Doom Eternal: Nach Musik-Streit gehen id und Komponist getrennte Wege

PC Switch XOne PS4
Bild von Hagen Gehritz
Hagen Gehritz 57672 EXP - Redakteur,R9,S10,C9,A9,J10
Meister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtTester: Hat 5 Spiele- oder Hardwaretests veröffentlichtSilber-Schreiber: Hat Stufe 10 der Schreiber-Klasse erreichtStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhaltenTop-News-Veteran: Hat mindestens 50 Top-News geschriebenVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenDieser User hat uns zur Japan-Doku-2018 Aktion mit 10 Euro (oder mehr) unterstützt.Dieser User hat uns zur TGS 2017 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns zur TGS 2016 Aktion mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabei

5. Mai 2020 - 12:54 — vor 49 Wochen zuletzt aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Doom Eternal ab 59,99 € bei Green Man Gaming kaufen.
Doom Eternal ab 12,99 € bei Amazon.de kaufen.

Wie schon das 2016er Doom zeichnet sich auch Doom Eternal (im Test, Note 9.0) durch erstklassige Metal-Musik von Mick Gordon aus, die das höllisch brutale Gameplay gekonnt untermalt. Als einen Monat nach Release von Doom Eternal der offizielle Soundtrack veröffentlicht wurde, kritisierte Gordon auf Twitter die Abmischung vieler Tracks und betonte, man höre den Unterschied bei der handvoll Stücke, die er selbst gemixt hat (wir berichteten). Tatsächlich sind 12 der 59 Tracks des offiziellen Soundtracks von Gordon selbst bearbeitet, der Rest vom Lead Audio Designer bei Entwickler id Software.

Nun hat sich Marty Stratton, Executive Producer bei id, in einem offenen Brief zu den Schwierigkeiten beim Soundtrack geäußert und ein vorläufiges Ende der Zusammenarbeit mit Mick Gordon bekannt gegeben.  Stratton wundert sich über Gordons öffentliche Kritik und betont, dass es keine kreativen Differenzen mit dem Komponisten gab, der fast unbegrenzte Freiheit bei den Doom-Soundtracks genoss. Stattdessen führten Zeitprobleme bei der Produktion zu Kompromissen, die zuvor abgesprochen waren.

Der Soundtrack wurde als Teil der Collector's Edition von Doom Eternal auf der E3 2019 angekündigt. Im Januar 2020 wurde mit Gordon vereinbart, dass er bis März 2020 mindestens 12 Tracks liefern würde. Am 24. Februar 2020 hat Gordon um 4 Wochen mehr Zeit gebeten, um bis zu 30 Tracks für den bestmöglichen Soundtrack zu liefern. id stimmte einer Verschiebung bis Mitte April zu. Sie mussten aber Verbraucherschutz-Fristen beachten. Noch mehr Verspätung hätte zu Ansprüchen auf volles Rückgaberecht wegen versäumter Auslieferung führen können.

Als der April näher rückte, wuchs die Nervosität bei id Software und der Lead Audio Designer erhielt die Aufgabe, aus Gordons komprimiertem Material für den Shooter Tracks zu mixen – die Fragmente waren für die Verwendung in Doom Eternal gedacht und entsprechend anders aufbereitet (mit deutlich weniger Dynamik bei Höhen und Tiefen). Der Exectutive Producer informierte Gordon darüber und der Komponist schlug vor, dass seine Mixes mit denen des Doom-Entwicklers für ein umfangreicheres Album kombiniert werden sollten. Gordon hatte nach Problemen bei der Produktion doch nur die minimalen 12 Tracks, von denen die Mehrheit Ambient- statt der erwarteten Kampf-Musik war.

Im Gespräch mit Gordon hat sich gezeigt, dass der Komponist teils aufgrund von Missverständnissen verärgert war. Die öffentliche Schelte von Gordon stellte id Software als Bösewicht dar und hatte eine Welle der Kritik sowie für den beteiligten Audio Designer persönliche Anfeindungen zur Folge. Auch überraschte die Entwickler Gordons Tweet, dass er an einer weiteren Zusammenarbeit mit id Software zweifelt. Stratton lobt die geleistete Arbeit von Gordon und wünscht ihm viele Auszeichnungen, doch seine Kommunikation habe die Vertrauensbasis zwischen Entwickler und Komponist zerstört. Daher ist Mick Gordon nicht am DLC für Doom Eternal beteiligt, der Ende 2020 erscheinen soll.

joker0222 29 Meinungsführer - P - 111478 - 5. Mai 2020 - 13:02 #

Klingt nach Künstler ohne Bezug zu den Problemen der realen Welt.

Bluff Eversmoking 16 Übertalent - P - 5753 - 5. Mai 2020 - 13:03 #

Das haben Künstler so an sich.

TheRaffer 21 Motivator - - 28437 - 6. Mai 2020 - 10:02 #

Dachte auch, dass das zur Jobbeschreibung gehört...

Ganon 24 Trolljäger - P - 63630 - 5. Mai 2020 - 13:04 #

Schade. Die Musik hatte nicht geringen Anteil an der Genialität des Reboots. Aber wenn man selbst nicht liefert und dann die Schuld auf die Gegenseite abwälzt, braucht man sich auch nicht wundern.

euph 28 Endgamer - P - 104329 - 6. Mai 2020 - 8:06 #

Die Musik trägt schon sehr viel zum Spielgefühl bei in Doom 2016 und in Eternal.

Dennis Hilla Redakteur - 128883 - 5. Mai 2020 - 13:27 #

Tja, da bin ich mal gespannt, ob Bethesda einen annähernd so guten Musikmann findet.

Sokar 19 Megatalent - P - 14280 - 5. Mai 2020 - 13:47 #

Andrew Hulshult wäre zumindest für den Metal-Part passend, der hat u.a. für Dusk, Amid Evil, Rise of the Triad (2013) und Quake Champions Musik gemacht, bekannt wurde er aber mit einem kompletten "Remake" das Original Doom Soundtracks: https://www.youtube.com/watch?v=AGK1dr-Ql0w&feature=youtu.be
Und er sitzt selber in Dallas, da sollte die Kommunikation auch kein so großes Problem sein wie nach Australien ;)

Schade ist es trotzdem, aber die Beziehung scheint zumindest vorerst nicht zu kitten sein.

Cyd 19 Megatalent - - 17384 - 5. Mai 2020 - 14:39 #

Oder Curt Victor Bryant (Slain/Valfaris)

https://www.youtube.com/watch?v=3Xu2RTTudrE&list=PLplWQWlFS076S_kwCiaAF5axH3BFNHTMS&index=2

Gorkon 18 Doppel-Voter - - 11220 - 5. Mai 2020 - 14:25 #

Weil es ja sicher auch keine anderen Komponisten in diesem Umfeld gibt, die sich auf "Metal" spezialisiert haben. Das wird eher daran scheitern, dass die eine Seite zu wenig zahlen will und die andere Seite zu viel verlangt.

Sokar 19 Megatalent - P - 14280 - 5. Mai 2020 - 17:28 #

Die Frage ist: wollen sie wirklich Metal? In einem Talk auf der GDC vor ein paar Jahren hat Mick verraten, dass id zuerst nur Synthesizer Sounds wollte (Chad Mossholder macht auch selber Musik, das ist sehr experimenteller Elektro-Sound). Ich fand auch dass es gerade die Mischung macht.
Für die Synth-Richtung höre ich gerade einiges von Finish Move Inc. die haben u.a. zu Borderlands 3, Crackdown 3 und Halo Wars 2 Musik gemacht: https://www.finishingmoveinc.com/music

Genau die Mischung, und wahrscheinlich auch in der sehr dreckigen Art wie Mick Gordon das gemacht hat wird man wohl kaum finden. Die nächsten Spiele und DLCs werden definitiv anders klingen.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 146035 - 5. Mai 2020 - 18:05 #

Nehmt doch Sonic Mayhem. Den Soundtrack zu Quake II höre ich auch heute noch immer wieder mal.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 195057 - 5. Mai 2020 - 19:01 #

Tja, schade, ist echt dumm gelaufen. Kommunikation ist alles.

KornKind 14 Komm-Experte - P - 2453 - 5. Mai 2020 - 21:23 #

Da hat er meinen Respekt. Naja, Doom Eternal war meiner Meinung eh eine grosse Enttäuschung verglichen mit Doom 2016.

euph 28 Endgamer - P - 104329 - 6. Mai 2020 - 8:05 #

Da steht was von vorläufigem Ende der Zusammenarbeit - vielleicht ja nur, bis der nächste Teil produziert wird :-)

BIOCRY 16 Übertalent - P - 5387 - 6. Mai 2020 - 8:24 #

Dann könnte er ja jetzt für den nächsten Tomb Raider Teil die Mucke machen. Doom Eternal hat ja auch ziemlich viel Gameplay davon übernommen...

Mitarbeit