Call of Duty - Warzone: Entwickler hetzt Cheater aufeinander

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22. April 2020 - 13:46 — vor 11 Wochen zuletzt aktualisiert

Am 10. März erschien mit Call of Duty - Warzone eine Battle-Royale-Auskopplung des erfolgreichen Shooter-Franchises. Die F2P-Ballerei von Infinity Ward für PC, PS4 und Xbox One konnte bereits nach einem Monat über 50 Millionen Spieler verzeichnen (wir berichteten).

Unter diesen Massen an Spielern finden sich wenig überraschend auch Spielverderber, die mit Cheats bei ihren Mitspielern für Unmut sorgen. Auf dem PC ist Cheaten immer noch einfacher als auf der Konsole. Viele Konsoleros aus der CoD-Community gingen daher dazu über, in Warzone und Call of Duty - Modern Warfare (im MP-Test, Note 9.0) das Crossplay-Feature abzuschalten.

Infinty Ward arbeitet aktiv daran,  das Cheating-Problem einzudämmen und gab heute auf Twitter weitere Maßnahmen bekannt: So wird nun auch auf die beliebte Methode zurückgegriffen, den Cheatern ihre eigene Medizin zu schmecken zu geben: Spieler unter Betrugsverdacht werden über das Matchmaking nun in gemeinsame Matches verfrachtet.

Solltet ihr einen Spieler als Cheater melden, erhaltet ihr nun im Spiel eine Benachrichtigung, wenn der betreffende wirklich verbannt wurde. Letzte Woche twitterte das Team, dass bereits 70.000 Bans in Warzone ausgesprochen wurden. Der Banhammer wird schnell geschwungen: Bereits beim ersten bestätigten Vergehen wird der Account des Betrügers für den Online-Modus gesperrt und sein Fortschritt gelöscht.

Inso 17 Shapeshifter - P - 7420 - 22. April 2020 - 13:59 #

Ich glaub das ist das erste mal seit zehn Jahren, das man überhaupt was gegen Cheater bei CoD am PC tut. Schade das sich überhaupt nur was tut, wenn man im freien Modus noch Geld vom Spieler erwartet, statt sich vor allem auch mal um die zu kümmern, die das Spiel zum Vollpreis gekauft haben.

Baumkuchen 17 Shapeshifter - 7648 - 23. April 2020 - 11:01 #

Dachte, das wäre der motzenden Konsolen-Spielerschaft geschuldet, die ja dank Crossplay nun auch massiv davon betroffen sind.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 10945 - 22. April 2020 - 14:04 #

Das ist vor allem Marketing-Gefasel. Wenn sie eine eindeutige Methode hätten, die Cheater zu identifizieren, dann würden sie das Cheaten verhindern. Gibt es aber nicht, was sie haben sind mehr oder weniger gute Heuristiken. Dumm nur, dass es auch um zahlende Spieler geht, die löscht man ungern, wenn man sich nicht einigermaßen sicher ist. Im Ergebnis hat man also immer eine unklare Masse von mehr oder weniger vielen Verdachtsfällen. Wenn sie nämlich zu hart löschen, erwischen sie irgendwann auch ehrliche Spieler, und wenn sich das herumspricht ist die Hölle los. Was gemacht wird ist aus den mehr oder weniger zahlreichen Löschungen, die man hat, eine möglichst gute Drohkulisse aufzubauen.

Damit wird die oben angesprochene "Lösung" ziemlich fragwürdig, nämlich für die unter den Verdachtsfällen, die eben keine Cheater sind. Hätten sie hohe Treffsicherheit bräuchten sie eine solche Lösung gar nicht.

Jac 18 Doppel-Voter - P - 10556 - 23. April 2020 - 9:15 #

Diesen Wettbewerb zwischen Cheat-Herstellern und Spieleentwicklern sehe ich auch so, wie von Dir beschrieben. Gleichzeitig ist dann aber eben auch keine hohe Treffsicherheit zu erwarten, gerade wenn es um offene Systeme (wie PCs) geht.
Die Kosten-/Nutzenabwägung ist letztlich eine wirtschaftliche Entscheidung, die wir als Spieler uns sicher oft anders wünschen. Es scheint mir aber so zu sein, dass die Mehrzahl der Firmen kein Patentrezept gegen Cheating hat, dass sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt. Das müsste dann eben zu steigenden Einnahmen bzw. mindestens einem Return on Investment führen, wenn der Aufwand noch deutlich höher betrieben würde. Aufgrund dessen, dass es die meisten Spieleentwickler eben nicht schaffen bzw. damit wahrscheinlich den höchstmöglichen Aufwand scheuen, nehme ich an, dass es sich als nicht lohnenswert darstellt.
Es wäre für mich aber interessant, wenn das mal ein Entwickler probieren würde und dann auch entsprechenden Erfolg am Markt hätte. Wobei hohe Hürden in technischer Sicht auch das Spielerlebnis negativ beeinflussen können, z.B. durch Latenzen im Netzwerkverkehr oder Zusatzlasten auf dem Client (CPU usw.), die Spieler dann trotzdem honorieren müssten. Das Spiel könnte also "schlechter sein", aber gleichzeitig weniger Cheating-Ansätze bieten. Wie gesagt, ob das am Markt Erfolg hätte und sich somit finanziell lohnt, wäre für mich sehr interessant.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105643 - 22. April 2020 - 14:34 #

Man merkt, daß ihnen die Spieler dennoch egal sind. Anstatt etwas gegen die Ursache des Übels zu unternehmen betreibt man lediglich Symptom-Bekämpfung (dessen eigentliche Arbeit auch noch durch die Spieler gemacht wird). Und hier jetzt auch nur, weil (im Gegensatz zu den Vollpreis-Käufern die Kohle bereits schon im Sack ist) ihnen potentiell die Kohle von den F2P-Spielern durch schwindende/abwandernde Spieler flöten geht. Zudem dürfte es gerade in einem F2P-Spiel den Cheater wenig tangieren, wenn der Account gesperrt wird. Legt er sich einen neuen an, kostet ja nix. Den Fortschritt hat er dank Cheaten ratzfatz wieder eingeholt (wobei solchen Spielverderbern der Fortschritt eh egal sein wird).

Pro4you 19 Megatalent - 15256 - 22. April 2020 - 14:41 #

In dem du die Cheater weiter machen lässt statt sie aus dem Spiel zu kicken lässt du ihr Verhalten erst gar nicht eskalieren in dem sie neue Accounts eröffnen und das gleiche Spiel von vorne beginnt. So merken sie vielleicht erst gar nicht, dass sie in einer angepassten Umgebung nur mit Cheater zocken.
Aber diese Aussage, dass einem die Spieler egal sind kannst du doch fast zu jedem Mainstream Videospiel sagen. Da geht's nur um Zahlen

Inso 17 Shapeshifter - P - 7420 - 22. April 2020 - 16:52 #

Bei Tribes Ascent hab ich das ganze Cheater-Gebanne mal verfolgt, da ich das seinerzeit recht exessiv - äh, intensiv^^ gespielt habe.
Die haben direkt gebannt. Die hatten zwei Mods im Forum, denen hast du per PN ne Seite geschickt wo man Cheats zu Tribes bekommen hat (kostenlos oder -pflichtig), und innerhalb von einem Tag, selbst am Wochenende, haben die wie bei einem Antivirus das Programm am Rechner der Cheater identifiziert, und die Leute waren gebannt.
Die darauf bei den Cheatherstellern stattfindenden Forendiskussionen konnte man dann mit einer guten Portion Popcorn herrlich genießen. Die Cheaterkinder hauen nämlich direkt dem Hersteller um die Ohren, das sie geflogen sind, und wo denn jetzt bitte der Cheat bleibt, mit dem sie denn auch mal spielen können. Die Hersteller waren andererseits genervt, weil sie mit den Cheats nicht mehr hinterher kamen, und das Klima entsprechend kippte. Irgendwann hams dann aufgehört, da ständig neue Cheats zu basteln, hat sich wohl einfach nicht gerechnet.
War das einzige Spiel in über 20 Jahren Egoshootern, bei dem ich wirklich mal keine Probleme mit Cheatern hatte.

Denn neuer Acc und fertig ist nicht lustig: die müssen dann erstmal ne ganze Zeit mit niedrig-leveligen Chars spielen. Und durch die fehlenden Waffen usw, gibts dann ohne neuen Cheat erstmal richtig auf´s Dach, und teils sogar mit. Dann nach ein paar Stunden gecheate wieder von vorn - damit kannst die richtig ärgern..

Das Problem ist nur, das es für die Hersteller viel einfacher ist, nur alle 3-4 Monate mal zu bannen. Die News sind (wie bspw hier auch) besser (so viele tausend Cheater erwischt, wow was kümmern wir uns), es muss nicht einer ständig das Anticheat anpassen, und du verprellst die Cheater nicht - denn die kaufen das Spiel ja auch. Sperr denen mal dreimal die Woche ihr 60€-Spiel - die siehst nie wieder. Mit sind die Spielerzahlen höher, und der Bann alle paar Monate ist nach hunderten Stunden so gut zu verschmerzen, das sie auch im nächsten Teil wieder cheaten..

Das Cheaten teilweise so wenig geahndet bleibt, werfe ich übrigens auch ganz stark den Spielezeitschriften in ihrer Blütezeit vor. Die haben zum Testzeitpunkt auf Presseservern gegeneinander gespielt, da war alles super, also die dicke Wertung drunter, und wie es dann hinterher wirklich aussah hat keinen gejuckt.
Wäre die Wertung durch so was angepasst worden, wäre das Problem bei einem Nachfolger erwähnt worden, hätte man sich damit mal befasst, darüber berichtet - da hätten die Hersteller da ganz anders reagieren müssen.

Goremageddon 15 Kenner - P - 3132 - 22. April 2020 - 17:08 #

Das ist schon eine löbliche Maßnahme. Bei individueller Cheatsoftware oder HW Cheats funktioniert aber auch das nicht wirklich. Klar die Masse an Cheatern erwischt man so vlt aber wer unerkannt bleiben will und das Geld dafür bereit ist zu zahlen der wird weiter machen können.

Inso 17 Shapeshifter - P - 7420 - 22. April 2020 - 17:23 #

Klar, da hast natürlich recht, private Cheats sind auf jeden Fall noch einmal ne andere Liga. Aber die sind dann ja entsprechend teuer, da man sie nur für einzelne oder einen überschaubaren Personenkreis entwickelt, wenn man überhaupt mitbekommt das sie existieren. Die werden dann ja eher in Turnieren und so eingesetzt.

Die Cheats von denen ich oben spreche, haben im Normalfall relativ fix vierstellige Downloadzahlen, und das auch bei nicht so bekannten Titeln. Die kosten dann aber im Normalfall nichts bis maximal um die 30€ (wenn sie dann schon ausgefeilter sprich unauffälliger beim Zielvorgang sind, weiterentwickelt werden, teils auch ihr eigenes UI mitbringen und solche Sachen). Zumindest waren das damals so die Preise..

Goremageddon 15 Kenner - P - 3132 - 22. April 2020 - 16:54 #

"Anstatt etwas gegen die Ursache des Übels zu unternehmen betreibt man lediglich Symptom-Bekämpfung (dessen eigentliche Arbeit auch noch durch die Spieler gemacht wird)."

Was schlägst du denn für eine Lösung dafür vor? Wenn man "gut" entworfene Cheat Soft- und Hardware so einfach ausschließen könnte würde es sicherlich gemacht. Damit ließe sich viel Geld verdienen und auch Firmen die sich mit nichts anderem Beschäftigen haben keine dauerhafte Lösung parat. Ist halt das selbe wie mit Virenscannern etc.
Es kann in der Regel nur auf existierendes reagiert werden.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105643 - 22. April 2020 - 18:42 #

Ein entsprechender Netcode wäre ein Anfang...

Goremageddon 15 Kenner - P - 3132 - 22. April 2020 - 20:51 #

Naja, das wird doch aber auch versucht aber es kommt durchaus vor das Entwickler oder Ehemalige in die Entwicklung von Cheattools involviert sind. Da wird es dann schon schwer einen "bulletproof" Code zu schreiben.

Jonas S. 20 Gold-Gamer - P - 21957 - 22. April 2020 - 15:13 #

"Bereits beim ersten bestätigten Vergehen wird der Account des Betrügers für den Online-Modus gesperrt und sein Fortschritt gelöscht."

Sollte das nicht Normalfall sein?

Goremageddon 15 Kenner - P - 3132 - 22. April 2020 - 16:57 #

Sollte es, ist es aber nicht. Ich weiß nicht wie es mittlerweile gehandhabt wird aber bei VAC war (oder ist?) es lange gängig Cheater nur für Wochen bis einige Monate zu bannen bis diese wieder ins Spiel durften. Da hat man wohl gehofft das diese temp Sperrung bei vielen reicht um eine Einsicht zu erlangen.

Jonas S. 20 Gold-Gamer - P - 21957 - 22. April 2020 - 19:56 #

Das höre ich zum ersten Mal. Zumindest in CS:GO war ein Vacban dauerhaft und sie konnten über den Steamccount nicht mehr an MP-Runden in CS:GO teilnehmen. Allerdings nutzen auch auch Drittanbieter VAC. Wie es da aussieht entzieht sich meiner Kenntnis. Valve selber ist aber rigoros.

Goremageddon 15 Kenner - P - 3132 - 22. April 2020 - 20:59 #

Bei CS Source gab es zunächst 3 Monate sperre wenn ich mich nicht irre.
Erinnere mich noch daran jemanden aus meiner Freudesliste gelöscht zu haben nachdem in seinem Steamprofil vermerkt war das er für einige Zeit gesperrt sei wegen Betrugs. Da der nur CS Source in seiner Bibliothek hatte war das für mich zumindest der ersichtliche Zusammenhang.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24381 - 22. April 2020 - 15:35 #

An deren Stelle hätte ich gar nicht verraten, dass es ab jetzt eigene Cheatermatches gibt. Einfach heimlich still und leise die Leute dort deponieren und fertig...

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21208 - 22. April 2020 - 16:13 #

Und noch ein paar Camper-Bots mit 100% Aiming und 10-fachen Hitpoints dazu packen.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24381 - 22. April 2020 - 18:32 #

Wir verstehen uns :)

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105643 - 22. April 2020 - 18:43 #

Ach, das ist nur Säbel rasseln, damit das bei den ehrlichen Spielern gut ankommt. Den Cheatern geht das am Poppes vorbei.

Jac 18 Doppel-Voter - P - 10556 - 23. April 2020 - 8:57 #

Ich vermute fast, dass sie darüber nachgedacht haben. Als Gegenargument könnte man anführen, dass Spieler sich - wie auch anderswo in der Gesellschaft - eine hohe Transparenz von Maßnahmen wünschen. Und ob das auf Dauer geheim gehalten werden kann, es müssen ja nur ein paar sehr gute Spieler in solchen Matches landen und dann öffentlich "Alarm schlagen", ist auch eine Frage.
Insofern verstehe ich das und natürlich nimmt man den Marketing-Effekt gerne mit.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 23040 - 22. April 2020 - 16:57 #

Mir würde es schon reichen wenn es Console-Only-Crossplay auf der Xbox geben würde. Warum kriegt die PS4 sowas und "wir" nicht?

Deepstar 15 Kenner - 3447 - 24. April 2020 - 6:16 #

Na solange das nur eine temporäre Maßnahme zur Abschreckung für die Spieler ist und die nach 30 Tagen oder so sich wieder normal mitspielen dürfen, fänd ich das okay.

Halte aber von lebenslangen Bans tatsächlich gar nichts.
Da werden Leute behandelt wie Schwerverbrecher, ganz unabhängig vom Alter. Cheatet man als 14-jähriger muss man selbst mit 24 noch dafür bezahlen.

Finde sowas immer fragwürdig, wenn solche Strafen überhaupt keine zeitliche Beschränkung haben. Da schwingt sich ein Hersteller dann zum Polizisten und Richter gleichermaßen auf. Klingt ziemlich zweifelhaft.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24381 - 24. April 2020 - 8:31 #

Das Problem ist doch eigentlich das Gefühl der Machtlosigkeit gegen Cheater. Daher der Ruf nach diesen drakonischen Strafen. Würde jeder Cheat sofort entdeckt und mit 30 Tagen Bann bestraft, wären alle zufrieden.