origin positioniert, weil man die 20%-Discounts über die GummiUplayPunkte anbot. Da machte es Sinn direkt im Shop zu holen, während Ubi über die Steam Releases weiterhin sichtbar veröffentlicht hat. EA hat sich da ja komplett abgekapselt, hat man von denen nix gespielt, hat man oft gar nicht mitbekommen dass da überhaupt was neues kam (ging mir bspw bei Crysis 3 damals so).
Ein anderes Beispiel für einen Launcher der rennt ist für mich Blizz, deren Spiele so durch die Presse gehen, dass man den Launch kaum verpassen kann. Dazu CoD (mehr hat Activision ja anscheinend gar nicht mehr^^) die halt auch eine starke Marke sind. Im Gegensatz zu EA halt keine eher "unbedeutenden" Titel, die durch die Abkapselung untergehen.
Hier hat sich Epic imo über die Gratisspiele plus die Exklusives schlau in beiden Welten positioniert. Der User schaut halt vielleicht sogar schon automatisch Donnerstags mal in den Store, wie man es bei Steam für die Sales kennen mag. Den Epiclauncher offen zu haben ist nicht verkehrt, so verpasst man da nichts. Ist er doch mal zu, gibts irgendwo ne News. Wenn Epic das später bspw in gute Sales überlaufen lässt, kann ich mir schon vorstellen dass sich das Kundenverhalten da festigt.
Andererseits hat man starke Exklusives, die den Store immer wieder auch für Nicht-User in die Schlagzeilen rückt, da man sich da starke Marken sichert. Aber das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, und selbst für Epic mit seiner Fortnite-Gelddruckmaschine sicherlich finanziell nicht wenig belastend. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es sich lohnt sich so ich sage mal im Leben der User zu positionieren.

Was ich deutlich schlechter einschätzen kann, ist, wie sehr Menschen auf diese Steam-"Features" angewiesen sind. Klar, auch ich nutze Chat und Workshop, und schaue auch schon mal kurz über die Nutzerreviews oder im Forum was nach. Das ist für mich aber nix weltbewegendes. Hier würde ich tippen dass das vor allem am fortgeschrittenen Alter liegt. Dann lese ich dass vor allem jüngere Fortnite spielen, die sich mit Epic schon lange abgefunden haben - wie groß die Gruppe dazwischen ist, denen die Features der Plattform wichtig ist - hab ich echt keine Vorstellung von.

Wie es sich mittelfristig entwickeln wird, da stimme ich zu, wird daher aus meiner Sicht auch vor allem über den Preis entscheiden. Bisher habe ich bei Epic zumindest zu den Sales oft bessere Konditionen gehabt als bei Steam (Satisfactory ist 10% günstiger gewesen, ebenso Metro, und auch Anno 1800 bzw die DLCs). Dazu noch den 10€-Rabatt, der hat das Ganze dann natürlich nochmal richtig attraktiv gemacht, damit war dann wirklich _alles_ aus dem Programm billiger als bei Steam. Aber auch ohne den Extra-Rabatt bin ich da oft günstiger dabei. Wenn sie die Richtung da beibehalten, muss man die Steam-Features schon sehr schätzen, um seinen Einkauf dann trotz des höheren Preises da zu tätigen.

Aber klar, das ganze ist ein aktiver Prozess. Sobald Epic die 10€-Gutscheine weg lässt, oder Steam mal richtig über den Preis kontert, werden die Karten wieder neu gemischt werden. So aggressiv wie Tim Sweeny jedoch vorgeht, und mit den Milliarden plus Tencent im Rücken, halt ich es für eine sichere Wette, dass Epic sich auf Dauer stark positionieren wird. Einen langen Atem dürften sie definitv haben, selbst wenn Fortnite morgen keiner mehr spielen sollte.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 440500 - 14. August 2020 - 16:46 #

Warum sollte man auf eine solche Situation nicht vorbereitet sein? Und was hat das mit Corona zu tun?

Ich bin kein Fan von Epic Games, aber es gibt halt auch Unternehmen, die mir noch ein bisschen weniger liegen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 16:56 #

Ich fand es ja auch naheliegend dass man da schnell Klage einreicht. Dass so was aber als so schnelle Folge passiert, ist ja jetzt nicht alltäglich. Ohne die Info und als jemand der Fortnite so gar nicht mitbekommen, hätte ich eher gedacht, das war jetzt ein Prozess der sich über Wochen so angebahnt hat, und keine Abfolge die komplett in ein paar Tagen ablief.

Und Corona ist halt der Grund warum Gerichte langsamer arbeiten. Fortnite ist nun aus den Stores raus und Epic hat ja auch nicht auf Schadenersatz geklagt, sprich je länger es dauert, umso teurer wird es einzig für Epic, da man die Zielgruppe ja nicht mehr richtig erreicht. Der Zeitpunkt ist ja maßgeblich durch Epic bestimmt worden. Da hätte ich jetzt gedacht, dass man da bestrebt ist, das Ganze so schnell wie möglich geklärt zu haben..

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 266629 - 14. August 2020 - 17:14 #

Epic hatte genug Zeit, sich vorzubereiten. Da sitzen auch Leute, die wissen was sie tun und kennen sich mit der Materie aus. Wenn man so ein Zalungssystem einführt, dann ist die Reaktion von Apple vorhersehbar. Also war alles in den Schubladen vorbereitet. Wäre das Wunder geschehen, dass Apple nichts tut, dann wäre auch nichts passiert. Aber da muss man kein Jurist sein um zu checken, dass Apple aufgrund seiner Strategien so reagieren würde. Mich würde ja eher interessieren, was Google dazu sagt.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 17:30 #

Also mir geht es wirklich null darum, dass es irgendwie auch nur ansatzweise eigenartig wäre, dass man seitens Epic da so schnell klagt. Wie schnell es ging kann man aus der News heraus lesen, wenn man das Datum vergleich und sich das bewusst macht - ich fand es nochmal extra erwähnenswert. Das war alles.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 14. August 2020 - 17:53 #

Ich bin jetzt im US - Recht nicht firm, aber ist es da nicht möglich den Schadensersatzklage erst im Nachgang anzustrengen, wenn geklärt ist, daß Apples Verhalten als rechtswidrig anerkannt wurden?

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 18:02 #

Ich fand sowohl deutsche als auch englische Quellen die es explizit erwähnt haben, daher hab ich es so angenommen. Aus der ein oder anderen Anwaltsserie hat man dann auch mal aufgeschnappt, dass es wichtig ist dass die entsprechenden Sachen in der Klageschrift stehen, also man nur auf Schadensersatz Ansprüche anmelden kann, wenn er auch eingeklagt sind.
Ist natürlich jetzt alles gefährliches Halbwissen, auch gut möglich dass man bspw hinterher da nochmal nen Prozess drum führen kann.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 15. August 2020 - 0:20 #

Dann ziehe ich Option 2 aus dem Hut:
Epic baut dann eventuell sein Narrativ als Befreier der Spielindustrie und der gute Laden weiter aus. Ob man es nun glaubt, sei jedem selbst überlassen.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40309 - 14. August 2020 - 17:58 #

Ich glaube, gerade jetzt wo die Spielerzahlen so hoch sind, hoffen die auf großen Druck der Spieler auf Google und Apple...

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 18. August 2020 - 16:32 #

"Was ich als Detail noch ganz lustig fand war die Tatsache, dass das über 30 Seiten starke Klagedokument wohl direkt griffbereit bei Epic lag."

Fight no battle unprepared.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 14. August 2020 - 16:25 #

Ich sehe schon die Sitzstreiks der US - Jugendlichen vor den Applestores, weil sie nun mobil kein Fortnite mehr spielen können.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 16:35 #

Können sie doch. Wer Fortnite bereits hat, kann es auch weiterhin spielen. Wer heute noch kein Fortnite hat, wird sich dafür wenig interessieren. Oder glaubst du, die fangen jetzt alle an Fortnite zu spielen? :D

Chancetime 10 Kommunikator - 429 - 14. August 2020 - 16:42 #

Anscheinend kann man es aber nicht auf neuen iPhones installieren. Wenn sich die ganzen jungen Spieler jetzt keine neuen iPhones mehr kaufen, weil sie kein Fortnite mehr spielen können, wird Apple das sicher merken.
Neben der wechat Problematik in China könnte das ein zweites Problem für Apple werden.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 16:45 #

Die wollen alle jetzt ein neues iPhone kaufen? :o)

Despair 17 Shapeshifter - 7557 - 14. August 2020 - 17:00 #

Nee, jetzt nicht mehr.^^

Chancetime 10 Kommunikator - 429 - 18. August 2020 - 9:27 #

Im September oder Oktober kommen die nächsten iPhones auf den Markt. Ist schon gutes timing von Epic :)

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 17:04 #

So wie ich die Jugend kenne gern alle zwei Jahre. Dauert das Ganze einen Monat an, hast schon mal 1/24tel der User auf den Barrikaden.

Und es spricht sich natürlich auch rum. Wenn ich da an Huawei denke, da haben die Absatzzahlen in Euro ja schon gelitten, nur weil da "irgendwo" was los ist. Dass die Leute davon gar nicht direkt betroffen waren (da es nur um zukünftige Geräte ging) war egal.
https://winfuture.de/news,110151.html
Ist jetzt natürlich was anderes ob Play Store komplett oder eine App, da die App nur eine begrenzte Zielgruppe hat - aber die ist halt trotzdem schon verdammt groß^^.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 14. August 2020 - 17:59 #

Das Konkurrenzprodukt ist Google Play Store. Die haben ähnlich reagiert. An dieser Stelle wird sich das nicht auswirken.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 18:03 #

Wobei es m.W.n. so ist, dass ich bei Apple nicht einfach über externe Quellen Apps installieren kann, was bei Android (von einer Sciherheitsmeldung begleitet) jedoch zumindest relativ einfach möglich ist, oder?

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 14. August 2020 - 18:12 #

Ja. Sofern Du es nicht in Betracht ziehst das Apple - Gerät zu jailbreaken und neben dem außer Kraft setzen mehrere Sicherheitssysteme auch jedweilige Garantieansprüche zu verlieren.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 16:59 #

Wie ist das denn mit den Updates, kann die Software auf dem Apple-Phone sich selbst so updaten, dass keine "Admin-Rechte" benötigt werden? Über den Store werden sie immerhin keine Updates mehr verteilen können nehme ich an. Selbst auf Android dürfte ja mindestens die Warnung über Drittanbieer-Installationen kommen.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 14. August 2020 - 19:20 #

Nein, Apps dürfen sich nicht selbst updaten.

Epic hat den Rausschmiss bewusst provoziert (siehe auch schon vorbereitetes 1984-Video), jetzt können sie dagegen klagen, bringen zusätzliche die Fortnite-Kinder gegen Apple und Google auf und in ein paar Tagen wird wieder die Version ohne eigenes Bezahlssystem eingereicht und dann entsprechend zugelassen werden.

Das ist einfach nur ein PR-Stunt, für den sie ein paar Tage Fornite-Umsätze opfern. Wenn sie erfolgreich sind, bekommen sie das ja um ein Vielfaches wieder zurück.

Epic verdient den Großteil seines Geldes mit Fortnite, die werden das nicht monatelang bis zu einem Urteil aus den Stores nehmen.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 36257 - 14. August 2020 - 18:24 #

Auf Android-Phones kann man es auch nicht mehr installieren. Außer man umgeht den Google Play Store, dann ploppen aber ständig nervige Sicherheitsmeldungen auf.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 18:32 #

Ständig? Ich hab wenn ich vom Amazon-Store installiere einmal die Meldung und dann ist Ruhe, ausser wenn ich bestimmte Updates ausführe. Verhält sich andere 3rd Party da noch mal anders?

Green Yoshi 22 Motivator - P - 36257 - 14. August 2020 - 18:57 #

Das sagt zumindest Epic:

"Google puts software downloadable outside of Google Play at a disadvantage, through technical and business measures such as scary, repetitive security pop-ups for downloaded and updated software, restrictive manufacturer and carrier agreements and dealings, Google public relations characterizing third party software sources as malware, and new efforts such as Google Play Protect to outright block software obtained outside the Google Play store.

Because of this, we’ve launched Fortnite for Android on the Google Play Store. We’ll continue to operate the Epic Games App and Fortnite outside of Google Play, too.

We hope that Google will revise its policies and business dealings in the near future, so that all developers are free to reach and engage in commerce with customers on Android and in the Play Store through open services, including payment services, that can compete on a level playing field."

https://gamedaily.biz/article/1710/fortnite-finally-comes-to-google-play-as-epic-says-google-puts-outside-apps-at-a-disadvantage

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 14. August 2020 - 19:22 #

Ich hatte das "ständig" jetzt nicht einordnen können. Ansonsten, genau, man bekommt bei Installationen (wozu auch das Installieren eines (major) Updates gehört) die Meldung die Software könne gefährlich sein ,ähnlich der Meldung in Windows wenn der Installer keine gültige Signatur aufweist. Nur dass die "Signatur" im Google-Fall die 30% Abgabe kostet^^.

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - 6998 - 19. August 2020 - 12:54 #

Aber wo sitzen dann die Android-User, die das selbe Schicksal trifft?

Maestro84 19 Megatalent - - 18465 - 14. August 2020 - 17:09 #

Da kommt wohl bald anstelle von Fridays for Future Fridays for Fortnite. Naja, Teenies habens halt schwer.

Jonas S. 21 AAA-Gamer - P - 25071 - 14. August 2020 - 17:25 #

Das erstere macht halt Sinn, das zweite ist Unsinn.

MachineryJoe 18 Doppel-Voter - 9259 - 26. August 2020 - 15:26 #

Die Heuchelei wegen Sinn und Unsinn hat eine Kabarettistin mal wie folgt zusammen gefasst: "Wir haben keine zweite Erde, aber wir haben die Dritte Welt."

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40309 - 14. August 2020 - 17:59 #

Klingt vielleicht komisch, aber ich drücke Epic die Daumen.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 14. August 2020 - 18:13 #

Na da bin ich mal gespannt, wie das ausgehen wird.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 36257 - 14. August 2020 - 19:00 #

Endlich wieder Kinderkreuzzüge. ;-)

Scheint mir in erster Linie ein PR-Stunt zu sein, da sie dieses 1984-Video sicher schon vorproduziert haben. Die Reaktion von Apple und Google dürfte sie nicht überrascht haben.

Guter Kommentar von Kotaku:

"I would, however, like to give a shout out to the people responsible for looking back at the last ten years of video game community relations and deciding that “weaponising a fanbase of angry gamers” was a really healthy and fun thing to do here."

Natürlich darf man die Abgaben von 30 % als zu hoch empfinden, aber diese Instrumentalisierung von Kindern durch solche Plakate im Spiel ist schon fragwürdig:
https://pbs.twimg.com/media/EfU3gBaVoAEZitz?format=jpg&name=4096x4096

Grumpy 17 Shapeshifter - 8023 - 14. August 2020 - 19:46 #

das ist kein plakat, das war das apple 1984 spoof video von epic, das ingame kurz gezeigt wurde

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 56358 - 14. August 2020 - 18:29 #

Wooot, eine Geldpipeline an Apple vorbei?! Wäre Epic kein US-Unternehmen, dann hätte Mr. Pompeo schon ein Schreiben rausgeschickt mit Sanktionenandrohungen.

Olphas 26 Spiele-Kenner - - 66901 - 14. August 2020 - 18:34 #

Ach, über die China-Connection via Tencent lässt sich da bestimmt was drehen!

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 14. August 2020 - 19:05 #

Vielleicht hält er es auch nicht für sinnvoll dem größtem Gläubiger noch ans Bein zu pissen?

Golmo (unregistriert) 14. August 2020 - 19:51 #

Ist mir ehrlich gesagt vollkommen Wurst. Mega Konzern VS Mega Konzern. Da kämpft ein Anwalt Team gegen das andere, was sollen die auch sonst den ganzen Tag machen? Geht mir am A vorbei. Ich mag deren Produkte trotzdem. Von Epic die Engine, von Apple die iPhones. Möchte beides nicht missen.

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 105042 - 15. August 2020 - 10:12 #

Verstehe nicht wie man Iphones mögen kann. Aber hey, jedem das seine.

zz-80 14 Komm-Experte - 2267 - 17. August 2020 - 16:15 #

Sie funktionieren einfach und lange. Nachdem ich meine Frau, Eltern und Schwiegereltern auf iPhones umgestellt hatte, hatte auch ich endlich meine Ruhe. :)

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 105042 - 17. August 2020 - 21:54 #

"Sie funktionieren einfach und lange"
Kann ich so 1:1 auf Android und meine Verwandtschaft übertragen.

zz-80 14 Komm-Experte - 2267 - 18. August 2020 - 7:45 #

Dann sind wir ja alle zufrieden! :)

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 18. August 2020 - 17:37 #

Deine Verwandtschaft funktioniert einfach? Beneidenswert, meine hat ein paar problematische Komponenten. :-)

zz-80 14 Komm-Experte - 2267 - 19. August 2020 - 19:54 #

Bis auf die "Frau hasst Schwiegermutter"-Komponente passt eigentlich alles. :)

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 10:10 #

Mein iPhone 8 ist das erste Smartphone, mit dem ich länger als zwei Jahre zufrieden bin. Insofern würde ich schon sagen, dass das sehr gute Geräte sind.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 20. August 2020 - 10:17 #

Mein S6 von Samsung ist auch nach fünf Jahren immer noch top, abgesehen von einem etwas schwächelndem Akku. Aber das tut hier glaube ich nichts zur Sache :-)

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 10:18 #

Nö, da hat jeder halt so seine Vorlieben und Erfahrungen :)

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 15. August 2020 - 11:08 #

Wenn Epic gewinnt, profitiert du als iPhone-Besitzer davon.

ronnymiller 12 Trollwächter - 1113 - 14. August 2020 - 20:00 #

Man kann es ja mal versuchen. Apple hat ja wegen seiner Politik mit so einigen großen Playern ziemlichen beef. Microsoft wegen xcloud. Disney vertreibt keine HDR Videos bei Apple. Jetzt kommt Epic - auf den beef war man da bestens vorbereitet. Man wusste ja, was kommt. Ist doch spannend.
Ich mag die Apple Architektur und würde mir wünschen, man wäre weniger restriktiv - dann wäre die Netflix-App für das Apple TV möglicherweise auf aktuellem Stand (und keine reine Abspielstation ohne aktuelle Funktionen), ich könnte Xbox Games streamen und eine in itunes eine Disney-Filmsammlung anlegen. Und ihr könntet Fortnite spielen (wir mir dagegen wurscht ist)

Funatic 20 Gold-Gamer - - 24650 - 15. August 2020 - 1:30 #

Und am Ende kommt ein Vergleich der Beiden dabei raus; wetten?

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 15. August 2020 - 7:28 #

Ausnahmsweise ist dies eher unwahrscheinlich. Apple interessiert sich generell nicht für Vergleiche, außer sie sehen sich ganz klar verlieren. Unter dieser Bedingung hat Epic nur den größeren Werbeeffekt.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 14:55 #

Wenn es wahrscheinlich ist, dass Apple verliert, wird sich Epic auch auf keinen Vergleich einlassen. Warum Apple einen kleineren Anteil abgeben, wenn man auch gar nichts abgeben kann?

Aber gut, dass das geklärt wird. Hoffentlich gewinnt Epic. Apple hat mal ein paar Dämpfer nötig, damit sie wieder normal werden. War zehn Jahre lang zufriedener Kunde bei Apple, aber bin vor dreieinhalb Jahren, als absehbar war, wie bescheuert sie werden, weg von Apple. Hätte gern wieder das Apple von früher, was durch gute Produkte Geld verdient hat und nicht durch Wucherpreise für verlötete Komponenten und Rollen für 800€.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 15. August 2020 - 15:04 #

Ja, die MacBook Pro von 2012 waren qualitativ der Höhepunkt im Laptop-Segment. Solide und zudem können RAM und SSD selbst leicht nachgerüstet werden.

Danach ging es leider mit jeder Revision bergab :-(

Naja, unser 2012 fällt diesen Herbst aus dem Update-Plan von MacOS, dann kommt da Linux drauf. Das geht mit den älteren Geräten zum Glück völlig unproblematisch.

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - 6998 - 19. August 2020 - 12:56 #

Du meinst das Apple von früher, bei dem der Mac I eine wunderschön anzusehende, aber faktisch nicht veränderbare Platine hatte?

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 19. August 2020 - 13:32 #

Nein, das Apple von etwa 2006-2012. Das waren die besten Computer, die ich je hatte. Mein MacBook Pro von 2012 hatte noch eine Option für ein mattes Display mit höherer Auflösung, man konnte via Adapter eine SSD und eine HDD gleichzeitig einbauen, OSX war noch nicht auf dem gleichen Nervlevel wie Windows, die GPU war spielefähig, die Laufzeit war bei acht Stunden, die Tastatur war hervorragend und hatte noch echte F-Tasten statt einer blödsinnige Displayleiste, man brauchte keine Adapter, weil alle nötigen Anschlüsse integriert waren und der Preis war angemessen. Das beste Notebook, was ich je hatte.

2017, als die 2012er-Hardware für mich zu langsam wurde, bin ich zurück zum PC.

iPhone und iPad nutze ich aber noch. Mein iPhone werde ich wohl durch ein Android-Gerät ersetzen. Nur beim iPad gibt es leider keine gleichwertige Alternative. Androidtablets und Surfaces sind nicht mal ansatzweise auf einem Level mit meinem zwei Jahre alten iPad Pro. Ganz besonders nicht bei der Software und beim Stift.

Damals war Apple für mich eine gute Firma, heute ist es für mich unsympathischer durchgeknallter Wucherladen.

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - 6998 - 19. August 2020 - 15:11 #

Teilweise verzerrt sich Deine Wahrnehmung aber:
Mein MacBook Pro von 2012 hatte noch eine Option für ein mattes Display mit höherer Auflösung -> ok matt gibt es nicht, aber die damalige "hohe" Auflösung war Full HD oder WQHD mehr nicht. Matte Displays sind, wenn man sich die Notebooklandschaft mit hochwertigen Displays ansieht (ergo hohe Farbgenauigkeit) nicht vorhanden.
man konnte via Adapter eine SSD und eine HDD gleichzeitig einbauen -> es war aber auch "nötig" eine SSD einzubauen, heute will HDD kaum noch jemand fest verbaut haben
OSX war noch nicht auf dem gleichen Nervlevel wie Windows -> Ansichts- bzw. Einsatzsache, mein OSX schnurrt auf zwei Geräten problemlos. Die Funktionsvielfalt hat nach MountainLion extrem zugenommen, dennoch kann ich (in meinem Fall) besser produktiv arbeiten
die GPU war spielefähig -> Ist sie noch immer (streng genommen wieder, denn da gab es tatsächlich ein Loch)
die Laufzeit war bei acht Stunden -> heute 9 - 11 Stunden, je nachdem ob man 13 oder 16" nimmt bei den Pros.
die Tastatur war hervorragend -> Da gab es ebenfalls ein Loch, das anscheinend aber nun behoben ist. Dazu habe ich aber keine Praxiserfahrung
hatte noch echte F-Tasten statt einer blödsinnige Displayleiste -> auch hier Geschmackssache. Ich finde eine Leiste, die seine Funktionalität kontextsensitiv ändert vom Prinzip her mächtiger. In der Praxis kann ich aber auch das nicht beurteilen.
man brauchte keine Adapter, weil alle nötigen Anschlüsse integriert waren -> das ist schlicht falsch. Es hatte nicht ALLE Anschlüsse und das geht auch gar nicht. Die geläufigsten waren ein Adapter von Mini-Displayport auf VGA, einer auf DVI und einer auf HDMI. USB-C ist genau das, was damals alle haben wollten. Ein Anschluss für alles. Jetzt reicht im Prinzip ein einziger Adapter und man hat tatsächlich alles abgedeckt. Dass USB-C an sich noch nicht das gelbe vom Ei ist steht auf einem anderen Blatt.
und der Preis war angemessen. -> wieder subjektiv. Das 15" Pro kostete 2012 ab 2299€. Angebote gab es manchmal zu 100€. Erst mit dem Retina fiel der Preis unter 2000€, wobei das Retina bei rund 2600€ einstieg. Da hat sich bis heute relativ wenig getan.

Es ist nicht alles besser geworden. Es ist aber bei Weitem auch nicht alles schlechter geworden.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 19. August 2020 - 22:30 #

1680x1050 war 2012 noch ziemlich viel für 15". Das ist in etwa wie 4K bei 15" 2020.

Und matte Displays sind doch heute quasi wieder Standard bei allem Höherwertigem ohne Touchscreen. Ich hab seit 2012 drei Notebooks gekauft und alle haben matte Displays wie mein MBP damals. Das letzte hab ich 2019 gekauft. Die Grafiker, die ich kenne, meiden alle Spiegeldisplays. Die haben durchaus noch Macs, aber verwenden dann externe Monitor von Eizo & Co.

Was die HDD angeht - die war für viel Speicher. Ich hatte damals schon 256GB + 2TB im MBP. Die MBPs hingen ewig bei max. 2TB für irre Preise fest, erst neuerdings gibt es Optionen bis 8TB für noch irrsinnigere Preise. Für Videos brauche ich keine superschnelle PCIe-SSD. Mein aktuelles Alienware hat mehrere M2-Slots und mein System ist auf einer superschnellen PCIe-SSD und die Daten auf einer billigen, aber großen SATA-SSD.

Bei OSX empfand ich alles nach 10.6 als Downgrade, aber das ist weitestgehend Geschmackssache. Das kundenfeindliche Verhalten wie das Streichen der 32-Bit-Kompatibilität würde ich auch nicht mehr hinnehmen wollen.

Von den aktuellen MBP-GPUs ist keine spieletechnisch auf dem Level auf dem die GPU von meinem 2012er im Jahr 2012 war. Ich konnte mit dem Ding aktuelle Spiele bei maximalen Details damals spielen (unter Windows). Heute geht das durch den Verschlankungswahn nicht mehr wirklich, weil man die nicht mehr gut genug gekühlt bekommt.
Aber spielt eh keine Rolle mehr, da Apple den Spielebereich durch Metal-Alleingang und Wechsel zu ARM (kein Bootcamp mehr) jetzt eh weiter abwürgen wird.

Es hatte alle für mich relevanten Anschlüsse. Sowas wie VGA natürlich nicht, aber das erwartet auch niemand mehr. V.a. hatte es USB Typ A, das bei aktuellen Geräten wegzulassen ist weltfremder Unsinn. Für mein MBP hab ich nie einen Adapter verwendet, während die heutigen Mac-User immer so eine kleine Box herumschleppen. Das ist nicht toll, das ist total bescheuert.

Der Preis war insofern angemessen, dass vergleichbare PC-Hardware (also Alugehäuse, echte GPU, gutes Display etc.) auf dem gleichen Level oder darüber war. Heute bekommt man vergleichbare PC-Hardware deutlich günstiger. Von Upgradepreisen für RAM und SSD fange ich besser erst gar nicht an, das ist einfach nur noch völlig krank.

Achja, verlötet war das Zeug damals auch nicht. Ein absolutes Unding bei aktuellen MacBooks.

Wobei ich das aktuelle 16"-MBP wieder durchaus interessant finde - als erstes MBP seit 2012. Aber auch das hat für mich schwere Mängel wie keine Mattoption, verlötete SSD, fehlende F-Tasten (ich brauch da Haptik) und viel zu hohen Preis für das Gebotene. Die Tastatur mag ich auch nicht. Zwar viel besser als der Butterfly-Irrweg, aber der Hub ist mir zu klein. Und verbuggt war das Ding zum Start auch massiv, ein Freelancer in unserem Team hatte es von Tag 1 an. Bis Februar war es dann halbwegs gepatcht. Ironischerweise gab es gerade mit USB-C-Adaptern viele Probleme. Z.B. ist bei unserem Freelancer das Gerät komplett gecrasht, wenn via USB-C zwei Monitore dranhingen und das Gerät in den Standby ging. Nach zwei Monaten hat ein macOS-Update das behoben.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 15. August 2020 - 4:15 #

Macht Game Freak nicht quasi dasselbe? Pokémon Home kostet im App- bzw. Play Store auch mehr als direkt auf der Switch. Das scheint Apple das nicht zu stören oder ist rein der Hinweis auf die günstige Alternative das Problem?

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 10:43 #

Der primäre Knackpunkt bei dem Fortnite-Update war die Tatsache, dass man mit der aus dem Store installierten Version Ingame-Items zum Kauf beworben/angeboten hat, der Kauf aber vorbei an den Ökosystemen von Google bzw Apple lief, die bei den Transaktionen so nicht ihre 30% kassieren konnten. Hast du eine App über den Play Store bzw Apple-Pendanten installiert, wollen sie auch an jeglichen Ingamekäufen beteiligt werden, die du darin anbietest.
Bei den Abodienstleistern hat es ein ähnliches Problem gegeben: hast du Netflix oder Soptify bspw bei Apple runter geladen und dann da dein Abo abgeschlossen, hat Apple jeden Monat kassiert. Spotify und Netflix sind dann hin gegangen und haben eine Version released, die kein Abo mehr anbot. Da liegt der Unterschied zu Fortnite: die Apps der beiden bietet keine Weiterleitung zu einer externen Kaufoption an, bewirbt sie nicht, erwähnt sie nicht mit einer Silbe. Du kannst dich einfach nur stillschweigend einloggen, und hast dann deine Premium-Features.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 15. August 2020 - 15:24 #

Wie gesagt, bei Pokémon Home kannst du im App Store das gleiche Abo abschließen wie auf der Switch, nur teurer. Allerdings wird da nicht die günstigere Variante beworben. Vielleicht war das ja auch nur das Ziel von Epic, dass sollte mittlerweile ja jeder mitbekommen haben ;)

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 15. August 2020 - 17:31 #

Nicht nur mitbekommen, jetzt melden sich ja die Firmen hinter Spotify und Tinder, Facebook schreibt es in bestimmten Situationen irgendwo dazu.. da hat Epic jetzt was getriggert, mal schauen ob es morgen vorbei ist oder sich daraus noch mehr ergibt..

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 16. August 2020 - 0:20 #

Nur nicht mitbekommen halte ich für unmöglich. Pokémon Home wurde, inkl. der Preise, auf einer Direkt groß angekündigt. Wenn Apple da nicht merkt, dass die Preise bei ihnen höher sind, ist es entweder Desinteresse oder Dämlichkeit.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 16. August 2020 - 1:34 #

War blöd von mir geschrieben: ja, Apple dürfte es völlig egal sein, was ausserhalb ihres Ökosystems passiert. Wichtig ist nur, dass man als App-User nicht über die App von den Angeboten und Konditionen draussen erfährt.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 16. August 2020 - 3:24 #

Dann sollte Epic die App jetzt einfach wieder einstellen, das mit dem Discount die jetzt ja wohl jeder mitbekommen haben ;)

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 22602 - 15. August 2020 - 11:11 #

Verstehe ich das richtig? Epic verstößt gegen die AGBs, denen sie zugestimmt hatten, ein Spiel fliegt deswegen raus und nun wollen sie Apple und Google verklagen?

Nette Robin Hood PR ("wir würden euch das Geld geben", alles 4theplayers).

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 15. August 2020 - 14:44 #

Ihr Ziel ist es halt, dass es gerichtlich geprüft wird. Dafür mussten sie einen Grund schaffen.

Das kann auch durchaus erfolgreich sein. Microsoft hat früher in ihrer EULA untersagt, dass OEM-Versionen von Windows nicht verkauft werden dürfen, ein deutsches Unternehmen hat dagegen verstoßen, es kam vor Gericht und Microsoft hat verloren. Heute kann man diese Lizenzen in Deutschland problemlos verkaufen. Dumm gelaufen für Microsoft.

AGBs und EULAs sind erst mal nur Wunschzettel von Unternehmen und können rechtlich durchaus ungültig sein.

Teilweise meiden Unternehmen deswegen auch Urteile. Apple verklagt z.B. Hackintosh-Anbieter i.d.R. wegen Markenrechtsverletzung und nicht wegen Verletzung der AGB nach denen macOS nur auf Apple-Hardware laufen darf. Die wollen offensichtlich nicht, dass das rechtlich auf den Prüfstand kommt.

Zille 21 AAA-Gamer - - 26488 - 17. August 2020 - 13:53 #

Wenn du keine Wahl hast, weil du einem Oligopol ausgeliefert bist, musst du zustimmen. Oder dein Geschäft schließen. Letztlich sind diese 30% ja eine Zahl, die man aus Wettbewerbsgründen durchaus hinterfragen sollte (zumal sich Apple und Google da ja auch wunderbar einig sind). Steve Jobs selber hat das damals auf 30% gesetzt, damit der Store "einigermaßen kostendeckend" arbeiten können sollte. (https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/digital/fuenf-jahre-app-store-apples-milliarden-maschine-12277343.html)

Natürlich ist der Fall jetzt konstruiert und ein tolles Marketing. Aber du als Nutzer wirst sicher nicht leiden, wenn Epic Erfolg haben sollte.

AGBs enthalten oftmals ungültige Klauseln. Dass man ihnen zustimmt bedeutet nicht, dass sie richtig sind. Oft genug wird so etwas aber erst durch Klagen rechtlich bindend festgestellt und angepasst. Nichts anderes tut Epic hier. Und wenn sie gewinnen, werden sie eine Menge Geld sparen ;-) Trotzdem finde ich es gut, dass sie das tun. Es gibt nicht viele Firmen, die sich so etwas leisten können oder wollen. Für viele kleinere Firmen mag das durchaus positive Auswirkungen haben.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8581 - 17. August 2020 - 16:15 #

Ach was, ob das offen oder closed or 10 or 30 Prozent ist ist doch vollkommen egal. Das ist doch nicht der Plan von Tencent. Die kriegen Wechat und WechatPay nicht in den Google und Apple Store, deswegen machens das jetzt ueber diesen Umweg wo sie die zwei Konzerne ueber die amerikanische Justiz aushebeln versuchen. Genialer Schachzug eigentlich.

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - 8092 - 15. August 2020 - 16:08 #

Ja dann kloppt euch doch. Die Anwälte wird es freuen.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40309 - 17. August 2020 - 8:38 #

Die verdienen auf jeden Fall :)

Pat Stone 18 Doppel-Voter - - 12853 - 17. August 2020 - 10:17 #

Müßte im Update statt der Verhandlungen mit " One Plus " nicht eigentlich HTC stehen?

Hagen Gehritz Redakteur - P - 174866 - 17. August 2020 - 10:40 #

Soweit ich das nachvollziehen kann, sind das zwei unterschiedliche Firmen.

Pat Stone 18 Doppel-Voter - - 12853 - 17. August 2020 - 10:43 #

Oh, okay. Ich dachte immer, das One sei ein Modellname für HTC Smartphones.

Hagen Gehritz Redakteur - P - 174866 - 17. August 2020 - 10:49 #

Hatte aber auch schuldhaft erst OnePlus nicht zusammengeschrieben. ;-]

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 266629 - 17. August 2020 - 11:21 #

Ja, das hab ich auch mal gedacht. Ist aber nicht so. ;)

colonelgeil 17 Shapeshifter - P - 6610 - 17. August 2020 - 15:44 #

Hoffentlich ist das das Ende von fortnite

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 22602 - 17. August 2020 - 16:04 #

ich kann mit dem Spiel nichts anfangen, aber wieso hoffst du das?

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8581 - 17. August 2020 - 16:17 #

Das ist ein Gluecksspielautomat (genauso wie Coinmaster und Konsorten). Und vor solchen Mechanismen (egal ob mit VBucks oder richtigem Geld) haette ich meine Kinder bitte gerne geschuetzt. Peer-pressure under Kindern und Jugendlichen ist ein hartes Ding, da kann man als Elternteil noch so aufpassen.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 17. August 2020 - 16:00 #

Bin ich eigentlich der einzige der findet das diese ganze Thematik eins zu eins übertragbar ist auf die Konsolen? Wenn da höchstrichterlich entschieden würde, dass ein Anbieter nicht berechtigt ist seine Plattform zu kontrollieren sondern sie für alle öffnen muss, muss dann nicht auch steam oder der Eppic Games Store auf den Konsolen zugelassen werden? Wie kann es denen denn erlaubt sein ihre Plattformen komplett zu verschließen, aber Apple oder Google sollen das nicht dürfen.

bei den Konsolen geht es sogar ja noch ein Stück weiter, weil dort ja sogar Gebühren für physische Spiele fällig werden.

Zu Zeiten als es noch Module gab, ergibt das ja noch irgendwie Sinn.
aber spätestens seit man Spiele im PSN oder im Microsoft Store online kaufen kann Sehe ich wirklich keinen unterschied mehr zu den Smartphones.

wenn jetzt irgendwer auf die Idee kommt das zu brechen lohnt sich ja die Herstellung von Konsolen nicht mehr und der gesamte Industriezweig bricht zusammen und es gibt nur noch PCs. Ganz schön schwer wiegende mögliche Konsequenzen dafür dass Epic unbedingt an den 30 % vorbei möchte.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 17. August 2020 - 17:58 #

Jein. Ein Anbieter darf schon seine Plattform kontrollieren. Dies bedeutet allerdings nicht, daß er auch ohne weitere Begründung am Erfolg Anderer unendlich partizipieren darf und alternative Zahlungsmethoden unterbinden darf.
Bei den Konsolenherstellern kommt zum Beispiel noch eine Qualitätskontrolle. Ich weiß allerdings nicht wie es auf der Konsole mit dem Verkauf im Spiel aussieht.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 17. August 2020 - 18:57 #

na ja, auch apple führt ja qualitätssicherung durch.
und epic geht es ja ganz explizit auch darum dass man software aus alternativen quellen installieren darf. da könnte ich mir schon vorstellen, dass für den fall des sieges über apple schon die klage gegen sony ms und nintendo in der schublade liegt. man stelle sich das umsatzpotential eines epic stores auf den konsolen vor. $$$$$

misc 18 Doppel-Voter - 11081 - 19. August 2020 - 13:10 #

Im Prinzip hat Du Recht. Der Unterschied ist sehr klein: Konsolen sind ein Nischenprodukt ("Spielzeug") während die Smartphones eine Mainstream-Computing Plattform sind, die sowohl privat wie geschäftlich genutzt werden.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 19. August 2020 - 14:01 #

Es geht Epic darum, daß der Plattformbetreiber nicht auch 30% an dem Ingameverkäufen mitverdient. Apple Qualitätssicherung ist auch sicherlich um Welten besser als die von Alphabet, aber erratischer und weniger zuverlässig als bei den Konsolenherstellern.
Abgesehen davon sind Konsolen auch ein deutlich kleinerer Markt als Mobil.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 19. August 2020 - 14:31 #

Schon, aber wieso sollte die Marktgröße bei einem grundsätzlichen Urteil eine Rolle spielen?
Immerhin geht es Epic in der Klage auch um die Zulassung von alternativen Stores!

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 19. August 2020 - 17:02 #

Nicht per se für das Urteil, aber für die Risiko / Gewinn - Bewertung des Klägers.

Epic klagt zwar auch auf die Zulassung alternativer Stores, aber da sehe ich bei Apple keinen Grund zu. Da spielen dann Gründe wie das generelle Sicherheitskonzept und die Qualitätssicherung mit rein. Bei Alphabets Android sieht es hingegen anders aus, da es dort bereits mehrer Shops existieren und es keine QS gibt.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8581 - 17. August 2020 - 16:09 #

"grundlegende Freiheiten für Konsumenten und Entwickler". Joah Timmy, dann mach mal Epic kompatibel fuer Linux wenn dass das wichtigste ist. (Aber das ist ja nicht das Ziel von Tencent... also is eh wurscht.)

gar_DE 19 Megatalent - P - 15990 - 18. August 2020 - 7:42 #

Wie weit es mit "Freiheiten für den Konsumenten" her ist, zeigt die Politik mit Exklusiv-Titeln bei Epic bzw. das einige Spiele nicht in den Epic-Store kommen, solange sie nicht exklusiv sind.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 18. August 2020 - 11:16 #

Naja, da gibt's aber auch andere, die ihre Exklusiv-Schiene fahren, angefangen bei Sony und MS. Und Steamworks scheint auch in Vergessenheit geraten zu sein.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 17. August 2020 - 20:43 #

Das Ganze hebt die Doppelmoral seitens Epic wieder mal deutlichst hervor. Denn Microsoft und Sony könnte er hier genauso drannehmen, aber da traut es sich Sweeney wohl schlichtweg nicht. Schließlich liefert Fornite bei beiden den Großteil dessen Einnahmen …

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 17. August 2020 - 21:47 #

Sony ist ja vor kurzem Shareholder bei Epic geworden. Wenn auch nur mit geringer Beteiligung. Kann gut sein, dass sich Sony mit dem Aktiendeal gegen einen solchen Schritt abgesichert hat. Grade solche Beteiligungen sind oft strategisch um andere Deals zu stützen.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 19. August 2020 - 15:32 #

Vielleicht sind ihm da die Folgen im Kerngeschäft doch zu groß. Und wenn wegen ihm Sony, Nintendo & Co Probleme kriegen kann er sich sein Robin-Hood Image auch an den Hut stecken und hat dann vermutlich am Ende mehr User gegen als für sich.
Alles schön und gut wenn Epic auf den Konsolen dann auch Spiele verschenken könnte, aber wenn dafür die Konsolen 800€ Kosten bleibt am Ende wieder nur der Weg zum Spielmodul ohne Online Store oder das Ende der Konsolen als Massenprodukt.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 19. August 2020 - 15:47 #

Der Online Store scheint bei Sony und MS wohl die einzig wahre Zukunft zu sein. Die nächsten Generationen sollen ja primär ohne physisches Laufwerk auf den Markt kommen, da es das Ziel ist, über die eigenen Stores nur noch Digital den Vertrieb zu machen. Da ist dann auch nichts mehr mit gebraucht kaufen und/oder neues Spiel schnell wieder verkaufen.

Hendrik 28 Party-Gamer - P - 105042 - 19. August 2020 - 15:50 #

Der Markt gibt ihnen aber denke mal entsprechende Signale. Ich kenne viele die ausschließlich nur noch digital kaufen. Vor allem die junge Generation kauft kaum noch physisch.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 20. August 2020 - 7:03 #

Die Zahlen scheinen für sich zu sprechen und dass digital die Zukunft ist, dürfte wohl fast unbestritten sein.

Aladan 25 Platin-Gamer - P - 57121 - 19. August 2020 - 16:31 #

Nur mal so nebenbei: Sony hat immerhin für 250 Mio Anteile an Epic erworben.

Das ganze hier hat null mit EndUsern zu tun. Ein Milliarden Unternehmen will einfach mehr Geld verdienen.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 20. August 2020 - 2:11 #

"Schließlich liefert Fornite bei beiden den Großteil dessen Einnahmen …"
Gibt's dazu Quellen? Fortnite ist auch auf Mobile riesig, daher würd ich mich da gar nicht aus dem Fenster lehnen wollen in eine der beiden Richtungen, gerade wo der Mobile-Markt an sich deutlich größer ist als der Konsolenmarkt.

Grundsätzlich ist es unternehmerisch sehr sinnvoll, nicht gleich ins volle Risiko zu gehen, sondern das Risiko zu verteilen. Epic hat in der Hinsicht nun schon den PC-Markt am Wickel, und kämpft ja auch schon eine ganze Weile gegen Google und hat sehr lange zu vermeiden gesucht, überhaupt über den Play Store verfügbar zu sein, und hat sich da jetzt Google und Apple vorgeknöpft. Dann auch noch im gleichen Atemzug Sony und Microsoft vor den Kopf zu stoßen wäre ein gigantisches unternehmerisches Risiko, das man unnötigerweise eingehen würde.

Daher weiß ich nicht, auf welcher Basis du hier Doppelmoral siehst.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 20. August 2020 - 10:19 #

Letztes Jahr gab es mal so eine Studie zu Fortnite. Die habe ich jetzt auf die Schnelle nicht zur Hand, jedoch kam bei dieser, unter allen zu der Zeit aktiven Fortnite-Spielern, eine Verteilung von 70% (Konsolen), 20% (PC) und 10% (Mobile) heraus. (habe die Zahlen gerundet, weil ich die auch nicht mehr genau weiß)

Unternehmerisches Risiko hin oder her, es ist und bleibt eine Doppelmoral. Auf den Konsolen ist Epic genauso gezwungen den vorinstallierten Appstore zu nutzen und darf auch dort die Mechanismen nicht einfach umgehen – und aufgrund der aktiven Nutzerzahlen ist für sie der damit verbundene „Verlust“ dort wahrscheinlich noch weitaus größer als bei Apple oder Google.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 20. August 2020 - 19:05 #

Pragmatisch mit Risiko umzugehen ist doch keine Doppelmoral.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 21. August 2020 - 1:50 #

Prinzipiell will ich dem nicht widersprechen. Es spricht nichts dagegen, die Klage parallel gegen Microsoft, Sony und Nintendo zu richten oder an diese Klage anzuhängen. Sie müssen nicht ja nicht bei jedem Vertragsbruch begehen und ihren Zugang riskieren, wie sie es bei Google und Apple geplant und durchgeführt haben. Da besteht dann auch kein großes Risiko von der Plattform zu fliegen, vor allem nicht für Epic, weil sie sich dann anders als Apple das eigene Kerngeschäft kaputtmachen würden.

Von daher ist es in diesem Fall für mich durchaus eine Doppelmoral vorhanden.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 21. August 2020 - 2:21 #

Das wird man wohl ohne Detail-Recherchen zu den einzelnen Plattformen wohl kaum so einfach tun können. Bei Google richten sie sich beispielsweise gegen eine Vereinbarung mit LG, die LG untersagt, Epics Software auf den Geräten zu installieren. Solche Probleme muss man erst einmal identifizieren und rechtlich prüfen, das lässt sich nicht einfach auf andere Plattformen übertragen. Vielleicht gibt es gegen Sony und MS auch einfach nicht genug Material, sodass sie sich davon keinen Erfolg versprechen. Und natürlich kosten weitere Klagen dann auch hohe Prozesskosten und beschäftigen die Rechtsabteilung langfristig. Und da man sich ja nie sicher sein kann, dass man gewinnen wird – schon gar nicht bei so einem aufsehenerregenden Thema – ist es nur klug, erst einmal abzuwarten, was beim ersten Prozess herauskommt.

Ragle Wong 09 Triple-Talent - 282 - 18. August 2020 - 0:17 #

Ich fasse zusammen:Wer hat den Längeren?

gar_DE 19 Megatalent - P - 15990 - 18. August 2020 - 7:45 #

Interessant dürfte sein, das Epic mal erwähnt hat gerne einen App-Store machen zu wollen. Das geht natürlich nicht bei Apple.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 19. August 2020 - 14:35 #

Das ist sogar teil der Klage soweit ich das verstanden habe. Next Stop: Playstation, Xbox und Switch. Ich kann mir das so gut vorstellen, dass die da auch drauf wollen! Nur das die Konsolen dann halt mal deutlich mehr kosten müssten, damit sich der Verkauf der Geräte wieder lohnt und nicht durch Margen im PSN&Co subventioniert wird. Nur dass eine teuer Konsole dann auch wieder so richtig keiner haben will.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 19. August 2020 - 23:03 #

Bei den meisten Konsolen ist es aber doch schon möglich extrem spiele zu kaufen. Zumindest kann man bei Nintendo offiziell über Key Händel kaufen. Genauso wie bei Epic selber ja auch, wo man über Key Händel Spiele für den Epic Launcher kaufen kann.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 22. August 2020 - 8:13 #

Die Key-Händler hatte ich gar nicht auf dem Schirm, danke für den Hinweis, das ändert natürlich einiges.

Da geht ja tatsächlich über "Umwege" auch extern was, das bei Apple nicht funktioniert und dass sich im (ich weiß, sehr theoretisch und konstruiert) Klagefall tatsächlich anbringen ließe als offener Markt.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 18. August 2020 - 8:58 #

Apple hat auch alle Entwickler Accounts von Epic für iOS und Mac gesperrt. Damit wäre der Unreal Engine Support für Apple wohl bald Geschichte...

https://mobile.twitter.com/Slasher/status/1295431772889649153

Despair 17 Shapeshifter - 7557 - 18. August 2020 - 11:48 #

Da sieht man mal wieder: Auch Apple geht es nur um die werte Kundschaft. Nicht!^^

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - 6998 - 19. August 2020 - 12:59 #

Das eine hat mit dem anderen in diesem Fall nichts zu tun.

Despair 17 Shapeshifter - 7557 - 20. August 2020 - 14:31 #

Wäre ich Apple-Nutzer und "Fortnite"/"irgendein Spiel mit Unreal-Engine"-Spieler, dann würde ich das anders sehen.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 20. August 2020 - 2:13 #

Naja, auf gewisse Weise schon, nur eben anders :D Apple ist da eher so wie der eifersüchtige Ehemann, der die Frau nicht mehr allein vor die Tür lässt, weil sie ja anderen Männern begegnen könnte.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 20. August 2020 - 10:21 #

Um Spiele hat sich Apple noch nie geschert. Uralte OpenGL-Versionen, Alleingang mit Metal, kein Support für Vulkan, Abwürgen alter Software (im Gegensatz zu Anwendungen bekommen Spiele keine Updates auf x86 oder AMD64 oder demnächst ARM), miese Performance bei Spielen und, und, und.

Wer auf Macs jenseits von Casual Games spielt, ist wohl ein Masochist.

Als ich noch einen Mac hatte, hatte ich eine parallele Windowsinstallation für Spiele. Interessant war, dass Spiele, die unter Windows in hohen Details liefen, unter OSX dann nur in mittleren auf die gleiche Framerate kamen. Auf demselben Gerät.

Fun Fact: Apple hat in den 90ern sogar eine Videospielkonsole, die Pippin. Aber auch da völlig versagt.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 20. August 2020 - 13:18 #

Das wichtigste läuft doch: Es gibt Xcom 2 für Mac.

Pro4you 19 Megatalent - 16342 - 19. August 2020 - 12:34 #

So ein Kindergarten

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 19. August 2020 - 12:42 #

Letztes Update ist ein ziemlicher dick move von Apple.

Ganon 27 Spiele-Experte - - 83917 - 19. August 2020 - 13:17 #

Wie ein beleidgtes Kind im Sandkasten, dem man die Förmchen geklaut hat, das aus Rache jetzt alle Sandburgen zertrampelt.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 19. August 2020 - 18:30 #

Das beleidigte Kind ist hier doch wohl am ehesten Epic. Sie haben sich nicht an die Regeln gehalten denen sie selbst vorher zugestimmt haben. Dann hat Apple ihnen die Leviten gelesen und anstatt sich zu entschuldigen oder ihren Fehler wiedergutzumachen, hat Epic Apple wegen dessen Hausrecht verklagt.
Zudem ist Apple jetzt noch echt gnädig indem sie ihnen eine Frist gegeben und die Accounts nicht sofort gesperrt haben …

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 19. August 2020 - 13:20 #

Es ist nicht das erste Mal, daß Apple so agiert. Wer da in den Boxring steigt, muss klar sein, daß Apple nur den KO - Sieg will und weder an Hufeisen noch an Tiefschlägen spart.

Olphas 26 Spiele-Kenner - - 66901 - 19. August 2020 - 13:43 #

Hat sich schon jemand die Filmrechte gesichert? Das wird ein Blockbuster!

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 266629 - 19. August 2020 - 13:50 #

Das kann nun echt spannend werden. Apple hat ja aufgrund des Marktdrucks einen ziemlich guten Stand gegenüber Tencent, dem Anteilseigner von Epic in China. Schliesslich haben sie sich nach der WeChat Auseinandersetzung wieder geeinigt indem Tencent auf Apple zuging. Tencent hat Apple sogar Anteile an WeChat angeboten. Die Konfrontation mit Epic kann durchaus noch eskalieren, bin gespannt ob Gerichte da einstweilige Verfügungen anordnen um das schnelle Faktenschaffen von Apple zu unterbinden noch bevor es zu Verhandlungen kommt.

Olipool 19 Megatalent - P - 13529 - 19. August 2020 - 15:34 #

Sehr übel für alle Entwickler, die grad ihr Spiel mit der UE entwickeln...

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 19. August 2020 - 17:23 #

Es ist wie die in jedem Konflikt. Die Unschuldigen trifft es am härtesten.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 19. August 2020 - 18:55 #

"Sie trifft es" ist verdammt milde ausgedrückt. Die werden hier gerade als Druckmittel verheizt. Das zeigt auf jeden Fall, wie sehr Apple hier daran gelegen ist, das "Problem Epic" schnell aus der Welt zu schaffen, und das ihnen jedes Mittel recht ist.

Apple hat den Jobs ja damals nicht umsonst bekniet das er wieder zurückkommt. Jetzt ist er ganz weg, und sie fahren den Laden wieder lustig vor die Wand.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 20. August 2020 - 2:16 #

Mh, ich weiß nicht, ob die "an die Wand"-Aussage hier passt. Zur Wahrung von Apples Geldkuh ist es doch nur sinnvoll, sich nach Leibeskräften gegen solche Ansinnen zu wehren. Aus Apples Sicht würde ich die Reaktion daher als richtig einschätzen – aus Sicht von Konsumenten, Entwicklern oder auch nur einem freien Markt ist sie natürlich zu verurteilen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 7:28 #

Die Konzerne haben gerade eine Befragung in den USA über beide Parteien hinweg hinter sich. In Europa läuft ein Verfahren dass Spotify initiiert hat. Da würde ich sagen, man hat schon überall ein Auge auf die Geschäftsgebahren.
Dann hinzugehen, und anzudrohen, das komplette Geschäftsfeld einer Firma zu zerlegen, inklusive allem was da dran hängt, zeigt nicht nur, dass es faktisch keinen Weg an ihnen vorbei gibt, sondern auch, dass sie absolut kein Problem damit haben, ihre dominierende Position zu nutzen. Im Endeffekt sperrt man da willkürlich Anbieter die Kunden bei Epic sind, um den Status Quo wieder herzustellen.
Ich bin bei Rechtsfragen sicherlich Laie, aber wenn gerade _das_ nicht noch mal irgendwo auf dem Tisch landen wird, und Apple massiv in Bedrängnis bringt, wäre ich mehr als überrascht. Immerhin sind wir ja gerade einen Schritt weiter: erst hat Epic im Spiel die Kaufoption geboten, Apple hat sie rausgeworfen - klarer Zusammenhang. Jetzt sagt Apple, man hat eine überarbeitete Version von Fortnite einzureichen (das ist in der News so nicht zu lesen, aber in der Quelle klar ersichtlich), in der der Shop raus ist, sonst sperrt man die UE. Apple will hier festsetzen, dass ein Entwickler seine Version wieder bei Epic anbietet, und das so wie sie es festgelegt haben. Man lässt Epic hier gar nicht die Wahl weiter mit Apple zusammenzuarbeiten, Apple hat entschieden, Epic hat zu liefern. Für mich ist das die Bilderbuchsituation von Marktmacht ausnutzen, und das mit mafiaähnlichen Methoden..

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 20. August 2020 - 12:54 #

Bei der Befragung ging es, wenn ich mich recht erinnere, offiziell um zwei Themen: Werbenetzwerke und der damit verbundenen "Meinungmache" sowie die Marktmacht und ob es noch einen funktionierenden Wettbewerb gibt. Befragt wurden Amazone, Apple, Facebook und Google. Vielleicht werde ich ja alt, aber da fehlt mir eigentlich noch MS in der Liste.
Spotify möchte letztlich nichts anderes als Epic, ohne dabei aber die Brücken abzureißen, wie Epic es tat. In einem Verfahren zu stehen heißt allerdings nicht, auch schuldig beziehungsweise im Unrecht zu sein.

Die Frage im zweiten Teil ist, ob Apple eine dominanten Marktposition im Mobilbereich hat. Wir reden sicherlich über ein Oligopol und Apple stellt irgendwas um die 90% aller Smartphones in den USA. Weltweit sollte Googles Android aber irgendwo bei 75% liegen und Apple bei 25% liegen. Dies wird sich noch zu Apples Gunsten verschieben, wenn die geschätzte Kaufkraft der Besitzer mit eingerechnet wird, aber wie weit kann ich nicht sagen.
Apple bedroht hier sicherlich einen ordentlichen Teil von Epics Geschäftsmodell, aber wahrscheinlich einen kleineren Teil, als Epic sich selbst mit Fortnite weggenommen hat.

Klar sind es harte Bandgagen, moralisch zumindest fragwürdig und ich bezweifle, daß es hilft Epics Werbebild zu erfüllen, aber es ist halt auch eine erfolgreiche Strategie und entspricht Apples Selbstbildnis.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 13:50 #

Bei der Befragung waren halt unfaire Geschäftspraktiken auch ein klares Thema. Dass Microsoft da gefehlt hat, und dafür Trump sogar noch versucht ihnen TikTok zukommen zu lassen - ich lasse das als bekennender Microsoft-Skeptiker einfach mal unkommentiert :D

Bei dem Gerichtsverfahren geht es mir vor allem darum, dass der Konflikt mit Epic nicht die einzige Front ist, die sich da für sie auf tut. Epic ist da nicht der einzige große Gegner, den sie haben, und die USA nicht das einzige Schlachtfeld.

Beim Geschäftsmodell bin ich mir nicht sicher was Epic da härter treffen wird. Schiebt Apple ein Update nach, was Änderungen an der Engine voraussetzt, rennen alle UE-Spiele nicht mehr, und da sind immerhin ein paar Gewichtige Marken dabei. Steigen Studios von der Engine letztendlich um, kommen die nicht so schnell wieder. Vor allem auch der Imageschaden für Epic dürfte da enorm sein.
Andererseits hab ich hier eben in den Kommentaren noch von 10% Fortnite Mobile Spieler gelesen, da fragt sich zusätzlich noch ob das nicht nur eine weitere Installation neben einer anderen Plattform ist. Wie du schon sagst, gerade Apple-User haben meist Kaufkraft, und entsprechend auch ggf andere Geräte. Wenn dort weiter gespielt und gekauft wird, ist der Schaden für Epic hier weniger groß.

Wie das ganze sich später im allgemeinen Bewusstsein setzen wird ist das eine - mir geht es hier vor allem um das Ausnutzen der Möglichkeiten seitens Apple, und wie es in Verfahren später interpretiert werden kann. Schmeissen sie Firmen nach gut dünken raus, benachteiligen sie Wettbewerber weil sie Epics Software nutzen ohne Handhabe nur um ihre Interessen durchzusetzen usw, scheint mir das eine gute Angriffsfläche für jemanden zu bieten, der die Stores offen sehen will.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 21. August 2020 - 14:54 #

Bei Spotify übersiehst Du nur etwas: Auch da will eine Firma mit 6,8 Millarden an Umsatz, auch endlich einmal Gewinn machen und nicht 186 Millionen Verlust. Selbst wenn da nur 10% ihrer Kundschaft über den AppStore bezahlen, gäbe es schwarze Zahlen. Ok stimmt nicht, weil Apple dort nicht immer 30% verlangt, aber davon geht ja Spotify auch aus.

Die 10% sah ich auch, aber zumindest finde ich diese Zahlen nicht. Ich finde zwar Zahlen, daß 78% der Fortnite US - Spieler eigentlich Konsoleros sind( Mai 2019) aber dies heißt nicht, daß dieses auch auf der Konsole spielen. Auf der anderen Seite wurde die App für iOS 100 Millionen Mal in 5 Monaten heruntergeladen (April 2018) und nur 36% bezeichnen sich selbst als Coregamers (USA Mai 2019). Da zu kommen dann noch so lustige Aussagen, etwa die Hälfte der Konsoleros wegen Fortnite mehr Mobil spielen und bei den Mobilspielern etwa ein Viertel mehr Konsole als vor 3 Jahren.
Die Zahlen ergeben für mich also vorne und hinten keinen Sinn. Tencent hat zwar 2017 offizielle Zahlen zur Verteilung genannt, aber dies war bevor es Fortnite auf Mobil gab.
Mir bleibt also nur ein logischer Schluß: Sicherlich gibt es eine Mehrzahl, welche auf mehrere Plattformen - Spielen und auch nur 10% wären immer noch rund 25 Millionen, aber ich halte den Prozentsatz für höher.

Wenn ich es richtig im Kopf habe, nimmt Epic ab einer Summe von 1.000.000 US - $ eine Anteil von 5%. Es sind zwar sicherlicher hunderte Mobilspiele, aber nur ein sehr kleiner Bruchteil davon dürfte über diese Hürde springen. Ich schätze nicht, daß dort für Epic noch einmal 45 Millionen an Tantiemen herauskommen. (Milchmädchenrechnung über die grobe Verteilung)

Apple ist für Epic und seiner "Rächer der Entrechteten" - Darstellung natürlich ein dankbares Ziel, da es jede seiner Linien unerbittlich verteidigt. Da soll der Nutzer dann vergessen, daß der erste Unfreundliche Akt von Epic selbst ausging. Für Apple besteht zumindest die Hoffnung, daß sie diesen Narrative von Epic aufbrechen können, wenn die Entwickler sich gegen Epic stellen. Die Kosten für den Gegner möglichst hoch zu treiben gehört bei solchen Rechtsstreitigkeiten in den USA schon fast zum gutem Ton dazu und weil es hier Megakonzern gegen Megakonzern streiten habe ich damit auch keinerlei moralisches Problem damit.
Weiter untern nanntest Du ja kurz, was Shitstorms bewirken können. Die Antwort darauf ist nur schlicht: Nichts.
Es kommt zwar durchaus zu kurzfristigen Effekten (abhängig von Gegenmaßnahmen), aber meist gibt es binnen eines Jahres kaum Auswirkungen mehr. Sicherlich gilt dies nicht für Einzelschicksale, wenn jemand berechtigter - oder unberechtigterweise seinen oder ihren Hut nehmen musste, aber fast immer ändert sich nichts in der Stuktur des Unternehmens, welches den Shitstorm auslöste.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 21. August 2020 - 17:23 #

Du meinst also, Spotify macht das primär aus der Motivation heraus, in die Gewinnzone zu kommen? Macht für mich jetzt nicht den großen Unterschied, auch wenn es moralisch natürlich besser klingt als dass ein Unternehmen einfach noch mehr als eh schon verdienen will. Wichtig ist das sie dabei sind. Ebenso wie Facebook, jetzt neuerdings die Verlage.. mal schauen wer sonst noch so umkippt...

Bei dem Geld (und das mag jetzt komisch klingen :D) glaube ich, sind Epic die Ausfälle aktuell relativ egal. Zumindest gehen sie auf breiter Front so vor. Was du da aufstellst klingt soweit plausibel, wichtigerer Punkt ist da aber für mich: das sind geminderte Einnahmen. Epic hat über 4 Mrd USD liegen und Tencent im Rücken - 25Mios oder 45Mios die da aktuell weniger rein kommen - ist für die wahrscheinlich alles nicht die Welt. Es gibt kein Ablaufdatum wann Epic damit aufhören muss - denn sie generieren trotzdem immer noch extrem viel Gewinn über die anderen Kanäle. Und wenn ihnen die Aktion gelingt, und sie schaffen es sogar, irgendwann nochmal einen auch nur halb so erfolgreichen Nachfolger von Fortnite zu etablieren, holen sie das Geld eh xmal wieder rein. Ich würde da, je mehr ich darüber nachdenke, klar drauf wetten, dass die Engine und alles was da dran hängt, deutlich wertvoller ist als alle Einnahmen über Apple-Shops. Der Imageschaden dürfte da richtig weh tun, und viele Entwickler dürften ihnen direkt auf die Füße treten. Da stimme ich mit ein, das war ein riskanter, aber ggf effektiver Schachzug von Epic: genau die Entwickler gegen Epic unter Druck zu setzen, denen Epic ja mitunter bessere Konditionen verschaffen wollen, und die so nativ zumindest nie gegen die Aktionen von Epic wären - so lange es nicht an´s eigene Geld geht natürlich. Kann Epic da mit Ausfallkompensation kontern? Ggf wird die einstweilige Verfügung ja auch das ganze stoppen, dann wären die Kosten die eine Kompensation hier verschlingt ja nochmal deutlich niedriger. Hier hoffe ich so sehr, das man zumindest im Nachgang von irgendeinem Entwickler hört, was da gerade hinter den Kulissen passiert.

Wer das Ganze jetzt angefangen hat liegt imo im Auge des Betrachters. Hat Apple mit dem Festsetzen auf übertriebene 30% angefangen, oder Epic, die freien Wettbewerb auch unter deren Betriebssystem sehen wollen? Da gehen die Meinungen auf jeden Fall auseinander^^.

Ebenso, wie man sieht, beim Shitstorm^^. Ich sehe was du meinst, oft sorgt der Shitstorm dafür, dass es nur verschleppt wird, über die Hintertür kommt wenn die Leute nicht so genau hin sehen usw. Aber: erstmal passiert etwas. Setzt man die Konsolenpräsentation in den Sand, muss man erst einmal reagieren, aussitzen kann man das in der Regel nicht. Kündigt man ein Diablo an das voll an der Corekundschaft vorbei geht, muss man schnell eine Alternative aus dem Hut zaubern. Hier ist es jetzt relativ einfach, das Always On der Konsole dann einfach nach und nach über bspw günstige Geräte ohne Laufwerk zu etablieren, oder ein Diablo anzukündigen, aber da nur ne handvoll Leute wirklich dran zu setzen. Ich glaube aber nicht, dass es Apple genau so einfach schaffen wird, einen einmal gesenkten Preis wieder hoch zu setzen, ohne dass es wieder hohe Wellen schlagen wird. Sollten sie wirklich von ihrem Punkt abrücken und den Preis runter setzen, wird das imo erstmal eine lange Zeit so bleiben, anders kann ich mir das nicht vorstellen.
Aber - klar - das ist nur eine Mutmassung meinerseits. Dass sie gern die A-Karte spielen, hat man ja schon gesehen. Nur: dann muss ihnen klar sein, dass sie einen Kampf neu anfangen, den sie ja dann zumindest einmal schon verloren haben. Das ist ja dann eher unter relativ aussichtslos einzuordnen.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 21. August 2020 - 18:51 #

Spotifys Problem sind eher die Tantiemen der "Künstler" oder anders "Wenn 90% Du Deiner Umsätze Mit den 3 größten Musikverlagen teilen musst". Zudem ist nach meiner Erinnerung 2018 das erste und bislang einzige Jahr, in dem sie ihren reichen Investoren Geld ausschütten konnten.
Also "umkippen" wird schlicht jeder, welcher darin einen Vorteil sieht und es hin nichts bis kaum etwas kostet.

Klar Epic interessiert sich hier nicht für den geminderten Gewinn. Wenn sie ihren Vorstoß mit "Für die Spieler und Entwickler" aber ernst meinen oder zumindest ernst gemeint wissen wollen, dann entstehen plötzlich Kosten. Wir gehen beide davon aus, daß Epic hier in erster Linie politisch agiert. Ich fand und finde zwar keine Aufstellung wie viele Mobilspiele im Appshop mit der UE sind oder was sie umsetzten, aber wenn sie da Kompensation in der Art einer Streikkasse bieten möchten, kann es sehr schnell sehr teuer werden. Dann stellt sich schlicht die Frage, was ihnen und TenCent der Spaß wert ist oder ob sie lieber das Umkippen der Meinung in Kauf nehmen samt aller wirtschaftlichen Folgen in Kauf nehmen. Dies bedeutet dann beispielsweise auch das Konsolen / PC - Entwickler ihre Engine nicht mehr verwenden.

Die Frage ist, was sind schon 30%. Dies war zumindest Anfangs ein mehr als fairer Anteil. Der Handel verschlang früher bereits gerne 50% des Verkaufspreises und dazu kam die Herstellung der Verpackung so wie Transport. Je nach Quelle blieben damals eher 30% (Selbstverlag) bis 5% (nicht gerade der beste Vertrag mit dem Verleger) überhaupt beim Entwickler hängen. Mit Verleger kann man grob mit 10% rechnen. Und dann Bäm: Einfacher Selbstverlag und 70% Marge. Deswegen hat anfangs auch niemand dagegen protestiert.
Etwa ein Jahrzehnt später sieht die Welt nun ganz anders aus und die Frage ist, ob 30% noch zeitgemäß sind.

Beim Shitstorm nicht ganz. Ich hatte kürzlich mal eine entsprechende Studie für Lesetipps eingereicht. Nach nicht einmal drei Jahren gab es weder in den Börsenkursen noch in den Geschäftszahlen irgendeinen Effekt und zwar selbst wenn der Karren ziemlich gegen die Wand gefahren wurde. In den meisten Fällen sind die Effekte selbst im laufenden Geschäftsjahr marginal und unwichtig.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 21. August 2020 - 20:06 #

Das weitere Problem, das Spotify mit den Provisionen hat, ist die Konkurrenz durch ... Apple.

Dank Apple Music stehen sie nämlich nicht nur in einem Dienstanbieter-Storeanbieter-Verhältnis und sonst in Konkurrenz zu anderen Musikanbietern, die auch 30% zahlen müssen, sondern in einem direkten Konkurrenzverhältnis mit Apple, die diesen Dienst 30% günstiger anbieten oder einfach um diese 30% wirtschaftlicher arbeiten kann.

Wenn dann auch noch verboten wird, in der App für andere Zahlungsweisen zu werben, die nicht über Apple laufen, ist das sicherlich eine Kartellrechtlich interessante Frage.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 21. August 2020 - 20:22 #

Nach meiner Erinnerung auch ein Markt, welchen es ohne Apple gar nicht gäbe, weil die Musikindustire erst überzeugt werden musste.

Rechtlich ist es ohne Zweifel eine interessante Frage. Meine menschliche Frage ist nur wie üblich, warum die Menschen darauf hingewiesen werden müssen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 22. August 2020 - 0:43 #

Beim Shitstorm würd ich gern mal nen Blick auf die Ausarbeitung werfen. Von dem was ich so mitbekomme, kann es sich heute allein schon wegen der Aussenwirkung keine Firma wirklich leisten, einen großen komplett auszusitzen. Ich überlege gerade mal, wo es mal richtig geknallt hat, und wer da wirklich mal komplett nicht reagiert hat, und da trotzdem kaum beschadet raus gekommen ist. Fällt mir gerade keiner ein.
Was ich halt hingegen direkt glaube ist, dass diejenigen, die dann reagiert haben, dann im Nachgang nicht allzu stark darunter zu leiden hatten. Aber ich nehme mal ganz stark an, du meinst hier ersteres..

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 22. August 2020 - 1:14 #

Die Antwort ist doch immer die Deutsche Bahn.^^

Dies ist jetzt eine Deutsche Dissertation zum Thema aus dem Jahre 2015. Den Link hatte ich noch zu Hand, weil ich ihn bei den Lesetipps eingereicht hatte. Ab Seite 228 geht es um die Folgen (und damit wissen wir auch warum sie es nicht in die Lesetipps geschafft hat)

https://d-nb.info/1076824544/34

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24321 - 22. August 2020 - 9:15 #

Danke für den Link - ich finds ganz spannend.

Warum hat sie es denn deiner Meinung nach nicht in die Lesetipps geschafft? Ich würde doch einfach mal vermuten: Zu viel Stoff für nebenbei schmökern.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 22. August 2020 - 10:13 #

Gut 350 Seiten trockener, wissenschaftlicher Arbeit ist jetzt nichts, was ich normalerweise jemanden als Wochendlektüre empfehlen würde. Deswegen hatte ich noch einen Artikel von Vice mit eingereicht, welcher die Thematik anders angeht.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24321 - 22. August 2020 - 10:16 #

Jupp, eine Dissertation sprengt die Lesetipps dann doch etwas.

Pro4you 19 Megatalent - 16342 - 20. August 2020 - 8:40 #

Die sind auf dem Weg zu ihrer zweiten Billion und sind das erfolgreichste Unternehmen der Welt. Deine Definition von vor die Wand fahren will ich kennen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 9:15 #

Corona und der Aktienmarkt sind noch mal ein ganz anderes Thema. Das ändert aber nichts daran, dass schlechte Entscheidungen sich mittel- bis langfristig negativ bemerkbar machen werden.

Pro4you 19 Megatalent - 16342 - 20. August 2020 - 9:46 #

Jetzt überschätz Epic nicht

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 14:03 #

Epic sind doch gerade nur diejenigen die es mal angehen. Aber klar ist doch dass Monopole und Marktmacht der Konzerne momentan hinterfragt werden, und Apple da mit der letzten Stufe wunderschön gezeigt hat, wie weit ihre Macht da geht, und wie weit sie gehen um diese zu erhalten.
Wer das dann später als Argument nutzt ist ja relativ egal, wichtig ist dass es auf dem Tisch liegt, und im (aus meiner Perspektive) besten Fall Apple massiv um die Ohren fliegen wird.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 10:18 #

Epic wird mir durch eine derart dreiste Aktion nicht gerade sympathischer. Apple hingegen schon, auch wenn die wiederum auch kein Fanboytum verdient haben.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 20. August 2020 - 10:40 #

Mir fällt es ja schwer, überhaupt einen "guten" in diesem Streit zu finden. Letzlich geht es beiden nicht um "uns" sondern nur um deren Profit.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 10:53 #

Das ist richtig. Drum meinte ich ja auch, dass Apple kein Fanboytum verdient hat, die ziehen ihre Kunden auch ganz schön ab mit ihren Preisen und ihrer generellen Produktpolitik.
Nur hat hier meiner Ansicht nach einfach Epic einen ganz üblen Move gemacht und ich hoffe inständig, dass sie keinen Erfolg damit haben werden. Nicht wegen der Sache an sich, sondern einfach wegen der Art und Weise, wie das aufgezogen wurde.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 20. August 2020 - 11:15 #

Nun, der Move war an sich ja sehr gut vorbereitet und an sich vielleicht auch nicht unclever - da nun aber die Kunden und am Ende auch Entwickler mit reinzuziehen, das ist tatsächlich übel, da hätte es eine "einfache" Klage mit sicherheit auch getan und am Ende das gleiche Ergebnis gebracht. Den Juristen dürfte nämlich grundsätzlich egal sein, wass der gemeine Fortnite-Spieler da im Netz dazu ablässt. Aber am Ende stehen da auch juristische Winkelzüge dahinter, die man als Otto-Normalo nicht kennt.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 20. August 2020 - 11:52 #

Interessant wie unterschiedlich die Auffassungen da seien können. Für mich hat Epic das eigentlich nur das gemacht, was andere über die Hintertür machen (nämlich Unterschiede Preise über den App Store und ihre eigene Seite), „nur“ halt direkt. Beide Reaktionen darauf dann quasi nachvollziehbar (Apple gefällt es nicht und Epic will es rechtlich geklärt haben). Den üblen Move finde ich dann tatsächlich eher, da noch die andere Parteien mit einzubeziehen.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 20. August 2020 - 12:29 #

Darauf kann Apple keine Rücksicht nehmen. Epic gefährdet das Geschäft von Apple, also gefährdet nun Apple im Gegenzug das Geschäft von Epic … Außerdem hat Epic mit der Kampagne ebenso zuerst andere Parteien, wie z.B. die Fortnite-Spieler, gegen Apple mit einbezogen, welche nun zum Boykott aufrufen.

Ansonsten könnten sie das Ganze auch einstellen und Epic sowie Hinz&Kunz erlauben die gesamte Apple/iOS-Infrastruktur für umsonst zu nutzen …

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 20. August 2020 - 12:36 #

"Darauf kann Apple keine Rücksicht nehmen."

Natürlich könnten sie, wenn sie wollen. Die UE hat mit den Zahlungsmechaniken aus Fortnite absolut nichts am Hut. Apple zieht nun Dritte - die nichts damit zu tun haben - in den Kindergarten mit rein und trägt ihr Säbelrasseln auf deren Rücken aus. Es geht um Apple vs. Epic und nicht Apple vs. UE-Nutzer/Entwickler etc.. Das bleibt ein dick move unterster Schublade.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 20. August 2020 - 12:48 #

Epic scherrt sich genauso wenig um die Nutzer und Endkunden. Sie haben mit dem Poker angefangen. Das alles hätte Epic auch ohne eigenen Dick-Move, ohne Vertragsverletzung und ohne Hetzkampagne rechtlich klären (lassen) können. Stattdessen versuchen sie es mit der Brechstange und setzen Apple die Pistole auf die Brust. Nun steht Apple aber gleichermaßen hinter ihnen und drückt ihnen die eigene Pistole ins Kreuz.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 20. August 2020 - 12:48 #

Und die Entwickler ihre Spiele nicht mehr supporten und updaten können. Ergo, die haben den Schaden, nicht unbedingt Epic. Apple spannt den Bogen schlicht zu weit, weil wie schon gesagt, die Unreal Engine mit dem Fortnite-Streit absolut nichts zu tun hat.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 20. August 2020 - 13:06 #

Es werden doch nur die Accounts von Epic gesperrt. Entwickler XY sollte somit seine Spiele/Apps weiterhin entwickeln/pflegen können. Der direkte Support von Epic fehlt dann halt. Könnten sie aber auch lösen, indem Epic dann jemanden zum Entwickler schicken und dieser dann dort für sie arbeitet. Ähnlich wie AMD und Nvidia das bei Spieleentwicklern für die Optimierung machen.

Die Zeit wird es zeigen. Noch ist es nicht soweit. Epic hat ja noch eine Woche Zeit das wieder geradezubiegen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 13:51 #

"Die von Epic Games hergestellte Unreal Engine kann nicht mehr für iOS und MacOS aktualisiert und weiterentwickelt werden.
Wenn es so kommt, hätte das mittelfristig Auswirkungen auf die ganze Branche: Viele Mobile Games von Drittherstellern basieren auf der Unreal Engine, darunter Mortal Kombat X, Industice 2 und Blade & Soul Revolution.
Auch diese Titel könnten vor ernsthaften Problemen stehen - etwa, wenn wegen Änderungen an iOS eine Aktualisierung der Unreal Engine nötig wäre."

Quelle: https://www.golem.de/news/epic-games-apple-will-unreal-engine-aussperren-2008-150322.html

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 20. August 2020 - 14:31 #

Ja, das ist nicht die Endlösung und würde mittel- bis langfristig zu gravierenden Problemen führen. Kurzfristig dürften jedoch erst einmal die Wenigsten auf Probleme stoßen.

Epic hat doch mit der Klage schon das erreicht, was sie haben wollen: das Thema auf den Tisch bringen. Hätten sie wie gesagt, aber auch weniger drastisch genauso erreichen können. Sie haben sich zu diesem Weg entschieden … Sie brauchen doch nur bis alles geklärt ist wieder eine Version ohne ihr eigenes Zahlungsmittel bereitzustellen.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 20. August 2020 - 14:49 #

Die Probleme werden wie da schon erwähnt beginnen, wenn das OS eine Änderung bekommt, auf die die UE reagieren muss. Über das wann entscheidet Apple, und es besteht natürlich das Risiko, dass dies zeitnah passiert.
Und vor allem werden auch alle Entwickler panisch, die jetzt auf einmal eine App mit Ablaufdatum im Store haben.

Ansonsten ist Epics Ziel hier eine Interpretation deinerseits.
Aktuell hat man Fortnite-Spieler, die ihr Spiel nutzen wollen. Nutzt du eine App primär oder sehr frequentiert, würdest du doch wohl kaum ein Gerät kaufen, auf dem es nicht läuft. Auch das Risiko bei einer Neuinstallation ist entsprechend gegeben, und spätestens die nächste Season muss zwangsläufig irgendwann im Zweifelsfall ohne die Apple-Spieler starten. Wenn es Epic hier schafft, Apple dafür den schwazen Peter (darf man so was heute noch sagen? ist es eher der pigmentneutrale Peter*ina? :D ) zuzuschieben, ist das doch ein nicht unerhebliches Druckmittel. Das geben sie komplett aus der Hand, wenn sie jetzt zurückrudern.
Wie weit so ein Shitstorm heutzutage reichen kann, hat man ja schon mehr als einmal gesehen.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 21. August 2020 - 0:47 #

„Ansonsten ist Epics Ziel hier eine Interpretation deinerseits.“

Du hast doch sinngemäß dasselbe geschrieben. „wichtig ist dass es auf dem Tisch liegt” oder darfst nur du das sagen?
https://www.gamersglobal.de/news/181213/epic-vs-apple-google-aus-fuer-unreal-engine-im-app-store-droht-u#comment-2608531

Ja, wie gesagt, mittel- bis langfristig ist es sicherlich problematisch, wenn es denn so weit kommt.

Ich würde das auch nicht als Zurückrudern sehen, sondern vielmehr als eine weitere Demonstration dessen was Apple vorgeworfen wird. Tut man dies nicht, scheint Apple ja doch nicht so mächtig zu sein, dass sie es selbst zulassen, obwohl sie selbst die drohenden Probleme abwenden könnten.

Andererseits schreibst du selbst, „wenn Epic es schafft Apple den schwarzen Peter zuzuschieben“, was letztendlich heißt, dass sie selbst bereitwillig ihre Nutzer und die Endkunden geopfert haben und nun Apple dafür die Verantwortung geben wollen.

Das wäre alles nicht nötig gewesen. Epic hätte das ganze Thema auch ohne diese Show vors Gericht bringen können. Stattdessen haben sie sich fürs Erste damit das eigene Bein gestellt …

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 21. August 2020 - 10:33 #

In dem von dir zitierten Kommentarstrang geht es ja um Apple: Dass sie hier die Engine, die gar nicht gegen AGBs etc verstoßen hat sperren, und dies eine Ausnutzung der Marktmacht darstellt, liegt jetzt auf dem Tisch. Darauf hiess es dort ich solle Epic nicht überschätzen, worauf ich dann darauf hinwies, dass es ja nicht nur für Epic nutzbar ist: Das Argument kann nun ja jeder nutzen, seien es Abgeordnete, Kartellwächter oder sonst wer. Und das kann Apple somit halt auch abseits von Epic Probleme bereiten.
Wir hingegen sprechen über Epic und deren Strategie. Und klar haben sie jetzt ein weiteres Argument gegen Apple im Köcher. Aber warum da aufhören? Warum nicht komplett zweigleisig fahren? Immerhin haben sie da ja gerade ein vielleicht noch viel wirkungsvolleres Mittel. Aber klar, trotzdem liegt das vorgenannte Argument immer noch genau so nutzbar für sie bereit.

Zum schwarzen Peter: ich wollte damit nicht andeuten, dass er ursprünglich Epic zusteht. Epic hat eine Situation angezettelt, und muss sich nun natürlich hier rechtfertigen. Tun sie das nicht, sind sie die "schuldigen", aber je besser und nachvollziehbarer sie argumentieren, umso mehr verschiebt sich das ganze Richtung Apple.
Vielleicht als Vergleich wegen der Schuldfrage (um mehr soll es hier nicht gehen!): Wenn ich mir die Proteste in Weissrussland gerade anschaue: wenn die Opposition die Leute mobilisiert, und bei den dabei entstehenden Protesten dann Menschen zu Schaden kommen, wer ist dafür der Verantwortliche? Der Machthaber, der seine Regeln durchsetzt? Derjenige, der dazu aufruft die Regeln zu missachten? Derjenige der sie dann entsprechend missachtet?
Das soll jetzt keine Abwertung der Proteste da sein, das ist ne schlimme Situation da unten, und der Streit Epic Apple ist ein ganz anderer, auf einem viel niedrigeren Level, bei dem es um weniger geht usw.
Was der Vergleich einzig zeigen soll: es geht darum, wo die Leute in dem Moment die Schuld sehen.
Ich sehe Epic hier nicht Fakenews verbreiten oder so was. Es ist clever inszeniert, ja. Aber die Argumente halte ich zumindest für nachvollziehbar, und diejenigen die sie da mobilisieren haben später ja auch was davon wenn sie das System jetzt ändern. Und wenn es nur der Fakt ist, dass im Endeffekt mehr Geld in die Kassen der Entwickler kommt - da hat der Kunde ja im Zweifelsfall auch klar was von.

Nur um hier alle Missverständnisse so gut es geht auszuschließen, sehe ich hier zwei parallele Stränge, auf denen ich dann natürlich auch unterschiedlich in verschiedenen Kommentarsträngen kommentiere:
- einmal Tatsachen, die nun Gerichte, Ausschüsse, Ämter, Abgeordnete usw nutzen können: harte Fakten ohne eine emotionale Einordnung. Wie weit darf Apple gesetzlich gehen, wo nutzt es seine Position aus, behindert Wettbewerb, bestimmt den Markt unverhältnismäßig stark. Sind die Preise die sie aufrufen im gesetzlichen Rahmen oder Wucher usw.
- und zum anderen die öffentliche Wahrnehmung. Die subjektive Einordnung des Fehlens von Fortnite auf den Endgeräten, und evtl sogar dutzender anderer Titel. Hätte Epic das nicht machen dürfen, hätte Apple da nicht so reagieren dürfen? Wessen Forum spammt die Masse jetzt ob der Frustration zu, sein Fortnite nicht wie gewohnt spielen zu dürfen?

Die beiden Bereiche rennen da in meinen Augen zu großen Teilen relativ unabhängig voneinander. Klar, ist der öffentliche Aufschrei groß genug, kommt ggf ein Politiker auf die Idee sich zu profilieren und einen Ausschuss ins Leben zu rufen, andererseits diskutieren Leute natürlich auch zu einem Teil anhand der rechtlichen Lage usw.
Aber im Endeffekt ist den Gerichten ja bspw egal wie die Leute die Situation einordnen, und andererseits richten sich die Emotionen der Leute ja nicht direkt nach Gesetzen, sondern nach der eigenen Interpretation der Lage. Und auch die Kämpfe finden auf anderen Feldern statt, Gerichtssaal vs Internet.
Auf beides zu setzen ist da ja klar die Strategie von Epic: auf der einen Seite werden die Fortnitespieler motiviert, hier für diese Sache Stellung zu beziehen. Auf der anderen gehen die Klageschriften bei den Gerichten ein.

Du beziehst dich ja bei deiner Analyse primär auf den gerichtlichen Weg. Da ist aber ja nicht garantiert, dass dieser auch Erfolg haben wird. Ich sag nur Artikel 13 - was geistig gesund ist und was am Ende passiert, können zwei völlig unterschiedliche Dinge sein.

Dass es jetzt Epics Situation schwächt, wenn sie nicht zurückrudern, sehe ich weniger wie du. Es so durchzuziehen, bedeutet ja nicht, dass es sie nicht finanziell schädigt. Hier sehe ich auf der gerichtlichen Ebene keinen Nachteil für Epic. Auf der der öffentlichen Wahrnehmung kann man da vielleicht diskutieren, aber da ist der Machtmissbrauch ja eigentlich weniger Argumentationslinie, da geht es doch als Hauptargument um die 30%, was hiermit eher weniger in Zusammenhang steht. Es könnte imo höchstens als Entschuldigung/Erklärung her halten, aber mit der Konsequenz, eine der beiden Fronten gänzlich aufzugeben.

Aus meiner Sicht ist Epics größtes Problem gerade eher, dass die Firmen mit UE Lizenz Angst um ihre Verfügbarkeit bekommen. _Hier_ sehe ich gerade das Machtspiel verortet:
Spieler machen mobil gegen Apple, Entwickler auf UE-Basis gegen Epic.
Zahlt Epic ggf für Ausfälle, und zwar in dem Maße, das die Entwickler hier mitziehen? Vielleicht auch erstmal nur als Ausfallgarantie, während man die einstweilige Verfügung abwartet? Wie teuer ist das ganze, wie viel bringt es gerade?
Hat Apple gerade mit einer steigenden Anzahl von unzufriedenen Usern zu tun? Braut sich da gerade was zusammen? Tun sich mehr Firmen zusammen, immerhin sind mit Facebook und Spotify ja schon zwei größere mit eingestiegen.
Wobei sich für Apple sicherlich ebenso die Frage stellt: kann man das ganze unbegrenzt weiter laufen lassen, oder fliegt es ihnen vor Gericht wahrscheinlich um die Ohren, und es wäre schlauer das vorher abzubrechen wenn es nicht zeitnah funktioniert?
Verschiebt sich das Ganze zugunsten des einen oder des anderen, denke ich wird da dann auch entsprechend reagiert. Erst dann ist der Kampf da verloren, vorher wird man, wo man schon so weit ist, da sicherlich nicht "einfach" zurückrudern.
Als dritte Möglichkeit gibt es natürlich ebenso noch den Mittelweg, immerhin hat Apple auch schon mit Amazon was gekummelt was ihre Videogeschichte angeht. Wird also vielleicht diese Richtung weiter ausgebaut? So wie Valve den großen Entwicklern ab einer gewissen Verkaufszahl weniger Prozente abnimmt, könnte Apple hier ebenso die Kunden unterscheiden. Die Großen bekommen bessere Konditionen und haben dann keinen Grund und ggf sogar gar keine Handhabe mehr gegen Apple. Die Kleinen können sich nicht wehren, die kann man dann lustig weiter ausnehmen, ohne weitere Eskalationen zu befürchten.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 17:38 #

Das kannst Du doch nicht ernsthaft vergleichen. Was Epic auf seiner eigenen Seite macht, ist deren Sache und niemand hat denen reinzureden. Umgekehrt hat niemand - jedenfalls auf diese Weise - das Recht, Apple in seine Geschäftspraktiken reinzureden. Es bestehen Verträge zwischen Apple und Epic, die hat Epic offenbar nicht eingehalten.

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30620 - 21. August 2020 - 0:17 #

Das mit den Verträgen wird ja vor Gericht geklärt, wie gesagt, ich kann nicht einschätzen in wie weit das jetzt rechtlich groß anders ist. Im Prinzip ändert sich für Apple ja nichts, ob die Sachen im App Store oder z.B. im eShop gekauft werden. Die Leistung bleibt identisch. Apple sind halt diejenigen, die da eigentlich unbeteiligte mir reinziehen.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 20. August 2020 - 19:09 #

Apple wird sympathischer, wenn sie alle Unreal-Spiele blocken wollen, und damit den Streit auf dem Rücken von Entwicklern führen, die für das Dilemma überhaupt nichts können? Das ist irgendwie krass :o

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 20. August 2020 - 21:32 #

Ich habe nicht gesagt, dass ich das gut finde. Aber den Streit und wie er sich entwickelt hat nun einmal Epic zu verantworten. Es hätte angemessenere Wege gegeben, anstatt Vertragsbruch (vermute ich mal ganz frei) zu begehen.
Ganz ehrlich, diese nachsichtige Haltung gegenüber Epic, die hier in sehr vielen Kommentaren durchscheint, ist mir komplett unverständlich.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 21. August 2020 - 2:35 #

Du hast gesagt, dass Apple an Sympathie gewinnt, oder nicht?

"Aber den Streit und wie er sich entwickelt hat nun einmal Epic zu verantworten."
Die Sichtweise finde ich schwierig. Wenn du in einem Abhängigkeitsverhältnis zu mir stehst, und ich dir sage, wie Dinge zu laufen haben, ohne dass ich deine Vorstellungen dabei ernst nehmen muss, werde ich nach dieser Logik nie einen Streit verantworten müssen – schließlich läuft von meiner Seite alles reibungslos. Ich sag dir, was du zu tun hast, und du musst unterschreiben. Natürlich musst du dann derjenige sein, der sich beschwert, und einen Streit anfängt, für mich ist die Situation schließlich sehr angenehm. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass deine Beschwerde nicht berechtigt sein kann, weil ich womöglich eine Machtposition über Gebühr ausgenutzt habe.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 21. August 2020 - 13:23 #

Ja, das habe ich geschrieben, und meine ich auch so aufgrund meines derzeitigen Wissenstandes zu dem Thema. Dennoch möchte ich dadurch nicht gutheißen, dass Unbeteiligte mit reingezogen werden, um Druck gegen Epic aufzubauen.

Du hast recht, die Argumentation ist problematisch. Nichtsdestotrotz finde ich die allgemeine Haltung zu dem Thema, die hier scheinbar herrscht, nicht gut. Man kann doch nicht ernsthaft beim konkreten Fall Sympathien für ein Unternehmen haben, die Vertragsbruch begehen und das offensichtlich durchgeplant und nicht „versehentlich“. Was Apple daraufhin droht, finde ich wie gesagt auch nicht gut. Aber das hat, finde ich, in diesem Fall Epic zumindest MITzuverantworten, wegen eben jenem Vertragsbruch.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 21. August 2020 - 6:55 #

Wenn ich mich recht entsinne, wurde im Magazin von The Pod gesagt, dass Epic durchaus mit Apple verhandelt hat/verhandeln wollte, aber auf der Gegenseite kein Interesse daran bestanden hat. Nun kann man weiterhin darüber streiten, ob der dann gegangene Weg der richtige ist. Aber ganz ohne Grund ist die Sache dann auch nicht.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 45115 - 21. August 2020 - 13:27 #

Okay, das wusste ich natürlich nicht. Wenn das stimmt, finde ich Epics Aktion zwar weiterhin verurteilenswert, aber wie Du schon ganz richtig sagst, Apple ist an der derzeitigen Situation auch nicht von jeder Schuld freizusprechen. Wobei ich diese Meinung ja auch nicht vertreten habe, auch wenn ich den Anschein erweckt haben mag, weil ich gegen Epic Stellung beziehe.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 21. August 2020 - 14:15 #

Keiner der beiden Seiten wird durch ihr Auftreten zu Robin Hood :-)

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 24. August 2020 - 7:11 #

Na ja Sweeny hat ja seine „verhandlungs-Mails“ veröffentlicht. Verhandelt wurde da nicht viel. „Wir wollen xyz. sagt bescheid wenn unsere Programmierer vorbei kommen können. Antwort innerhalb von zwei Wochen. kghxbye“

nothingad (unregistriert) 20. August 2020 - 16:18 #

Ich als Unity User schau gespannt zu wie sich die Kolosse die Köpfe einschlagen! Bin gespannt wie das ausgeht.
Der Move alles was mit Unreal zu tun hat im Store zu verbieten ist schon ne Nummer.

gar_DE 19 Megatalent - P - 15990 - 20. August 2020 - 21:59 #

Ist natürlich ein Arschloch-Move von Apple - Als Antwort auf den Arschloch-Move von Epic, seine Jünger (Fanboys) auf Apple los zu lassen.
Jetzt werden erstmal alle UE-Kunden panisch bei Epic anrufen.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 21. August 2020 - 9:50 #

Wird die UE überhaupt in vielen iOS-Spielen verwendet?

Der Mac ist für Spieleentwickler ziemlich irrelevant. Kaum spieletaugliche Hardware und in den Steamstatistiken mit nur 3,x% Anteil vertreten. Auf den könnte sie wohl zur Not verzichten. Spätestens mit ARM wird er eh noch irrelevanter für Spiele.

nothingad (unregistriert) 21. August 2020 - 11:02 #

Die Fanboys zu mobilisieren finde ich auch eine recht fragwürdige herangehensweise.. Meistens sind solche Communitys ja nicht die friedlichsten wenn ihnen was nicht passt..

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 21. August 2020 - 11:21 #

Ist es ein A-Loch-Move, zu einer Demonstration aufzurufen?
Ist es ein A-Loch-Move, wenn Gewerkschaften zu Streiks aufrufen?

gar_DE 19 Megatalent - P - 15990 - 21. August 2020 - 18:58 #

Wenn der Anmelder der Demo einfach beschließt einen Vertrag zu brechen und dann gegen die Konsequenzen demonstrieren will, ja - ins besonders wenn man dazu noch alle einlädt weil man ja soooo das Opfer von Willkür ist.

Gewerkschaften werden ebenfalls nicht außerhalb der normalen Tarifverhandlungen zum Streik aufrufen. Was Epic hier getan hat würde ich damit vergleichen, dass die Gewerkschaft plötzlich den Mittwoch zum arbeitsfreien Tag erklären würde.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 22. August 2020 - 11:28 #

Ja aber du hast doch als Arbeitnehmer einen Vertrag unterzeichnet, in dem dein Lohn / Gehalt festgehalten ist. Und nun gehst du einfach hin und arbeitest trotzdem nicht, obwohl dein Arbeitgeber doch bereit ist, dir diesen irgendwann ausgehandelten Anteil weiterhin zu zahlen. Aber: du bist der Meinung, dir steht einfach mehr zu.
Klar, irgendwo findest du natürlich die rechtliche Grundlage dazu. Aber was meinst du denn woher der kommt? Meinst du nicht, für das Recht hat man irgendwann auch mal irgendwo gegen irgendwas verstossen? Natürlich haben sie das. Am Anfang hat der Arbeitgeber die Bedingungen diktiert, wie es Apple aktuell tut. Dann gab es Streiks, Sabotagen, bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Im Endeffekt ging es so weit, dass der Gesetzgeber dann dafür gesorgt hat, dass beide Seiten sich organisieren dürfen, und bei gescheiterten Verhandlungen auch härtere Maßnahmen genutzt werden dürfen.
Bei den Onlineshops sind wir halt aktuell wie gesagt noch in der Anfangszeit. Einseitige Verträge, keine Möglichkeit auf Nachbesserung. Epic ist da gerade auf die Straße gegangen, hat seine Fortnite-Spieler mobilisiert, und die ersten anderen "Gruppierungen" strecken langsam die Köpfe heraus..

Larnak 22 Motivator - 37541 - 27. August 2020 - 11:26 #

Sehr schön beschrieben :)

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 21. August 2020 - 9:46 #

Es wird nicht alles verboten, was mit Unreal zu tun hat. Das wäre rechtlich überhaupt nicht machbar

Sie wollen Epic die Entwicklerlizenz entziehen und sie könnten dann nicht mehr die Unreal Engine für neue Systeme anpassen. Aber bis es dadurch für andere Entwickler zu echten Problemen kommt, vergeht etwas Zeit.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 21. August 2020 - 10:15 #

Und was machen die Entwickler dann, wenn die Zeit vergangen ist? Hoffen und Beten ist was für leichtgläubige Menschen.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 21. August 2020 - 19:33 #

So lange werden die Kindereien der Milliardäre schon nicht dauern. Beide wollen ja weitere Milliarden scheffeln.

Und dass Entwickler in einem Jahr vielleicht langsam Kompatibilitätsprobleme mit der Unreal Engine auf neuen Apple-Systemen bekommen ist noch immer was völlig anderes als "Apple sperrt alle Apps mit Unreal Engine", was hier suggeriert wurde.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 21. August 2020 - 20:28 #

"Und dass Entwickler in einem Jahr vielleicht langsam Kompatibilitätsprobleme mit der Unreal Engine auf neuen Apple-Systemen bekommen ist noch immer was völlig anderes als "Apple sperrt alle Apps mit Unreal Engine", was hier suggeriert wurde."

Das wird hier nicht suggeriert, daß alle Apps MIT der Unreal Engine gesperrt werden, sondern die Unreal Engine SELBST, mit denen die Entwickler ihre Spiele entwickelt haben, ergo diese benötigen, um weiter ihre Spiele zu updaten und zu supporten. Das steht auch sonst so im Internet, nicht nur hier auf GG.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 21. August 2020 - 22:57 #

Ich hatte auf diesen Satz hier geantwortet: "Der Move alles was mit Unreal zu tun hat im Store zu verbieten ist schon ne Nummer."

Die Unreal Engine wird nicht gesperrt. Das News-Update trifft es ja ganz gut: "Apple droht damit, nach dem 28.8.2020 Epic den Zugang zur Entwicklungs-Umgebung des App Stores zu entziehen. Dies hätte nicht nur Folgen für Epics eigene Apps. Mit diesem Schritt würden auch Aktualisierungen der Unreal Engine für mobile Apple-Geräte unmöglich."

Epic verliert seinen Entwicklerzugang, kommt nicht mehr an neue SDKs heran und kann seine Engine nicht mehr entsprechend an Neuerungen anpassen. Das ist alles. Bis sich das negativ bei Entwicklern auswirkt, vergehen Monate und bis dahin ist schon der Schwamm drüber. Entwickler von Apps, die mit der UE umgesetzt sind, können problemlos eigene Updates und auch neue Spiele einreichen. Die Engine ist einfach nur Code, den Entwickler verwenden, da interessiert niemanden Epics Developer-Status.

Es werden weder die Unreal Engine noch Apps mit ihr verboten oder unterbunden.

Davon abgesehen kommt Epic auch auf anderem Weg an die SDKs und kann die Engine updaten. Im Zweifelsfall beauftragen sie halt eine andere Firma, die nicht gesperrt ist, damit.

Sie werden jetzt eh wieder zurückrudern und Apples Vorgaben befolgen. Ihren Präzedenzfall, um es vor Gericht zu bringen, haben sie ja schon. Darum ging es ihnen. Nach einer kleinen Empörungspause wird Fortnite wieder zurückgestellt und das Gerichtsverfahren läuft weiter.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 22. August 2020 - 0:30 #

Ich glaube damit machst du es dir ein wenig zu einfach. Die UE ist nicht einfach nur ne Abhängigkeit wie ne dll die du einfach austauschen kannst, die ist der ganze Unterbau. Ich entwickel jetzt nicht für Apple-Hardware und kenne da die Vorgänge nicht so genau, wenn man aber mal die Diskussionen in Foren verfolgt wo sich Leute da genauer mit auszukennen scheinen, wird schnell klar: so einfach ist das nicht. Du kannst nicht einfach die ganze Engine bzw Updates dafür an dein Projekt anhängen, und der Drops ist gelutscht. Die Entwickler sind definitiv darauf angewiesen, dass Epic die Änderungen über ihre Dev-Schnittstelle macht, sonst hat ihr Projekt ein Problem. Bestimmte Änderungen kannst du ggf über deinen Code abfangen, aber auf keinen Fall alle.
Es geht halt auch nur im besten Fall ausschliesslich um Neuerungen. Im schlimmsten Fall musst du etwas ändern, damit die Engine überhaupt mit dem OS kompatibel bleibt. Änderungen liegen hier komplett in der Hand von Apple. Deine Annahme ist der beste Fall: es wird lange nichts geändert, dass sich kritisch auf die UE auswirkt. Will Apple allerdings Epic bzw dessen Lizenznehmern Steine in den Weg legen, reicht eine kleine Änderung an der richtigen Stelle. Sobald dann das Update auf dem jeweiligen Smartphone installiert ist, ist alles was auf der Engine basiert erst einmal inkompatibel. Das Update dann direkt mit dem Fix für kritische Sicherheitslücken koppeln, und der Kunde muss faktisch updaten.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 22. August 2020 - 2:06 #

Das OS bleibt i.d.R. über lange Zeit abwärtskompatibel. Da können Jahre vergehen bis Anpassungen zwingend nötig werden. Es gibt kein akutes Problem. Wenn ich so meine iOS-Apps durchgehe, finde ich welche, die seit acht Jahren nicht geupdatet wurden und noch immer laufen. Die letzte große Änderung, die viele Apps gekillt hat, war das Abschaffem der 32-Bit-Kompatibilität. Was Vergleichbares ist bei iOS aktuell nicht mal absehbar. Infinity Blade II mit Unreal Engine wurde seit zwei Jahren nicht mehr geupdatet und läuft noch immer, selbst auf Geräten, die es vor zwei Jahren noch nicht gab.

Also lasst mal die Kirche im Dorf. Es werden nicht in zwei Wochen alle mögliche Apps mit UE inkompatibel. Betriebssystemhersteller achten sehr auf Abwärtskompatibilität. Wenn Apple bewusst damit brechen will, um Epic zu schaden (was aktuell nur übelster Verschwörungstheoriekäse ohne jede Basis ist!), brechen sie auch mit vielen anderen Systemen wie z.B. Unity, denn die verwenden die gleichen Schnittstellen. Das wird nicht passieren.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 22. August 2020 - 11:14 #

Apple geht gerade hin, und sperrt ohne Handhabe durch Bedingungen usw Epic vom Support seiner Engine aus. Die haben den wilden Westen schon lange ausgerufen. Die machen was sie wollen. Hauptsache sie bekommen Fortnite wieder zu ihren Bedingungen in den Epic Store, egal wer dabei mit reingezogen wird, egal ob die Mittel eine Grundlage haben. Wie kommt man dann darauf, dass eine völlig regelkonforme Änderung an ihrem OS, die exakt dem gleichen Ziel dient, auf einmal abwägig wäre?

Und nein, wieso muss das auch Unity betreffen? Es geht doch hier nicht darum das ganze OS umzupflügen - es geht lediglich um eine Schnittstellenänderung. Die UE ist doch keine komplette Black Box für die, sie macht doch genau wie Unity gebrauch von Apples Schnittstelle. Da schaust du dir die Aufrufe an die UE und die Unity machen, findest einen der a)kritisch für die Funktionalität der UE ist und b) von den anderen Engines nicht oder nicht so genutzt wird. Und _da_ machst du genau diese eine kleine Änderung, und begründest das mit Sicherheitsbedenken. Wer soll Apple denn beweisen, dass diese Änderung nicht nötig war, wenn keiner den Code vom OS kennt..

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 22. August 2020 - 14:57 #

Du hast sehr komische Vorstellungen von Programmierung. :-) So funktioniert das in der Realität nicht. Es gibt keine Schnittstellen, die nur Epic und sonst niemand verwendet. Bei der UE und Unity wird es weitestgehend deckungsgleich sein. Wenn Apple dort herumpfuscht richten sie massive Schäden in ihrem App-Ökosystem an, so blöd sind sie nicht.

Und Apple sperrt Epic, weil sie Vertragsbedingungen verletzt haben. Was soll daran Wilder Westen sein? Das hat Apple schon mit anderen gemacht, nur war es für die keine PR-Aktion mit provoziertem Rechtsstreit und dadurch weniger berichtenswert.

Und wie gesagt, es wird einfach so sein, dass Epic bewusst dagegen verstoßen hat, um einen Präzedenzfall zu schaffen. Dann konnten sie klagen. Jetzt gibt es ein paar Tage Machtspielchen und dann rudert Epic zurück, während der Fall weiterhin vor Gericht kommt, wo dann Fakten geschaffen werden. Mehr nicht.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 22. August 2020 - 16:00 #

"Und Apple sperrt Epic, weil sie Vertragsbedingungen verletzt haben."

Ja, mit Fortnite.

Das Sperren der Entwicklungszugänge für die UE hatte damit aber nichts zu tun. Das könnte Apple noch auf die Füße fallen.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 22. August 2020 - 16:45 #

Epic hat einen Developeraccount. Mit dem wurde Fortnite eingestellt und der wurde gesperrt aufgrund von Vertragsverletzungen durch Fortnite. Also kommen sie mit diesem Account nicht mehr an Apples Entwicklerwerkzeuge. Völlig normaler Vorgang. Bei einem Enterprise-Contract kann das auch alle Accounts eines Unternehmens betreffen.

Irgendwie geistern hier im Kommentarbereich echt viel Missverständnisse zur Entwicklung auf Apple-Plattformen herum.

Meistens lehnt Apple nur eine App ab. Aber je nach Schwere des Problems sperren sie auch Accounts. Epic ist da kein außergewöhnlicher Sonderfall. Das gab es schon unzählige Male davor. Hier hängt es nur Epic bewusst provozierend an die große Glocke. Beim Verhalten von Epic ist eine Accountsperre ein üblicher Vorgang. Meistens gibt es bei der Ablehnung von Apps nur Missverständnisse und es ist schnell geklärt (hab ich selbst etliche Male mitgemacht). Aber wenn ein Developer gezielt gegen Regeln verstößt und dazu eine Shitstormkampagne gegen Apple startet, werden halt strengere Maßnahmen ergriffen. Ist auch nicht das erste Mal. Das ist auch im Developer-Contract berücksichtigt und keine Willkür hier. Epic kannte das Risiko, sie haben entsprechende Verträge unterzeichnet.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 24. August 2020 - 13:01 #

Eine Schnittstelle stellt eine Reihe von Aufrufen bereit, die aber a) nicht in voller Gänze von allen Programmen genutzt werden, und b) jedes Programm auf das Verhalten, sprich bspw die Rückgaben der Aufrufe je nach Implementierung anders reagieren kann und auch wird. Apple wird desweiteren eh die Engines kennen die bei ihnen laufen, die müssen ja auch auf Feedback, Bug Reports usw reagieren können. Du sagst weitesgehend Deckungsgleich, und ich sage Apple wird genau wissen bzw schnell herausfinden können, wo es _nicht_ deckungsgleich ist.

Und Apple sperrt eben _nicht_ weil sie Vertragsbedingungen verletzt haben, wie du unten schreibst. Das sind separate Dev-Accounts um die es da geht, und die für sich stehend keine Vertragsbedingungen verletzt haben.

Und Epic wird kaum jetzt versuchen, Dev Accounts und den Fortnite-Streit vor Gericht separat behandeln zu lassen, wenn sie in Kürze eh zurückrudern wollen. Die Dev-Accounts stellen ein Problem dar, die Fortniteuser bringen ihnen ein "Argument".

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 24. August 2020 - 17:26 #

Deine Fantasie in alle Ehren, aber so ist das in der Praxis nicht. Im Appstore sind zig Millionen Apps, da gibt es bei jeder offiziellen Schnittstelle massive Kollateralschäden, wenn man sabotieren will. Für Spiele sind auch bei weitem nicht soviele Schnittstellen relevant, wie du denkst. Das meiste macht ja die Engine selbst. Und fast alle davon wird z.B. Unity auch verwenden. Und die ganzen proprietären Spieleengines auch.

Und was die Verträge angeht, wird Epic schlichtweg einen Enterprise-Contract haben (das ist bei Firmen dieser Größe normal). Der betrifft dann alle ihre Dev-Accounts. Wenn sie gegen den Enterprisevertrag verstoßen, sind sie halt komplett betroffen.

Das haben sie aber schon alles eingeplant, die sind nicht blöd. Wenn sie ihren PR-Stunt lange genug durchgezogen haben, kommt ein Zurückrudern mit „wir werden ja genötigt“ und man hat mehr Stoff für das Gerichtsverfahren, um das es einzig und alleine bei dieser Show ging.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 25. August 2020 - 11:24 #

Da haben wir ein wenig aneinander vorbei geredet: ich rede nicht von undokumentiertem Verhalten, ich rede von einer ganz normalen Änderung an der Schnittstelle, für jeden einsehbar usw, mit dem andere Entwickler wenig bis gar keinen Aufwand haben. Vielleicht mach ich mir echt mal den Spaß und zieh mir die UE, die soll ja verdammt gut dokumentiert sein. Ich kann mir gerade wenig vorstellen dass es nur "ein paar" Aufrufe an die Grafikschnittstelle sind, ich rechne da eher mit dreistelligen Bereichen bei einer so komplexen Engine. Den "richtigen" Einblick wird man wohl eh nicht bekommen, aber mal schauen was man da so raus lesen kann, das interessiert mich ja jetzt..

Das mit den Verträgen ist ja gerade in die nächste Runde gegangen, dabei wurde Apple erstmal untersagt Epic den Zugang zu den Entwicklerwerkzeugen zu verweigern, allerdings hab ich da jetzt noch nicht raus lesen können, wie das nun mit den Verträgen steht. Da wird aber sicherlich auch wenn das Verfahren dann richtig anläuft auch was zu durch sickern, ich denke ohne dass man da genau weiss was Epic da unterschrieben hat kann man da eh nur mutmassen.

Auch der Punkt wie sie das jetzt laufen lassen wollen: weiss man nicht, muss man schauen. Was ich aus welchen Indizien deutete hab ich ja schon ausgeführt, aber das kann man natürlich auch anders sehen.

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 25. August 2020 - 17:48 #

Wenn sie eine Schnittstelle so ändern, dass sie nicht mehr abwärtskompatibel ist, haben alle Apps, die sie nutzen, sofort ein Problem damit und alle Entwickler müssen ihre Apps anpassen. Sowas macht ein Anbieter nur, wenn es gar nicht anders geht. Völlig unrealistisches Szenario.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 26. August 2020 - 18:52 #

Es sei denn du findest bspw einen Aufruf, der schon lange als "deprecated" geführt wird, aber von Epic noch genutzt wird. Dass solche mit der Zeit verschwinden, allein schon weil sich ja auch die Funktionsweisen und Möglichkeiten der Grafikschnittstelle mit der Zeit ändert, ist zumindest bei normalen Libraries zwar selten aber durchaus üblich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass gerade Grafikschnittstellen da weniger Wandel haben..

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 26. August 2020 - 19:23 #

Und das nutzt dann niemand anderes als Epic mehr?

Und gerade ein Engineanbieter wie Epic wird paranoid genau auf sowas achten, da ein Problem damit dann direkt alle ihre Kunden betrifft.

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 26. August 2020 - 20:16 #

Die anderen wären in dem Szenario zumindest in der Lage, frühzeitig Anpassungen vorzunehmen wenn sie es noch nicht gemacht haben.

Und ja, in einer perfekten Welt wäre direkt schon alles vorbereitet und Epic könnte nichts passieren.
In einer nicht ganz so perfekten geht allerdings einiges schief, oder man nutzt man vielleicht sogar bewusst noch das was aktuell funktioniert - sei es weil es performanter ist, oder weil man noch nicht zum Umbau gekommen ist, andere Sachen Priorität haben, was weiss ich. Ggf liegt der Fix sogar schon bereit - immerhin kann man ihn ja jederzeit einspielen^^.

nothingad (unregistriert) 21. August 2020 - 11:00 #

Soweit ich das gelesen habe ist der Zugang zu ARKit schon gesperrt. Und mehrere SDKs sind wohl auch betroffen.
Bleibt auf jedenfall spannend!

Bruno Lawrie 22 Motivator - - 33459 - 21. August 2020 - 19:36 #

Das betrifft ja nur Epic. Andere Entwickler können ihre Spiele mit Unreal Engine ja weiterhin in den Store stellen.

Kritisch wird es höchstens, wenn Apple neue Geräte einführt, auf die sich die Unreal Engine anpassen muss, z.B. die ARM-Macs. Aber nur weil Epic den Account gesperrt bekommen hat, heißt das ja auch nicht unbedingt, dass sie handlungsunfähig sind. Dann beauftragen sie halt offiziell einen anderen Entwickler mit den Anpassungen (und machen sie in Wirklichkeit selbst mit einem anderen Account).

Aber bis es soweit ist, kriegen die sich schon wieder ein.

Despair 17 Shapeshifter - 7557 - 20. August 2020 - 19:25 #

Mich würde mal interessieren, wie genau Apple und Google Gebühren in Höhe von 30 % bei Store-Käufen auf Mobilgeräten rechtfertigen. Und nein, "Weil sie's können!" ist keine gute Begründung... ;)

gar_DE 19 Megatalent - P - 15990 - 20. August 2020 - 21:56 #

Das ganze Zahlungs-Managment bzw. die ganzer Abwicklung kostet Geld, der Unterhalt der Plattform (sprich die Weiterentwicklung des Betriebsystems und der Support) kostet Geld, die Server-CENTER kosten auch was und der Rest ist dann einfach Gewinn, da sie nun mal ihre Aktionäre glücklich machen müssen.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 21. August 2020 - 0:06 #

Weil sie über Ihre Stores eine enorme Verbreitung auf den Endgeräten erreichen können, die weit über dem liegt, was sich im Selbstverlag erreichen lässt. Außerdem ist im Store bereits der Zahlungsweg erfasst, eine der großen Hürden bei der Monettarisierung Ist dadurch gelöst.

euph 30 Pro-Gamer - P - 130149 - 21. August 2020 - 6:58 #

Gerade in Sachen Epic und Fortnite ist das allerdings eine eher dünne Begründung. Da kann man es durchaus auch so sehen, das Apple letztlich von der großen Beliebheit des Spiels profitiert, zu der sie selbst nichts beigetragen hat. Insofern kann ich schon verstehen, dass Epic da keine 30% mehr abdrücken will, wo sie im eigenen Store doch mit ihren 12% angeblich auch ganz gut über die Runden kommen.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 26. August 2020 - 12:42 #

Die auf einem Punkt gebündelte Nutzerbasis, weil jeder den hauseigenen Apple Store hat, bietet eine unschlagbare Präsenz und Erreichbarkeit – gerade bei den Casual Usern.

Der EGS ist finanziell gesehen noch immer ein reines Verlustgeschäft. Epic hat damit noch keinerlei Gewinn erzielen können und solange sie sich die Nutzung des EGS durch Exklusivdeals/Gratis-Games/selbstfinanzierte Rabatte quasi kaufen müssen, wird das auch noch eine Weile so bleiben. Fortnite stagniert seit einiger Zeit an allen Fronten, deshalb ist Epic das mit Apple/Google nun ja auch so wichtig, damit sie durch weniger Abgaben die Zahlen wieder höher treiben können. Vor allem in Asien ist der mobile Markt viel (viel) größer als im Westen und da zählt dann jedes Prozent.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 21. August 2020 - 2:39 #

Die Begründung ist vielleicht nicht gut, aber das ist die Antwort. Mit einer großen Rechtfertigung müssen beide sich nicht abgeben – faseln vielleicht kurz irgendwas von Aufwänden und Service, und dann war es das :P Die Entwickler müssen das so oder so schlucken, und das wissen beide Seiten.

Despair 17 Shapeshifter - 7557 - 21. August 2020 - 11:43 #

Ich fürchte, so sieht's aus. Mal schauen, ob Epic Google und Apple noch weiterhin etwas ärgern kann.^^

Selo 14 Komm-Experte - 1829 - 22. August 2020 - 10:46 #

Die 30% entstanden im NES-Kontext mit zwei Komponenten - 10% Lizenzgebühren, 20% für die Herstellung von Spielecartridges. Seitdem beibehalten trotz Änderungen in der Distribution.

drngoc 16 Übertalent - P - 4508 - 26. August 2020 - 12:18 #

Dafür haben sie jetzt laufende Kosten für die jeweilige Plattform und Server sowie deren Wartung und Entwicklung … Die Cartridges wurden einmal angefertigt und danach war es das.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 21. August 2020 - 13:18 #

Verlage mucken jetzt auch gegen Apple auf:

https://www.golem.de/news/verguetung-soll-halbiert-werden-verlage-gegen-apples-provisionen-2008-150402.html

Borin 16 Übertalent - P - 5255 - 21. August 2020 - 17:07 #

In der SZ ist heute im Wirtschaftsteil auch ein längerer Artikel. Interessante Punkte sind da (wobei ich es nicht geschafft habe, hier alles zu lesen und nicht weiß, was schon genannt wurde)
- das ganze wird u.a. in den Kontext der Kartellermittlungen der USA und der EU gegen Apple gestellt. Einiges dessen, was Cook dort gesagt hat, steht im Widerspruch zu dem, was laut Epic für Anbieter und Entwickler der Fall ist. Das kann vor Gericht eine Rolle spielen.
- Epic versucht, Spotify und Sonos auf seine Seite zu bekommen.
-Spotify hat wohl auch schon länger eine Beschwerde bei der EU eingereicht, weil ihnen verboten ist, im Apple-Store auf die Möglichkeit hinzuweisen, Abos über ihre Homepage abzuschließen, was für sie deutlich billiger wäre.
- Apple gibt manchen Unternehmen Rabatte, so muss Amazon für im App-Store abgeschlossene Prime-Mitgliedschaften nur 15% bezahlen statt 30%, was eine Ungleichbehandlung ist.
- Kern der Klage ist wohl aber nicht der Versuch, einen Rabatt zu bekommen, sondern das zentralisierte App-Store-System auszuhebeln.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 21. August 2020 - 17:10 #

Das Rabattsystem ist schon relativ klar geregelt und ich weiß noch nicht, ob ich es gut finden soll.
- Der Verkauf von physischen Waren erfolgt ohne Apples - Anteil (Amazone, Lieferdienste und so weiter)
- Abos für Mitgliedschaften kosten im ersten Jahr die regulären 30% und fallen dann in Folge auf 15%
- Alles andere liegt fest bei 30% Provision bei Apple.

Es gibt durchaus noch ein paar weitere Ausnahmen für spezielle Branchen, aber solange Epic weder eine Bank / Finanzdienstleister noch die Wohlfahrt wird, sei es erst einmal egal.

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 22. August 2020 - 9:58 #

Update:
Epic schließt iPhone- und iPad-Spieler von Season 4 aus. Außerdem soll wohl Anfabg der kommenden Woche eine Anhörung vor Gericht bezüglich einstweiliger Verfügungen stattfinden, mit denen Epic vorübergehend wieder Zugang zu Store und Entwicklungswerkzeugen bekommen will:

https://www.heise.de/news/Fortnite-Epic-will-iOS-Spieler-zuruecklassen-4875975.html

Selo 14 Komm-Experte - 1829 - 22. August 2020 - 19:16 #

Apple ist in diesem Krieg sicher nicht der Gute:
https://www.theverge.com/2020/8/21/21396316/apple-wordpress-in-app-purchase-tax-update-store

roxl 18 Doppel-Voter - P - 12796 - 23. August 2020 - 3:17 #

gabs vor den duopolisten schon hersteller denen man kohle zahlen musste um für ihr system blut spenden zu dürfen?
nintendo vielleicht? kann mich nicht erinnern.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24321 - 23. August 2020 - 11:22 #

Ich finde es schwierig, Anbieter von Exklusivhardware sprich Konsolen, eins zu eins mit Onlinehändlern für PC-Spiele zu vergleichen.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 24. August 2020 - 7:16 #

Ist ein Apple Gerät nicht auch exklusiv-Hardware. immerhin wurde das ganze auch nie als offenes System vermarktet.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24321 - 24. August 2020 - 9:36 #

Wie ist es denn bei einem sagen wir Mac Book? Da muss ich doch nicht zwingend über den Store gehen, oder?

Bei den mobilen Geräten sehe ich das eher so, dass aus einer Sicherheitsfunktion (keine Installation von außen) willkürlich ein Monopol gestrickt wurde. Das hat schon was von modernem Raubrittertum.

Konsolen sind ein anderes Paar Schuhe, da gehört eine günstige Hardware direkt zum Vertriebsmodell der zugehörigen Spiele und wird darüber mitfinanziert.

Klar, das kann man jetzt sicher je nach Ansicht unterschiedlich gewichten. Aber, dass sich Apple Hardware über die Software finanzieren würde, wäre mir neu.

Lorin 17 Shapeshifter - P - 7497 - 24. August 2020 - 7:35 #

Ich habe mir da inzwischen wirklich viele Berichte in wirklich vielen Medien durchgelesen. Seitenlange Exkurse von (Möchtegern-?) Rechtsexperten, Kommentare im Internet usw.
Dann hab ich mir am Beispiel von Roblox angeschaut wie "aufwändig" es ist beim Hersteller selbst einfach die Währung zu kaufen (geht schneller als auf dem Phone, da muss ich nicht so viele Sicherheitsschranken überwinden (Passwort, Elternfreigabe, nochmal Passwort...).
Inzwischen kann ich wirklich nicht mehr verstehen wieso Epic recht bekommen sollte.
Der Kauf beim Hersteller ist/war möglich und, wenn gut gemacht, auch sehr bequem für den Kunden. Ggf könnte man Apple vielleicht zwingen Werbung innerhalb der App zuzulassen, wenn die Ingame-Bezahlschnittstelle Apple vorbehalten bleibt. Aber da Apple Vorgaben bzgl der Konditionen zu machen ist doch eher "merkwürdig".
Zudem sehe ich immernoch nicht den Monopolmarkt, der relevante Markt liegt meiner Ansicht nach eine Ebene darüber.
Wenn Apple ein Monopol auf seine eigene, geschlossene Plattform hat, dan hat auch Epic ein Monopol auf den Ingame-Store von Fortnite. (Wir befinden uns ja hier immernoch auf Softwareebene, bei Fortnite sogar Systemübergreifend). Zahlungen lassen sich nur über Epic (in Form deren Ingame-Währung) abwicklen, die Inhalte werden von Epic kontrolliert.
Da sollte es doch möglich sein Epic zu zwingen alternative Stores für Ingame-Items zu ermöglichen, ebenso wie alternative Zahlungsmöglichkeiten. Die Freigabe des Codes und der Schnittstellen kann man ja absprechen (Siehe auch Sweenys Brief an Cook, wird ja ebenso ganz lapidar eingefordert).
Wo genau ist denn die Grenze die Epic da zieht warum das in ihrem eigenen System nicht möglich ist, aber bei Apple möglich sein soll.
Auf Sony, Nintendo und Co habe ich auch schon hingewiesen, welche Folgen das haben könnte. Dort ist das ganze System nämlich ebenso restriktiv.
Mir fehlt da jetzt aber tatsächlich noch folgende Info: Ist es auf der PS4 möglich Fortnite Währung an Sony vorbei (ohne den Browser zu öffnen) innerhalb des Spiels zu kaufen oder landet man dann zwangsläufig im Playstation-Store? (gleiche Frage für Nintendo/MS XBox)

Inso 18 Doppel-Voter - P - 11399 - 24. August 2020 - 13:44 #

Wie du schon angesprochen hast, ist die Linie von Apple, dass für externe Kaufoptionen weder irgendeine Art von Werbung gemacht werden darf, noch, und jetzt kommt das Wichtige: es außerhalb günstiger angeboten werden darf. Du darfst also nicht nur nicht darauf hinweisen, dass es überhaupt eine andere Möglichkeit zum Kauf gibt, du darfst auch noch dem Kunden über den Preis keinen Anreiz bieten, ausserhalb einzukaufen.
So was hatte Amazon bspw auch mal für seinen Marketplace: verkaufst du da, darf es in deinem eigenen Shop nicht günstiger sein. Wurde natürlich irgendwann kassiert..

Weiter: Epic hat ein Monopol auf seinen Ingame-Store, weil es nur ihnen möglich ist, ihrer Software auch Items zuzufügen bzw Werte zu verändern. Das kannst du gar nicht öffnen, weil es direkten Einfluss auf das Spiel hätte. Epic muss ja die Ebene darüber, also das Spiel wo die Sachen dann genutzt werden würden, weiter verwalten und anpassen, das ist doch bei Apple und seinem OS gar nicht der Fall. Apple Zertifiziert die Spiele, stellt die Downloadserver, und sie schöpft seine 30% ab.
Der Vergleich wäre eher, dass Epic nur für die Nutzung der Engine seine 30% nimmt. Diese dient ja wie auch das OS als Unterbau, aber halt eine Ebene höher. Hier ist Epic jedoch nur bei 5%, und auch nur wenn der Titel überhaupt etwas mehr einspielt.

Der Store von Apple ist, und das darf man dabei glaub ich nicht vergessen, ja darauf _angewiesen_, dass andere ihre Apps dort verkaufen. Was bei denen dann passiert, wäre auf Windowsebene so, als wenn man Software nur noch installieren kann, wenn sie über den Microsoftstore geladen wurde, und Steam nur weil es ja auf einem Windows-Betriebssystem rennt, 30% aller Einkünfte an Microsoft abdrücken müsste.

Zu den Systemen auf den Konsolen kann ich soweit nichts sagen, da kenn ich mich leider nicht mit aus.

Larnak 22 Motivator - 37541 - 27. August 2020 - 11:44 #

Als Ergänzung, der Vergleich zu Fortnite hinkt auf weiteren Ebenen:
- Fortnite hat massig relevante Konkurrenz und ist nicht ansatzweise so dominant wie Apple und Google, auch wenn es gigantisch erfolgreich ist. Auch wenn die Fälle also ansonsten komplett identisch wären, spielt das bei der Beurteilung immer auch eine Rolle.
- Fortnite ist F2P, finanziert also mit den dann im Spiel auftretenden Umsätzen überhaupt erst das ganze Konstrukt drum herum - Apple finanziert das schon über die Hardware-Verkäufe
- Fortnite gründet seine Stärke nicht auf Skins anderer Entwickler. Bei Apple hingegen ist das ein fundamentaler Anteil daran, dass sie in ihrer Position kaum anfechtbar sind - siehe Windowsphone, das primär an Appmangel gescheitert ist, nicht am Produkt an sich.
- Fortnite ist nicht systemisch exklusiv beim Nutzer, ein Handy hingegen in der Regel schon. Dass jemand mehrere, gar viele Spiele spielt ist nicht ungewöhnlich, Smartphone-Ökosysteme hingegen sind in vielen Fällen über viele Jahre hinweg Gatekeeper für den Zugang zu den jeweiligen potentiellen Kunden, in der Regel ohne dass der das bewusst wahrnimmt.
- Damit zusammenhängend die Relevanz im Alltag: Fortnite-Skins betreffen nur Fortnite, außerhalb von Fortnite interessieren die nicht. App-Store-Apps hingegen betreffen nahezu jeden Lebensbereich.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 24. August 2020 - 16:13 #

Microsoft stellt sich, was die Unreal Engine angeht, auf die Seite von Epic:
https://www.golem.de/news/unreal-engine-microsoft-unterstuetzt-epic-games-gegen-apple-2008-150432.html

g3rr0r 17 Shapeshifter - - 7404 - 24. August 2020 - 20:53 #

tja war irgendwie doch gar nicht anders zu erwarten oder ;)

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 110370 - 25. August 2020 - 10:04 #

Im Falle vom Ausschluß der Unreal Engine hat Epic vor Gericht gegen Apple gewonnen:
https://www.heise.de/news/Apple-gegen-Epic-Gericht-untersagt-Ausschluss-der-Unreal-Engine-4877995.html

"Apple und Epic haben das Recht, sich gegenseitig zu beklagen, aber dieser Streit sollte Unbeteiligte nicht in Mitleidenschaft ziehen."

Sag ich doch :p.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24321 - 25. August 2020 - 16:25 #

In der Tat. Da war das Gericht ganz deiner Meinung ;)

LRod 19 Megatalent - - 18643 - 26. August 2020 - 13:18 #

Ja, wobei die News etwas ungenau ist. Beide Entscheidungen, sowohl die Nicht-Sperrung der Entwicklerzugänge für die Unreal-Engine als auch die Nicht-Zulassung von Fortnite, sind nur vorläufige Entscheidungen.

Beides wird im Hauptsacheverfahren noch thematisiert werden. Dabei wurden schon rechtliche Zweifel an Apples 30%-Forderung angedeutet, die aber nicht per Eilantrag entschieden werden konnten.

Elfant 25 Platin-Gamer - 63208 - 26. August 2020 - 13:23 #

Gewonnen ist der falsche Ausdruck, da nur der (einstweiligen) Verfügung stattgegeben wurde. Es ist also eher eine Atempause als ein Sieg.

PS: LRod war schneller und genauer.

Gorkon 21 AAA-Gamer - - 30193 - 26. August 2020 - 16:19 #

Schön für Epic.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10896 - 26. August 2020 - 23:11 #

In einem großem Universum wie dem unserigen ist die Meinung des Gerichts letztlich auch nur eine Einzelmeinung unter vielen.

Mitarbeit
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