Kickstarter: Weniger Projekte / Corona-bedingt Entlassungen möglich

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23. April 2020 - 10:50 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
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Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter plant Stellenstreichungen sowie Gehaltskürzungen und hat dazu Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen. Das berichtet die Technologie-Webseite The Verge und verweist dabei auf ein internes Memo der Kickstarter-Geschäftsführung an die Beschäftigten.

Der Kickstarter-CEO Aziz Hasan schreibt darin:

Wie ihr wisst, starteten auf der Plattform in den letzten Wochen deutlich weniger Projekte, auch wenn die Backer weiter fleißig unterstützen. Die Anzahl der Live-Projekte liegt etwa 35 Prozent unter der zum Vorjahreszeitpunkt, ohne ein klares Zeichen der Besserung. Daraus resultierend sinken auch unser Pledge-Volumen und Gewinne stark. Das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen erfordert deutliche Kostensenkungen. Kickstarter ist ein kleines Unternehmen mit 140 Leuten und bescheidenen Gewinnmargen, und der Reingewinn nach Steuern von etwa 1,27 Millionen Dollar, den wir im vergangenen Jahr erwirtschaftet hatten, ist seit Jahresbeginn komplett ins Unternehmen zurückgeflossen. Davon ausgehend haben wir eine Anzahl von Maßnahmen eingeleitet: Gehaltskürzungen für leitende Angestellte, auch für mich und die Mitglieder der Geschäftsführung, Einführung eines Einstellungsstops sowie Nicht-Nachbesetzung der Stellen von Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen, sowie Einsparungen bei Sachkosten.

Hasan schließt jedoch auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus und erklärt, Kickstarter habe dazu bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen. Letztere bestätigen die Aufnahme von Gesprächen, es sei aber noch zu früh, über den Fortgang der Verhandlungen zu berichten.

Unterdessen hat Kickstarter weitere Maßnahmen zur Stärkung des Geschäfts unternommen. So wirbt das Unternehmen verstärkt um kleinere Projekte, die deren Ersteller von zu Hause aus stemmen können, und moderiert inzwischen alle mit dem Corona-Virus in Zusammenhang stehenden Aktivitäten. So will die Plattform sicherstellen, dass potenzielle Backer nicht auf unlautere Projekte hereinfallen, andererseits aber sinnvolle Ideen weiter Zuspruch finden können.

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 23. April 2020 - 11:17 #

Bei gerade einmal 1,2 Mio Jahresgewinn, finde ich 140 Angestellte doch ein wenig aufgeblasen.
Kickstarter sollte wohl generell mal seine Strukturen überdenken.

RoT 19 Megatalent - P - 18242 - 23. April 2020 - 11:34 #

der Jahresgewinn ist doch meines Erachtens schon abzüglich der Mitarbeiterkosten, oder? Aber du meinst sicherlich, dass wenn da mal was ausfällt, ist so ein polster schon recht schnell aufgeschlabbert..

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 23. April 2020 - 12:27 #

Genau so meine ich es :-)

Alleine von den Rücklagen sollten 2-3 Monate für die Deckung der laufenden Kosten gezahlt werden können.

Ist nie gut wenn die laufenden Kosten fast den gesamten Gewinn auffressen...

Q-Bert 21 Motivator - - 27392 - 23. April 2020 - 13:42 #

8500 Dollar Jahresgewinn pro Mitarbeiter ist nicht schlecht für ein relativ kleines StartUp und gleichzeitig noch eine Public Benefit Corp (sowas ähnliches wie eine Gemeinnützige GmbH, wo Profit nicht an erster Stelle steht).

Vergleich Zalando, unser deutsches "Vorzeige-StartUp":
99,7 Millionen Gewinn mit 13.700 Mitarbeitern = ~7300 Euro pro Mitarbeiter in 2019.

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 23. April 2020 - 14:07 #

Die beiden würd eich jetzt nicht mit einander vergleichen.
Zalando als Investoren gesteuertes Projekt, bei dem für das Wachstum alles andere hinten angestellt wird, ist mit StartUps nur schwer vergleichbar.
Am bedenklichstes finde ich, das es anscheinend keine nennenswerten Rücklagen gibt.

Q-Bert 21 Motivator - - 27392 - 23. April 2020 - 15:43 #

Womit würdest du Kickstarter vergleichen? Mir ging es um den Knackpunkt, dass solche Unternehmen (ohne Coronakrise) schnell wachsen, Gewinne reinvestieren und eben keine großen Reserven aufbauen.

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 23. April 2020 - 17:37 #

Eher mit einem ganz normalen mittelständischen Unternehmen.
Kickstarter ist ja nicht neu am Markt. Irgendwann sollte ein Unternehmen den Absprung vom Start-Up schaffen und nachhaltig wirtschaften.
Das System „überleben durch Wachstum“ stößt zwangsweise mal an seine Grenzen.
Nicht falsch verstehen, Investitionen in die Zukunft sind wichtig, dabei sollte aber schon ein gesundes Polster gebildet werden.

Q-Bert 21 Motivator - - 27392 - 23. April 2020 - 18:41 #

Zalando wurde 2008 gegründet. Kickstarter 2009. ;)

Wenn ich dem Spiegel glauben darf, sagen 57% der deutschen Unternehmer, dass sie 1-3 Monate durchhalten, wenn sie der Shutdown direkt trifft. Das sind zahlenmäßig zum allergrößten Teil ganz normale KMUs. 470.000 Unternehmen haben bereits zum 31. März Kurzarbeit angemeldet (also direkt nach dem Shutdown), das ist jedes 7. Unternehmen in Deutschland.

Ich glaube daher nicht, dass der typische Mittelstand da so viel besser dasteht.

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 24. April 2020 - 8:14 #

Die Zahlen habe ich gelesen. Die Beantragung der Kurzarbeit überrascht mich nicht. Das ist für die Mitarbeiter immer noch besser als ohne Job dazustehen.
Das hilft nur leider nicht in Berufen die mit Provisionen oder Trinkgeldern arbeiten.

Zalando nimmt für das Wachstum allerdings auch mal ein Minus am Jahresende hin und die Investoren schießen frisches Geld nach. Das scheint es bei Kickstarter nicht zu geben.
Bei 140 Mitarbeitern und in der Branche geschätzten 3.500€ Durchschnittsgehalt, machen alleine die Lohnkosten 490.000€ pro Monat. Und da kommen ja noch Mieten, Lizenzen, Versicherungen... dazu.
Ich bin ja nur der Meinung, dass man da nicht gleich die ganzen 1,2 Mio hätte am Jahresanfang investieren sollen ;-)

advfreak 18 Doppel-Voter - - 11909 - 23. April 2020 - 13:35 #

Gewinn ist aber nicht gleich Umsatz, der Umsatz dürfte bei weitem höher ausfallen, vor allem im Dienstleistungssektor, hierbei handelt es sich ja nicht um Waren. :) Sorry fürs Schulmeistern. ;)

RoT 19 Megatalent - P - 18242 - 23. April 2020 - 11:32 #

Ich denke die sollten mal über einen Kickstarter für sich selbst überlegen.
Belohnungen, wie lieblingsprojekte für eine Zeit lang auf die top-sichtbarkeitsslots zu voten und ähnliche spielereien, wären doch klasse. können den kickstarter ja selbst auch stets prominent platzieren

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 21063 - 23. April 2020 - 12:27 #

Das hat ein bisschen was von einem Schneeballsystem ;-)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 197603 - 23. April 2020 - 13:07 #

Tja, die bleiben auch nicht außen vor.

Smurf79 (unregistriert) 23. April 2020 - 13:25 #

Ich habe schon lange nichts mehr unterstützt weil Kickstarter sich sehr verändert hat -- statt interessanter Projekte, die finanzielle Unterstützung zur Realisierung benötigen, finde ich dort immer mehr bekannte Firmen (auch Spiele-Publisher) die Kickstarter als Marketingplattform und als "Vorbestell-Shop ohne Liefergarantie" missbrauchen. War mal ein schönes Konzept, aber zu wenig Kontrolle und zu viel Kapitalismus haben es leider für mich kaputt gemacht. Schade drum.

Noodles 24 Trolljäger - P - 64642 - 23. April 2020 - 14:05 #

Find ich auch nicht gut, wie Kickstarter von manchen entgegen des eigentlichen Zwecks missbraucht wird. Aber die Leute verteidigen das auch noch oder finden es gut so, sonst wären solche Projekte dort ja nicht so erfolgreich. Als ich z.B. letztens zu dem Kickstarter von dem Remastered von Wonderful 101 von Platinum Games geschrieben hab, dass das gar keinen Kickstarter nötig hat und nur als Marketing nutzt, war da kaum jemand meiner Meinung.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10617 - 23. April 2020 - 20:20 #

Mit Double Fine, Chris Roberts, King Art, inXile, Obisidian und Frontier waren da auch schon vor Jahrem bekannte Firmen auf der Plattform und haben sie auch erst populär gemacht.

Noodles 24 Trolljäger - P - 64642 - 23. April 2020 - 20:27 #

Die brauchten aber auch das Geld, um ihre Spiele zu realisieren und haben Kickstarter nicht als Vorbestellseite für schon finanzierte oder gar schon fast fertige Spiele genutzt.

euph 28 Endgamer - P - 105179 - 24. April 2020 - 7:00 #

Jepp, das waren damals andere Umstände. Ich habe deswegen auch schon lange keinen Spielekickstarter mehr unterstützt.

TheRaffer 21 Motivator - - 29267 - 24. April 2020 - 17:29 #

Das tut mir leid für die Plattform. Drücke den Mitarbeitern die Daumen!

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