China plant strengere Zensur von Single- und Multiplayer-Spielen

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17. April 2020 - 17:34 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
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Die kommunistische Volksrepublik China zieht die Zügel der Zensur im Videospielbereich weiter an. Nachdem seit Jahren Titel mit bestimmten Inhalten in dem Land verboten sind oder nur nach umfangreichen Anpassungen dort veröffentlicht werden dürfen und erst vor kurzem der Vertrieb von Nintendos Animal Crossing - New Horizons wegen eines "Free Hong Kong"-Protests und Verunglimpfungen von Staatschef Xi Jinping verboten wurde, plant die Regierung nun strengere Regeln für Spieler. 

Wie die Taiwan News berichtet, will man Online-Spieler vom Rest der Welt isolieren, sodass Chinesen nur noch mit ihren Landsmännern spielen können. Außerdem muss deren vollständiger Name jederzeit ersichtlich sein. Auch Offline-Spielern wollen Chinas Machthaber eine Zensur aufdrängen. So ist geplant, dass Titel, in denen Zombies und Seuchen eine Rolle spielen (etwa das in China kürzlich verbotene Pandemie-Spiel Plague Inc.), nicht mehr für das eigene Volk verfügbar gemacht werden. Auch Rollenspiele und Produkte, mit denen sich eigene Maps erstellen lassen, sollen unter ein generelles Verbot fallen. Ferner soll zum Schutz gegen Spielesucht ein Online-Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 und 8 Uhr sowie eine maximale Kostengrenze für In-App-Käufe und Mikrotransaktionen durchgesetzt werden. Die Pläne liegen derzeit nur als Konzept vor und müssen von den Machthabern noch beschlossen werden.

Baumkuchen 17 Shapeshifter - 8860 - 17. April 2020 - 17:44 #

Leider nicht verwunderlich.

Dinge wie die Uncensored Library für Minecraft populär-medial zu verbreiten hat vermutlich sein übriges zu diesem Schritt getan.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 197571 - 17. April 2020 - 17:53 #

Zum kotzen.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 147214 - 17. April 2020 - 18:09 #

*kopfschüttel*

Q-Bert 21 Motivator - - 27385 - 17. April 2020 - 18:14 #

Es ist wie mit Tracking Apps und Mundschutz: Erst schütteln wir über die Chinesen den Kopf - und später machen wir es nach. ;P

TheRaffer 21 Motivator - - 29223 - 17. April 2020 - 22:55 #

Den Mundschutz kapiere ich ja noch (solange bis einer auf die Idee kommt, dass es dem "Vermummungsverbot" widerspricht). Bei Tracking App hört der Spaß aber definitiv auf...

Q-Bert 21 Motivator - - 27385 - 17. April 2020 - 23:35 #

Das Vermummungsverbot gilt ja nur bei öffentlichen Versammlungen - und die sind ohnehin grade verboten. ^^ Also gar kein Problem, es sei denn, du willst gleich doppelt bestraft werden: Illegal vermummt und illegal versammelt, tststs.... 【ツ】

+++
Hansjörg Durz (CSU): „So könnten Grundrechte wie die Bewegungsfreiheit denen wieder gewährt werden, die die App installiert haben“. „Wer sich gegen die Nutzung der Corona-App entscheidet, müsste im Gegenzug größere Einschränkungen anderer Grundrechte in Kauf nehmen.“

Maestro84 19 Megatalent - - 13629 - 18. April 2020 - 9:02 #

Jo, ich gehe dann eben ohne Smartphone zur Arbeit. Hab halt keines, aber ein iPhone 10 auf Steuerzahlerkosten nehme ich natürlich gerne.

blobblond 20 Gold-Gamer - P - 23259 - 18. April 2020 - 9:28 #

Sprich: lass dich vom Staat tracken, dann darfst du auch aus dem Haus.
CSU/CDU sind halt die neue SED, ein „Social Scoring“-System wie in China würde dieser Hans auch sicher befürworten.

Zur Zeit gibt es einen Streit beim Corona-App-Projekt, die Schweizer wollen einen dezentralen Ansatz, die Deutschen natürlich einen zentralen Ansatz, so das die Kontakt- und Bewegungsdaten auf einen Server gespeichert werden, wo auch dritte Zugriff haben, beim Schweizer Modell sollen diese Daten das Smartphone nicht verlassen.
https://www.golem.de/news/pepp-pt-streit-beim-corona-app-projekt-2004-147925.html
Die Schweizer wollen auch das die App Open Source ist, damit jeder die möglichkeit hat, den Quellcode zu überprüfen.

MachineryJoe 17 Shapeshifter - P - 8220 - 20. April 2020 - 8:39 #

Die Schweizer sind in vielen Sachen vorbildlich, gibt ja dort auch Volksabstimmungen und durch die Kantone mehr Dezentralismus. Ein so aufgebautes System kann man nicht mal schnell in Monaten aus Lust und Laune umbauen, es baut sich selbst, aber dafür in Ruhe um, was Zeit zum Reflektieren gibt.

zfpru 18 Doppel-Voter - P - 10596 - 17. April 2020 - 18:10 #

Was Angst vor dem eigenen Volk aus den scheinbar Mächtigen machen kann.

MicBass 19 Megatalent - P - 18268 - 17. April 2020 - 20:39 #

Schön gesagt.

sigug (unregistriert) 17. April 2020 - 18:47 #

Gut so!

The Real Maulwurfn 16 Übertalent - P - 5113 - 17. April 2020 - 21:51 #

War ja klar...

NickL 14 Komm-Experte - 2576 - 17. April 2020 - 18:59 #

Also das
"Ferner soll zum Schutz gegen Spielesucht ein Online-Verbot für Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 und 8 Uhr sowie eine maximale Kostengrenze für In-App-Käufe und Mikrotransaktionen durchgesetzt werden"

Finde ich gut und sollte überalle durch geführt werden, dass andere aber ist nicht richtig.

Triton 18 Doppel-Voter - - 9533 - 17. April 2020 - 19:13 #

Also alles muss man nun nicht Verteufeln. Das die Namen der Spieler den Anbietern bekannt sein muss. Das würde hier in Onlinespielen dafür sorgen das sich an die Regeln gehalten wird. Da überlegt man es sich in einem Spiel z.B. zu Cheaten weil man sein Versagen im realen Leben so kompensieren muss. Oder der Schutz gegen Spielsucht, wodurch Kinder nur zwischen 8 und 22 Uhr spielen dürfen. Dazu noch eine maximale Kostengrenze für Mikrotransaktionen, wobei das auch für Alle gelten sollte. Würde auch mehr Fairplay in ein Spiel bringen.

Funatic 19 Megatalent - - 13788 - 18. April 2020 - 13:29 #

Sehe ich anders: Es gibt genug Idioten da draußen im Netz. Stell dir vor du gewinnst gegen nen 17 jährigen in nem Multiplayergame und der beschließt aus Rache, oder weil er es lustige findet, dich auf Facebook&Co zu suchen und dich dort zu trollen. Gab ja schon genug Fälle, in denen z.b. Counterstrikespieler aufgrund von Siegen oder Fehlern im Spiel bedroht wurden. Da ist es dann durchaus von Vorteil, wenn diese Idioten "nur" deinen Nickname haben.

Harry67 19 Megatalent - - 19463 - 18. April 2020 - 13:55 #

Den Anbietern bekannt, nicht den Mitspielern.

Gurkist 07 Dual-Talent - 137 - 18. April 2020 - 20:22 #

So ein Unsinn, es werden sich kaum mehr Menschen an die Regeln halten, nur weil der Name bekannt ist.
Nein, ich bin völlig dagegen.

Triton 18 Doppel-Voter - - 9533 - 18. April 2020 - 22:14 #

Sicher werden sich fast alle sogar an die Regeln halten. Denn das meiste was Online viele machen, würden sie nie machen wenn sie nicht Anonym sind. Wenn jemand z.B. in Spiel A von einem Publisher gebannt wird, wird er nie wieder ein Spiel beim gleichen Publisher spielen können. Oder vielleicht bei Steam kein Spiel mehr spielen können weil er bei einem dort angebotenen Spiel beschissen hat. Auch würde es keine Multiaccounts geben. Jede Beleidigung kann vom dem der beleidigt wurde sofort zur Anzeige gebracht werden.

Q-Bert 21 Motivator - - 27385 - 18. April 2020 - 23:57 #

Genau, Björn Triton! Lebenslange Sperre schreckt aber vielleicht einige noch nicht ab. Daher muss auch eine Information an die Eltern, Lehrer und Vorgesetzten erfolgen, damit die zwingend notwendigen Disziplinarmaßnahmen zeitnah eingeleitet werden können. Wer dann immer noch nicht spurt, kommt auf eine öffentliche Schwarzliste, um z.B. zukünftige Arbeitgeber vor solchen subversiven Elementen zu schützen - es geht schließlich um die geistige Volksgesundheit!

Sokar 19 Megatalent - P - 14450 - 17. April 2020 - 19:34 #

Eine Begrenzung von Microtransaktionen würde ich auch hier begrüßen, im Endeffekt wird da ja oft mit Glückspielmechanismen gearbeitet, die die menschliche Psyche austricksen.
Aber der Rest? Nope. China ist und bleibt eine autoritäre Diktatur, egal wie "westlich" der Rest anmuten mag. Eine Diktatur und Kapitalismus schließen sich nicht aus.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10617 - 17. April 2020 - 23:29 #

Japan hat das mit 8-22 auch eingeführt, wenn ich mich richtig erinnere.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 26391 - 17. April 2020 - 19:55 #

Und hier regt man sich über die USK auf...

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 39159 - 17. April 2020 - 22:54 #

Bin ich froh, kein Chinese zu sein.

ISHI_RYOKU_TV 07 Dual-Talent - 105 - 18. April 2020 - 9:36 #

;-) Da muss ich spontan an BBT denken ("Da, wo er herkommt, steht darauf die Todesstrafe." ... "Ich komme aus Pasadena in Kalifornien."...) Du bist sicherlich froh, nicht in China zu leben.

advfreak 18 Doppel-Voter - - 11903 - 18. April 2020 - 9:26 #

Hab neulich im öffentlich rechtlichen TV eine sehr gut recherchierte Reportage über das Regime in China gesehen, da wurde einem Angst und Bange. Ich bin wirklich glücklich Europäer zu sein.

MachineryJoe 17 Shapeshifter - P - 8220 - 20. April 2020 - 8:47 #

Ich habe ein Buch vom Nobelpreisträger Joseph Stiglitz über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den USA gelesen, da war ich auch froh, kein US-Bürger zu sein. China ist zumindest in Sachen Wohlstand erheblich gewachsen. Freiheit erlangt aber ein Volk nicht so von alleine, solange es kleine und mächtige Interessensgruppen gibt, die von der Arbeit der Mehrheit profitieren und damit sind nicht nur Politiker gemeint, auch die "beratenden" Lobbyisten. Daher hätte ich auch genug Ideen für Reformen in Europa.

Eine Zensur von Single- und Multiplayerspielen ist dagegen eher ein kleines Problem, aber es spiegelt sicher den Geist, der in so einer Gesellschaft lebt. Ich möchte aber nicht wissen, was bei den Saudi alles so verboten ist. Da berichten die Medien nicht so gerne drüber. Die kaufen ja gerne bei uns ein und sind daher "Verbündete" :)

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 60673 - 18. April 2020 - 18:51 #

Super, kann ich nur begrüßen, wenn ich an die Hacker und Exploiterplage aus China denke, zB zum Start von Conan Exiles. Das war furchtbar.