Spiele-Check: Railroad Corporation – Streckenbau mit Tücken
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
Bild von Lars
Lars 20329 EXP - 20 Gold-Gamer,R3,S1,A1,J10
Dieser User unterstützt GG seit zehn Jahren mit einem Platin-Abonnement.Gold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!FROGG: Als "Friend of GamersGlobal" darf sich bezeichnen, wer uns 25 Euro spendet.Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtAlter Haudegen: Ist seit mindestens 10 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDieser User hat uns zur Japan-Doku-2018 Aktion mit 25 Euro (oder mehr) unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2017 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2016 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2014 mit einer Spende von 25 Euro unterstützt.

21. November 2019 - 17:25 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Railroad Corporation ab 24,99 € bei Green Man Gaming kaufen.
Railroad Corporation ab 27,99 € bei Amazon.de kaufen.
Wer hat als Kind nicht gerne mit Eisenbahnen gespielt? Vermutlich sind auch die leuchtenden Kinderaugen zur Weihnachtszeit ein Grund für die Faszination von der virtuellen Umsetzung des Hobbys. Titel wie Railroad Tycoon begründeten eines der erfolgreichsten Genres der Computerspiele. Da sind neue Vertreter natürlich immer gern gesehen! Ob Railroad Corporation ein lohnenswerter Vertreter ist, klärt dieser Check auf.
Am Bahnhof in Tampa sehen wir Angebot und Nachfrage.

Aller Anfang ist leicht
Das Tutorial ist zwar recht kurz und erklärt nur die einfachsten Grundlagen, aber die ersten Missionen der Kampagne bringen immer neue Elemente ins Spiel und erläutern diese. Das Planen von Zugverbindungen geht gut von der Hand, man erkennt direkt auf der Karte welche Waren in welcher Stadt angeboten oder benötigt werden. Da sind neue Zusammenstellungen im Nu zusammengeklickt und auch mehrstufige Produktionsketten sind kein Problem.

Zusätzlich zu den beim Start vorhandenen Rohstoffquellen und Produktionsstätten kann man letztere auch selber bauen. So lassen sich Produktionsketten und Gewinne maximieren. Auch bestehende Betriebe lassen sich kaufen. Neben den Waren lohnt sich natürlich auch der Passagier- und Posttransport. Ab einer gewissen Stadtgröße werden immer Fahrgäste und Brief- und Warensendungen angeboten, der Erlös steigt mit der zurückgelegten Entfernung.

Darf es ein bisschen mehr sein?
Neben dem Alltagsgeschäft gibt es noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Beispielsweise das Erforschen der Lokomotiven, das Einstellen von Mitarbeitern sowie das Einsetzen von Lobbyisten. Mit der Forschung kann man vorhandene Lokomotiven verbessern und neue Modelle freischalten. Mitarbeiter geben diverse Boni, wie zum Beispiel Vergünstigungen beim Streckenbau. Mit den Lobbyisten kann man versuchen die Politik in den Städten zu beeinflussen. Dadurch erhält man große Vorteile beim Handel. Zwischen den Missionen der Kampagne kann man die Punkte, die man durch das Erfüllen von Aufgaben erhält, in dauerhafte Verbesserungen investieren.

Mit der Zeit verschleißen die Lokomotiven, auch wenn die Bahnhöfe entsprechend ausgebaut und Wartungsintervalle eingeplant werden. Jede Lok hat eine maximale Haltbarkeit, die sich durch Forschung ein wenig verbessern lässt. Am Ende dieser Haltbarkeit muss die Lok jedoch ausgetauscht werden. Vergisst man die Wartung einzuplanen, bleiben Lokomotiven einfach stehen und müssen zeit- und kostenintensiv vor Ort repariert werden. Dieser Vorgang passiert zwar vollautomatisch, aber alleine der Zeitverlust ist sehr nervig. Grundsätzlich sollten Strecken regelmäßig geprüft und optimiert werden. Ist der Bedarf mal nicht mehr vorhanden, bleibt der Zug einfach stehen. Erst nach einer sehr langen Standzeit wird man auch explizit darauf hingewiesen.
Maximale Grafik-Einstellungen – etwas mau für 2019.

Wo Licht ist, ist auch Schatten
Der Gleisbau in Railroad Corporation ist leider noch nicht wirklich ausgereift – die Automatik verlegt die Kurven in viel zu großen Radien und parallele Gleise lassen sich oftmals nicht platzieren. Das führt dann zu chaotischen Anordnungen und unnötigen Kosten. Besonders umständlich ist das Überqueren von Strecken. Die geht nur mit ausufernden „Weichen-Kreuzungen“ oder Brücken. Letztere sind jedoch ebenfalls umständlich im Bau und blockieren dann den Platz unterhalb der Strecke.

Lediglich bereits beim Brückenbau vorhandene Gleise werden überbaut. Will man dann später weitere Schienen unter der Brücke durchführen, bleibt nur die Möglichkeit die Brücke abzureißen und neu zu bauen. Zwar kommt man in der Anfangsphase, in der das Geld richtig knapp ist, weitestgehend ohne Brücken aus – aber dennoch gehen Abreißen und Neubauen unnötig ins Geld. Die Grafik darf auch bestenfalls als angestaubt bezeichnet werden. Schlechte Texturen, und immer wieder Gleise die im Erdboden verschwinden – das ist so gar nicht Stand der Technik! Heutzutage darf man von so einem Spiel deutlich mehr erwarten.

Damit ihr nicht ganz verloren da steht, hier noch zwei Tipps von mir: Strecken solltet ihr auf jeden Fall in kleinen Abschnitten bauen. So kann man sowohl platzsparender arbeiten, als auch bei größeren Umbauten „minimalinvasiv“ abreißen und neu errichten. Tipp Nummer 2: Sofern die Hauptmission(en) kein Zeitlimit haben, solltet ihr immer zunächst alle Nebenmissonen erledigen, um alle Bonuspunkte zu ergattern.
Unschön: immer wieder verschwinden Gleise im Erdboden.

Fazit
Railroad Corporation macht durchaus Spaß und gemessen am Preis bekommt man einiges geboten. Allerdings stören der unnötig komplizierte Gleisbau und die relativ schwache Grafik den Gesamteindruck. Immerhin sichern die Entwickler zügig Updates zu und so könnte besonders das holprige Verlegen der Gleise noch verbessert werden. Unterm Strich ist es aber ein gelungener Eisenbahnbau-Titel und Genreliebhaber sollten einen Blick riskieren.
  • Einfach zugängliches Eisenbahn-Strategiespiel
  • Günstiger Preis 21,24 Euro (bis zum 25.11., danach 24,99 Euro) bei Steam
  • Einzel- und Mehrspielermodus
  • In einem Satz: Kurzweiliges Eisenbahnspiel mit gelegentlichen Aussetzern beim Streckenbau.
Alain 19 Megatalent - P - 15464 - 21. November 2019 - 17:50 #

Schöner Check.

Bei dem Screenshot mit den Gleisen im Boden musste ich ziemlich lachen.

Lars 20 Gold-Gamer - - 20329 - 21. November 2019 - 20:32 #

Danke! Ja, das sieht schon echt blöd aus...

Danywilde 24 Trolljäger - - 113072 - 22. November 2019 - 8:23 #

Ja, da baut man mal auf Sand ... ;)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 197576 - 20. August 2020 - 16:07 #

Choo choo, the Bunnyhop-Train! :)

Q-Bert 21 Motivator - - 27388 - 21. November 2019 - 18:04 #

Ui, schon ein Check für Railroad Corp, sehr schön! Eisenbahnen ziehen mich immer in ihren Bann, deswegen hab ich das Spiel schon länger auf der Watchlist.

@Lars:
Bei Steam klagen aber viele User, dass sich Züge gegenseitig blockieren (es wartet z.B. ein Zug stundenlang vor einem Bahnhof, weil vom anderen Ende der Karte ein anderer Zug in den gleichen Bahnhof will). Hast du davon was gemerkt? Bzw. gibt es Signale?

Railway Empire (was Railroad Corp zum Verwechseln ähnlich sieht...) hatte zwar auch solche Probleme, aber wenn man sich in das frickelige Signalsystem eingearbeitet hatte, ging es ganz gut.

Lars 20 Gold-Gamer - - 20329 - 21. November 2019 - 20:44 #

Also ich hatte sehr wenig Probleme mit blockierenden Zügen. Signale gibt es leider nicht - man muss sich also auf die Automatik verlassen.

Ich habe unterm Strich vier unterschiedliche Versionen für den Check gespielt, am Ende dann noch mal ein paar Stunden die aktuelle 1.1.8527. Wenn ich mal eine Blockade hatte, habe ich eigentlich immer im laufenden Betrieb die Strecken "optimiert". Da kam das Spiel dann schon mal durcheinander. Dann hilft es, eine zusätzliche Verbindung (bzw. ein Ausweichgleis) zu schaffen und/oder die redundante Verbindung kurz zu kappen. Dann scheint der Zug, der wartet, die alternative Route zu erkennen.

Definitiv etwas für die Todo-Liste der Entwickler - bisher reagieren die einigermaßen flott im Forum.

Meine Erfahrung hat leider immer wieder gezeigt, dass das auch nur heiße Luft sein kann und sich nicht mehr viel verändert... Aber für solch ein Urteil ist es noch zu früh und ich glaube gerne an das Gute im Menschen! :-)

Q-Bert 21 Motivator - - 27388 - 22. November 2019 - 0:59 #

Danke!

>>> ich glaube gerne an das Gute im Menschen!

Sehr sympathischer Zug (<- hehe) von dir! :D
Ich tüte es dann demnächst ein und mach ne Probefahrt.

Q-Bert 21 Motivator - - 27388 - 27. November 2019 - 0:53 #

Hm, also ich hab häufig blockierende Züge :( Selbst, wenn ich Parallelgleise baue, dann überholt der schnellere Zug den langsamen, wartet dann aber vor der letzten Weiche wieder so lange, bis der langsame Zug angekrochen kommt und reiht sich dahinter wieder ein.

Aber Spaß macht es trotzdem. Die Kampagne hat nette Aufgaben, bei denen man knobeln muss! Ich mag es :)

TSH-Lightning 24 Trolljäger - - 46141 - 21. November 2019 - 21:03 #

Danke für dem Check, aber da packe ich lieber wieder Transport Tycoon Deluxe aus.

JensJuchzer 20 Gold-Gamer - P - 23680 - 21. November 2019 - 23:15 #

Schöner Check, danke dafür!!

Harry67 19 Megatalent - - 19469 - 22. November 2019 - 6:47 #

Ich liebe die Checks. Schön informativ, danke sehr!

Olipool 17 Shapeshifter - - 8135 - 22. November 2019 - 9:51 #

Danke für den Check, irgendwie ist mal wieder Boomzeit für Eisenbahnspiele habe ich den Eindruck.
Etwas zwiegespalten bin ich bei der Beurteilung der Grafik. Objektiv gesehen sind die Texturen natürlich mau, wenn man es mit AAA vergleicht. Auf der anderen Seite sehen Modelbahnhäuser auch nicht detaillierter aus und grad die Rasentextur erinnert mich an diese Standardmooslandschaft realer Modellbahnen. Grad bei sonem Spiel finde ich detailärmere Grafik mitunter auch hilfreich und wenn die Entwickler ihren Fokus lieber aufs Gameplay legen, ist das auch nicht verkehrt. Verschweigen muss man die Grafik natürlich nicht deswegen, aber ich lese das Argument einfach in so vielen Tests (nicht nur auf GG und ganz generell auch zu anderen Spielen), dass sich bei Lesern irgendwann eben einbrennt, Grafik ist schon wichtig, das muss schon alles tip top sein, sonst ist es ein halbgares Spiel.
Soll jetzt keine Kritik sein, nur mal eine Beobachtung und die Frage, ob das letztlich hilfreich ist, bessere Spiele zu bekommen. Im Schlimmsten Fall endet es dann damit, dass Entwickler Assetpacks kaufen oder ewig an der Grafik frickeln, weil sich die in Screenshots eben gut transportiert, das Gameplay darunter dann aber zwangsläufig leidet.

Lars 20 Gold-Gamer - - 20329 - 24. November 2019 - 17:59 #

Grundsätzlich bin ich bei Dir! Grafik ist natürlich nicht alles, aber dennoch muss da heutzutage mehr gehen! "Sid Meier's Railroads!" ist über 13(!) Jahre alt - aber allzu groß ist der Unterschied nicht...

https://641541.de/railroads_vs_railroad_corp.png

Bei einem Spiel wie diesem, sollte die Grafik nicht zwangsläufig die oberste Priorität haben. Aber mal eine richtig gute Optik wäre dennoch schön!

Admiral Anger 26 Spiele-Kenner - P - 74082 - 22. November 2019 - 12:01 #

I like trains! Danke für den Check, jetzt bitte noch einen zu Mashinky. ;)

Slaytanic 24 Trolljäger - - 58776 - 22. November 2019 - 13:49 #

Vielen Dank für den Check.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 611758 - 22. November 2019 - 14:27 #

Danke für den Check! :)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 220016 - 23. November 2019 - 10:26 #

Danke für den sehr informativen Check. Doch ich werde mir wohl beim nächsten Anfall von muss Zugaufbau-Sim-spielen lieber etwas anderes suchen.

Vampiro 25 Platin-Gamer - P - 60673 - 23. November 2019 - 16:55 #

Zum Beispiel ab 11.12. Transport Fever 2.

Sokar 19 Megatalent - P - 14451 - 29. November 2019 - 23:04 #

oder Railway Empire. Nicht perfekt, aber wohl deutlich besser.

Q-Bert 21 Motivator - - 27388 - 29. November 2019 - 23:50 #

Railway Empire ist beim Bauen der Strecken und Züge deutlich besser! Da bleibt Railroad Corporation bei den absoluten Basics: Keine Signale, keine vernünftige Streckenführungen, bei 20+ Zügen völlig unübersichtlich.

Die Kampagne ist bei RC dafür besser als RE. Deswegen machen beide Spiele Spaß.

Sokar 19 Megatalent - P - 14451 - 30. November 2019 - 15:29 #

hab jetzt Railroad Corporation nicht gespielt, aber ja, die Kampagne von Railway Empire ist eher ein großes Tutorial. Für mich als Neueinsteiger wars ganz gut, aber man merkt schon dass der Fokus auf den Szenarios.

paschiang 28 Endgamer - - 146177 - 24. November 2019 - 11:19 #

Danke für den Tschu, Tschu, Che, Check :-)

TheRaffer 21 Motivator - - 29225 - 25. November 2019 - 20:49 #

Danke für den Check. Wie groß ist die Chance, dass das Spiel mit Updates noch ein echtes Schmuckstück wird?
Mir gefällt alleine der Ansatz mit dem Verschleiß der Lokomotiven. Das klingt nach einer spannenden Komponente. :)