Indie-Check: Void Bastards
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

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Dominius 8548 EXP - 17 Shapeshifter,R7,S2,A2,J7
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14. Juni 2019 - 20:00 — vor 2 Tagen zuletzt aktualisiert
Das Studio Blue Manchu könnte dem einen oder anderen von euch durch das kostenlose Karten-RPG Card Hunter bekannt sein. Mit Void Bastards haben sie kürzlich ein neues Spiel veröffentlicht: einen Shooter mit einigen Roguelike-Elementen. Wie die Entwickler angeben, wurden sie von Genregrößen wie System Shock 2 und Bioshock inspiriert. Ob die großen Vorbilder qualitativ zumindest im Ansatz erreicht werden, verrät euch dieser Check.
Dieser Gegnerhaufen wird gleich explodieren.
Abgetaucht im Nebel
In Void Bastards schlüpft ihr in die Rolle eines (oder einer) Gefangenen, vom Spiel konsequent „Kunde“ genannt. Ihr werdet damit beauftragt, notwendige Reparaturen an eurem Gefängnisschiff vorzunehmen, dieses ist blöderweise in einem Nebel gestrandet. Euch bleibt keine Wahl als diesen Anweisungen zu folgen und andere Schiffe nach den nötigen Teilen zu durchsuchen. Mehr Story hat Void Bastards nicht, ab und zu gibt es noch eingesprochene Textzeilen, die aber mehr als kurze Witze zu verstehen sind.

Mit einer schwachen Pistole ausgestattet macht ihr euch per Shuttle auf den Weg zum ersten Schiffswrack, um es zu plündern. Die Shootermechaniken sind nicht außergewöhnlich, eure Waffen eher weniger als mehr zielsicher und Kopftreffer bedeuten doppelten Schaden. Dabei lauft ihr früher oder später feindlich gesinnten Lebensformen über den Weg (das Spiel nennt sie „Bürger“) und müsst euch mit den noch funktionsfähigen Sicherheitssystemen der Schiffe herumschlagen. Einige Gegnertypen erfordern auch ein besonderes Vorgehen, während andere wiederum bloß explodieren.
Auf der Sternenkarte wählt ihr das nächste Ziel eures Shuttles aus.
Ihr lebt nur einmal
Wenn nicht die vielen Roguelike-Elemente wären, könntet ihr Void Bastards schnell abschreiben. Auf einer Sternenkarte wählt ihr das jeweils nächste Schiffswrack aus, das ihr näher untersuchen wollt. Die Raumgleiter unterteilen sich in verschiedene Typen, die entsprechende Beute versprechen und sich jeweils vom Layout ähneln. Auf einem Tanker findet ihr viel Treibstoff, auf einem Büroschiff eher Kugelschreiber und Geld. Außerdem könnt ihr vorher sehen, welche Gegnertypen und zufälligen Ereignisse euch in einem Level erwarten, so kann der Strom ausfallen oder Strahlungslecks bedrohen eure Lebensenergie.

Mit den gefundenen Materialien könnt ihr zwischen den Levels Gegenstände herstellen, die ihr fortan dauerhaft zur Verfügung habt. Dabei reicht die Spanne von einfachen Waffenupgrades bis zu nützlichen Gadgets wie kleinen Katzenrobotern, die Feinde ablenken. Vor jedem Level wählt ihr aus, was ihr mitnehmen wollt. Daneben gibt es dauerhafte Verbesserungen wie eine längere Sauerstoffversorgung (de facto ein Zeitlimit für alle Levels) oder mehr Startlebensenergie. Diese Gegenstände bleiben euch auch nach dem Tod erhalten, während ihr sonst bis auf ein wenig Munition, Treibstoff und Nahrung fast alles verliert.
Einige Gegnertypen solltet ihr betäuben, bevor sie größeren Unfug anstellen können.
Prekäre Plündertour
In Void Bastards ist immer alles knapp. Ihr habt wenig Munition, kaum Nahrung, Treibstoff, Lebensenergie und überhaupt. Daher scheint es oft sinnvoll zu sein, die Levels nicht vollständig nach jedem Mini-Item zu durchsuchen, sondern sparsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen. Auch könnt ihr in Erwägung ziehen, manche Feinde zu umgehen oder einzusperren anstatt sie mit wertvoller Munition vollzupumpen. Nicht jeder Level erlaubt allerdings jede Vorgehensweise, wenn direkt an eurem Startpunkt eine Schraube (ein besonders starker Gegner) erscheint, dann ist auch jeder Schleichansatz dahin.

Grafisch setzt Void Bastards auf einen comichaften Stil, dazu passend bestehen die Gegner auch nur aus Sprites mit wenigen Animationen. Unterstützt wird die Cartoon-Optik durch den gekonnten Einsatz von Cel-Shading-Elementen. Die wenigen Zwischensequenzen, etwa nach eurem unvermeidlichen Ableben, werden in seicht animierten Comicpanels erzählt. Zusammen mit der dynamischen Musik schafft es Void Bastards dennoch, eine bedrückende Atmosphäre zu erzeugen, insbesondere die heruntergekommen aussehenden Level kombiniert mit eurer permanent prekären Situation tragen dazu bei.
An eurer Werkbank könnt ihr neue Waffen und Upgrades zusammenschrauben.
Fazit
An die großen Vorbilder kommt Void Bastards keineswegs heran. Für Bioshock ist die Action zu bedacht und System Shock 2 hatte nicht nur die großartige Atmosphäre, sondern auch eine interessante Story und spannendes Leveldesign. Void Bastards macht mit seinen Roguelike-Elementen allerdings einiges gut: Zufällige Fähigkeiten der Gefangenen, semi-zufällige Levellayouts, Crafting, verschiedene Gegnertypen. Gleichzeitig sind diese Mechaniken auch diejenigen, die Void Bastards ein wenig im Weg stehen, ein wirklich tolles Spiel zu sein. Der Zufall kann euch einen guten Run versauen, ihr könnt mit extra schwierigen Levels konfrontiert sein oder ihr öffnet eine Tür und vor euch explodiert direkt ein Gegner, der euch umbringt. Dazu kommt, dass ihr in den Levels immer dasselbe tut: Ihr rennt rein, knallt ein paar Gegner ab, sammelt Ressourcen und Gegenstände und verschwindet so schnell wie möglich. Zuletzt ist mir beim Spielen noch aufgefallen, dass der Tod weit weniger als Bestrafung wirkt als in richtigen Roguelikes: Zwar müsst ihr ein paar Levels wiederholen, aber ihr bekommt wieder neue Munition und volle Lebensenergie.
  • Ego-Shooter
  • Einzelspieler
  • Für Fortgeschrittene und Profis
  • Preis: 29,99 Euro (bei Steam)
  • In einem Satz: Comic-Shooter mit Roguelike-Elementen, der einer gewissen Frustresistenz bedarf
John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 76758 - 14. Juni 2019 - 20:01 #

Sah in einem Stream den ich gesehen habe nett aus, aber auch nicht nach etwas, was ich ganz unbedingt spielen muss. Vielleicht mal eine Idee für ganz kleines Geld.

Danke für den Check!

tailssnake 16 Übertalent - 5686 - 14. Juni 2019 - 21:55 #

Ist im GamePass mit drin.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 51248 - 14. Juni 2019 - 20:07 #

Roguelike ist mal eher nichts für mich, schönen Dank für den Check.

ADbar 17 Shapeshifter - - 7428 - 14. Juni 2019 - 20:12 #

Der Grafikstil gefällt mir wirklich gut. Allerdings hätte ich bei Spielen dieser Art auch gerne noch ne passende Story dazu und Roguelikes sind eher nicht so mein Fall. Vielleicht auch mal für ganz kleines Geld, um mal reinzuschnuppern
Trotzdem Danke auch von mir für den Check.

Danywilde 24 Trolljäger - - 53181 - 14. Juni 2019 - 23:22 #

Gilt für mich auch.

Aber natürlich trotzdem Danke für den Check.

Alain 16 Übertalent - P - 4892 - 14. Juni 2019 - 20:17 #

Eher nichts für mich... Danke für den test.

Zup 12 Trollwächter - P - 981 - 14. Juni 2019 - 21:07 #

Anfangs war ich noch sehr angetan von dem Spiel. Allerdings ist dieser Eindruck nach einer knappen Stunde schon wieder in sich zusammengefallen. Das ganze ist sehr eintönig und man fängt quasi nach jedem Tod (weitestgehend) von vorne an. Natürlich wird es mit besserer Ausrüstung leichter durch die Schiffe zu springen, aber leider überhaupt nicht abwechslungsreicher.

xan 17 Shapeshifter - P - 8788 - 14. Juni 2019 - 21:40 #

Danke für die Warnung.

TheRaffer 19 Megatalent - - 17997 - 15. Juni 2019 - 10:45 #

Du bringst es für mich auf den Punkt :)

tailssnake 16 Übertalent - 5686 - 14. Juni 2019 - 21:57 #

Danke für den Check.
Noch eine Warnung:
Am TV kann man die Schrift der Comicpanel nicht lesen, die haben gefühlt die Größe der Buchstaben in einem Buch.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 21676 - 14. Juni 2019 - 23:25 #

Ich fand meinen Durchgang ganz nett. Zum Ende hin wurde das Konzept dann allerdings ermüdend und es war gerade dann fertig, als ich auch keinen Bock mehr hatte. Mit mehr und abwechslungreicheren Inhalten könnte man die Motivation sicher erhöhen. Vielleicht kommt da noch was nach.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 402740 - 15. Juni 2019 - 8:00 #

Danke für den Check, Szenario und Look des Spiels finde ich schon interessant, vielleicht mal in einem späteren Sale. ;)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 169699 - 15. Juni 2019 - 8:29 #

Roguelike wäre schon okay, aber Egoshooter sind nicht so meins - Schleichelemente und Katzenroboter hin oder her. Da werde ich wohl kein Kunde, trotzdem Danke für den Check :)

SupArai 10 Kommunikator - P - 530 - 15. Juni 2019 - 12:40 #

Danke für den kurzen, prägnanten Check.

Das Spiel habe ich gestern kur angetestet. Wie schon erwähnt wurde, ist es im Microsoft Game Pass enthalten.

Die Präsentation, der Grafikstil sowie die Soundeffekte finde ich sehr gelungen. Das gefällt mir richtig gut! Allerdings ist die Shootermechanik unterirdisch. Eigentlich gibt es die nicht. Erinnert mich schon fast mehr an einen Dungeon-Crawler.

Ob mich das Spielprinzip wirklich fesseln wird, bleibt abzuwarten. Bei Eurogamer.De gibt es einen Test. Dort erhält Void Bastards ein Empfehlenswert. Es wird aber als Spiel für zwischendurch empfohlen. Das passt wahrscheinlich ganz gut: Ein Run und fettich!

Evoli 17 Shapeshifter - 8215 - 15. Juni 2019 - 15:05 #

Danke für die Infos, aber das hört sich ganz und gar nicht nach einem Spiel für mich an (und der Look gefällt mir farblich auch nicht).

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - P - 140264 - 15. Juni 2019 - 15:46 #

Danke für den Check. Das Spiel interessiert mich schon.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 132191 - 15. Juni 2019 - 19:48 #

Interessante Idee aber wohl eher nichts für mich.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - P - 9958 - 15. Juni 2019 - 22:41 #

Super, klingt sehr gut. Ich verstehe nur nicht, warum bei Roguelike immer von "Frustresistenz benötigt" gesprochen wird. Die Spiele sind in 99% der Fälle so konzipiert, dass regelmäßiges Sterben Teil der Erfahrung sind. Wer alle 5 Sekunden quicksaved und bei jedem Problemchen neu lädt bringt sich auch bei Nicht-Roguelikes um viel Erfahrung, Erlebnisse und Spielspaß... aber naja, die Diskussion gab es schon oft genug.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 8548 - 16. Juni 2019 - 6:09 #

Bei den meisten Roguelikes lässt sich aber mit Erfahrung das gröbste RNG-Pech verhindern. Und bei 'Void Bastards' gibt es eben derbes RNG-Pech (und -Glück), was einen Run schon maßgeblich bestimmen kann.
Und da es im Gegensatz zu den meisten Roguelikes (darum ja auch "Shooter mit Roguelike-Elementen") auch einen Spielfortschritt gibt, ist es nervig, die letzten (bis zu) 30 Minuten wiederholen zu müssen.

Und in anderen Fällen - wie im Fazit gesagt - ist Sterben nichtmal wirklich eine Bestrafung.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 21676 - 16. Juni 2019 - 10:47 #

So derb ist es nun auch wieder nicht. Man sieht vor allem bei jeder Station im voraus, welche Gegner, deren Zahl, positive und negative Perks und erwartbarer Loot dort vorhanden ist. Einige ganz ätzende Viecher wie die Zec habe ich damit später komplett umschifft, ohne dass die Progression gelitten hätte. Mit ein wenig Planung kann man sich damit vieles deutlich einfacher und berechenbarer machen.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 8548 - 17. Juni 2019 - 5:07 #

Will ich auch gar nicht bestreiten, aber es gibt eben auch Situationen, wo das nicht so einfach ist.
Und ich war auch auf Schiffen, bei denen ich hinter der ersten/zweiten Tür eine Schraube getroffen habe. Da gibts dann auch nicht wirklich viele Optionen - das ist in dem Fall auch das nervigste. (Manchmal sind auch gefühlt auf allen Schiffen Schrauben.)

Das ist glaube ich eben der Unterschied bei der Frustresistenz, manche stört sowas weniger und andere eben mehr. Mich hat es dann doch mehr gestört.