game-Jahresreport: Umsätze deutscher Spiele sinken weiter

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13. August 2019 - 17:38 — vor 6 Tagen zuletzt aktualisiert

Der game – Verband der deutschen Games-Branche hat den Jahresreport der deutschen Spiele-Branche 2019 veröffentlicht, der kostenfrei und ohne Anmeldung als PDF heruntergeladen werden kann. Das Dokument umfasst 27 Seiten und enthält zahlreiche (zum Teil schon bekannte) Angaben und Diagramme sowohl den heimischen Markt betreffend als auch zur hiesigen Games-Branche.

Hervorgehoben wird unter anderem, dass der Markt in Deutschland im Jahr 2018 zwar abermals gewachsen ist (innerhalb eines Jahres um 9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro), der Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen jedoch im gleichen Zeitraum auf 4,3 Prozent gesunken ist (2017 waren es noch fünf Prozent).

Eine der Folgen davon ist, dass der hierzulande erzielte Umsatz um 6 Prozent geringer ausgefallen ist als im vergangenen Jahr, sodass konkret 135 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Hinzu kommen zum Beispiel auch gesunkene Beschäftigungszahlen bei den deutschen Entwicklern und Publishern (um 5,9 Prozent auf 11.014). game-Geschäftsführer Felix Falk führt vor diesem Hintergrund aus, dass die entsprechende Förderung eine wichtige Unterstützung darstellt:

Von 100 Euro, die für Games ausgegeben werden, bleiben gerade noch 4,30 Euro bei Unternehmen in Deutschland. Das ist ein deutliches Alarmsignal! Während der Games-Markt in Deutschland und weltweit stark wächst und andere Kultur- und Mediengüter längst überholt hat, spielen Entwicklungen von deutschen Unternehmen kaum eine Rolle. Die aktuelle Situation zeigt abermals, wie dringend die Rahmenbedingungen für die Games-Branche in Deutschland verbessert werden müssen, damit sie endlich international konkurrenzfähig sind. Die Einführung der Games-Förderung ist dabei der zentrale Schritt, mit dem die Bundesregierung endlich für finanzielle Planungssicherheit sorgen muss. Nur dann haben wir in Deutschland eine Chance, zu den führenden Ländern aufzuschließen.

Im Jahresreport sind insgesamt zehn Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die deutsche Spiele-Branche aufgeführt. Unter anderem gehören dazu die Reform des Jugendmedienschutzes, die Weiterentwicklung des Deutschen Computerspielpreises, die Anerkennung des eSports oder auch die Sicherstellung des Fachkräftebedarfs.

Abschließend einige weitere Zahlen:

  • Die mit Abstand größte Umsatzsteigerung wurde bei den Gebühren für Online-Dienste wie PlayStation Plus, Origin Access oder Xbox Game Pass verzeichnet (von 2017 zu 2018 um 97 Prozent beziehungsweise auf 353 Millionen Euro).
  • In-Game-Käufe haben sich zum größten Marktsegment entwickelt, sodass deren Umsatz im Jahr 2018 auf 1,9 Milliarden Euro angewachsen ist. Auf Smartphones und Tablets beträgt die Steigerung 31 Prozent, bei In-Game-Käufen auf PC und Konsolen sind es 19 Prozent.
  • Derzeit existieren hierzulande 614 Unternehmen, die Spiele entwickeln und vertreiben (368 Entwicklerstudios, 38 Publisher und 118 Unternehmen, die sowohl entwickeln als auch herausgeben).
  • Den aktuellen Zahlen zufolge haben 13 Millionen Deutsche ein eSport-Match angeschaut. 45 Millionen Deutsche wissen, was eSport ist oder haben davon gehört.
  • Seit 1994 hat die USK mehr als 46.000 Verfahren zur Altersfreigabe durchgeführt.
Pro4you 19 Megatalent - 14819 - 13. August 2019 - 10:39 #

Aus Deutschland kommt halt nicht viel relevantes. Wäre da ein ernsthaftes Interesse dies zu ändern wäre man auch besser darüber informiert.

Alain 16 Übertalent - P - 5128 - 13. August 2019 - 12:10 #

I'm AAA Bereich kommt halt nichts weltweit relevante. Also wenn ich Anno mal als AAA zähle.

I'm Indie Bereich werde ich immer wieder glücklich - aber das ist halt nicht jedermanns Sache.

Ganon 24 Trolljäger - P - 51627 - 13. August 2019 - 14:23 #

Dabei war das mal anders. Aber Crytek hat's irgendwie verbockt...

Zup 12 Trollwächter - P - 995 - 13. August 2019 - 12:10 #

Naja solange in Deutschland weitestgehend nur "deutsche" Spiele wie Adventures, Aufbaustrategie oder Handyspiele entwickelt werden, wird sich daran wohl wenig ändern. Für große Produktionen fehlt einfach das Geld und wenn sogar schon die paar Kröten Fördergelder wegfallen sollen, kann sich so eine Branche auch einfach nicht entwickeln. Ich glaube den wenigsten unserer Politiker ist überhaupt bewusst, welche immensen Dimensionen die Spielebranche weltweit erreicht hat. Vielleicht bekamen einige jetzt Mal eine Ahnung davon, als vor ein paar Tagen die Preisgelder größerer Spieleturniere über die Ticker liefen.

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 6686 - 13. August 2019 - 12:44 #

Mal grob gesagt, aber das liegt hoechstwahrscheinlich am Arbeitnehmerschutz. Hier kann man seine Entwickler und Artists halt nicht einfach im Crunch so leicht ausbeuten wie in den USA oder Japan. Find ich jetzt aber nicht wirklich so schlimm.

Green Yoshi 21 Motivator - P - 28156 - 14. August 2019 - 0:16 #

Warum gibt es dann mehr gute Spiele aus Schweden als aus Deutschland? Und hierzulande kann man auch ganz gut ausbeuten, einige Studios haben jahrelang auf kostenlose Praktikanten gesetzt.

Wenn es zu viele viele Bewerber gibt, kann man das Gehalt nach unten schrauben und die Anforderungen nach oben. Ich habe irgendwo gelesen, dass es in Deutschland genauso viele Studierende in Games-Studiengängen gibt, wie Festangestellte. Da können ganz einfach nicht alle Studenten direkt nach Abschluss einen Job finden. Das erzeugt dann ein Ungleichgewicht zu Gunsten der Arbeitgeber. Viele versuchen sich daher als Freiberufler durchzuschlagen, aber dafür braucht es gute Skills in Selbstvermarktung und Resistenz gegenüber Zukunftsängsten.

Hyperlord 17 Shapeshifter - P - 6350 - 13. August 2019 - 13:18 #

Förderung einstellen wäre die Devise demnach, wenn eine ganze Branche schon subventioniert werden muss ... und nichts international ankommt, außer The Surge ... vielleicht ;-)
Dieser krude Kram von Pyrania Bytes mitgezählt, aber die werden ja nun definitiv nicht mehr subventioniert.

Wirtschaftssimulationen, Aufbauspiele und Adventures - das konnten "die Deutschen" doch Mal richtig gut, what happened?

Noodles 24 Trolljäger - P - 54340 - 13. August 2019 - 13:32 #

Adventures konnten die Deutschen bis vor kurzem noch ziemlich gut (Daedalic, KingArt), aber da sie damit leider kein Geld mehr gemacht haben, haben sie mit Adventures aufgehört.

TheRaffer 19 Megatalent - - 18538 - 14. August 2019 - 8:42 #

Mir macht das Marktsegment der InGame-Käufe Sorgen. Das ist doch Moppelkotze...

FastAllesZocker33 16 Übertalent - P - 4597 - 14. August 2019 - 12:46 #

Das kam mir auch in den Sinn.

Und, dass so viele von eSport gehört haben ist eine Marketing Aussage ohne jede Wirkung. Man könnte auch eine Umfrage machen: Haben Sie von den armen Bauern in China gehört? Ja, werden viele sagen, ohne weiteres Wissen darüber zu haben.