Neues aus Aventurien

GC19: DSA - Book of Heroes wird wohl Fan-Service aus Finnland

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Benjamin Braun 405568 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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22. August 2019 - 13:52 — vor 8 Wochen zuletzt aktualisiert
Anfang des kommenden Jahres dürfen sich DSA-Fans einmal mehr in ein virtuelles Abenteuer stürzen. Wir haben uns das Topdown-RPG aus deutsch-finnischer Kooperation für euch angeschaut.
Bereits im Jahr 2017 begann die Entwicklung von Das Schwarze Auge - Book of Heroes. Das Rollenspiel mit seinen taktischen Echtzeitkämpfen hätte am Ende mit DSA aber rein gar nichts zu tun haben müssen. Denn der Plan der finnischen Spieleschmiede sah zwar schon immer diese Art von Spiel auf Basis einer Pen-and-Paper-Vorlage vor. Das deutsche RPG-Universum hätte es aber gar nicht unbedingt werden müssen, wie uns die Entwickler während der Präsentation auf Nachfrage hin bestätigen.

Das Spiel selbst, in dem ihr wie es sich für ein DSA-Spiel gehört frei euren Charakter erstellt, Rasse, Klasse und Hintergrundgeschichte festlegt, ist sowohl im Solomodus als auch online mit bis zu drei Mitspielern möglich -- ein lokaler Koop ist nicht vorgesehen, eine LAN-Option aber könnte eventuell noch für den PC-Exklusivtitel kommen. Denn größten Sinn und die stärkste taktische Tiefe dürften die Kämpfe aber wohl erst im Koopbetrieb entfalten. Wer solo spielt, kann zwar auch bis zu drei Söldner auf einmal anheuern. Die agieren jedoch beinahe komplett autonom und greifen automatisch in Kämpfe ein, während sie euch durch die jedes Mal neu generierten Levels folgen.

Über eine Taverne, die quasi als Hub im Spiel dient, geht ihr beliebig eine der verfügbaren Storymissionen an. Details über die Story kenne ich nicht, wohl aber, dass sie überwiegend in Textform im Abenteuerbuch erzählt wird. In der Taverne selbst findet man wohl nur ab und an mal richtige Gesprächspartner, ansonsten eher Händler, bei denen ihr neue Rüstungsteile, Waffen und Co. erwerbt. Crafting-Funktionen sind dabei nicht geplant, außer für Verbrauchsgüter wie etwa Heiltränke, also auch kein Sockeln von Waffen oder Ähnliches.

Den Charakter selbst verbessert ihr über Karten, die ihr in den Missionen erhaltet. Andere setzt ihr während der Rast ein, die beliebig oft möglich ist. Allerdings kann es dabei auch mal dazu kommen, dass Gegner eure Rast unterbrechen. Ihr solltet also darauf achten, einen möglichst sicheren Ort zu wählen und bedenken, dass eventuell auch Gegner auf der Map während der Rast respawnen können.

Klar setzt ihr im Kampf Nah- und Fernkampfwaffen ein genauso wie Magie, lasst Gegner implodieren oder brutzelt sie mit einer Flamme zum leblosen Medium-Rare-Steak. Da dem Spiel aktuell noch manche Effekte und Ähnliches fehlen, konnte ich davon aber nur ein paar sehen. 

Viele nette Features stecken aber jetzt bereits im Spiel. In einer der Missionen müssen wir einen Priester der Hesinde aus der Gefangenschaft einiger Orks befreien. Wir können die beiden auch direkt angreifen. Stattdessen jedoch packen wir uns ein großes Bierfass und platzieren es unweit der beiden Wachen. Und die machen es dann wie die Bayern auf dem Oktoberfest, schlagen das Ding gleich an und betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit. Lustig!

Wie weit das Spiel bei solchen alternativen Lösungsoptionen geht? Keine Ahnung, die Ausbeute an AP-Punkten bei der Erfüllung des Hauptziels ist am Ende aber immer dieselbe. Wer die Levels intensiver erkundet kann sich jedoch Bonus-AP und weitere Belohnungen wie Waffen oder Tränke sichern. Freiheiten habt ihr, je nach Fähigkeiten auch bei der Wegfindung oder dem Öffnen von Türen. Vielleicht lauscht ihr zunächst mal, um zu hören, ob sich im Nebenraum Gegner befinden, anstatt sie einfach zu öffnen oder mit einer anderen Fähigkeit lautstark aufzubrechen. Vielleicht untersucht ihr eine Truhe erst mal, ob sie nicht mit einer Falle gesichert ist? Besser ist das! Ihr könnt das Auftreten und damit verknüpfte Anlocken der Gegner aber wahrscheinlich auch für euch nutzen und vorsorglich Fallen platzieren, in die Goblins, Skelettkrieger oder ähnliche Wesen dann hineinlaufen.

Nach der letztlich 45-minütigen Präsentation nebst ausführlicher Nachfragen, bin ich noch nicht sicher, was ich von Das Schwarze Auge - Book of Heroes halten soll. Über die Grafik will ich mich grob ein Dreivierteljahr vor dem geplanten Release gar nicht auslassen. Aber keine Cutscenes, kaum Dialoge, keinerlei Voiceover, das macht mich jetzt nicht gerade an. Ich bin allerdings auch kein DSA-Fan und vor allem auch kein großer DSA-Kenner. Soweit ich das beurteilen kann, hat das Spiel aber gerade in diesem Bereich durchaus etwas zu bieten. Gespannt bin ich, wie es sich mit dem Spielspaß im Solo- und Koop-Modus verhält. Ich fürchte, dass Solospieler weit weniger auf ihre Kosten kommen. Aber bis ich dazu was sagen kann, heißt es erst mal abwarten und dann schauen, was Entwickler Random Potion am Ende draus macht.

Autor: Benjamin Braun
Maverick 30 Pro-Gamer - - 468713 - 22. August 2019 - 14:06 #

Danke für die Einschätzung. Ich bleibe gespannt, wie das fertige DSA-Spiel ausfällt, auch hinsichtlich der Langzeitmotivation. Auf der Wishlist steht es jedenfalls mal. :)

euph 27 Spiele-Experte - P - 81046 - 22. August 2019 - 14:14 #

In jedem Fall interessant, aber doch noch Fragezeichen dahinter.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 468713 - 22. August 2019 - 15:33 #

Mindestens drei. ;-)

euph 27 Spiele-Experte - P - 81046 - 23. August 2019 - 5:27 #

Besser als drei !!! :-)

Slaytanic 24 Trolljäger - - 53626 - 23. August 2019 - 0:01 #

Ich bin noch nicht angefixt. ;)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 148093 - 22. August 2019 - 14:35 #

Nachdem ich endlich mal DSA:AFdZ fertiggespielt haben werde, würde ich mich schon auf neue Abenteuer in Aventurien freuen. Also ich werds mal beobachten.

TheLastToKnow 17 Shapeshifter - P - 7992 - 22. August 2019 - 14:41 #

"Details über die Story kenne ich nicht, wohl aber, dass sie überwiegend in Textform im Abenteuerbuch erzählt wird."
Was habe ich denn hier jetzt nicht mitbekommen? Wird ein Abenteuerbuch abseits des Spiels eingebunden oder was ist damit gemeint?

Gorkon 15 Kenner - P - 3119 - 22. August 2019 - 21:58 #

Ich denke mal, dass Du im Spiel viel viel in Deinem virtuellem Journal lesen wirst. Zeitgemäss ist anders. Hoffe ich irre mich.

TheLastToKnow 17 Shapeshifter - P - 7992 - 23. August 2019 - 8:06 #

Das klingt furchtbar öde...

Steffi Wegener 21 Motivator - P - 26788 - 22. August 2019 - 15:31 #

Gibt es eigentlich noch diese Entweder-Oder-Fraktionen, die strikt zwischen Iso-/Top-Down und 3D-Ego-Rollenspielen trennen? Ich fühle mich ja deutlich in den Might and Magic-Perspektiven zu Hause, weil dort das Mittendrin-Gefühl einfach viel intensiver ist. Ausnahmen sind Hexplore und Torchlight, während mich der Gothic-artige Third-Person-View niemals überzeugen konnte.

Q-Bert 19 Megatalent - P - 16220 - 22. August 2019 - 15:49 #

Ja, die gibt es, wie aufmerksame Leser meiner Q-lumne wissen, zum Beispiel bei der Gamestar:

https://www.gamestar.de/artikel/ade-2d-hallo-the-outer-worlds-kolumne-oldschool-war-gestern-neue-rollenspiele,3338776.html

Steffi Wegener 21 Motivator - P - 26788 - 22. August 2019 - 16:12 #

Und deine eigene Meinung? Druidstone oder Legend of Grimrock 2? Might and Magic 6 oder Diablo 2? DSA 1 oder Ultima Underworld?

Q-Bert 19 Megatalent - P - 16220 - 22. August 2019 - 17:42 #

Gute Frage ... Das sind alles tolle Spiele (bis auf DSA1), die ich sehr gerne und lange gespielt habe. Abwechslung ist mir glaub ich wichtiger als die Perspektive.

Topdown/Isometrik funktioniert prima bei größeren Partys (4+ Mitglieder) und wenn das Spiel rundenbasiert/pausierbar ist, weil die Übersicht am größten ist. Da kommt sehr viel zusammen, was ich mag, wie zuletzt bei Druidstone, aber auch bei D:OS2, Pillars, Tyranny, Baldurs Gate usw.

Dungeon Master gehört zu den intensivsten Spielerfahrungen in meinem Leben, daher haben auch Grimrock & Co eine große Magnetwirkung. Immer wieder gern crawle ich in Egoperspektive durch Dungeons.

Witcher 3 find ich ziemlich schwach, genau wie alle Gothic-Teile. Aber das liegt nicht an 3rd person, denn DSA:Drakensang hat perfekt funktioniert. Elder Scrolls Titel von Morrowind bis Skyrim hab ich auch in 3rd person gespielt, um etwas von den Rüstungen zu sehen. Und Mass Effect 3 gehört wie KOTOR 2 zu den wenigen Spielen, die ich sogar 2x gespielt habe.

Also ich kann gar nicht sagen, welche Perspektive ich am liebsten mag. In letzter Zeit am häufigsten gespielt habe ich aber in Iso.

Steffi Wegener 21 Motivator - P - 26788 - 22. August 2019 - 17:53 #

... weil es so gut wie keine Alternativen in Form von Ego-Rollenspielen mehr gibt, womit wir bei deinem obigen Link und der Intension meines obigen Kommentares sind.

Q-Bert 19 Megatalent - P - 16220 - 22. August 2019 - 18:18 #

Aber die Pipeline hat ordentlich Druck:
Skullstone kommt 2019, Fallen Dungeons, Cyberpunk 2077, The Outer Worlds, Greedfall und Bethesda arbeitet auch seit 4 Jahren an Elder Scrolls 6, da kommt hoffentlich bald mal was. Ach ja, und Death Stranding, irgendwann.

Noodles 24 Trolljäger - P - 55998 - 22. August 2019 - 18:21 #

Greedfall und Death Stranding sind doch nicht First Person.

tailssnake 17 Shapeshifter - P - 6827 - 23. August 2019 - 0:59 #

Erst kommt Starfield, da wird noch lange ein TES kommen.

Harry67 18 Doppel-Voter - - 11436 - 22. August 2019 - 16:22 #

Würde mich wundern, wenn es da keine modischen Fragen gäbe.

Im SP finde ich meist 3D Ego als Entdeckungsperspektive schöner. Gerade auch im Kontrast mit Charakterportraits und den ganzen Stat- und Inventoryscreens. Sobald so eine Konfiguration kommt, schaltet bei mir schon alles auf "Los geht's".

Sobald es in den MP geht, wie z.B. in Divinity OS 2, wird mir die Übersichtlichkeit wichtiger. Da entsteht das Mittendrin dann aber auch durch das gemeinsame Spielen.

3rd Person passt für mich nur, wenn der Charakter wirklich passt. Mit Geralt hatte ich eine gute Zeit, hab aber eben auch Geralt gespielt und keinen eigenen Char. Bei Skyrim habe ich 3rd nie benutzt.

Despair 17 Shapeshifter - 6922 - 22. August 2019 - 20:16 #

In Gothic 3 (und auch in 2, glaub' ich) kann man per Mausrad so weit reinzoomen, dass die Spielfigur ausgeblendet wird und man quasi Ego-Perspektive hat. Hab' ich aber nie genutzt.

Bei Party-RPGs ist mir die Ego-Perspektive aber am liebsten. Am besten in Verbindung mit rundenbasierten Kämpfen in der Iso-Ansicht, wie in der Nordlandtrilogie. Bei Drakensang waren mir die Kämpfe zu chaotisch, weil unübersichtlich.

tailssnake 17 Shapeshifter - P - 6827 - 23. August 2019 - 0:58 #

Die hätten bei DRAGON QUEST XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition ein Problem, da das beides ist. xD

Noodles 24 Trolljäger - P - 55998 - 22. August 2019 - 18:19 #

Klingt für mich nicht so spannend, da hoffe ich lieber weiter drauf, dass Daedalic irgendwann ein Blackguards 3 macht.

BruderSamedi 17 Shapeshifter - P - 8253 - 22. August 2019 - 19:28 #

Heißt das jetzt, im Singleplayer kann ich die Söldner nicht kontrollieren oder heißt das, sie würden selbstständig agieren, wenn ich es möchte? Teammitglieder in einem solchen Szenario, die ich nicht steuern kann und die daher immer wieder in Fallen laufen/kein Kiten erlauben/Passierschläge auslösen, fände ich sehr kontraproduktiv. Aber vielleicht kann man es ja auch ganz alleine spielen?

Benjamin Braun Freier Redakteur - 405568 - 22. August 2019 - 20:09 #

Sie machen nichts, was du nicht willst, also Schalter umlegen, Gegner attackieren, die du nicht angreifen willst, usw., das können sie gar nicht, du kannst es auch nicht befehlen. Sie laufen dir hinterher, agieren im Kampf dann aber autonom.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 24538 - 22. August 2019 - 21:09 #

Ich hoffe, das gibt kein zweites Sacred 3 Debakel: okay'ish, mit fremdschämigen Humor versehen und falsch gebranded.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 468713 - 23. August 2019 - 6:56 #

Es gibt ein Sacred 3? ;-)

Olipool 16 Übertalent - - 5814 - 23. August 2019 - 8:44 #

Bei der PnP Thematik stelle ich mir grad die Frage, ob es ein RPG gibt, wo ein Erzähler die Geschichte analog zu einem GM erzählt. Also schon so ein bischen vierte Wand brechend. Intuitiv würde ich denken, das funktioniert nicht, aber drüber nachgedacht: warum nicht?`

Zum Spiel: ich spiele erst 1,5 Jahre DSA aber mich reizt das aus der Perspektive gar nicht das Spiel, random Dungeons durchstreifen kommt in unserer Gruppe jedenfalls so gut wie gar nicht vor. Deshalb habe ich auch mit Blackguards nicht weitergemacht, die Kämpfe waren schon sehr gut abgebildet, aber haben für mich viel zu viel Raum eingenommen. Ich glaube, ein DSA-Spiel müsste mehr in Richtung Sandbox und Koop gehen.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 20363 - 23. August 2019 - 16:25 #

Ich bin neugierig auf das Spiel, einfach weil ich das DSA-Universum liebe. :)