Spiele-Check: Yes, Your Grace - Wenn ich König von Davern wär...
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC Switch XOne
Bild von SupArai
SupArai 55406 EXP - 25 Platin-Gamer,R10,S9,A10,J10
Dieser User ist ein aktiver Kämpfer der Kompanie Global Brothers.Dieser User war Teil des Elfen-Kriegsrats im Warhammer-2-Letsplay.Screenshot-Meister: Hat 5000 Screenshots hochgeladenTop-News-Schreiber: Hat mindestens 5 Top-News geschriebenScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladenSammler: Hat mindestens 50 Spiele in seiner SammlungVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenAzubi-Redigierer: Hat 100 EXP beim Verbessern fremder News verdientIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenVorbild: Hat mindestens 100 Kudos erhaltenVielschreiber-Azubi: Hat mindestens 50 veröffentlichte News geschrieben

16. Juli 2020 - 10:39 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
In Yes, your Grace schlüpft ihr in die Rolle von Eryk, Herrscher über das mittelalterliche Davern. Euer Land liegt darnieder und die Einnahmen sind überschaubar. Hinzu kommt, dass Eryk seine Erstgeborene einem finsteren Gesellen versprochen hat. Er und seine Gemahlin versuchen nun das Eheversprechen zu umgehen. Hieraus entspinnt sich ein Plot mit euch im Zentrum der Macht, ständigen Entscheidungen und allerlei Irrungen, alltäglichen aber auch tragischen Ereignissen.
Hier seht ihr eure Burg, mit einem einfachen Klick wechselt ihr die Location: Im Kerker, im Garten und am Stadttor warten weitere Gespräche auf euch.
Royaler Arbeitsalltag
Ihr spielt Yes, your Grace in Runden, wobei jede Runde eine Ingame-Woche darstellt. Euer Ziel ist, die Geschicke des Landes so gut zu lenken, dass ihr insgesamt 52 Wochen überlebt. Jede Runde besteht aus mehreren Aufgaben. Euer Arbeitstag beginnt im Thronsaal: Dort erwarten euch, brav aufgereiht, euer Personal, Familienmitglieder und Untertanen. Einer nach dem Anderen tritt vor und erzählt von seinen Sorgen, bittet um Hilfe und formuliert einen Lösungsvorschlag. Es ist nun an euch zu entscheiden, ob ihr dem Gesuch nachkommt oder es ablehnt, manchmal steht euch optional ein dritter Weg offen. Die meisten Anliegen eurer Untertanen könnt ihr mit Gold, Nahrung oder einem Gesandten befriedigen. Entscheidet ihr euch gegen die Hilfe, kann sich das negativ auf die Zufriedenheit eures Volkes auswirken. Sinkt dieser Wert auf Null, kommt es zu einem Blitz-Aufstand. Könnt ihr die Forderungen des aufgebrachten Mobs nicht erfüllen, kostet euch das Kopf und Job. Das Spiel ist übrigens auch vorbei, wenn euch das Gold oder die Nahrung ausgeht.

Sind alle Bittsteller abgearbeitet, widmet ihr euch den Anliegen eurer Ehefrau, eurer drei Töchter oder anderer Besucher. Die Bedürfnisse reichen von trivialen Aufgaben, zum Beispiel der Streitschlichtung, bis zu wichtigen Entscheidungen, wie der Verheiratung einer eurer Töchter. Diese Mini-Geschichten spielen meistens in anderen Räumen der Burg, in die ihr unkompliziert wechseln könnt. Mit zunehmendem Spielverlauf warten immer mehr Aufgaben auf euch und diese wechseln je nach Abschnitt: Gesandte schickt ihr zu Ortschaften in eurem Königreich, nach dem ersten großen Storytwist widmet ihr euch der Diplomatie, gegen Ende versucht ihr vornehmlich eure Bürger zu mobilisieren.
Regelmäßig konsultiert ihr eure Ehefrau Aurelea im gemeinsamen Schlafzimmer. Mir waren viele der Gespräche aber zu holzschnittartig und schlicht flach.
Ohne Moos nichts los
Die geschickte Verwaltung der Ressourcen Gold, Nahrung, Bevölkerungszufriedenheit und Soldaten ist ein zentrales Spielelement in Yes, your Grace. In meiner ersten Partie, die ich leider kurz vor Schluss verlor, konnte ich nie mit vollen Händen geben - was ihr an einer Stelle ausgebt, fehlt an einer anderen. Eure Entscheidungen haben zudem immer Konsequenzen. Kurzfristig wächst oder schrumpft die Zufriedenheit eures Volkes sowie euer Handlungsspielraum und langfristig kommen die Auswirkungen mancher Entscheidungen wie ein Bumerang zurück. Das Hinzugewinnen neuer Ressourcen ist zudem mühsam. Vornehmlich erweitert ihr euer Einkommen dauerhaft mit dem Eingehen von Allianzen mit anderen Adligen. Per Brieftaube ladet ihr den Adligen zu euch an den Hof, hört euch sein Angebot an und wägt ab ob die Gegenleistung seine Forderung aufwiegt.

​​​​​​Am Ende jeder Runde präsentiert euch das Spiel eine Budget-Übersicht, in der ihr Gold – Agenten stehen nur zur Verfügung wenn sie Sold erhalten – und Nahrung – eine Armee muss ernährt werden, sonst desertieren Soldaten – auf verschiedene Posten verteilt. Zudem könnt ihr Ressourcen für Ausbauten an der Burg verwenden. Die Optionen nehmen auch hier mit zunehmender Spieldauer zu und verändern sich je nach Storyabschnitt.
Die Budget-Übersicht direkt nach Spielbeginn: Noch könnt ihr wenig mit euren Finanzen jonglieren, aber im Spielverlauf mehren sich die Einnahmen und Ausgaben sowie die Möglichkeiten, Ressourcen einzusetzen.
Technisch solide
Grafisch präsentiert sich der Titel im groben Pixellook, der gut zum Spiel passt und auch wirklich gefällt. Technisch hat Yes, your Grace leider eine große Schwäche: Die schlampige Übersetzung der Texte ins Deutsche strotzt vor Fehlern! Unverständlich, dass hier nicht nachgebessert wird. Ich empfehle gleich die englische Fassung zu starten. Skurril: In den Optionen könnt ihr Stimmen ein- oder ausschalten. Sprachausgabe ist damit allerdings nicht gemeint, die Protagonisten geben am Anfang jeden Satzes lediglich Phantasie-Laute von sich. Ich fand das unglaublich nervig und habe diese „Option“ nach wenigen Minuten deaktiviert. Gut gelungen sind hingegen der Soundtrack und die dezente Soundkulisse.

Fazit
Meine erste Partie verlor ich nach gut fünf Stunden Spielzeit auf der Zielgeraden. Den Spielspaß verlor ich schon viel eher. So nett die strategischen Möglichkeiten klingen, so sehr fehlt es allen Spielbereichen an Tiefe und der Spielablauf scheitert für mich an seinen ewigen Wiederholungen. Die Geschichte wird nett erzählt, viele Abschnitte sind mir aber zu konstruiert und viele Dialoge wirken zudem schlicht nicht aus einem Guss. Der Strategie- und Managementteil macht auf mich ebenfalls keinen ausgereiften Eindruck. Mit der ständigen Mängelverwaltung kann ich mich noch anfreunden, aber mehr Möglichkeiten, Ressourcen zu erlangen (auch mit der Option sie wieder zu verlieren), hätten gut getan, um das Spielgeschehen dynamischer zu gestalten. Die Idee mit den Vorsprachen und Entscheidungen hört sich spannender an, als sie ist: Auch hier verliert sich der Titel in Trivialitäten und die Mechanik hat mich mehr und mehr gelangweilt.
  • Rundenstrategie für PC, Xbox One und Switch
  • Einzelspieler
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Preis: 16,79 Euro (Steam, GOG, Nintendo eShop), 19,99 Euro (Microsoft Store)
  • In einem Satz: Storygetriebenes Strategiespiel, das euch ständig vor Entscheidungen stellt, dem es aber an Dynamik und spielerischer Tiefe mangelt.
Maverick 33 AAA-Veteran - - 930800 - 16. Juli 2020 - 10:49 #

Danke für den neuen und schön geschriebenen Check, SupArai. :) Ich hatte den Titel ja mal in meiner Games-Neuerscheinungs-Galerie+ als aussichtsreichen Kandidaten erwähnt. Schade, dass der Titel spielerisch wohl nicht so wirklich überzeugt. ;)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 16. Juli 2020 - 11:00 #

Danke, gerne!

Ich hätte Yes, your Grace wirklich gerne gemocht und es tut mir schon Leid, dass mir das nicht gelungen ist.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 138723 - 16. Juli 2020 - 11:16 #

Dafür ist Dir aber der Check sehr gut gelungen, danke!

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 16. Juli 2020 - 12:08 #

Danke, gerne!

Ich finde es in der Tat schwer, über ein Spiel zu schreiben, dass mir nicht gefällt und das meiner Meinung in Bereichen schlecht funktioniert. Und im nächsten Schritt trotzdem eine Idee zu haben, wem das Spiel gefallen könnte.

Ein schwieriger Spagat: Möglichst gute Vorstellung des Titels und dann eine Bewertung abzugeben, ohne andere Spieler aus den Augen zu verlieren. Ich tendiere in dem Check zu Yes, your Grace eher dazu, dass mir das nicht so gut gelungen ist.

Wenn man den Titel einfach nur einmal durchspielt, merkt man vielleicht nicht, dass (fast alle) Spielelemente inhaltlich sehr oberflächlich bleiben. Also, falls man es soweit schafft, denn mittendrin kann es ja auch vorbei sein. Ich hätte zum Beispiel keine Chance gehabt, meine Fehlkalkulation durch das Laden eines Save-Games zu reparieren. So war in Woche 50 oder sogar 51 Ende im Gelände.

Gentleman77 17 Shapeshifter - P - 6227 - 16. Juli 2020 - 12:43 #

Danke für den gelungenen Check!

Bin zwar selbst Konsolero und habe mit Rundenstrategie nicht wirklich was am Hut (mein letztes Rundenstrategiespiel war wohl "Jeanne d'Arc" auf dem Amiga), aber so ein Blick über den Tellerrand finde ich immer sehr interessant und unterhaltsam, weiter so!

Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60903 - 16. Juli 2020 - 12:53 #

Mein Interesse ist trotz des Checks noch nicht ganz verloschen. ;)

Olphas 25 Platin-Gamer - - 62514 - 16. Juli 2020 - 12:53 #

Das erinnert mich von der Beschreibung etwas an Reigns. Davon hab ich die Game of Thrones Variante eine Weile gern gespielt. Nur halt mit mehr Grafik und ein bisschen mehr zu tun. Ich glaub ich schau es mir irgendwann mal an. Danke für den Check!

Maestro84 19 Megatalent - - 17110 - 16. Juli 2020 - 13:26 #

Ich bin ganz zufrieden mit dem Spiel. Es gab dazu auch eine Wertschätzung bei The Pod vor einiger Zeit.

Q-Bert 24 Trolljäger - - 46250 - 16. Juli 2020 - 13:27 #

Das Fazit könnte wohl so auch unter "Papers, please" stehen :]

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 16. Juli 2020 - 14:31 #

Im gewissen Sinne stimme ich dir zu. Papers, please hat bei mir trotz all seiner Schwächen immer einen gut. ;-)

jqy01 15 Kenner - P - 3894 - 16. Juli 2020 - 22:42 #

Es gibt einen großen Unterschied: Papers Please ist spannender und macht mehr Spaß. :)

Zille 20 Gold-Gamer - - 24947 - 16. Juli 2020 - 14:18 #

Danke für den gut geschriebenen Check!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 154171 - 16. Juli 2020 - 15:28 #

Vom Ansatz her ganz interessant. Danke für den Check!

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 61924 - 16. Juli 2020 - 15:59 #

Danke fürs "abchecken", ist aber wohl kein Highlight für mich.

Bantadur 17 Shapeshifter - - 7045 - 16. Juli 2020 - 16:12 #

Vielen Dank für den Check! Trotz der angesprochenen Schwachpunkte ist der Titel für mich eventuell trotzdem ein Sales-Kandidat...

paschalis 31 Gamer-Veteran - - 272182 - 16. Juli 2020 - 17:06 #

Danke für den Check, das Spiel hat mich interessiert. Falls es in den Game Pass kommt werde ich es wohl mal anspielen, ansonsten nicht.

Pomme 17 Shapeshifter - P - 8308 - 16. Juli 2020 - 22:08 #

Hätte es mir auf der Switch angesehen und da gibt es bei bestimmten Speicherkarten leider ein Problem: Manche Screens Laden nicht, Game muss geschlossen werden. Was bedeutet, dass der Ingame-Tag wiederholt werden muss. Hätte ich am dritten Tag vier Mal hintereinander an der selben Stelle - und das war’s leider für mich mit dem Spiel.

jqy01 15 Kenner - P - 3894 - 16. Juli 2020 - 22:41 #

Danke für den Test. Spiegelt im Prinzip genau meine Spielerfahrung wieder. Ich hatte es allerdings 52 Wochen lang geschafft und wohl auch ein gutes Ende erwischt... Aber ich hatte mir da auch mehr von versprochen.

Und eines kann man nicht stark genug hervorheben: Bitte nicht auf Deutsch spielen so lange die Übersetzungen so grausam sind!

schlammonster 31 Gamer-Veteran - P - 264801 - 17. Juli 2020 - 7:03 #

Das Spiel klang in der AeB-Wertschätzung von Dom Schott irgendwie besser. Mal schauen, vielleicht später mal - ich hab eh noch mit De Witt und seinen Schergen einige Hühnchen zu rupfen.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 40911 - 17. Juli 2020 - 13:10 #

Dom ist bei der Spielmechanik aber auch seeehr verzeihend, manchmal glaube ich, ihm ist das Szenario fast wichtiger als die Mechanik.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 17. Juli 2020 - 16:27 #

Ich kennen den Podacast nicht, bzw. höre den nicht. Ich versuche mal, ein paar Gedanken aufzuzählen:

In Yes, your Grace spiele ich einen König. Ständig kommen Leute zu mir, die mich mit irgendwelchen "Kleinigkeiten" bequatschen und, im Vergleich zu den Einnahmen, ständig Beträge fordern, die ich, als Spieler, völlig überzogen betrachte. Das Verhältnis ist aus meiner Sicht viel zu konstruiert um "irgendwas" in Balance zu halten. Wahrscheinlich wäre das Spiel ohne dieses Missverhältnis in den Ausgaben viel zu leicht.

Zudem steht mein Königreich ständig kurz vor dem Untergang. Diese Ausgangslage wird mir aber im Spielverlauf atmosphärisch nie ausreichend berücksichtigt. Eigentlich sollte ich zusehen, dass mein Land einer riesigen Streitmacht gegenübertreten kann, aber trotzdem "mobbt" mich mein Volk schlimmstenfalls aus dem Palast, wenn ich mich nicht um den Ausbau der Dorfschänke kümmere. Dieses undankbare Gesocks... ;-)

Dann sind viele der Vorsprachen "einem König nicht würdig". Der Titel verliert sich da wirklich in Banalitäten. Am Anfang ist das ganz witzig. Aber ich fühle mich als König irgendwann nicht mehr abgeholt, wenn ich wiederholt Gold für den Ausbau einer Taverne in Pusemuckel geben soll, oder sich mal wieder ein Kind im Wald verirrt hat. Mir wurden diese vielen echt trivialen Anliegen, um die ich mich kümmern muss, einfach zuviel. Nicht mal, weil sie das Spiel schwerer machen, sondern weil sie mir schlicht zu konstruiert vorkommen: Man braucht sie halt um das Spiel am Laufen zu halten. Zumal bleiben die Dörfer, denen ich helfe, im weiteren Spielverlauf "sehr weit weg", eine planvolle Verwaltung oder Gestaltung des Königreichs bietet das Spiel überhaupt nicht an. Es erfolgen viel zu selten weitere Interaktionsoptionen oder Rückmeldungen - die gibt es zwar, aber für mich war das alles viel zu abstrakt und ich wäre gern planvoller vorgegangen. Aber das gibt der Titel aufgrund seiner beschränkten Spielelemente nicht her. Die Karte des Königreichs bietet eine Option an, die Diplomatie ermöglicht euch, jede Runde einen Adligen einzuladen mit ihm zu sprechen, dann läd man in der nächsten Runde einen anderen ein und so weiter.

Ich spanne mal einen Bogen zu Game of Thrones in der Art der Erzählung, weil das hätte mir gut gefallen. Der Versuch, sich erzählerisch zu behaupten, ist auch vorhanden. Aber der Titel gewinnt erzählerisch nie die nötige Durchschlagskraft oder Ernsthaftigkeit und Auswegslosigkeit. Auch aufgrund des Spielablaufs plätschert vieles vor sich hin - die Art und Weise wie hier eine Geschichte erzählt wird, ist mir viel zu "stakkatohaft". Zudem bleiben mir viele der Geschichten und Episoden, vor allem meine Königin als Charakter, auch zu blass und eintönig.

Edit
Yes, your Grace ist halt ein ziemlich kleiner Titel. Nehme ich Papers, please als Beispiel würde ich sagen, dass dieses Spiel in seiner "Kleinheit" es einfach besser macht, weil er klein bleibt. Yes, your Grace verzettelt sich meiner Meinung in seinen vielen spielerischen Einzelteilen zu sehr.

schlammonster 31 Gamer-Veteran - P - 264801 - 19. Juli 2020 - 8:22 #

Danke für die sehr ausführliche Erläuterungen :)

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 73244 - 21. Juli 2020 - 8:17 #

Danke für den interessanten Check und diese ausführliche Ergänzung. :-)

Quirk 12 Trollwächter - 829 - 17. Juli 2020 - 10:30 #

Also ich muss sagen, dass mir das Spiel äußerst viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass der Entwickler auf die gute Basis noch einen draufsetzt und es eine Fortsetzung geben wird.
Der Wiederspielwert ist relativ begrenzt. Ich würde sagen, es reicht für zweimaliges Durchspielen. Aber die Story ist interessant gehalten und die grundlegenden Mechaniken greifen gut ineineinander. Es könnte noch mehr Content und Einflussmöglichkeiten geben, ansonsten bin ich für den Preis aber sehr zufrienden gewesen. Ist natürlich immer auch Geschmacksache.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 22. Juli 2020 - 23:07 #

Ein Spiel über den Preis zu bewerten, ist für mich häufig schwierig. Aber klar, ich kann verstehen was du meinst und wenn ich zum Beispiel nur 3,99 Euro bezahlt habe, gebe ich mich häufig mit weniger zufrieden - aber richtig fair ist das "mir gegenüber" auch nicht... ;-)

Bei Yes, your Grace kann ich dieser Logik nicht folgen, weil ich um die 16,nochwas Euro dafür hinlegen soll. Habe ich natürlich nicht, waren um die 10 Euro (glaube ich) im Summer-Sale. Aber "Gnade" kann der Titel dann nicht erwarten. Oder mir kommt so ein "Dingen" wie Beyond Blue unter, da habe ich dank Epic-Gutschein nur 6,79 oder so bezahlt - aber am Ende war selbst dieser Betrag zuviel und dann habe ich auch noch den "kostbaren" Gutschein für dieses "Dingen" vergeudet?!?! Aaargh...

Ich möchte übrigens auch niemandem seinen Spaß an Yes, your Grace nehmen. Videospiele sind eine sehr individuelle Angelegenheit: Erwartungen, Ansprüche, unterschiedliche Wertigkeiten beim Inhalt, das alles spielt eine Rolle. Ich spiele auch viele "kleinere" Titel, die mit viel weniger "Mechaniken" als Yes, your Grace auskommen und mit denen ich, vielleicht sogar deshalb, eine Menge Spaß habe - zuletzt zum Beispiel mit Let Them Come... ;-)

Bei der Frage nach dem Guten-ineinandergreifen-der Mechanik bei Yes, your Grace kann ich deine Meinung nicht teilen. Ich finde, da greift eben "in Wirklichkeit" nichts richtig ineinander. Das wirkt nur so. Die Mechaniken laufen alle nebenher, wirken sich zwar aufeinander aus, bleiben aber im Endeffekt Einzelteile und ich bezweifle, dass da ein wirkliches System, also im Sinne von Konzept, dahintersteckt. Mmmhhh, ich kann leider gerade nicht besser erklären, wie ich das meine...

Quirk 12 Trollwächter - 829 - 3. August 2020 - 15:04 #

Auch die Bewertung über den Preis ist natürlich immer subjektiv. Man kann vielleicht höchstens Rückschlüsse auf den Umfang und die Produktionswerte ziehen, aber über den Spielspaß sagen auch diese, je nach Geschmacksprioritäten, wenig bis gar nichts aus. Ich kann also nur sagen, dass ich mit dem zu diesem Preis gelieferten Produkt zufrieden war :)

Da ich Backer bin, habe ich das Spiel aber auch günstiger erhalten. Das hätte ich vielleicht noch erwähnen sollen. Wahrscheinlich ist meine Ansicht deswegen auch etwas gefärbt, da ich weiß, dass es das Erstlingswerk des Entwicklers ist und wie die Entwicklung gelaufen ist. Nichtsdestotrotz hatte ich Spaß an dem Spiel und sehe Potential für eine spielmechanisch erweiterte Fortsetzung.

Was das Ineinandergreifen der Mechaniken angeht: Da würden wir uns jetzt wohl in Details verlieren müssen. Und da muss ich dir auch zugestehen, dass du für diesen Beitrag wahrscheinlich analytischer an die Sache rangegangen bist. Für mich haben sich die Einzelteile des Spiels, subjektiv, einfach passend und nicht deplatziert angefühlt.

Mein Kommentar sollte aber auch keine Kritik an deinem Beitrag sein. Ich wollte nur erwähnen, dass es auch Menschen gibt, die Spaß mit dem Titel hatten :)

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 3. August 2020 - 22:18 #

Ich habe deinen Kommentar auch nicht als Kritik gewertet, vielmehr finde ich es klasse, dass du deine Meinung geschildert hast und vor gerade, weil die von meinem Standpunkt abweicht. :-)

Es geht mir nicht darum einen Titel in Grund und Boden zu schreiben, so dass am Ende nicht mal mehr Unkraut darüber wachsen möchte. Ich finde es sogar viel schwerer, Titel zu kritisieren, weil bei aller Kritik andere ja durchaus Spaß damit haben können. Und ich hätte Yes, your Grace auch sehr gerne gemocht.

Quirk 12 Trollwächter - 829 - 4. August 2020 - 10:41 #

Es wäre aber auch äußert langweilig, wenn alle immer den gleichen Standpunkt hätten. Von daher lese ich gerade auch kritische Stimmen zu einem Spiel, welches mir gefallen hat, ganz gerne. Denn, da sind wir uns ja einig, am Ende sind es größtenteils Meinungen, die man vielleicht durch einige objektive Fakten untermauern kann.

Vielleicht wird dir ja der dann hoffentlich kommende Nachfolger besser gefallen ;-)

Rumi 18 Doppel-Voter - 10336 - 17. Juli 2020 - 16:20 #

erinnert ich mich teilweise an Long live the Queen

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 230532 - 18. Juli 2020 - 11:14 #

Aja, gut zu wissen, danke für den check. Hätte mich an sich interessiert, aber nun doch nicht. :)

Claus 31 Gamer-Veteran - - 367034 - 31. Dezember 2020 - 17:44 #

Habs jetzt gekauft, und zufrieden durchgespielt.
Kein Mega-Kracher, aber doch irgendwie gute Unterhaltung.
Nur ist das das weder ein Taktik-Rpg noch wirkliche Rundenstrategie.
Eher eine sehr verdünnte Mischung aus Story-Adventure, Interaktives Spielbuch und Point-and-click-Adventure.
Kurz:
Casual, sonstiges.

SupArai 25 Platin-Gamer - P - 55406 - 31. Dezember 2020 - 23:55 #

Puuuh, ganz so hart wäre ich mit dem Spiel nun auch nicht ins Gericht gegangen... aber passt schon.

Yes, your Grace ist eigentlich fast nichts richtig und alles vorhandene ist nur so halbgar umgesetzt.