Wie der Vater, so die Töchter

E3 2019: Wolfenstein - Youngblood angespielt

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Benjamin Braun 404528 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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15. Juni 2019 - 21:08 — vor 11 Wochen zuletzt aktualisiert
Im von den Nazis besetzten Paris begeben wir uns als Töchter von B.J. Blazkowicz auf die Suche nach unserem Vater. Auf der E3 haben wir die Koop-Action eine ganze Stunde lang für euch angespielt.
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Nachdem ihr zuletzt in Wolfenstein - The New Colossus in der Rolle von Haudegen B.J. Blazkowicz reihenweise Nazis über den Haufen geschossen habt, muss der im Serienableger Youngblood nun pausieren. Konkret schlüpft ihr im auf den Koop-Betrieb ausgelegten Ego-Shooter in die Rollen seiner Töchter Jessica und Sophia. Nachdem ihr Vater wie vom Erdboden verschwunden ist, begeben sie sich auf die Suche nach ihm und landen schließlich in Paris, wo die Faschisten wie gehabt das Sagen haben.

Trotzdem Wolfenstein - Youngblood auf den Koop-Modus ausgelegt ist, gibt es gerade zu Beginn des Abenteuers eine Reihe ziemlich ausführlicher Cutscenes. Darin erlebe ich, wie B.J. und dessen Frau Anya ihre gerade erst 18-jährigen Töchter auf den Kampf vorbereiten oder Anya später, nach BJs Verschwinden überlegt, wo ihr Mann abgeblieben sein könnte. Das ist durchaus nicht schlecht gemacht, aber Entwickler Machine Games beweist damit erneut, dass sie die letztlich wohl nicht allzu tiefgründige Handlung breiter auswalzen, als es sein müsste.

Die Action in Youngblood aber passt, wobei Gunplay, Movement und Co. dank der von Beginn an verfügbaren Kampfanzüge praktisch identisch sind -- von der Doppelsprungfähigkeit mal abgesehen. In Paris  haben Jessica und Sophia ihren ersten Einsatz für den Widerstand und infiltrieren einen Zeppelin der Nazis. Beim ersten, ebenfalls in einer Cutscene gezeigtem Kill tun sie sich noch schwer. Eine der beiden Schwestern hat bereits die Pistole des Soldaten im Gesicht, als die andere aus dem Hintergrund schießt. Wie es sich für ein Wolfenstein gehört, explodiert dabei der Kopf des Gegners und die beiden amüsieren sich köstlich darüber, dass bei der Aktion Teile des Hirns im Gesicht von Jessica gelandet sind.

Die Levels selbst sind im Zeppelin meist so gestaltet, als wenn sie in der Mitte gespiegelt wurden. Das soll wohl den Koop-Aspekt irgendwie unterstützen, genauso wie typische Elemente, bei denen parallel zwei Schalter bedient werden müssen oder ein Tor nur gemeinsam geöffnet werden kann. Wie ein Koop-Spiel fühlt sich Youngblood abseits solcher Elemente oder der Möglichkeit, den Mitspieler wiederzubeleben, aber nur zum Teil an.

Tatsächlich nervt mich Youngblood ein wenig damit, dass ich auch dann, wenn beide Schwestern verletzt sind, sekundenlang auf eine „zweite Chance“ warten muss. Genauer gesagt geht es dabei um die sogenannte Shared-Life-Funktion, bei der ihr maximal drei Wiederbelebungen an Ort und Stelle ohne Rettung durch den anderen aufstapelt. Erst, wenn die aufgebraucht sind und ihr einer verletzten Schwester nicht rechtzeitig zur Hilfe eilt, sterbt ihr und müsst gemeinsam zum letzten, in der Demo recht weit entfernten Checkpoint zurück.

Teils gehen mir die Schwestern auch etwas zu schnell in die Knie. Selbst bei vollen Trefferpunkten und voller Rüstung haut mich der erste Boss im Zeppelin auch mal innerhalb von zwei Sekunden aus den Socken. Der nutzt einen Tarnmechanismus und kann wie bekloppt im Raum hin und her springen.

Großen Einfluss aufs Spielgeschehen nimmt es am Anfang übrigens kaum, ob ihr Jessica oder Sophia spielt, obwohl die sich auf dem Papier in ihren Eigenschaften unterscheiden. Die eine ist mehr auf dem Kampf auf geringe Entfernung ausgelegt, die andere ist eher die Heimlichtuerin mit Scharfschützenknarre. Es wäre allerdings auch wahrscheinlich nicht so clever, wenn die beiden sich völlig unterschiedlich spielten. Immerhin soll man Youngblood auch solo mit einer KI-Schwester angehen können. Ausprobieren konnte ich das auf der Messe indes nicht, sondern musste gemeinsam mit einem Kollegen dran.

Obwohl der nur begrenzt mit mir kooperierte, kamen wir dennoch gut durch. Wir hätten durch engeres Zusammenspiel gewiss auch mehr vom Zwei-Spieler-Konzept profitieren können. Bei Gegnern mit einer fetten Powerrüstung oder später einem Panzerhund in den Gassen von Paris kann es sich lohnen, wenn der eine die Aufmerksamkeit auf sich zieht, während der andere sich etwa hinter ein Geschütz klemmt und draufballert. Von Vorteil ist auch, dass bei jedem Gegner ein Lebensenergiebalken angezeigt wird, ihr also genau sehen könnt, wie viel Schaden ihr bereits angerichtet habt.

Allerdings muss ich auch in diesem Punkt erneut einschränkend dazu sagen, dass man recht schnell sterben kann und bei einem Alarm mehrere große Gegnerwellen über euch herfallen. Vielleicht funktioniert es mit einem KI-Begleiter sogar besser. Ich befürchte allerdings, dass Bethesda einen Grund hatte, mich den Solobetrieb nicht ausprobieren zu lassen.

Nur wenig kann ich über die Auswirkungen des Fortschrittssystems sagen, bei denen ich mit Stufenaufstiegen Punkte für die drei Skilltrees freischaltet und dort Perks aktiviere. Da gibt es dann je nach Charakter eine Tarnfunktion oder den von Blazkowicz bekannten Akimbo-Modus. Challenges für Verbesserungen absolvieren müsst ihr in Youngblood jedenfalls nicht mehr, Münzen in der Umgebung sammeln solltet ihr aber in jedem Fall. Die ermöglichen verschiedene Waffenmods, mit denen ihr Handling, aber eben vor allem den Schaden und Ähnliches erhöht.

Unterm Strich gefällt mir Wolfenstein - Youngblood eigentlich ganz gut, da das Gunplay stimmt und sich trotz etlicher kleinerer Anpassungen noch immer genauso gut anfühlt wie in den letzten Teilen der Kernreihe. Richtig scharf, und das meine ich natürlich nicht sexuell, bin ich auf die beiden Schwestern aber noch nicht. Es mag zum Teil an der Kommunikation mit meinem Mitspieler auf der E3 gelegen haben, dass ich nicht noch eine Spielspaßkanone auf dem Niveau von The New Colossus sehe. Aber für mich müssen sich die Schwestern noch beweisen, insbesondere im noch nicht spielbaren Solomodus.

Autor: Benjamin Braun
Olphas 24 Trolljäger - - 57890 - 15. Juni 2019 - 21:17 #

Grundsätzlich bin ich ja schon interessiert daran, weil mir die letzten Wolfenstein-Teile wirklich gut gefallen haben. Ich hab allerdings keine Lust auf Koop ... da warte ich lieber mal, wie sicher der Solomodus letztlich schlägt.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 136495 - 16. Juni 2019 - 12:42 #

Geht mir ähnlich. Der Solomodus entscheidet über den Kauf.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 22733 - 15. Juni 2019 - 22:52 #

Da werde ich passen. Miese Gegner-KI die einen viel zu schnell entdeckt und die Tatsache, dass man zu wenige Treffer einsteckt haben mir schon Wolfi 2 ordentlich verhagelt. Das Spiel war weder für Ballerfreunde, noch Stealth-Schleicher geeignet. Die spielgewordene Identitätskrise. Jetzt noch in Kombination mit Zwangs-Koop hat es sich für mich endgültig erledigt.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 460755 - 16. Juni 2019 - 6:27 #

Ich bin nach wie vor an Youngblood interessiert, bin aber echt gespannt, wie sich der neue Wolfenstein Teil aufgrund der neuen Features in den Reviews schlagen wird.

euph 27 Spiele-Experte - P - 79660 - 16. Juni 2019 - 19:40 #

Bin auch noch skeptisch, ob mir der Teil wirklich gefallen wird

Maverick 30 Pro-Gamer - - 460755 - 16. Juni 2019 - 21:01 #

Ja, es bleibt halt zu hoffen, dass die offenere Welt samt Nebenmissionen sinnvoll umgesetzt wird bei Youngblood und sich die Mitarbeit von Arkane Studios auszahlt in den Level-Layouts. Wobei ich mir da beim zweiten Punkt weniger Sorgen mache, gutes Level-Design können die eigentlich. ;)

euph 27 Spiele-Experte - P - 79660 - 17. Juni 2019 - 5:51 #

Meine Sorge ist eher der Coop - ich bin da nicht so der Typ für :-)

Janosch 24 Trolljäger - - 66599 - 16. Juni 2019 - 14:37 #

Klingt trotz allem sehr interessant, da ich aber Wolfenstein - The New Colossus noch nicht angespielt habe, können die Entwickler sich noch ein wenig Zeit lassen... Und ich hoffe, sie nutzen die Zeit, um das Spiel auch für Solospieler zu einer internationalen Erfahrung zu machen.

DavidPM 16 Übertalent - - 4590 - 16. Juni 2019 - 20:21 #

Für mich zählt der Solo-Modus, deshalb bin mal gespannt, wie sich der spielt. Hört sich ja ganz nett am mit dem Koop, aber ich will nicht immer warten müssen, wann der Mitspieler Zeit hat und im Schichtdienst spielt man halt manchmal zu seltsamen Zeiten.

rammmses 19 Megatalent - P - 18366 - 17. Juni 2019 - 11:29 #

Klingt nicht zu euphorisch, ich warte auf jeden Fall auf die ersten Tests.

Danywilde 24 Trolljäger - - 57596 - 20. Juni 2019 - 22:12 #

Ich hoffe, der Solomodus wird nicht einfach so lieblos drangepflanscht.

TheRaffer 19 Megatalent - P - 19953 - 23. Juni 2019 - 14:56 #

Wer würde sich sowas wagen?

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